Articles for the Month of Dezember 2018

Ansichten zu NEO-Story 17 – Das sanfte Flüstern der Zukunft

Das sanfte Flüstern der Zukunft – von Rainer Schorm – Inhalt:
Im Mnemotechnischen Zentrum I auf Mimas wird ein prominenter Patient eingeliefert. Atlan hat im Canopussystem einen Unfall erlitten, der sich auf sein Gehirn auswirkt. Dem leitenden Mediziner Julian Tifflor ist ein solcher Fall noch nicht begegnet. Er erkennt, dass sich im Gehirn des Arkoniden komplexe Vorgänge abspielen. Und dass bislang verborgene Erinnerungen in Atlan wach werden, die ihn nun zum Sprechen bringen. Der Arkonide berichtet von Ereignissen, die sich vor vielen Jahren auf Arkon abgespielt haben. Beim Kampf um Ker’Mekal trifft Atlan auf eine geheimnisvolle Person, die ihm dabei hilft, die komplexen Sicherheitseinrichtungen zu überwinden.

 

Rezension:
Diese Neo-Story unterscheidet sich recht deutlich von den anderen Kurzgeschichten dieser Reihe. Die Szenen, die Autor Rainer Schorm auf Mimas spielen lässt, bevor er Atlans Erinnerungen preisgibt, sind mit wissenschaftlichen Ausdrücken geradezu gespickt. Liebhaber der Science in Science Fiction kommen voll auf ihre Kosten. Rainer Schorm zelebriert eine technik- und faktendominierte Erzählweise. Dabei dient dem Autor die Sicht seines Protagonisten Julian Tifflor nicht nur, um medizinische Details zum Zustand Atlans darzustellen. Über die Figur Tifflor werden auch mit wissenschaftlicher Genauigkeit zahlreiche Vorgänge rund um das medizinische Zentrum beschrieben. Den Detailgrad schraubt der Autor dann etwas zurück, als er die Erinnerungen Atlans lebendig werden lässt. Für NEO-Kenner entwickelt sich dann eine Geschichte, die vergangene Geschehnisse und zukünftige Ereignisse des NEO-Kosmos geschickt miteinander verknüpft und der Beziehung Atlans mit der schönen Unbekannten mehr Tiefe gibt. Als Kurzgeschichtenliebhaber war diese NEO-Story nicht ganz meine Welt. Aber sie hatte Stil.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2993

Das bittere Aroma der Gestirne – von Susan Schwartz – Handlung:
Die EX-4156 HYPATIA, ein 300m-Kugelraumer, ist seit zwei Jahren rund um den Dadion-Sonnentransmitter im Einsatz, um nach Spuren der Lemurer zu forschen. 19 Lichtjahre vom Sonnen-Trio entfernt, haben die Wissenschaftler dabei auf der Welt Shestmak das Intelligenzvolk der Merakylan entdeckt. Die Echsenwesen stehen am Beginn der technischen Revolution. Kommandantin Fabienne LaPlata und Graeme Riesman von der HYPATIA mischen sich maskiert unter die Merakylan und studieren sie. Dabei werden die beiden Terraner auch Zeuge, wie sich der Heimatstern des Systems plötzlich verändert. Das Licht des Sterns scheint intensiver geworden zu sein und die Merakylan, deren Zungen das Sonnenlicht schmecken können, reagieren besonders stark auf die Veränderung. Zurück an Bord der HYPATIA wird man auf das Phänomen des Weltenbrands aufmerksam. Die Nachrichten der Milchstraße werden von diesem Thema beherrscht. Den Merakylan ist kaum zu helfen.
Die RAS TSCHUBAI hat sich auf den Weg in die Sternenregion Dadion-Trio in der Southside der Milchstraße gemacht. Zuvor sind einige Entscheidungen getroffen worden. Atlan, Tamareil und Fitz Klem sind auf die VOIGT GOSLING gewechselt, zusammen mit dem Gemeni-Transmitter. Rhodan II ist auf die MS DAELLIAN gegangen. Einerseits, um nach Lotho Keraete und der FLORENCE LAMAR zu forschen, andererseits um sich nicht zu weit von Wanderer zu entfernen. Die HOMECOMING mit Rhodan IIs alten Team ist im Solsystem geblieben. Sichu Dorksteiger bleibt auf Arkanum-Alpha, einem Trojaner am Lagrange-Punkt L5 und forscht an der Programmierung der Proto-Eiris. Die Impfung der Sterne, sollte die Programmierung gelingen, ist ein weiteres großes Problem.
Perry Rhodan hat Fabienne LaPlata per Funk aufgefordert, nach dem Sternensaatspross OCCNATTAR Ausschau zu halten. Lange müssen die Wissenschaftler nicht warten. Der Spross erscheint so dicht an Shestmak, dass auch die Merakylan das Raumschiff entdecken. Sie machen das Sternenschiff, bzw. dessen Besatzung verantwortlich für die Veränderungen an ihrem Zentralgestirn. Bhal Athund meldet sich bei LaPlata. Der Spross ist mit halber Länge und halbem Durchmesser kleiner als die anderen Sprosse. Die Gemeni möchten helfen. Sie bieten einen Transport in andere umliegende Galaxien an oder in den Kernbereich des Gemoshoms, in die Galaxis Sashpanu. LaPlata gibt die Infos umgehend per Funk an Perry Rhodan weiter. Der Unsterbliche berät die neue Lage mit ANANSI, die ihn dabei über neue Ortungen in Kenntnis setzt. Der Sternensaatspross setzt Fiktivtransmitter ein und bestreicht mit den Impulsen die Oberfläche von Shestmak. Das bringt Rhodan auf die Idee, die Ritteraura von Atlan in einer Fakturgrube der Gemeni zu kopieren, damit Rhodan wieder vollwertiges Mitglied des Ordens der Ritter der Tiefe ist. Zwei Träger von Ritterauren sollen die Proto-Eiris verteilen können.
Inzwischen haben die Gemeni von der OCCNATTAR auch Kontakt zu den Merakylan aufgenommen. In einer großen Arena wird ein Abgesandter dem Volk Hilfe anbieten. Ein Pikodh namens Tarassan redet vor zehntausenden Besuchern. Man könne mit der Technologie des Sprosses gewaltige Schirme über Regionen des Planeten spannen. Oder aber man sät Sprosse und nachdem diese ausgewachsen sind, soll die Bevölkerung evakuiert werden. Die Rede wird von Sektierern gestört, die den Fremden misstrauen. Auch Fabienne LaPlata und Graeme Riesman, die wieder auf den Planeten sind, werden von den Sektierern enttarnt, was zu Unruhe führt. Schließlich zünden die Terroristen Bomben. Perry Rhodan, der inzwischen eingetroffen ist, kann Tarassan schützen.
Die Gemeni stellen eine Fakturgrube zur Genesung einer schwerverletzten Bewohnerin des Planeten zur Verfügung. Rhodan nutzt die Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Bhal, über die Freisetzung der Proto-Eiris. Der Bhal ist sicher, dass die Fakturgrube ein psionisches Feld, wie die Ritteraura, kopieren kann. Sie wäre jedoch nur begrenzt haltbar. So wie auch die Zellaktivatoren der Gemeni nur eine, wahrscheinlich einige Jahrhunderte, begrenzte Haltbarkeit aufweisen. Für die Gemeni haben Zellaktivatoren keine Bedeutung. Das Gemoshom ist ein riesiger Organismus. Die einzelnen Wesen darin vergehen nicht und bleiben erhalten.
Eine andere Aussage des Bhals schockt Rhodan. Der Weltenbrand ist nur Symptom des eigentlichen Problems. Die ausgebrachte Pseudo-Eiris zerfrisst den Moralischen Kode des Universums. Rhodan erkennt, dass Projekt Exodus nur ein Aufschub wäre. Er überredet den Bhal, mit der OCCNATTAR zum Solsystem zu fliegen und eine Fakturgrube zur Verfügung zu stellen. Während auf Shestmak die ausgesäten Sprosse wachsen, reisen die RAS TSCHUBAI und der Sternensaatspross ab.
 
Rezension:
Mit dem Schicksal der Echsenwesen rückt Autorin Susan Schwartz erneut eine Zivilisation in den Blickpunkt der Ereignisse, die sich aufgrund des technologischen Standes nicht gegen die Auswirkungen des Weltenbrands wehren kann. Die Merakylan kann Susan Schwartz stimmig schildern. Die Echsenwesen und die nachvollziehbare Kultur, die dem Volk von der Autorin angedichtet wurde, machten sie sympathisch. Mit der Einmischung der Terraner geriet die Geschichte jedoch schnell auf eine vorhersagbare Schiene. Dass die beiden Besatzungsmitglieder der HYPATIA zum absolut ungünstigsten Zeitpunkt enttarnt werden würden, war auf den ersten Romanseiten absehbar. Und so ist es dann auch gekommen. Allerdings kann Susan Schwartz die ausgetretenen Pfade im zweiten Teil dann doch noch ein Stück weit verlassen und eine fruchtbare Zusammenarbeit der Terraner und Merakylan beim Auffinden der Attentäterinnen schildern. Und da ist natürlich noch die schöne Idee zu nennen, dass die Echsenwesen das Licht ihrer Sonne schmecken können, was auch in dem wunderbaren Romantitel eingeht.
Der andere Part der Geschichte wird einer Zusammenfassung notwendiger Ereignisse und dem hypothetischen Ausbringen der Proto-Eiris gewidmet, bei gleichzeitigen Lüften weiterer Gemeni-Geheimnisse. Und natürlich darf die Verschärfung des Weltenbrands nicht fehlen, der nun das gesamte Universum bedroht. Nur mal kurz darüber nachgedacht: Drei Figuren und ein paar Zutaten, wie ein ZA, zerstören ein gesamtes Universum. Es wird schwer, das noch zu toppen. In 3093 oder spätestens in 3193 wird wohl das Multiversum in Gefahr sein. Und danach?
Die Auslösung des Weltenbrands und seine Auswirkungen stellen die Betroffenen vor unüberwindlich scheinende Aufgaben. Eine Handvoll bunt zusammengewürfelter Figuren hat mit ebenso bunt zusammengewürfelten Zutaten eine Katastrophe ausgelöst. Diese Mixtur war schon sehr dem Zufall überlassen. Und nun scheint auch die Bekämpfung des Weltenbrands mit einer bunten Mixtur angegangen zu werden. Möglicherweise hätte sich eine dreißig Jahre jüngere Ausgabe von mir von den unbeirrbar voranschreitenden Helden dieser Geschichte beeindrucken lassen. Der Roman ist voller Schlagworte. Fiktivtransmitter, Zellaktivatoren und Ritteraura sollen einen wohligen Schauer verursachen. Doch sie wirken nicht so richtig. Und schuld daran ist Perry Rhodan, bzw. die Schilderung des Unsterblichen. Seine Handlungen, bzw. seine Überlegungen sind doch reichlich naiv. Er diskutiert seine Optionen mit einer KI (ANANSI). Sein Gesprächspartner kann dem Thema aber kaum Neues hinzufügen. Außerdem können Rhodan und KI zusammen noch nicht mal bis drei zählen. Die Proto-Eiris muss ausgebracht werden. ANANSIS Vorschlag, dass dies ES tun müsse, ist einer KI nicht würdig. Denn ES ist nicht da. Das zählt also nicht als Möglichkeit. Dann also GESHOD. Doch die SI ist zu jung und unerfahren und kann das auch nicht. Bleibt die Ritteraura, oder vielmehr zwei davon. Rhodan nennt dies die dritte Möglichkeit. Und ANANSI widerspricht nicht. Aha.
Es fehlte mir hier ein wenig von der Überleitung von Band 2966, wo Atlan von den beiden Schlüsselfiguren mit Ritteraura erfährt. Darüber hätten die beiden Unsterblichen eigentlich schon vorher mal debattieren können. So wirkt es ein wenig seltsam, wenn die Ritteraura plötzlich in den Ring geworfen wird. Der Bhal weiß auch nicht, was eine Ritteraura ist. Aber den 6D-Drucker will er dennoch anwerfen.
Ich freue mich jetzt auf den Roman mit Wim Vandemaan nächste Woche.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2992

Vergessenes Selbst – von Michelle Stern – Handlung:
An Bord der RAS TSCHUBAI geht man Anfang August des Jahres 1552 NGZ davon aus, dass die FLORENCE LAMAR vernichtet wurde und konzentriert sich auf die Untersuchung des Aggregats Etain. Die Posmi Aurelia gehört dem untersuchenden Team an, genau wie Matho Thoveno, der Chefmediker des Schiffes und Gaston Ziblatt, ein weiterer Spezialist. Aurelia ist von der Gefangenen fasziniert. Die Untersuchungen haben ergeben, dass sie kein Mensch ist und keine Organe im herkömmlichen Sinn aufweist. Während die Analysen noch laufen, nähern sich die Sprosse YETO und SHINAE dem Solsystem. Bulls Tochter Shinae hat es als Erste erkannt. Bhal Haddhunis vom Spross YETO bittet um Einflugerlaubnis. Als Begründung gibt er an, dass die Superintelligenz GESHOD vor der Phase Shod steht, dem Erwachen aus dem Vergessen. Die Gemini müssen vorbereitet sein und wollen das Konzil der Obhüter einberufen. Bulls Tochter Shinae soll an Bord des Sprosses SHINAE gehen. Das gefällt Reginald Bull gar nicht. Seine Forderung verbindet der Bhal mit einem Geschenk. Er will den Terranern einhundert Zellaktivatoren übergeben, damit Führungspersonal besser gegen den Weltenbrand geschützt ist.
Gucky kann die Gemeni telepathisch nicht aushorchen, aber er entdeckt den Jungen Yeto Carell, zu dem auch Atlan schon einmal Kontakt hatte. Der Arkonide möchte mit einem Team den Jungen aufsuchen. Der Zugang soll über den von Bull mitgebrachten Gemeni-Transmitter erfolgen. Zuvor starten Gucky, Donn Yaradua und Tamareil einen weiteren Versuch, mehr über das Mitglied der schönen Familie herauszubekommen. Die Gefangene, so das Ergebnis, sie paramental auszuhorchen, sieht sich als Taylwit. Ob das ein Volk ist, bleibt unklar und das Aggregat ist in Sorge um Adam von Aures.
Atlans Team springt per Gemeni-Transmitter in den Spross YETO. Der Arkonide wird von Gucky, Donn Yaradua und Tamareil begleitet. Beim Transport werden sie getrennt. Donn Yaradua und Tamareil landen an einem anderen Ort innerhalb des Sprosses als der Ilt und der Arkonide. Auf der Suche nach Yeto treffen Donn Yaradua und Tamareil auf Galaktiker, ehemalige Aspiranten auf einen der ausgelobten Zellaktivatoren. Sie werden von einigen angefeindet, weil man sie für TLD-Agenten hält. Eine andere Gruppe Galaktiker hingegen kommt ihnen zu Hilfe. Eine Frau namens Ashton führt sie zu Yeto. Und auch Atlan und Gucky finden zum Obhüter. Der Junge erzählt, was sich inzwischen ereignet hat. Von den 200.000 Bewerbern wurden 50.000 auf Damona abgesetzt. Weitere 10.000 auf der LFG nicht bekannten paradiesischen Welten. Darunter auch 1100 Zellaktivatorträger. Unklar bleibt, ob diese Aktionen freiwillig geschahen, oder ob die Galaktiker beeinflusst wurden. 150 lebensverlängernde Geräte sind noch an Bord. Die 140.000 restlichen Bewerber würden die Gemeni gerne im Solsystem absetzen. Sie haben sich als ungeeignet erwiesen.
Yeto erzählt, dass ES die junge Superintelligenz als Platzhalter für eine in der fernen Zukunft liegende Mission der Metamorphosen einsetzen wollte. Allerdings kam die Scherung dazwischen und GESHOD musste zu früh in den Einsatz gehen. GESHOD nahm sich ES zum Vorbild. Er beschenkte die Galaktiker mit Zellaktivatoren und wollte eine Truppe von Mutanten ganz nach dem Vorbild des früheren terranischen Mutantenkorps aufbauen. Die technischen Produkte werden in den Frakturgruben hergestellt, die Atlan schon kennengelernt hat. Wobei GESHOD nicht die Qualität der Originale bieten kann. GESHOD ist nicht in der Lage, die Mächtigkeitsballung mit Eiris zu füllen. Deshalb sollen die Pacischen Rhizome als Friedenszentren gegründet werden. Die Obhüter der Sprosse sind Rekruten in einer sensiblen Phase ihres Lebens. Yeto war auch im Konglomerat und hat mit Bhal Adburn gesprochen. Es gibt Gerüchte, dass ein Riss durch die Zeitliche Eskorte, der Schutztruppe der SI GESHOD, geht. Und der ruhende Bhal Drush, ein Vertreter von Adburn, reagiert nicht. Bhal Adburn wird in der Milchstraße gebraucht, um die Pacischen Rhizome miteinander zu verbinden, unter Zuhilfenahme mindestens zweier Obhüter der Sprosse. Doch er kann das Konglomerat nur verlassen, wenn sein Vertreter das Amt übernimmt.
Auf der RAS TSCHUBAI wird indes beobachtet, dass das Aggregat Etain sich auflöst. Um den Vorgang aufzuhalten, soll es von Gaston Ziblatt Hormone bekommen. Doch die Gefangene beeinflusst dabei den Mediker und ihr gelingt beinahe der Ausbruch.
Auf der YETO erfährt Atlan, dass ein besonderer Spross in die Milchstraße geschickt wurde, der Sternensaatspross OCCNATTAR. Und die Gruppe wird von anderen Galaktikern überfallen, die von den Gemeni 40 Zellaktivatoren erpressen wollen. Atlan nutzt die Erpressung, um in Kontakt zum Bhal Haddhunis zu kommen. Er erfährt den ungefähren Standort des Sprosses OCCNATTAR in der Sternenregion Dadion-Trio in der Southside der Milchstraße. Atlan und sein Team können zur RAS TSCHUBAI zurückkehren. Die weiteren Aktionen werden abgestimmt. Atlan will ins Konglomerat zurückkehren und Perry Rhodan sich um den besonderen Spross kümmern.
 
Rezension:
Die Geschichte von Michelle Stern bringt etwas Licht ins Dunkle der Motive der Gemeni. Von den Sprossen hatte man lange nichts gehört. Nach Serienzeit ein ganzes Jahr nicht. Doch bevor die Autorin damit beginnt, die Geschehnisse an Bord der Sprosse, seit deren Verschwinden, aufzuklären, beschäftigt sie sich mit dem Aggregat Etain. Dabei bedient sie sich einer gleichfalls ungewöhnlichen Figur. Nämlich der Posmi Aurelia. Die hat keinen Bioanteil und leidet daher nicht unter dem Weltenbrand. Damit die Betrachtung und Analyse der Gefangenen aus dieser Sicht nicht zu nüchtern geriet, ließ die Autorin ihre Protagonistin dennoch Emotionen empfinden, künstlich generiert, versteht sich. Trotz mehrerer Versuche und entgegen dem interessanten Romantitel kann das Aggregat seine Geheimnisse vor den Forschern der RAS TSCHUBAI wahren.
Parallel zur Handlung um das Aggregat Etain bringt die Autorin die Figuren in Stellung für die Handlung mit den Sprossen. Das geriet nach meinem Geschmack etwas holprig. Die Autorin musste mit Perry Rhodan, Perry Rhodan II, Reginald Bull, Atlan und Gucky gleich vier, nein, fünf Zellaktivatorträger an einen Tisch bringen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und tut das mit vertrauten Elementen. Da ist der abgeklärte Sofortumschalter mit der kleinen Narbe an der Nase, der nassforsche Ilt, der unbeugsame Arkonide, der besorgte und vorsichtig agierende Reginald Bull und der zweite Rhodan, einmal mehr auf dem Abstellgleis. Letzterer wird noch seinen Auftritt haben. Sicherlich. Doch so braucht man ihn nicht beschreiben. Das ist langweilig. Dann lieber ganz weglassen. Und auch die anderen Unsterblichen werden zu sehr in den vertrauten Mustern geschildert. Nicht anders denkend, nicht anders handelnd. Es gibt sicherlich Leser, denen das gefällt. Ein bisschen anderes, Neues, hätte nicht geschadet und hätte der ersten Hälfte mehr Würze gegeben.
Einmal an Bord des Sprosses YETO nimmt die Handlung Fahrt auf und enthüllt einige Geheimnisse. Bedauerlich dabei nur, dass man als Leser dies einmal wieder nur durch eine Erzählung einer Figur erfährt. Ein beliebtes Stilmittel der Serie. Dabei waren die Voraussetzungen gut, die Enthüllungen mal nicht auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen. An Bord der Sprosse sind interessante Figurencharaktere zu Beginn dieses Zyklus platziert worden. Mit denen hätte man vieles, was Atlan nun erfährt, entdecken können. Aber leider hat man sich für eine einjährige Lücke entschieden, die nun mit geballten Wissen aus dem Munde eines Kindes gefüllt wurde.
Ein gut zu lesender Roman, dem ich allerdings einen anderen Aufbau gewünscht hätte.