Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2966

Sektor X – von Michelle Stern – Handlung:
Atlan ist mit seinen Begleitern an Bord der WOODES ROGERS im Himmelsreifen Tson unterwegs. Sektor X, ein Mond im Sperrgebiet der Gemeni, ist ihr Ziel. Der Kugelraumer nutzt alle Möglichkeiten zur Tarnung. Die SANFUUHR des Nodhkari Alverdh kreuzt ihren Kurs. Alverdh hatte ihnen schon einmal zugesetzt. Doch diesmal scheint sein Schiff, das von Lee-Söldnern unter dem Kommando von Pond geflogen wird, das terranische Schiff nicht zu bemerken. Atlan weiß jedoch nicht, dass die SANFUUHR sie doch entdeckt hat. Alverdh hofft aber, von dem Arkoniden zu den Silos geführt zu werden. Der Leemagh von Nisg, einem Lee-Begleiter in Atlans Gruppe, kann zudem durch Ortung verfolgt werden.
Zusammen mit Florence Hornigold, Nisg, Fitz Klem und dem Roboter Tamareil erreicht der Arkonide in einem Beiboot den Mond. Der Himmelskörper ist von seltsamen mineralischen Gebilden bedeckt. Auf dem Mond soll sich auch ein Gemen namens Bough aufhalten. Der Pikodh ist ein Forscher und Erkunder und lässt sich von zahlreichen Glücksrittern Artefakte sammeln, die ihm einen Hinweis auf die Silos geben könnten.
Die Kristallfaltwerke sind unterirdisch mit Tunneln verbunden. Um größere Entfernungen zurückzulegen kapert Tamareil eine Lassira, ein Fluggerät der Lee, indem sie den Piloten übernimmt. Unterwegs beobachten sie zwei Kugeln, die ihren Flug begleiten. Tamareil holt aus dem Gedächtnis eines Lee Informationen. Es sind Abgedankte, Reste einer früheren Zivilisation in Cetus. Klems Amulett führt sie zu einem seltsamen Turm, der sich von den anderen Bauwerken unterscheidet. Eine mentale Beeinflussung lenkt Ankommende ab. Als sich die Gruppe dem Bauwerk zu Fuß nähert, schießen plötzlich silbrige Fangarme aus dem Boden. Der Angriff ist effektiv und wird nur durch Zufall gestoppt, als Fitz Klem bei einem Sturz mit dem Amulett eine lebensgroße Figur berührt. Die entpuppt sich als Androide namens Khon, der in Atlan einen Ritter der Tiefe erkennt. Die Berührung des Tribars hat Khon erweckt.
Der Androide ist ein Geschöpf von ES und offenbart, dass hier die Silos mit Proto-Eiris gelagert sind. ES hat Vorkehrungen für eine Reihe von Eventualitäten getroffen. Die Proto-Eiris kann für verschiedene Zwecke programmiert werden. Wanderer könnte dies bewerkstelligen. Die Freisetzung der so manipulierten Eiris müsste durch eine designierte SI wie GESHOD, oder durch zwei Schlüsselfiguren, durch zwei Ritter der Tiefe erfolgen. GESHOD ist jedoch noch nicht so weit. Die junge SI benötigt noch 50.000 bis 100.000 Jahre an Entwicklung. Die Eiris kann in verschiedener Weise verwendet werden. Sie kann einen Sperrvermerk enthalten, der anderen SI, auch ES, den Zutritt zur mit Eiris gefluteten Mächtigkeitsballung verwehrt. Allerdings reicht die Eiris nur für das Kerngebiet. Milchstraße, Andromeda und Cetus beispielsweise. Atlan will eine Probe der Proto-Eiris mit in die Milchstraße nehmen. Das Galaktikum benötigt einen Beweis, um dann eine Entscheidung zu fällen, wie vorzugehen ist. Sein Zellaktivator kann nach Angabe von Khon, einen kleinen Vorrat an Eiris speichern.
Das Tribar dehnt sich durch Manipulation des Androiden aus und gewährt Atlan, Nisg und Klem die Querung zu den Silos, die durch ein Diffusfeld verborgen werden. Die Aktion gelingt und Atlan erhält eine Eiris-Probe in seinen ZA. Derweil werden die Zurückgebliebenen von Lee und den Nodhkaris angegriffen. Atlan und seine Begleiter eilen zurück. Im Gefecht wird Alverdh durch die Schutzeinrichtungen der Silos getötet. Pond schwört Rache an Atlan.
Der Arkonide sucht Bough auf. Atlan ist überzeugt, dass er mit den Gemeni verhandeln kann. Ein Spross soll ihn in die Milchstraße bringen. Die Verhandlungen mit dem Pikodh, der den Bhal Nadhnar vom Spross ZOI hinzuschaltet, laufen gut. Doch dann wird eine Bildaufzeichnung vom Tod Alverdhs empfangen. Angeblich hat Atlan ihn getötet. Die Gruppe flieht zurück zum Beiboot. Auf dem Weg dorthin werden sie voneinander getrennt. Hornigold und Nisg können ihr Schiff erreichen. Die anderen benutzen das Tribar, das sie aktivieren können und das die Präsenz eines anderen Tribars anzeigt. Dann gehen Atlan, Klem und Tamareil durch die Querung.
 
Rezension:
Atlan stellt neue Rekorde auf. Von den Jenzeitigen Landen einmal zurück durch die Zeit mit einer Atopischen Sonde in die Galaxis Sashpanu, etwa 165 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Weiter mit einem Spross-Transmitter nach Achtrant. Von dort über den Spross LORINA und einem Shod-Spiegel in die Dakkarraumstation. Weiter mit dem Shod-Spiegel nach Cetus in die Lokale Gruppe. Und nun mit der Tribar-Querung in die Milchstraße? Atlan hat es einfach drauf. Die Frisur sitzt. Zellaktivator-Safe für Proto-Eiris. Aura eines Ritters der Tiefe. Pedotransferer und Tribar-Träger an seiner Seite. Der Arkonide spielt alle Karten aus.
Während sich im Solsystem die Unsterblichen an der Nase herumführen lassen und andere unsterbliche Tagesausflügler vor verschlossener Türe stehen, rauscht Atlan quer durchs Universum und einmal durch die Zeit. Nutzt alle Transportmittel und dreht allen eine Nase. Zugegeben, es macht mir nach wie vor Spaß. Der Kontrast zu den anderen Handlungsebenen ist allerdings etwas steil. Irgendwann demnächst muss der Arkonide etwas gebremst werden, sonst wird der Zyklus bei diesem Tempo in Heft 2970 beendet.
Eine kurzweilige Geschichte von Michelle Stern, die den Begleitern Atlans zudem ein wenig mehr Raum gönnte, als die es in den Romanen davor bekamen. Die Pedotransfererin darf ebenso ihre Motive äußern, wie Hornigold ein paar Gedanken, die man so hat, wenn Atlan das Zepter schwingt. Die Perspektive mit der Proto-Eiris und ihrer Programmierung klingt interessant. Sollte wirklich mal eine selbstbestimmte Handlung der Entscheidungsträger der Milchstraße die Weichen für die Zukunft stellen? Das wäre mal eine Herausforderung für die Autorenriege. Denn bislang sind Figuren und Handlungen überwiegend fremdbestimmt. Die Helden werden von den Ereignissen getrieben. Wie es wäre, wenn die Helden die Ereignisse selbst vorantreiben, wäre mal eine interessante Erzählvariante. Ich bin gespannt.

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