Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2973

Zirkus der Zerstörung – von Uwe Anton – Handlung:
Auf der Erde ist es der 19. April 1552 NGZ. Die Aktionen des Techno-Mahdi beschäftigen die Menschen und ihre Besucher von anderen Welten. Und doch hat so mancher Außerirdischer ganz andere Probleme. Einer von ihnen ist der Haluter Fembor Aosher, der in Terrania im Zirkus der Zerstörung ein Superstar ist. Aber Aosher ist krank. Er hat die Haluter-Pest und könnte nun ständig Gefahr laufen, die Kontrolle über sich zu verlieren. Er hat einen Sprengsatz zwischen Ordinär- und Planhirn eingesetzt. Sein Begleiter, der Mattenwilly Notnagel, musste ihm versprechen, diesen Sprengsatz zu zünden, wenn die Krankheit über ihn siegt. Doch noch ist es nicht soweit. Bei einem Ausflug nach Europa lernt er eine terranische Familie kennen und lädt sie spontan in den Zirkus ein.
Auch Atlan und Gucky sind inzwischen auf dem Weg nach Terrania. Als blinde Passagiere reisen sie in die Hauptstadt Terras und hören sich um. Überall finden Demonstrationen statt. Anhänger und Gegner des Techno-Mahdi liefern sich hitzige aber friedliche Rededuelle. Atlan erkennt, dass die Bewohner Terras vor allem Probleme damit haben, was sie noch glauben sollen. Die angebliche Invasion und die Statements von verschiedenen Seiten und die Rolle der Medien, die wohl überwiegend vom Techno-Mahdi kontrolliert werden, verwirren die Menschen.
Der Arkonide und der Ilt suchen Hekéner Sharoun in der Solaren Residenz auf. Der Resident ist erfreut und hat nach einem Informationsaustauch keine Einwände gegen Atlans Pläne. Der will unverzüglich nach Neo-Ganymed aufbrechen, um sich dort mit Bull und Adams zu besprechen und als erste Aktion die GOS’TUSSAN II als Risikofaktor ausschalten. Vorher bekommt der Unsterbliche noch die beunruhigende Nachricht, dass Adam von Aures der dritte Kardinal-Fraktor ist. Atlan nimmt die Warnung des Atopischen Tribunals ernst und ist zunächst froh, dass Perry Rhodan nicht im Solsystem ist. Während Atlan und Gucky aufbrechen, erhält der Resident eine Einladung von Abalard Cossu zu einer öffentlichen Diskussion über die Ziele des Techno-Mahdi.
Die Diskussion läuft anders als von Sharoun geplant. Gerade als Cossu vom Projekt Genesis spricht, einer Neuschöpfung der Menschheit und ihrer Mächtigkeitsballung, kommt es zu einem Zwischenfall. Im nahegelegenen Zirkus der Zerstörung findet eine Veranstaltung statt und Fembor Aosher verliert die Kontrolle. Es bricht Panik aus und Notnagel ist kurz davor, den Sprengsatz zu zünden, als der Haluter gerade noch rechtzeitig gebändigt werden kann. Abalard Cossu macht sich die Szene zu Eigen und behauptet, den Haluter heilen zu können. Er lässt ein Gerät heranschaffen, den Sextadim-Isolator, und Hekéner Sharoun muss das Spiel des Techno-Mahdi mitspielen.
Auf dem Flug zum Kastell rührt sich erstmals seit dem Durchdringen des TERRANOVA-Schirms Tamareil in Atlans Kopf. Die Pedotransfererin zieht sich allerdings sofort wieder zurück. Große Wiedersehensfreude auch im Kastell. Reginald Bull stellt seine kleine Familie vor. Während Atlan gegenüber Toio Zindher sehr verhalten auftritt, die als Vitaltelepathin seinen neuen Zellaktivator bemerkt, macht Tamareil eine Bemerkung zu Bulls Tochter. Shinae sei ein besonderer Schatz, ihr Wert kaum abzumessen. Mehr lässt sie sich nicht entlocken. Bull ist von Atlans Plan begeistert und möchte mit, doch der Arkonide und der Ilt wollen alleine auf Bostichs Schiff. Homer G. Adams rüstet sie mit modernen SERUNS aus, die nach einer Anpassung in fremder Umgebung einen deutlich höheren Schutz vor Entdeckung mit Hilfe eines Emissions-Tarnmodulators bieten.
Die beiden gelangen unbemerkt in die GOS’TUSSAN II. Das Schiff ist von den Arkoniden verlassen und nur etwa 100 Haluter halten sich darin auf. Sie sind in verschiedenen Stadien der Krankheit und haben für schwere Zerstörungen im Schiff gesorgt. Atlan und Gucky dringen in die Zentrale vor. Dort halten sich Bostich, der erstarrte Haluter Sawru Maudh und ein Terraner auf. Adam von Aures. Gucky espert Bostichs Denkgeäder, das es ihm erlaubt, das Schiff ohne Besatzung zu fliegen. Und sie belauschen das Gespräch zwischen dem umgewandelten Arkoniden und Adam. Bostich nennt Adam einen Weltenschöpfer. Das Team des Adaurest hat eine Biophore spiegeln können. Aus eins mach zwei. Die Biophore soll mit einem Eiris-Substrat umprogrammiert werden. Anschließend soll die Massenproduktion beginnen und die Mächtigkeitsballung geflutet werden. Außerdem will Adam von Aures mit einem Teslym-Geschoss auf Wanderer schießen.
Vor dem TERRANOVA-Schirm hat Anna Patoman eine ungewöhnliche Begegnung. Ein kleines Schiff nähert sich dem Schirm. Eine ätherisch schöne Frau, die von sich als Aggregat Etain spricht, bittet für die FLORENCE LAMAR um Einflugerlaubnis. Sie ignoriert Patomans Warnungen und zur Überraschung der Admiralin, wird dem kleinen Schiff eine Strukturlücke im Schirm geschaltet und das Schiff fliegt durch. Die Datenbanken weisen eine Florence Lamar als Besatzungsmitglied der EX-1298 aus, die vor 2800 Jahren verloren ging. Damals hat nur ein Besatzungsmitglied überlebt. Lotho Keraete, der später zum Boten von ES wurde.

 

Rezension:
Ein typischer Uwe Anton. Zunächst macht der Autor da weiter, wo seine Autorenkollegen aufgehört haben. Nämlich Atlan starke Auftritte zu bescheren. Auch im Solsystem übernimmt der Arkonide das Ruder. Der Resident kann gar nicht anders, als dem Unsterblichen freie Hand zu geben. Und der stiehlt sich gleich in eine Bastion seiner Gegner und kommt so an ungeheuerliche Informationen. Ich bin gespannt, wann das Glück den Arkoniden verlässt.
Wenn ich schreibe, ein typischer Uwe Anton, dann deswegen, weil der Autor doch sehr viele Rückblicke in seine Geschichte einbaut. Die Einblicke in die Geschichte zum Begriff des Mahdi und die Verknüpfung mit Atlans immenser Historie passten noch gut und gaben der Geschichte den nötigen Hintergrund. Andere Rückblicke dienten jedoch weniger der Aufwertung als vielmehr der Streckung des Romans. Die Schilderungen zur Zerstörung des Mondes Ganymed langweilte, weil sie schon zu häufig verbreitet wurde.
In den Darstellungen der Vertreter des Techno-Mahdi bei ihren Auftritten in Terrania folgt der Roman einmal mehr dem üblichen Muster. Die Organe staatlicher Ordnung und auch unabhängige Organisationen, Medien etc. tun sich schwer. Die beschriebene Überlegenheit des Techno-Mahdi war nicht nötig. Vor einem Streitgespräch auf Augenhöhe hätte der Autor eigentlich keine Angst haben müssen. Die Entscheidungen werden sowieso woanders gefällt. Natürlich sind solche Schlagabtausche anspruchsvoller. Aber man hätte bei den Zirkusszenen kürzen können.
Am Ende zeigt die Erzählung einige Perspektiven einer weiteren Entwicklung auf. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Leave a reply