Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2989

Das Kortin-Komplott – von Uwe Anton – Handlung:
Das Oberhaupt der Tefroder, Vetris-Molaud, hat sich mit seinem Flaggschiff VOHRATA zu einer Dunkelwolke begeben. 500 Lichtjahre vom Solsystem entfernt will er sich dort mit Adam von Aures treffen. Der Adaurest erscheint mit der FLORENCE LAMAR. Vetris-Molaud ist vorsichtig. Die Gläserne Insel hat ihn über die Vorgänge im Solsystem, die angebliche Invasion, das Wirken Adams und dessen Beteiligung an der Auslösung des Weltenbrands in Kenntnis gesetzt. Als Verursacher des Weltenbrands könnte Adam von Aures nach Ansicht des Tamarons allerdings auch über die Mittel verfügen, den Weltenbrand zu beenden. Vorzugsweise im Gebiet des Tamaniums. Und Vetris-Molaud hatte Adam vor einiger Zeit das Versprechen gegeben, ihn in Kontakt zu Zeno Kortin zu bringen. Mit seinen Leibwächtern, dem Posbi Ganud und dem Anti Elessid erörtert Vetris-Molaud die Lage und nimmt Kontakt zur FLORENCE LAMAR auf. Man einigt sich, dass Adam von Aures auf die VOHRATA kommt und sieben Personen mitnimmt.
Die Kontaktaufnahme zur FLORENCE LAMAR bleibt nicht unbemerkt. Mit Mirash Lato befindet sich ein Agent in Diensten des TLD an Bord. Im Beibootkreuzer VOH-7 versieht Lato seinen Dienst als Funker. Mit einem speziellen Programm, dem Wellenreiter, kann er Funksprüche dechiffrieren und an den TLD weiterleiten. Er ist in ständiger Angst vor Entdeckung. Zumal ein weiterer Agent an Bord offensichtlich enttarnt wurde. Lato war der Führungsoffizier für Carno Zarman, der verschwunden ist. Dass Zarman seinen Führungsoffizier nicht kannte, ist nur ein schwacher Trost. Mirash Lato entdeckt das Treffen zwischen VOHRATA und der FLORENCE LAMAR und sammelt die Informationen. Parallel versucht er das Schicksal Zarmans zu klären und trifft dabei auf seinen eigenen Führungsoffizier Matthon Paik.
Zum Treffen der Gäste nimmt Vetris-Molaud auch den Supermutanten Assan-Assoul mit. Die Ankömmlinge überraschen den Tefroder. Neben einer betörend schönen Frau, die als das Aggregat Baizz vorgestellt wird, sind zwei Lukaparn und vier Muirden in Adams Begleitung. Agaia Perenno, die Sicherheitschefin der VOHRATA tut alles, um die Gäste zu durchleuchten und auch Assan-Assoul bemüht sich. Letztlich entscheidet Vetris-Molaud, dass das Aggregat Baizz und die beiden Lukaparn mit ihren Technohüten in der Schleuse bleiben müssen, während Adam von Aures und die vier Muirden in den schwer gesicherten Privatraum des Maghan geleitet werden.
Adam von Aures bezeichnet sich als den neuen Kristallisationspunkt der Mächtigkeitsballung von ES und Initiator der neuen Genesis. Vetris-Molaud wird unbehaglich, als Adam auf die postbiologische Kultur zu sprechen kommt und dass er sich dabei der Mitarbeit des Maghan und seines Beraters Zeno Kortin versichern will. Der Tefroder betrachtet Adam von Aures zunehmend als Bedrohung. Andererseits sieht er einem Gespräch seines Gastes mit der Meisterstatue gelassen entgegen. Was soll schon passieren? Und Vetris-Molaud will unbedingt die Pläne seines Gastes in Erfahrung bringen.
Das Gespräch mit Zeno Kortin nimmt einen anderen Verlauf, als es sich der Maghan gewünscht hat. Der Faktor IV der MDI ist zwar an Adam interessiert, will aber nicht unter ihm dienen. Adam von Aures interessiert das nicht. Er hat Großes vor und setzt es in die Tat um. Mehrere Dinge geschehen gleichzeitig. Von seiner Konsole beobachtet Mirash Lato die zurückgebliebenen Mitglieder aus Adams Begleitung. Das Aggregat Baizz explodiert und setzt mit einem EMP-Schlag die Technik der VOHRATA außer Gefecht. Die Lukaparn dringen in die Systeme ein. Gleichzeitig greift Adam von Aures an. Er manipuliert die Sicherheitssysteme, Kampfroboter und Technoskorpione. Seine Muirden umringen Zeno Kortin und zusammen mit dem Adaurest verschwinden die Gäste per Teleportation. Assan-Assoul konnte nichts entgegensetzen. Allerdings folgt er der Gruppe per Teleportation. Mirash Lato erkennt, dass die Flucht in die VOH-7 gegangen ist. Das Schiff wird von Adam von Aures und seinen Begleitern unter Kontrolle gebracht und schleust aus. Der Agent kämpft zusammen mit Matthon Paik ums Überleben. Sie finden Assan-Assoul, der gegen Adam von Aures vorgeht. Mirash Lato findet die Flucht seltsam. Denn mit der FLORENCE LAMAR steht dem Adaurest ein extrem fortschrittliches Raumschiff zur Verfügung. Warum flieht er mit der VOH-7? Schließlich kommt er hinter den Plan Adams. Der zerstört nämlich die VOH-7, wodurch Assan-Assoul getötet wird. Dessen Bewusstsein flieht in die PEW-Statue des Meisters. Adam von Aures hat Assan-Assoul gefangen.
Dessen Körper wird später von der VOHRATA geborgen. Mirash Lato überlebt und kann seine Informationen an den TLD weitergeben. Über TLD-Chef Maurits Vingaden erfährt Perry Rhodan von diesem Coup. Spätestens jetzt ist Adam von Aures der gefährlichste Mann der Galaxis. Er muss aufgehalten werden.
 
Rezension:
„Das Kortin-Komplott“ heizte meine Erwartungen an, endlich einmal mehr über den Berater des Maghan zu erfahren. Der ehemalige Meister der Insel wurde bereits vor drei Jahren von den Toten erweckt. Wim Vandemaan hatte mehrfach angedeutet, dass die Geschichte der MDI noch nicht auserzählt sei. Bislang, d.h. drei Jahre später konnte die Figur aus und zur Geschichte der MDI nichts Entscheidendes beitragen. Um es kurz zu machen: Auch dieser Roman liefert diesbezüglich nichts Neues. Immerhin konnte Uwe Anton mit einem Wortspiel punkten. Der MDI lehnt es ab unter einem Fraktor zu dienen, nachdem er solange unter einem Faktor diente. Das „R“ markiert den Unterschied.
Der TLD hat immerhin drei Agenten an Bord von Molauds Flaggschiff gebracht. Und zwei davon stellen sich gar nicht doof an. Mirash Lato ist weniger ein Superagent und mehr durch Zufall in die Position geraten. Und auch seine Vorgehensweise ist vom Zufall begünstigt. Bei der Untersuchung, warum ein anderer Agent verschwunden ist, handelt er gar fahrlässig leichtsinnig. Aber auch da ist ihm das Glück hold.
Weit weniger Glück hatte Vetris-Molaud. Wenig überraschend muss auch er bei seiner Auseinandersetzung mit Adam von Aures Federn lassen. Wenig überraschend deshalb, weil der Autor sehr früh in seiner Geschichte die Fronten absteckte. Der Maghan schwach, Adam von Aures überlegen. Der Gast lächelt stets geheimnisvoll, pariert süffisant einige verbale Attacken, akzeptiert jede Erschwernis des Gastgebers, gibt sich keine Blöße, verrät nichts über seine Pläne und erreicht alles was er sich vornimmt. Vetris-Molaud, der kalte berechnende Diktator zeigt sich dagegen ganz anders. Das fängt schon damit an, dass der Maghan sich nicht etwa mit seinem Berater Zeno Kortin bespricht. Nein, er tut das mit seinen Leibwächtern. Der eine ist verfressen und der andere ein Posbi, von dem Molaud hofft, in ihm auch noch in Jahrhunderten einen Gesprächspartner zu haben. Ja, Unsterblichkeit macht einsam. Die Adjektive, mit denen Uwe Anton seinen Protagonisten bedacht, nähren dessen Schwäche. Der Maghan ist besorgt, kann sich keinen Reim machen, ist angeekelt, widerwillig, vorsichtig und einiges mehr. Die Figur wurde regelrecht zum „verlieren“ geschrieben.
Über die Pläne des neuen Kristallisationspunkts der Mächtigkeitsballung von ES erfahren wir nichts. Zum Umstand, dass das biologische Leben ausgerottet werden soll, lässt der Autor dankenswerterweise ein Unbehagen bei Vetris-Molaud auslösen. Dessen Motiv, den gefährlichen Gast zu empfangen, passte immerhin zum Größenwahn des Diktators. Er hofft, dass der Weltenbrand im Tamanium vom Adaurest aufgehoben werden kann. Weit gefehlt. Und selbst als Vetris-Molaud endlich die Gefährlichkeit seines Besuchers erkennt und ihn von Bord verbannen will, drückt sich seine Schwäche in Worten aus. Er „befürchtet“, dass das Gespräch beendet ist, statt zu sagen, dass es beendet ist.
Interessant ist, dass einmal mehr einzelnen Individuen eine erhebliche Bedeutung zugeschrieben wird. Wenige Figuren waren es, die eine galaxisweite Katastrophe auslösten. Und zwei weitere Figuren, nämlich Zeno Kortin und Assan-Assoul, scheinen für die weiteren Pläne des Superschurken immens wichtig zu sein.
 

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