Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2991

Die Eismönche von Triton – von Leo Lukas – Handlung:
Auf Triton, dem größten Mond Neptuns, haben sich Mönche in ein Kloster zurückgezogen. Die kleine Gemeinschaft sehr unterschiedlicher Wesen schätzt die Ruhe und Abgeschiedenheit ihres Rückzugsortes. Einer der Eismönche ist Geo Lichtblau. Er ist ganz in der Tradition des Bierbrauens verwurzelt. Neben seinen Bierkreationen liebt Bruder Lichtblau auch die Tauchfahrten in den Ammoniakozean Tritons. Er liebt die absolute Stille, Und seit Ausbruch des Weltenbrands bieten die Tiefen des Eismeers zusätzlichen Schutz. Bei einem seiner Ausflüge mit einer Tacet-Kapsel wird Bruder Lichtblau von Mutter Canan Peck, der Äbtissin ihres Klosters zur Rückkehr gemahnt. Kurz vor seinem Ziel begegnet der Eismönch einer betörend schönen Frau, die sich als das Aggregat Etain vorstellt und ihn ins Kloster begleitet. Danach verschwindet sie und Geo Lichtblau schließt nicht aus, dass er einer Halluzination aufgesessen ist. Eine zweite Begegnung mit dem Aggregat Etain verläuft noch merkwürdiger, denn die Frau beißt ihn. Mutter Canan Peck nimmt die Geschichte des Bruders ernst, zumal sich in der kleinen Krankenstation des Klosters plötzlich die Krankheitsfälle häufen. Nichts Schlimmes, aber den Mönchen wurde Melatonin und Serotonin entzogen. Diese Botenstoffe kann die geheimnisvolle Besucherin wohl nicht selbst erzeugen und holt sie sich von den Mönchen. Mutter Canan Peck setzt einen Hilferuf ab.
An Bord der RAS TSCHUBAI haben sich die beiden Rhodans zusammengesetzt. Sie wollen zusammenarbeiten. Das erklärte Ziel von Rhodan II ist die Rückkehr in seine Welt. Und der angestammte Rhodan will die FLORENCE LAMAR aufspüren und ausschalten. Zusammen mit der MALCOLM SCOTT DAELLIAN macht sich Rhodans Schiff auf die Suche und empfängt den Funkspruch des Klosters. Wo das Aggregat Etain ist, kann Lotho Keraetes Schiff nicht weit sein. Dem Kloster wird vordergründig medizinische Hilfe gewährt, um das Aggregat Etain nicht misstrauisch werden zu lassen. Eine Korvette wird entsandt. Parallel dazu teleportiert Perry Rhodan mit Gucky in das Kloster während Rhodan II das Kommando über die RAS TSCHUBAI bekommt.
Bruder Lichtblau dient als Köder. Als sich ihm das Aggregat Etain ein drittes Mal nähert, schnappt die Falle zu. Das offensichtlich geschwächte Mitglied von Keraetes schöner Familie kann dem Zugriff von Robotern und Guckys Parafähigkeiten dennoch entkommen. Allerdings ist es dem Ilt gelungen, einen Peilsender an Etain anzubringen. Mit einer Tacet-Kapsel nehmen Perry Rhodan, Gucky und Geo Lichtblau die Verfolgung auf. Plötzlich erlischt das Peilsignal und Muirden greifen das Tauchboot an. Sie teleportieren die Kapsel in die FLORENCE LAMAR. Gucky kann sich und seine Begleiter jedoch an einen anderen Ort in Keraetes Schiff teleportieren. Sie bleiben jedoch nicht lange unentdeckt. Die schöne Familie verfolgt sie. Rhodan II setzt den Spiegelteleporter Kaleb Barasi ein. Der kann den Schutzschirm um die FLORENCE LAMAR durchdringen und den Eingeschlossenen wertvolle Hinweise liefern. Mit den Informationen kann Perry Rhodan den Schutzschirm um die FLORENCE LAMAR abschalten. Und mit der Entführung des Aggregats Etain gelingt Perry Rhodan, Gucky und Geo Lichtblau ein besonderer Coup. Das Mitglied der schönen Familie wird an Bord der RAS TSCHUBAI in einer Hochsicherheitszelle eingesperrt.
Die beiden Rhodans senden einen Funkspruch an die FLORENCE LAMAR und Lotho Keraete meldet sich. Der ehemalige Bote von ES lehnt jede Zusammenarbeit ab. Er will Wanderer. Der Konflikt spitzt sich zu, als Perry Rhodan erklärt, ihm Wanderer nicht zu überlassen. Die FLORENCE LAMAR taucht aus dem Eismeer Tritons auf und greift die RAS TSCHUBAI an. Die wehrt sich mit dem Aagenfelt-Blitz. Keraetes Kugelraumer zerplatzt und verschwindet scheinbar rückstandslos. Die Untersuchungen ergeben kein klares Bild. Aber es kann sein, dass die FLORENCE LAMAR tatsächlich vernichtet wurde. Vor der Vernichtung hat Gucky allerdings Para-Aktivitäten gespürt. Gut möglich, dass sich die schöne Familie irgendwohin retten konnte.
Geo Lichtblau ist ins Kloster zurückgekehrt. Nach all der Aufregung findet er jedoch nicht so schnell die gewohnte Ruhe wieder. Seine Überraschung ist groß, als er am Hafen des Eismeers die Tacet-Kapsel entdeckt, mit der er und seine Begleiter an Bord von Keraetes Schiff versetzt wurden. War sie vor oder während der Vernichtung der FLORENCE LAMAR wieder ausgespuckt worden? Egal, Bruder Lichtblau kann endlich wieder in die Stille des Eismeers eintauchen.

 

Rezension:
Ein sehr kurzweiliger Roman, den Leo Lukas hier liefert. Unterm Strich wird kein großes Zyklusgeheimnis gelüftet und der Fortschritt der Handlung fällt auch nicht übermäßig aus. Wir befinden uns in der Phase des Zyklus, in der die Helden zwar Fortschritte erzielen, aber teilweise selbst nicht wissen, warum sie plötzlich vorankommen. Hier sind es die plötzlichen Schwächen der bislang als unüberwindbar geltenden Aggregate und die Vernichtung der ebenso unüberwindlichen FLORENCE LAMAR. Aber vielleicht hat der traumatisierte Bote von ES genau das so beabsichtigt und befindet sich jetzt mit der Hilfe der Rhodans da, wo er immer hinwollte. Nämlich auf Wanderer.
Dennoch bot die Geschichte gute Unterhaltung. Das lag auch an dem Einstieg und der Figur des bierbrauenden Mönches. Letztere sind in unserer Zeit so gar nicht ungewöhnlich. Versetzt man sie jedoch 3000 Jahre in die Zukunft auf einen Eismond, erhält man durch diesen einfachen Kniff eine vergnügliche Geschichte.
Demzufolge fand ich den Einstieg mit einem Protagonisten, der selbst imaginär nach einem gelungenen Einstieg für ebensolche imaginäre Reden sucht, sehr amüsant. Und mehr noch, der Eismönch, resp. der Autor bemüht die Vergangenheit, um daran eine gelungene Überleitung zum Einstieg in die Handlungszeit zu knüpfen. Nicht zu vergessen, William Lassell, der Entdecker Tritons, betrieb nach einer kaufmännischen Ausbildung eine Brauerei. Mit Bruder Lichtblau, der auf Triton Bier braut, schließt der Autor einen Kreis.
 

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