Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2969

Tag des Grimms – von Susan Schwartz – Handlung:
Am Hooris-Stern, jenem Pulsar, der etwa 19.200 Lichtjahre von Terra entfernt ist, spitzt sich die Lage zu. Aus allen Teilen der Milchstraße treffen Schiffe der Thoogondu ein, die über Jahrtausende in den Schweigsamen Werften ausgehaart haben. Noch haben diese Schiffe keine Besatzung. Und es ist gerade diese Situation, die bei einigen, der sich gleichfalls verstärkenden Galaktiker, den Ruf laut werden lässt, gegen die Thoogondu zuzuschlagen. Doch noch gibt es keine eindeutig feindlich Handlungen von Seiten der Thoogondu und deshalb greift Perry Rhodan ein, als einige Gataser gegen die Fremden vorrücken. Er kann die Lage beruhigen, fängt sich allerdings von Ruth Dunjana einen Rüffel ein. Die Admiralin ist die Befehlshaberin der Liga-Flotte vor Ort und der Unsterbliche ist mit der RAS TSCHUBAI kein Mitglied des Militärs. Versuche von Seiten der Liga, mit den Schiffen der Thoogondu zu kommunizieren, scheitern. Auch ein Topsider als Unterhändler bringt nichts. Überraschend meldet sich Jefferson Beauregard. Der Gäone ist Kommandant der NETO und möchte vermitteln. Doch wie es scheint treibt der Gäone falsches Spiel. Von seinem Schiff geht ein Funkimpuls in Richtung des Roten Zwerges, der mit dem Pulsar ein gemeinsames Schwerkraftzentrum umkreist.
Die Ortung der RAS TSCHUBAI erkennt eine Station aus zwei Würfeln, die bislang durch die Strahlung des Doppelsterns verborgen war. Und von dieser Station wird offensichtlich mit einer Reihe von Satelliten korrespondiert, die den Pulsar umkreisen. Während die Flotte für Ablenkung sorgt, teleportiert Gucky mit Sichu Dorksteiger und einem TARA mit mobilen Transmitter an Bord der fremden Station. Kaum sind sie im größeren der beiden Würfel materialisiert, baut sich ein Schutzschirm auf. Der Rückweg ist vorerst nicht möglich.
Die Ator und der Ilt erkunden das fremde Terrain. An Bord des Würfels wimmelt es von Thoogondu. Die Vertreter dieses Volkes erscheinen allerdings kleiner als ihre Verwandten in Sevcooris. Die Besucher erfahren, dass die Bewohner seit vielen Generationen auf den Tag des Grimms warten. Die beiden Besucher ordnen sie als diejenigen ein, die die Rache des Wanderers ausführen werden. Die beiden dringen zum Hohen Hüter vor, erfahren dort allerdings nicht viel mehr. Es sollen jedoch noch andere Wesen auf der Station leben. Gucky und Sichu begeben sich per Schmerzteleportation in den kleineren Würfel. Dort infiltriert die Wissenschaftlerin die technischen Systeme, während sich Gucky auf der Suche nach den Fremden macht, die noch in der Station hausen. Derweil machen die Thoogondu Jagd auf die Eindringlinge. Sichu erkennt, dass die Station einen riesigen Transmitter mit 5D- und 6D-Elementen im Pulsar zusammenbaut. Perry muss unbedingt informiert werden. Sichu weiß nicht, ob sie den Prozess aufhalten kann. Der Ilt entdeckt inzwischen einen Gemen an Bord. Der Fremde ist mit dreieinhalb Meter deutlich größer als seine bekannten Artgenossen und ist mit organischen Strängen mit der Station verbunden. Der Bhal nennt sich Sharibakeph. Gegenüber Gucky beteuert er, sich nicht einzumischen, wenn der Ilt und Sichu sich gegen die Thoogondu wehren, um die Station zu verlassen. Der Ilt muss Dorksteiger erst noch überzeugen, die Station zu verlassen, denn sie will eigentlich zurückbleiben. Die Wissenschaftlerin schafft eine Strukturlücke und beide kehren auf die RAS TSCHUBAI zurück. Dort beobachtet man den Beginn einer Invasion. Durch einen 4 km durchmessenden Ringtransmitter am Nordpol des Hooris-Sterns schieben sich Pentasphären aus Sevcooris.
 
Rezension:
Susan Schwartz schreibt einen Roman mit wohlbekannten Elementen. Zwei Protagonisten dringen zur Aufklärung in fremdes Terrain ein, werden dort entdeckt, schlussendlich gejagt und zum Verlassen der Station gedrängt. Die „Ausbeute“ dieser Aktion erscheint mager, wenn uns die Autorin nicht zusätzliche Erkenntnisse ihrer Protagonistin Dorksteiger beim Durchsuchen des Terminals verheimlicht. Aber letztlich wird die Besatzung der RAS TSCHUBAI dann doch nur über etwas informiert, was man sowieso gerade beobachtet. Eine Invasion. Die Geschichte des Romans ist dünn. Ein Generationenplot, der zudem überflüssig war, weil die Ereignisse gerade nicht von den unwissenden Bewohnern der Station in Gang gesetzt wurden. Der Roman war kurzweilig auch wenn mich die Hauptgeschichte nicht sonderlich entzückte.
Einmal mehr stehen die Galaktiker vor einer ungewissen Zukunft. Während zu Beginn eines jeden Zyklus Mantra-artig der Zusammenhalt und Friede der galaktischen Völker propagiert wird, sieht es nach ein/zwei Heften meist (immer?) anders aus. Das Projekt von San schaffte es gerade zu einer einzigen, aus heutiger Sicht kümmerlichen, Erwähnung im Heft 2900. 70 Romane später schalten und walten fremde Mächte in der Galaxis, die keinen Zusammenhalt zeigt, aber ausgerechnet in der Larengalaxis (Heft 2900) nach Bündnispartnern sucht.
Dreitausend Schiffe stehen unter dem Kommando der Admiralin. Das Galaktikum schickt noch weniger und von Olymp sind es tausend Schiffe. Letztere auch nur deshalb, weil die Autorin zuletzt die Olymp-Miniserie betreute und den Schauplatz unbedingt erwähnen wollte. Die Tiuphorenkrise vor 33 Jahren wird gleich zu Beginn als Begründung für den schwachen Auftritt der Galaktiker angeführt. Mit Zahlen hält sich die Autorin wohlweislich zurück. Und lässt sich stattdessen zur Aussage hinreißen, dass egal, was die Galaktiker aufbieten, die Thoogondu immer überlegen sein werden (Seite 32). Hier fließt wohl Autorenwissen aus der Planung des Zyklus ein. Als Sperrspitze der Milchstraße tritt einmal mehr Gucky in Erscheinung. Natürlich fußt die Romanserie Perry Rhodan auf den Kreis der Unsterblichen rund um den Titelhelden. Trotzdem erscheint auch hier das Vorgehen mager. Die Chefwissenschaftlerin an der Seite Guckys war gar unnötig. Ein pickliger Positronik-Nerd aus dem Keller der RAS TSCHUBAI hätte das auch erledigen können. Die Darstellung der Schwäche der Galaktiker hat allerdings auch sein Gutes. Wir dürften wohl ohne größere Raumschlachten in diesem Zyklus auskommen.
Bleibt zum Schluss noch die Frage nach dem Titelhelden. Zum dritten Mal in Folge, nach dem Wechsel von der Atlan-Ebene in die Milchstraße, erleben wir die Figur Perry Rhodan als, ja als was eigentlich? In Warteposition? Als Nebenfigur? Als Schlichter? Als Vermittler? Perry Rhodan tritt kaum in Erscheinung. In Sevcooris hat er nichts ausgerichtet. Bei seiner Rückkehr in die Milchstraße durfte er bei der USO ein wenig nachhelfen. Vor dem Solsystem war er ausgesperrt und in den drei Romanen zuletzt konnte er nichts bewirken. Ich warte immer noch darauf, dass der Titelheld was Großes einleitet.

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