Articles for this day of 13. Mai 2018

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2960

Hetzjagd auf Bull – von Hubert Haensel – Handlung:
Nachdem der Techno-Mahdi für die Menschen im Solsystem ein gigantisches Täuschungsmanöver gestartet hat, soll nun bald der nächste Schritt folgen. Mit dem Projekt Genesis soll die Menschheit vor den Zugriffen von Superintelligenzen geschützt werden. Adam von Aures rechnet damit, dass die Macht im Solsystem bald auf den Wohlfahrtsrat übergeht, dessen Mitglieder überwiegend Techno-Mahdisten sind. Doch zunächst müssen die drei im Solsystem befindlichen Zellaktivatorträger ausgeschaltet werden.
Einer ist Reginald Bull. Dario Bechtil hat den Unsterblichen nach Hause gebracht. Toio Zindher und Shinae schlafen, während Icho Tolot das Anwesen bewacht. Die Hauspositronik LESLY zeigt zunächst keine Ausfälle. Doch plötzlich greift ein TARA-Kampfroboter das Haus an. Bull, Zindher und Tolot können die Maschine zerstören. Später zeigen sich bei LESLY erste Ausfälle. Die Positronik reagiert nur langsam und Bull versetzt sie in den Diagnosemodus. Dadurch kann das Haus noch weniger geschützt werden. Erneut dringt ein TARA in das Haus ein. Wieder gelingt es nur mit vereinten Kräften, die Maschine auszuschalten. Toio Zindher wird verletzt und zudem paralysiert. Bull baut einen Gleiter auf Handsteuerung um. Erneut bekommt das Haus Besuch. Es ist eine Frau, die sich als Famke Bach vorstellt und die behauptet, von Homer G. Adams geschickt worden zu sein. Bzw. von den Society of Absent Friends. Bull testet sie. Famke hält ein paar Geschichten parat, die nur die beiden Unsterblichen wissen können. Sie brechen mit zwei Gleitern zum Landsitz von Adams auf.
Es erfolgt ein Rückblick auf die Aktivitäten des Techno-Mahdi in der Vergangenheit. Ausgangspunkt der Verschwörung ist der Jupiter-Mond Neu-Ganymed. Dort ist Colin Heyday im Kepler-Komplex tätig. Der Positroniker macht die Bekanntschaft des Genetikers Hank. Für eine kleine Revanche hackt Colin Heyday einige positronische Systeme im Labor des Genetikers. Er hinterlässt keine Spuren. Dennoch, nur kurze Zeit später bekommt Colin Heyday Besuch. Der Fremde stellt sich als Adam von Aures vor. Er ist von Colins Fähigkeiten beeindruckt. Die beiden treffen sich häufiger. Colin wirft eine Idee ein, die ihm schon länger durch den Kopf spuckt. Verändert eine Invasion die vorherrschende Moral? Der Grundgedanke wird von beiden beständig ausgebaut. Die Massenpsychologin Caprice Noopila stößt zum Team, später der führende Positroniker Tango Burosch und die Strategietheoretikerin Truc Moretti. Sie bilden das Kern-Team, das über viele Jahre ein absolut perfektes Invasionsszenario kreiert, das die Menschheit erschrecken und aufrütteln soll. Wenn die Simulation Erfolg hat, soll die Zeit der Technokraten anbrechen.
Wieder in der aktuellen Zeit startet Adam von Aures einen Angriff auf das Anwesen von Homer G. Adams in der Grafschaft Kent. Er wird von Tango Burosch und etlichen Kampfrobotern begleitet. Tango sieht erstmals, wie Adam Nanogenten einsetzt, die die diversen Sicherheitssysteme des Unsterblichen außer Kraft setzen. Doch der Aktivatorträger hat sich abgesetzt. Adam von Aures rekonstruiert eine Aufzeichnung, die besagt, dass Bull mit seiner Familie und Tolot hierherkommen soll. Die Techno-Mahdisten legen sich auf die Lauer.
Der Flug von Bull und seinen Begleitern wird mehrmals unterbrochen. Auf die Hilfe der speziellen Fähigkeiten von Toio Zindher muss der Unsterbliche zunächst verzichten. Die Psi-Gabe der Vitaltelepathie wird durch die Verletzung behindert und kehrt nur langsam zurück. In Homers Haus werden sie bereits von Adam von Aures erwartet und angegriffen. Doch nun zeigt sich, dass Homer noch ein paar Tricks parat hat. Famke Bach entpuppt sich als Roboter, die Adam von Aures hart zusetzt. Mit einem Datenkristall können Bull und seine Begleiter entkommen. Ein Raumschiff steht bereit, das sie von der Erde wegbringt. Per Transmitter gelangen sie nach Neo-Ganymed, wo Homer sie erwarten will. Danach explodiert das Schiff.
Adam von Aures musste einen Rückschlag hinnehmen. Und er hat die Spur der Aktivatorträger verloren. Er erhofft sich nun Hilfe von Bostich. Der Arkonide soll ihm helfen Bull zu fangen. Und als Lockmittel will Adam von Aures etwas für die Freunde Bostichs anbieten. Er hat möglicherweise ein Heilmittel für die Haluter.

 

Rezension:
In diesem Heft von Hubert Haensel sind sie mal wieder zu lesen. Die Losungen des Techno-Mahdis. Dazu fällt mir auch ein Merksatz ein: Ein Zyklus ist dann zu Ende, wenn das letzte Heft dazu erschienen ist. In der Regel ist dann auch zur Hauptstory ein, wie auch immer gearteter, Abschluss erreicht. Es fehlen noch 40 Bausteine zu dieser Hauptstory und somit noch 40 ungeschriebene Geschichten. Gerade bei diesem Roman von Hubert Haensel frage ich mich allerdings, ob die ausstehenden Geschichten es generell schaffen, rückwirkend diesem Baustein einen Sinn zu geben. Zu verworren präsentiert sich der vorliegende Roman für meinen Geschmack. Er setzt da an, wo der Roman der Vorwoche endete. Dem Plot konnte ich nicht allzu viel abgewinnen. Aber immerhin war der Invasionsplot doch ein wenig anders gestaltet. Letzte Woche half diese Andersartigkeit noch über so manche Schwäche der Geschichte hinweg.
In den Schilderungen Hubert Haensels zum aktuellen Geschehen und zum Langzeitplan der Techno-Mahdisten blieb jedoch genügend Leer-Raum, um sich Gedanken zum Grundgerüst der Geschichte zu machen. Was die Darstellung positronischer Systeme, deren Vernetzung oder Abschottung gegen Manipulation betrifft, bewegt sich die Serie (nicht ganz unerwartet) weiter auf niedrigsten Niveau. Eine durchdachte Fortentwicklung heutiger Computersysteme in die Zukunft findet de Facto nicht statt. Das Szenario wird vollständig der Dramaturgie geopfert. Dem Autor ist die Schwäche seines Plots keineswegs entgangen. Er stellt die absurde Überlegung nach Elektronenrechnern an. Das ist schräg! Außerdem spricht er von einer satten, einer trägen Menschheit. Schon merkwürdig. In den 500 Heften zuvor konnte ich davon nichts lesen. Wenn man die Ziele des Techno-Mahdis wirklich von Autorenseite unterstützt haben möchte, dann hätte man früher damit anfangen müssen, der Menschheit die Schwäche zuzuschreiben, die sie momentan zeigt. Oder zeigen soll. Dass das Solsystem von tausenden außerirdischer Raumschiffe besucht wird, blendet der Plot ebenfalls vollständig aus. Deren Positroniken/Computer können nicht befallen sein. Langzeitplan hin oder her. Die Story steht auf schwachen Füßen. Umso mehr wäre es erforderlich gewesen, mit ein oder zwei anderen Handlungsebenen abzulenken.
Diese Handlungsebenen gibt es. Doch ich wurde mit ihnen nicht warm. Die Handlungen der Akteure gehen seltsame Wege. Bull wird verfolgt, mehrmals von TARAS angegriffen und gönnt sich daraufhin eine Dusche und eine gepflegte Unterhaltung über Haustiere mit seiner Frau, während das Töchterchen mit eben jenem Haustier spielt. Toio Zindher scheint ebenfalls nicht gewillt, den seltsamen Ereignissen auf den Grund zu gehen. So muss sie erst von Bull darüber informiert werden, dass das alles gar keine Invasion ist. Und Tolot? Wird wie zumeist in diesem Zyklus als Kindermädchen eingesetzt.
Selbst nach dem dritten Angriff (Bull im Park und zweimal im Haus) bleiben Reaktionen der beiden Unsterblichen aus. Tolot hütet weiterhin das Haus, ungeachtet der Tatsache, dass er zwei Mal das Eindringen von Robotern nicht verhindern konnte und Bull schickt die Tochter ins Bett, was auch nicht geklappt hat und sie zuvor in Gefahr brachte. Dabei lässt der Autor den Terraner unablässig Gedanken wälzen. Allerdings sind sie meist rückwärts gerichtet. Die Flucht von Reginald Bull, die Täuschungen, die Holos, seine Eindrücke, die abhanden gekommene Begleiterin, der „passende“ Ausfall von Toios Fähigkeit. Das war alles so holprig geschrieben, dass ich froh war, endlich „durch“ gewesen zu sein. Eine dürftige Darstellung Reginald Bulls, die ich da durch Hubert Haensel erleben musste.
Es gab nur eine Textpassage, die mir auf Anhieb zusagte. Die Techno-Mahdisten hoffen, dass die Zeit der Technokraten kommt. Sollte das tatsächlich so kommen, dass die Technik der Terraner einen Aufschwung nimmt, hätte ich einen kleinen Tipp parat. Baut als erstes bessere Computer!