Articles for the Month of April 2018

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2956

Das Hooris-Phänomen – von Uwe Anton und Michael Marcus Thurner – Handlung:
Am 31. März 1552 NGZ erreicht die RAS TSCHUBAI die Milchstraße. Nach dem Hypertrans-Progressorflug, der das Schiff bis auf 100.000 Lichtjahre an die Heimat führte, ist die letzte Wegstrecke per Linearflug zurückgelegt worden. Dabei traten vermehrt Probleme auf, die durch eine Störung der Semitronik ANANSI verursacht werden. Mal werden fehlerhafte Borduniformen ausgegeben, mal Getränke kochend heiß, statt kalt serviert. Und auch Besatzungsmitglieder „kopiert“ die Semitronik und lässt sie als Hologramme auftreten. Auch wenn die Ausfälle bislang harmlos waren, muss ANANSI dringend repariert werden. Perry Rhodan will Quinto-Center ansteuern. Dort existiert eine kleinere Semitronik namens ODUN MANGKOMA, eine Studienversion. Zuvor findet die Besatzung heraus, dass ANANSI von einer mutierten Version der Barong-Sporen infiziert ist.
Der Unsterbliche nimmt Kontakt zu Hekéner Sharoun auf. Die beiden informieren sich über die gegenseitige Lage. Rhodan erfährt, dass Wanderer seit vier Monaten im Solsystem ist und sich ruhig verhält. Er erfährt von den Gemeni, die er schon kennt, von der Rückkehr Reginald Bulls und von Ernst Ellert. Als Rhodan Quinto-Center anspricht, erfährt er vom Angriff der Gäonen und den neuen Koordinaten des Stützpunkts im Lagunennebel.
Dort angekommen, erhofft sich Perry Rhodan Hilfe von Syllester Ford. Der Gäone soll seine Artgenossen, die im USO-Stützpunkt inhaftiert sind, umstimmen. Hilfe in Bezug auf ANANSI erhält der Expeditionsleiter auch von unerwarteter Seite. Die Kadettin Mia Davoos scheint vom Pech verfolgt zu sein. Hatte sie schon vor den Problemen ANANSIS das Unglück gepachtet, ist sie nun das einzige Besatzungsmitglied, das von allen neuen Vorkommnissen an Bord betroffen ist. ANANSI sucht sich Davoos als Ansprechpartnerin heraus und teilt über ihr mit, was ihr fehlt, so dass Sichu Dorksteiger und die anderen an die Arbeit gehen können.
In Quinto-Center ist der Haluter Golten Patich einer von vier Betreuern ODUN MANGKOMAS. Anders als ANANSI zeigt sich die Gestalt der Studienversion als mannsgroßes Wesen, dessen Oberkörper in einen Sockel übergeht und ein wie aus Lehm geknetetes Gesicht zeigt. Eine Besonderheit ist, dass Patich dem Bioponblock aus Plasma etwas von seinem eigenen halutischen Neuronalgewebe beigefügt hat. Zusammen mit den Betreuern ANANSIS trifft Patich alle Vorbereitungen für eine Kommunikation der beiden Semitroniken.
Nach einem Informationsaustausch mit Monkey hält Rhodan zusammen mit Ford eine Ansprache an die Gäonen. Rhodan bietet den Gäonen die Rücksiedlung an, wenn das ZSI es möchte. Monkey ist von diesem Freibrief wenig begeistert. Aber es gibt dringendere Probleme. Der Lordadmiral und Perry Rhodan unterhalten sich mit Zuo, dem Sprecher der überlebenden Thoogondu. In der IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN wurden Hohlräume entdeckt. In einigen davon waren Statuen versteckt. Die sechs Fundstücke gleichen den Funden vom Merkur. Die HaLem-Statuen werden geborgen. Die Thoogondu behaupten, von nichts zu wissen. Wissenschaftler untersuchen die Statuen, in die Hooris-Kristalle eingearbeitet sind. Da kommt die Meldung von Zuos Tod. Der Thoogondu hat sich selbst getötet.
Mia Davoos arbeitet inzwischen als Verbindungsoffizierin auf der GORATSCHIN und überwacht den Abtransport der Statuen, als eine von ihnen plötzlich zum Leben erwacht. Eingearbeitete Waffen töten einen Menschen, dann flieht der HaLem und zerstört dabei alle Überwachungssysteme. Während die Verfolger die Spur verlieren, dringt die Statue zur Semitronik ODUN MANGKOMA vor und greift Golten Patich an. Der Haluter zerfetzt den HaLem. Allerdings scheint das der Statue innenwohnende Bewusstsein auf ODUN MANGKOMA übergegangen zu sein. Die Semitronik schickt TARAS, die den Haluter angreifen. Obwohl tödlich verletzt, kann Patich ODUN MANGKOMA zerstören. Zuvor jedoch hat die Semitronik unter fremden Einfluss eine Transportfähre zerstört, die alle anderen Thoogondu beförderte. Monkey alarmiert Rhodan, der auf der GORATSCHIN ist, zusammen mit den restlichen fünf HaLems, die möglicherweise nun zum Leben erwachen.
Die GORATSCHIN verschwindet mit einer Nottransition. Sichu Dorksteiger rekonstruiert die Ereignisse. Dadurch, dass das neuronale Gewebe von Halutern ebenfalls Spuren von Hooris-Kristallen beinhaltet, konnte das Bewusstsein aus dem HaLem auf die Semitronik übergehen. Die RAS TSCHUBAI ist im Alarmzustand. Sobald sich eine Spur zur GORATSCHIN ergibt, geht’s los.
Eine Stunde zuvor ist Rhodan mit Admiralin Dessalin an Bord des Gäonen-Schiffes. Der Terraner inspiziert die Sicherungen der HaLems, als ein Rafferspruch von Quinto-Center eingeht, der eine Warnung enthält. Zu spät. Die Statuen erwachen und Rhodan muss mit der Admiralin fliehen.
Rezension:
Nach sechs unterhaltsamen Atlan-Abenteuern wechselt die Handlung zu Perry Rhodan. Der hat die heimatliche Milchstraße erreicht und wird mit den dortigen Vorkommnissen konfrontiert. Schnell werden Pläne geschmiedet, die dann allerdings ebenso schnell durch die aktuellen Geschehnisse torpediert werden. Zuletzt in der Atlan-Ebene hatte ich zu Band 2955 den starken Auftritt Atlans bei seiner Rückkehr in die Serie hervorgehoben, der Rhodans Reise ins Goldene Reich beinahe verblassen ließ. In die gleiche Kerbe schlägt eine Szene dieses Romans, als Monkey Zweifel anstellt, inwieweit Rhodans Besuch in der Ferne verwertbare Ergebnisse erbrachte. Und Rhodan, resp. die Autoren tun sich schwer, die positiven Aspekte von Rhodans Aufenthalt bei den Thoogondu zu begründen.
Auch sonst zeigt sich der Titelheld mal wieder in einer Rolle, die ihm in letzter Zeit gefühlt zu häufig angeschrieben wird. Er hält Reden, versucht zu vermitteln und ist immer ein Stück weit entfernt von der Action. Das könnte sich im Roman der nächsten Woche ändern, wie der letzte Absatz der Geschichte um das Hooris-Phänomen zeigt.
Die Geschichte diese Woche ist geprägt von zahlreichen Widersprüchen und Ungereimtheiten. Manches wirkt banal. Zivile Kleidung wird gewaschen und den Unterkünften der Besatzung zugestellt. Uniformen jedoch nicht. Die muss man sich in Ausgabestationen selbst abholen.
Anderes wirkt unglücklich formuliert oder zu wenig durchdacht. Bei Alarm wird Personal in die Freizeit gelassen, statt zurückgeholt zu werden. Die Settember-Zwillinge werden als die einzigen Gäonen beschrieben, denen man einigermaßen vertraut. Jedoch nicht vollständig. Sie werden überwacht. Die anderen sind Gefangene. Die später im Roman mit USO-Agenten schlafen. In 24h geschieht dies 120-mal. So aktiv hätte ich mir die Agenten bei der Q-Zündung gewünscht. Damals war das ein eingeschlafener Haufen.
Der Strang mit der Kommunikation der beiden Semitroniken wird im ersten Teil des Romans verstärkt in den Vordergrund gerückt. Im zweiten Teil spielt die Genesung ANANSIS dann nur mehr eine untergeordnete Rolle. Auch Rhodans Absicht der persönlichen „Beschäftigung“ mit Admiralin Dessalin geht in der zweiten Romanhälfte verloren, ebenso mach anderes. Eine Erklärung dürfte sein, dass Michael Marcus Thurner kurzfristig als Co-Autor einspringen musste und den Nachfolgeband 2957 bereits geschrieben hatte. Der Roman bot viel seichte Unterhaltung. Das Küsschen Perrys mit Sichu ruft bei den gefangenen Gäonen mehr Applaus hervor, als die Rede des Unsterblichen zuvor. Vielleicht sollte man das mit den Reden Rhodans mal für einige Zeit einfach mal lassen.
Ein typischer „Rückkehr-Roman“, der einige Zeit benötigt, bis er in Gang kommt. Die Umstände, dass Michael Marcus Thurner kurzfristig einsprang, um den Roman zu Ende zu schreiben, führen aber auch dazu, dass nicht alles rund ist.

Perry Rhodan Sonderdruck 2950

Perry Rhodan Sonderdruck 2950
Vom Titelbild des Romanheftes 2950 gibt es einen Sonderdruck. Das Titelbild des Heftes, in dem Atlan nach längerer Zeit in die Serienhandlung zurückkehrte, wurde von Arndt Drechsler gestaltet. Im April 2018 ist das Bild nun auch als Sonderdruck erschienen.
Nimmt man es genau, dann zeigt der Druck das Miniposter von Heft 2950. Denn das Titelbild war gar nicht umlaufend. Der Heftumschlag war aber ausnahmsweise innen bedruckt. Daher rührt die zweite Hälfte des Bildes. Arndt Drechsler hat den limitierten Druck (50 Stück) im Format DIN A4 auch signiert.
Anders als das Miniposter ist der Druck im Vergleich etwas dunkler geraten und zeigt eine körnigere Struktur. Zum Vergleich links der Druck, daneben das Miniposter.

Sonderdruck 2950

Miniposter 2950

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2955

Der Shod-Spiegel – von Leo Lukas – Handlung:
Atlan hat sich das Trutzkleid des Ghatus, des Jägers, übergestreift. Das Eigenbewusstsein des Körperpanzers rekapituliert die Ereignisse. Das Zusammenspiel mit seinem Partner Vhor machte aus beiden erst den erfolgreichen Jäger. Einen, der allen potentiellen Gegnern weit überlegen war. Umso überraschender erscheint die aktuelle Situation. Die Berührung mit dem einzigen Stoff, der einen Ghatu außer Gefecht setzen kann, hat dazu geführt, dass die dualen Bewusstseine ausgeschaltet wurden. Zum Neustart bedarf es in der Regel der Psi-Quelle eines Sprosses. Doch hier wurde die Bewusstseinsgemeinschaft durch einen Vitalenergiespeicher unbekannter Herkunft aktiviert. Vhor wurde getötet und als ob dies nicht genug sei, hat sich der Träger des Vitalenergiespeichers in das Trutzkleid gezwängt, das sich erbittert wehrt.
Atlan ist bereit, sich ein zweites Mal mit dem Trutzkleid zu verbinden. Die Gauchen Bonouch und Rusochnum überwachen das Wagnis. Derweil steuert der dritte Gauche an Bord, Darchnard, das Unterseeboot KOCHNEK ins offene Meer, um den Verfolgern zu entkommen. Unterstützt wird er dabei von Fitz Klem und Jas Poulson.
Die Verfolger sind nicht untätig. Die Luftwaffenoffizierin Dshechnell hat das Kommando inne und auch die Sekuritantin Touchad wurde von ihr hinzugezogen, trotz deren Versagens bei der Jagd auf den Sternenwanderer. Neun Beiboote wurden ausgesetzt, die sich auch im Meer bewegen können. Sie sind dabei, die KOCHNEK einzuholen und einzukreisen. Doch die beiden Menes an Bord haben einen Abwehrplan. Mit den wissenschaftlichen Sonden der KOCHNEK können sie Sensoren und Funk der Beiboote stören und sich wieder absetzen. Die Fahrt geht zu einem unübersichtlichen Korallenriff. Dort führen die Flüchtigen einen weiteren Schlag gegen die Verfolger durch, der ihnen erneut Luft verschafft.
Inzwischen ist Atlan wieder mit dem Trutzkleid verbunden. Unterstützt wird er von seinem Extrasinn, der mit dem Kleid des Jägers kommuniziert und es überzeugen will, den Träger anzuerkennen. Nebenbei erhält Atlan wichtige Informationen. Die Sprosse können untereinander über intergalaktische Entfernungen kommunizieren. Dazu dient der Shod-Korresponder. Der jeweilige Bhal des Schiffes kann mit einem anderen Spross in Verbindung treten. Dazu trägt er ein Kommandokleid. Ansprechbar sind aber auch die Initiatoren der Sprosse. Das sind die vorzugsweise kindlichen Personen, die das Vitalpotential zum Wachstum aus einem Samenkorn angestoßen haben. Die Substanz, die einen Ghatu außer Gefecht setzen kann, ist Eiris in einem gefrorenen Aggregatzustand. Jener Stoff also, mit der Superintelligenzen ihr Territorium markieren.
Atlan wird zunächst von den beiden Wissenschaftlern zurückgeholt. Er erläutert den Gefährten seine Erlebnisse und sein Vorhaben, an Bord der LORINA zu gehen und mit dem Spross YETO in der Milchstraße in Kontakt zu treten. Möglicherweise könnte man auch einen Shod-Spiegel verwenden, um darüber zu dem anderen Spross zu reisen. Moschran hatte sie auf dieses Gerät hingewiesen, als sie im Wrack eines Sprosses unterwegs waren. Atlan lässt sich von Rusochnum als Vhor tarnen. Mit der Rettungskapsel verlassen er und die beiden Menes das Tauchboot. Über die Rüstung kontaktiert Atlan den Spross LORINA und sie werden an Bord geholt. Atlan übergibt die beiden „Gefangenen“ an den Ghatu Ourud. Der ist von Atlan als Vhor nicht so richtig überzeugt. Doch zunächst kann sich Atlan frei bewegen. Zu seiner Überraschung trifft er in diversen Lebensbereichen an Bord verschiedene Spezies. Fremde, die er bislang nicht kannte, aber auch Gauchen. Und er trifft auf Menschen. Sie nennen sich nicht Menes sondern Ennlishe. Ihre Hauptaufgabe an Bord ist das interpretieren des Verhaltens ihrer Verwandten, der Menes. Atlan erkennt schnell, dass die Population an Bord durch Satis-Liquor permanent ruhiggestellt wird. Ein Ennlish führt Atlan zum Shod-Korresponder. Im gleichen Raum steht auch der Shod-Spiegel. In diesem Augenblick erscheint Tharc, der Bhal des Sprosses. In seiner Begleitung sind Ourud und die beiden Menes, die unter dem Einfluss von Satis-Liquor stehen.
Als Tharc fragt, ob Atlan mit dem Sternenwanderer in Verbindung stehen würde, gibt Atlan seine Identität teilweise preis. Der Bhal glaubt ihm und gewährt ihm die Benutzung des Shod-Korresponder. Atlan übermittelt Yeto Carell an Bord des Sprosses YETO eine Botschaft. Die Benutzung des Geräts ist sehr anstrengend. Mehr als seinen Namen, NGC 151 und Heimat kann der Arkonide nicht übermitteln. Er wird bewusstlos. Als er zu sich kommt, ist die Situation unverändert. Er nutzt das Überraschungselement und schaltet Ourud und Tharc aus. Er raubt das Kommandokleid des Bhals und aktiviert den Shod-Spiegel. Zusammen mit den beiden Menes tritt Atlan durch den Spiegel, in der Hoffnung auf eine Reise in die Milchstraße. Sein letzter Gedanke ist jedoch, dass etwas furchtbar schief läuft.

 

Rezension:
Am Ende läuft’s schief. Furchtbar schief sogar. Davor jedoch läuft’s glatt. Furchtbar glatt sogar. Na ja, der triviale oder vielmehr populäre Aufbau eines Heftchenromans, dem andere Autoren so gerne folgen wird in diesem und den Romanen davor nicht unbedingt gefolgt. Der zweite Österreicher im Team, Michael Marcus Thurner, folgt ja ganz gerne den folgenden Punkten:
  1. Starker Beginn, Einstieg mit Action
  2. Ruhigere Phase in der erklärt wird, was in dem Roman geschieht, was die Aufgabe ist
  3. Es muss Hindernisse geben, Zwischenhöhepunkte
  4. Es gibt einen Hauptbösewicht
  5. Der Held könnte scheitern
Die Action ist reduziert. Und die Aufgabe des Helden schnell klar. Er will nach Hause telefonieren oder im Idealfall nach Hause reisen. Hindernisse gibt es in dem Roman. Sie sind jedoch nicht geeignet, Atlan aufzuhalten. Sie werden von den Figuren der zweiten Garde bei Seite geräumt. Als Hauptbösewicht muss das Trutzkleid herhalten. Und das wird von Atlans Extrasinn in Schach gehalten. Und dass der Held scheitern könnte, ist ein Gefühl, das weder in diesem Roman noch in den Romanen seit 2950 auch nur ansatzweise aufgekommen ist.
Der Begriff des Sternenwanderers wird präzisiert. Atlan sieht nicht sich, sondern ES, den Wanderer in dieser Rolle. Und die Eiris wird wieder erwähnt. Nicht nur Ernst Ellert trägt davon etwas mit sich, auch Fitz Klem.
Atlan bekommt von den Autoren einen ungewöhnlich starken Auftritt bei seiner Rückkehr in die Serie verpasst. Dagegen wirkt Rhodans Familienausflug ins Goldene Reich beinahe schon peinlich. Nur Reginald Bull kann mit dem Arkonidenhäuptling einigermaßen mithalten.
Mir hat das Doppel von Leo Lukas Spaß gemacht. Aber jetzt sollte es langsam wieder ein bisschen ernsthafter zugehen.