Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2953

Der Mann von den Sternen – von Robert Corvus – Handlung:
Auf Achtrant, dem Planeten der Gauchen im Trochnurchsystem wird die Sekuritantin Touchad von einem Kriminalfall abgezogen. Sie und ihr Assistent Bachroch werden zu einer Forschungseinrichtung geschickt. In der Pyramide des Technischen Instituts hat sich ein ungewöhnlicher Vorfall ereignet. Die Aufzeichnungen zeigen ein merkwürdiges Gerät, das von Wissenschaftlern der Gauchen für einen Energieerzeuger gehalten wurde. Doch plötzlich treten aus dem Artefakt zwei Glatthäuter in das Labor. Offensichtlich zwei Menes. Mit Pistolen betäuben sie die anwesenden Gauchen und stürmen aus dem Gebäude. Touchad, die ein halbes Jahr vor der Pension steht und mit viel Engagement ihrem Beruf nachgeht, wird von ihrem Vorgesetzten unter Druck gesetzt. Sie muss die Flüchtigen fassen, sonst wird ihre Altersversorgung gekürzt. Touchad, die schon jetzt in ärmlichen Verhältnissen lebt, könnte sich den Traum ein Kind großzuziehen dann nicht mehr leisten. Dafür hatte sie vor langer Zeit zwei Eier in halbausgebrüteten Zustand einlagern lassen. Erschwerend an ihrem Auftrag ist auch, dass sie Hilfe der Raumflotte, die einige Erfahrung mit Fremdweltlern hat, nicht in Anspruch nehmen darf.
Atlan und Fitzgerald Klem sind auf der Flucht. Die Luft auf Achtrant enthält Schwefeldioxid. Zwar nicht giftig aber sehr lästig für die beiden Männer, deren Schleimhäute dadurch gereizt werden. Auf dem Weg zum Raumhafen, wo sie ein Schiff zu erbeuten hoffen, tarnen sie sich mit Mänteln mit weiten Kapuzen, um von den Gauchen nicht erkannt zu werden. Öffentlich zugängliche Informationssäulen verraten Atlan und seinem Begleiter, wo sie etwas zu essen bekommen. Eine öffentlich ausgestrahlte Sendung zeigt zu ihrer Überraschung zwei Menes, die wohl zu Forschungszwecken von den Gauchen gefangen gehalten werden. Das nächste Ziel steht fest. Die beiden Menes sollen befreit werden. Gesagt, getan. Jas Poulson und Timothy Floyd sind Überlebende des Forschungsschiffes JAMES COOK, das vor zwei Jahren im Trochnurchsystem bei einem Triebwerkstest strandete. Bei der Flucht aus der Einrichtung werden sie jedoch bereits erwartet. Touchad hatte die Sendung über die beiden Menes initiiert, um Atlan und Klem eine Falle zu stellen.
Im Verhör durch Touchad erfährt Atlan Einzelheiten zum Absturz der JAMES COOK auf den elften Planeten des Systems. Eine Station der Gauchen wurde zerstört und viele Wissenschaftler getötet. Auch die Nodhkaris wurden von dem Geschehen überrascht. Es gibt also auch auf Achtrant eine Population dieser Wesen. Touchad holt sich Hilfe bei ihrem Bruder Odkorch. Der Sternenspäher war zumindest schon mal im All und hat einmal das System verlassen. Atlan kommt mit dem Gauchen ins Gespräch. Das Observatorium, in dem Odkorch arbeitet, beherbergt eine neue Technologie der Nodhkaris. Sie wird die Shod-Linse genannt und soll weitentfernte Objekte in Echtzeit anzeigen können. Die Technik dahinter ist sechsdimensional. Atlan erfährt, dass auch die Gauchen vor langer Zeit von einem Spross nach Achtrant gebracht wurden. Mit der Shod-Linse sieht Odkorch die Chance, die Urheimat seines Volkes zu entdecken.
Die drei Menes und Atlan brechen aus ihrem Gefängnis aus und gehen zu Odkorch ins Observatorium. Der Gauche ist von Atlans Wissen tief beeindruckt. Er zeigt ihm die geheime Einrichtung mit der Shod-Linse. Doch auch Atlan kann die fremdartige Apparatur nicht bedienen. Er manipuliert sie aber, so dass drei Nodhkaris erscheinen, um das Gerät zu reparieren. Die drei Fremden zeigen Atlan das Gerät. Es kann Objekte ab 3 km Größe darstellen. Und sie zeigen ihm einen Spross in der 165 Millionen Lichtjahre entfernten Milchstraße. Atlan sieht eine Chance auf Rückkehr in die Heimat.
Touchad wird indessen von ihrem Vorgesetzten zum Bürodienst verdonnert. Sie hatte eigenmächtig den Raumhafen kontaktiert und auf die Geflohenen hingewiesen. Bachroch übernimmt den Fall. Doch kurze Zeit später ändert sich alles. Vhor erscheint auf dem Planeten der Gauchen und in seinem Kielwasser sind wieder die Feladen. Und Vhor fordert Touchad an. Die Gauchin hat auch eine Idee, wie man die Flüchtigen aufspüren kann. Ein Translator der Gauchen, den Atlan auf seiner Flucht mitgenommen hat, kann aufgespürt werden.
Ein befreundeter Mediker von Odkorch verschafft den drei Menes und Atlan Ganzkörpermasken. Als Gauchen getarnt versuchen sie zu entkommen. Dennoch werden sie unterwegs enttarnt, als sie mit echten Gauchen, die ein Fest feiern, aneinandergeraten. Vhor und sein Rudel sind ihnen dicht auf den Fersen. In einem Gebäude stellt Atlan mit den anderen den Verfolgern eine Falle. Es gelingt ihm, Vhor gefangen zu nehmen. Auch dank der Hilfe von Klems Amulett. Als der Gemen im Gerangel mit dem Anhänger in Berührung kommt, wird er bewusstlos. Atlan und seine Begleiter schaffen Vhor in ein Fluggerät, einen Kopter. Damit wollen sie zum Wald der Nodhkaris fliegen.
Touchad hat herausgefunden, dass ihr Bruder den Fremden geholfen hat. Sie könnte ihre Position gegenüber ihrem Vorgesetzten stärken, wenn sie ihn und den Mediker verrät. Aber sie will nicht und ihr Bruder stellt ihr seine Wohnung zur Verfügung, die groß genug ist, für sie und ihre Kinder. Dennoch will sie Atlan und die anderen jagen. Weil es ihre Pflicht ist.
Rezension:
Der vierte Band mit dem Arkonidenhäuptling in Folge und es wird nicht langweilig. Robert Corvus liefert eine atmosphärisch dichte Geschichte ab. Der Extrasinn hat diesmal Pause. Die Innenansichten, mit denen wir dreimal Atlan begleitet haben, kommen hier von anderen Figuren und dies war eine willkommene Abwechslung.
Der Schauplatz der Handlung ist der Planet der Gauchen, den Atlan und Fitz Klem nach Durchgang des Gemeni-Transmitters betreten. Hier bereits greift der Autor zu einer anderen Perspektive, in der er den Durchgang, bzw. das Erscheinen auf Achtrant aus Sicht der Ermittlerin und dazu noch aus einer Aufzeichnung des Geschehens schildert. Erst danach kommen Fitz Klem und Atlan wieder ins Spiel, wobei auch hier der Fokus auf dem Agenten liegt, der die Aktionen seines Begleiters ständig im Blick hat.
Ein wenig vermisste ich eine fremde Atmosphäre. Na ja, die gab es auch mit dem Schwefeldioxid in der Luft aber ich meine doch eine fremdländische Stimmung. Die Gauchen sind reptiloide Wesen. Aber die Probleme, die sie bewegen, sind typisch menschlich und ein wenig zu offensichtlich unserer realen Welt entlehnt.
Und zunächst waren auch die Widrigkeiten, beruflicher und privater Natur, mit der sich die Sekuritantin Touchad auseinandersetzen muss, wenig geeignet, ein exotisches Flair zu vermitteln. Die Schilderungen, beispielsweise der Umstände, als sie von ihrem Vorgesetzten mit der Jagd auf die Eindringlinge betraut wird, ließen trotz Details wie Schuppenbehandlung, Sandbad und ähnlichem ebenfalls keine fremde Ausstrahlung entstehen. Dazu waren die Muster in dem Verhalten der Figuren allzu vertraut.
Der Autor schien erkennbar vom Druck befreit, „auf Teufel komm raus“, etwas Neues, etwas nicht alltägliches, etwas Ungewöhnliches zu schreiben, um die Zivilisation der Gauchen darzustellen. Trotz, oder gerade deswegen entwickelte die Story einen Charme, weil die Gauchen durch die nicht so exotisch geschmückte Backstory greifbarer in ihrer Charakterisierung waren und dafür aber halt auch etwas weniger mysteriös.
Die Shod-Linse stellt eine interessante, und wie ich finde beunruhigende, Technologie dar. Wesen, die Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind, beobachten uns und schauen mit gierigen Blicken auf unseren Planeten, um eine Invasion durchzuführen. Hoppla, da bin ich wohl etwas in 50er-Jahre-SF-Filme abgeglitten.
Spannung mochte nicht aufkommen in Robert Corvus Roman. Aber eine flotte Geschichte, die gut unterhielt, war es dennoch.

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