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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3006

Halbraum-Havarie – von Uwe Anton
Die BJO BREISKOLL ist auf dem Flug zur Wega. Perry Rhodan will sich dort umsehen und je nach Lage dann entscheiden, ob sie weiter ins Solsystem reisen. Beim überlichtschnellen Flug wird ein unbekanntes Phänomen beobachtet. Schlauchartige Energiebündel entstehen in der Nähe und tasten sich zum Kugelraumer vor. Die BJO BREISKOLL wechselt in den Normalraum. Als sie erneut in den überlichtschnellen Flug wechselt, sind die Energiebündel wieder da. Sie nähern sich dem Schiff und hüllen es ein. Der Linearflug kann nicht mehr beendet werden. Die BJO BREISKOLL steckt im Halbraum fest.
Durch die Vakuole, in der das Schiff steckt, dringt ein riesiges wurmartiges Wesen in das Schiff ein. Nichts kann es aufhalten. Rhodan erkennt, dass der Eindringling nach ihm sucht. Er lässt sich einfangen und im Schutze seines SERUNS nimmt er den Siganesen Tenga mit. Zu Rhodans Überraschung wird er an Bord eines Raumvaters der Onryonen gebracht. Der Pilot des „Wurmes“ entpuppt sich als Terraner namens Klingsor Too. Die Onryonen bezeichnen sich als On-Piraten. Rhodan wird inhaftiert. Die Onryonen scheinen zu wissen, wen sie da gefangen haben. Ein Cairaner soll an Bord kommen. Als Belohnung winkt Vitalenergie.
An Bord der BJO BREISKOLL ist die Lage kritisch. Zwei weitere Würmer sind ins Schiff eingedrungen. Auf dem Raumvater hat Perry Rhodan noch einen Triumph in der Tasche. Tenga ist unbemerkt an Bord gelangt. Er verhilft Rhodan zur Flucht und wird dabei schwer verletzt. Rhodan muss nicht nur das Schiff verlassen, was im Linearraum schwierig ist, er darf auch die BJO BREISKOLL nicht gefährden und muss auch Tenga retten.
Uwe Antons erster Beitrag zum neuen Zyklus hat es in sich. Der Autor, dem ich häufig vorwerfen muss, sich in Wiederholungen zu verlieren, hat mit der Halbraum-Havarie einen straffen Roman geschrieben. Trotzdem findet er Gelegenheit, auf ein paar der Fragen einzugehen, die auch mir als Leser bei dem ganzen „Mythos Erde-Szenario“ durch den Kopf gehen. Beispielsweise die, warum die Terraner keine Sonden ins Solsystem schicken, wenn sie befürchten müssen, dass Rhodans ZA geortet werden kann. Der Autor hat darauf eine Antwort. Die Sonden müssen ihre Ergebnisse natürlich zurückliefern. Und auch da besteht die Gefahr einer Entdeckung. Bull zu kontaktieren ist klar der bessere Plan.
Dennoch lässt der Autor seinen Protagonisten Rhodan sein eigenes Verhalten reflektieren. Und geht dabei auf das Zaudern des Helden ein. Nicht zum ersten Mal. Auch andere Autoren beschäftigen sich mit diesem interessanten Verb, das häufig dann verwendet wird, wenn es ausgerechnet um den Titelhelden der Serie geht. Bei anderen Figuren scheint es kein Zögern, kein Zaudern zu geben. Zumindest muss es nicht thematisiert werden. Beim Helden der Serie wird jedoch verstärkt auf ein unentschlossenes und zögerliches Verhalten eingegangen. Hier könnten Leserreaktionen Pate gestanden haben. Zumindest erweckt es den Eindruck, als würden kritische Lesermeinungen zum Helden in den Geschichten aufgegriffen werden. Die innere Auseinandersetzung Rhodans damit, was der richtige Weg sei, beendet der Autor allerdings recht schnell wieder und gibt mit den folgenden Geschehnissen eine passende Antwort. Der Held wirft sich dem Wurm todesmutig und waghalsig entgegen. Na ja, zumindest glaubte Rhodan fest daran, nicht zugleich desintegriert zu werden. Und Tenga konnte er auch überzeugen.
An den Handlungen des Helden, die dann folgten, gibt es kaum etwas zu kritisieren. Ja, die Onryonen nehmen Rhodan, nachdem er flüchtet, nicht so richtig ernst. Dem Terraner und seinem Kompagnon wird einiges recht einfach gemacht. Und das Vertrauen in Klingsor Too kommt mir einen Tick zu schnell. Denn Tenga merkte vorher zu Recht an, dass der Terraner für den Tod mehrerer Besatzungsmitglieder der BJO verantwortlich ist. Auch auf der BJO selbst bleibt es spannend, auch wenn dort der Einsatz Yaraduas zugunsten einer gewissen Dramatik nicht konsequent durchgezogen wurde.
Dem Schwung, den der Autor gleich zu Beginn in seine Geschichte brachte, konnten diese kleineren Ungereimtheiten nichts anhaben. Die Handlung war flott und abwechslungsreich und blieb es bis zum Ende. Linearraum-Phänomen, unbekannte Eindringlinge an Bord, das Auftreten der Onryonen als weitere Partei in diesem undurchsichtigen Zyklus, die Enttarnung eines Agenten, der Raub der Vitalenergie, die seltsamen Würmer und einiges mehr, ließen den Roman nicht langweilig werden.