Articles for the Month of März 2018

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2954

Das Kleid des Jägers – von Leo Lukas – Handlung:
Atlan hat Vhor gefangen genommen. Auch dank der Hilfe von Klems Amulett. Als der Gemen im Gerangel mit dem Anhänger in Berührung kommt, wird er bewusstlos. Atlan, Fitz Klem, Jas Poulson und Timothy Floyd entern einen Kopter und fliehen mit ihrem Gefangenen. Während Atlan die Steuerung des ungewöhnlichen Helikopters beansprucht, bleiben seine Begleiter nicht untätig. Schnell finden sie heraus, dass der Translator die Verfolger auf ihre Spur gebracht hat, weil sich das Gerät mit Informationssäulen verbindet, die sie passieren. Da sie unbebautes Gebiet anfliegen, ist die Gefahr einer schnellen Entdeckung gebannt. Dennoch brauchen sie schnell ein Ziel. Die beiden Besatzungsmitglieder der JAMES COOK liefern Atlan entscheidende Hinweise, die sie in der Gefangenschaft aufgeschnappt haben. Es gibt eine Forschungseinrichtung für Fremdwesen. Mit den Systemen des Kopters werden die Koordinaten ermittelt. Leider ist das Ziel einige Flugstunden entfernt und zu weit für die Energievorräte der Maschine. Sie bereiten den Kopter für ein Ablenkungsmanöver vor. Sollten ihnen die Verfolger nahe kommen, soll der Kopter alleine weiterfliegen und im Idealfall abstürzen und explodieren. Die Sicherheitskräfte würden mit der Sichtung des Wracks viel Zeit verlieren.
Die Verfolger sind schneller heran, als erwartet. Während alle anderen ausgestiegen sind, schnappt sich Timothy Floyd den Kopter und kann die Verfolger narren. Er lässt die Flugmaschine abstürzen und stirbt dabei. Atlan und seine Begleiter haben dadurch wieder etwas Luft bekommen. Atlan lässt sich auch die Version vom Absturz der JAMES COOK von Jas Poulson erzählen. Seine Geschichte ist anders als die, die Atlan von den gauchen gehört hat. Die Menes hatten nach drei Transitionen die Kontrolle verloren. Allerdings deutet alles darauf hin, dass es einen Einfluss von außen gegeben haben muss.
Die Gruppe kann auf dem Weg zur Station, die auf einer Insel liegt, einen Wagen mit einem jungen Gauchen stoppen, der sie mitnimmt. Da sie alle noch Ganzkörpermasken tragen und Atlan dem Gauchen ein Märchen auftischt, kommen sie bis an die Küste. Es gelingt Atlan mit einer gehörigen Portion Frechheit und viel Glück auch an Bord eines Schiffes zu kommen, das die Insel anfährt. Während der ganzen Zeit gibt ihr Gefangener keinen Mucks von sich.
Auf der Insel angekommen, lässt Atlan die Wissenschaftler der Station wecken, damit diese Vhor untersuchen können. Zwei Gauchen, Bonouch und Strochnor sind Atlan aus der Erzählung der beiden Menes bekannt. Diese Gauchen haben die Überlebenden der JAMES COOK untersucht. Die Leiterin der Forschungseinrichtung, Bonouch, ist sehr wissbegierig. Aber auch misstrauisch. Ein Bruder von ihr ist beim Absturz der JAMES COOK getötet worden. Während sie mit ihren Kollegen den ungewöhnlichen Gefangenen durchleuchten, stellt sie selbst Nachforschungen zu den drei Gauchen an, die Vhor auf die Insel brachten.
Die Untersuchungen verschiedener Wissenschaftler, darunter ein Gauche namens Rusochnum, zeigen, dass es sich bei Vhor und seinem Anzug um eine Art Symbiose handelt. Der Anzug ist viel mehr als eine Rüstung, die Waffen und Verteidigung bereitstellt. Sie ist auf neuronaler Ebene mit dem Gemen verbunden. Sie filtert Nahrung aus der Umgebungen und verarbeitet sie zur Weitergabe an den Körper, der in ihr steckt. Warum Vhor allerdings bewusstlos ist, finden die Wissenschaftler nicht heraus. Auch die erneute Berührung mit dem Amulett ändert nichts am Zustand.
Bonouch deckt die Identität von Atlan, Klem und Poulson auf. Aber sie will Stillschweigen bewahren. Erst recht, als Atlan ihr Fakten liefert zur Ähnlichkeit der Historie der Völker der Menes und der Gauchen. Doch inzwischen ist auch die Sekuritantin Touchad wieder im Anflug. Mit einem Unterseeboot wollen Atlan, seine Gefährten und einige Gauchen fliehen. Auf dem Weg dorthin schultert sich Atlan den Gefangenen auf die linke Schulter. Als Vhor derart dicht an Atlans Zellaktivator kommt, erwacht der Jäger zum Leben und dreht durch. Im Chaos werden die Verfolger aufgehalten aber auch Vhors Kopf verdampft. Mit der Leiche schaffen sie es an Bord der KOCHNEK und fliehen. Unterwegs öffnet sich das Panzerkleid des Jägers. Atlan streift sich den Panzer über und erlebt Erinnerungen des Jägers, die Jahrhunderte oder gar Jahrtausende in die Vergangenheit reichen. Es gibt eine Verbindung zwischen Atlans ZA, dem Jäger und Klems Amulett.

 

Rezension:
Der Roman von Leo Lukas knüpft nahtlos an die Vorgängerromane an. Auch Details, wie die Ortung der Flüchtigen über den als gestohlen gemeldeten Translator, werden in seiner Geschichte verarbeitet. Inzwischen erscheint die Welt der Gauchen und die Welt der Menes schon sehr vertraut. Der Autor schreibt beileibe keine schlechte Geschichte, dennoch tat er sich etwas schwer oder ich empfand es zumindest so, diesen bekannten Welten neue, frische und andere Details zu verpassen. Eine Originalität wird über die Details hergestellt. Und darüber, wie jeder Autor ein kleines bisschen anders mit der Sache umgeht. Leo Lukas geht tatsächlich etwas anders mit der Sache um, als seine Mitautoren. Aber das Besondere stellt sich erst ganz am Ende der Geschichte ein. Atlans Symbiose mit dem Trutzkleid des Jägers, das der Autor in eingeschobenen Kapiteln zwar permanent behandelt hat, die Erklärung dazu aber erst kurz vor Schluss liefert.
Die Aktionen der Figuren laufen, trotz des bedauernswerten Schicksals von Timothy Floyd eine Spur zu glatt ab. Nennenswerte Hindernisse gab es nicht oder wurden mit Enthusiasmus und einer großen Portion Frechheit, wie es der Autor nennt, besiegt. Das ist ein Merkmal, das die Geschichte mit den anderen Romanen seit Atlans Wiederkehr teilt. Es ist ein auffälliges Merkmal, das mich normalerweise stören sollte. Da die erste Zyklushälfte aber den Protagonisten genügend Widerstände bescherte, kann ich mit dem Fortgang, wie er zur Zeit praktiziert wird, sehr gut leben. Das macht auch mal Spaß.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2953

Der Mann von den Sternen – von Robert Corvus – Handlung:
Auf Achtrant, dem Planeten der Gauchen im Trochnurchsystem wird die Sekuritantin Touchad von einem Kriminalfall abgezogen. Sie und ihr Assistent Bachroch werden zu einer Forschungseinrichtung geschickt. In der Pyramide des Technischen Instituts hat sich ein ungewöhnlicher Vorfall ereignet. Die Aufzeichnungen zeigen ein merkwürdiges Gerät, das von Wissenschaftlern der Gauchen für einen Energieerzeuger gehalten wurde. Doch plötzlich treten aus dem Artefakt zwei Glatthäuter in das Labor. Offensichtlich zwei Menes. Mit Pistolen betäuben sie die anwesenden Gauchen und stürmen aus dem Gebäude. Touchad, die ein halbes Jahr vor der Pension steht und mit viel Engagement ihrem Beruf nachgeht, wird von ihrem Vorgesetzten unter Druck gesetzt. Sie muss die Flüchtigen fassen, sonst wird ihre Altersversorgung gekürzt. Touchad, die schon jetzt in ärmlichen Verhältnissen lebt, könnte sich den Traum ein Kind großzuziehen dann nicht mehr leisten. Dafür hatte sie vor langer Zeit zwei Eier in halbausgebrüteten Zustand einlagern lassen. Erschwerend an ihrem Auftrag ist auch, dass sie Hilfe der Raumflotte, die einige Erfahrung mit Fremdweltlern hat, nicht in Anspruch nehmen darf.
Atlan und Fitzgerald Klem sind auf der Flucht. Die Luft auf Achtrant enthält Schwefeldioxid. Zwar nicht giftig aber sehr lästig für die beiden Männer, deren Schleimhäute dadurch gereizt werden. Auf dem Weg zum Raumhafen, wo sie ein Schiff zu erbeuten hoffen, tarnen sie sich mit Mänteln mit weiten Kapuzen, um von den Gauchen nicht erkannt zu werden. Öffentlich zugängliche Informationssäulen verraten Atlan und seinem Begleiter, wo sie etwas zu essen bekommen. Eine öffentlich ausgestrahlte Sendung zeigt zu ihrer Überraschung zwei Menes, die wohl zu Forschungszwecken von den Gauchen gefangen gehalten werden. Das nächste Ziel steht fest. Die beiden Menes sollen befreit werden. Gesagt, getan. Jas Poulson und Timothy Floyd sind Überlebende des Forschungsschiffes JAMES COOK, das vor zwei Jahren im Trochnurchsystem bei einem Triebwerkstest strandete. Bei der Flucht aus der Einrichtung werden sie jedoch bereits erwartet. Touchad hatte die Sendung über die beiden Menes initiiert, um Atlan und Klem eine Falle zu stellen.
Im Verhör durch Touchad erfährt Atlan Einzelheiten zum Absturz der JAMES COOK auf den elften Planeten des Systems. Eine Station der Gauchen wurde zerstört und viele Wissenschaftler getötet. Auch die Nodhkaris wurden von dem Geschehen überrascht. Es gibt also auch auf Achtrant eine Population dieser Wesen. Touchad holt sich Hilfe bei ihrem Bruder Odkorch. Der Sternenspäher war zumindest schon mal im All und hat einmal das System verlassen. Atlan kommt mit dem Gauchen ins Gespräch. Das Observatorium, in dem Odkorch arbeitet, beherbergt eine neue Technologie der Nodhkaris. Sie wird die Shod-Linse genannt und soll weitentfernte Objekte in Echtzeit anzeigen können. Die Technik dahinter ist sechsdimensional. Atlan erfährt, dass auch die Gauchen vor langer Zeit von einem Spross nach Achtrant gebracht wurden. Mit der Shod-Linse sieht Odkorch die Chance, die Urheimat seines Volkes zu entdecken.
Die drei Menes und Atlan brechen aus ihrem Gefängnis aus und gehen zu Odkorch ins Observatorium. Der Gauche ist von Atlans Wissen tief beeindruckt. Er zeigt ihm die geheime Einrichtung mit der Shod-Linse. Doch auch Atlan kann die fremdartige Apparatur nicht bedienen. Er manipuliert sie aber, so dass drei Nodhkaris erscheinen, um das Gerät zu reparieren. Die drei Fremden zeigen Atlan das Gerät. Es kann Objekte ab 3 km Größe darstellen. Und sie zeigen ihm einen Spross in der 165 Millionen Lichtjahre entfernten Milchstraße. Atlan sieht eine Chance auf Rückkehr in die Heimat.
Touchad wird indessen von ihrem Vorgesetzten zum Bürodienst verdonnert. Sie hatte eigenmächtig den Raumhafen kontaktiert und auf die Geflohenen hingewiesen. Bachroch übernimmt den Fall. Doch kurze Zeit später ändert sich alles. Vhor erscheint auf dem Planeten der Gauchen und in seinem Kielwasser sind wieder die Feladen. Und Vhor fordert Touchad an. Die Gauchin hat auch eine Idee, wie man die Flüchtigen aufspüren kann. Ein Translator der Gauchen, den Atlan auf seiner Flucht mitgenommen hat, kann aufgespürt werden.
Ein befreundeter Mediker von Odkorch verschafft den drei Menes und Atlan Ganzkörpermasken. Als Gauchen getarnt versuchen sie zu entkommen. Dennoch werden sie unterwegs enttarnt, als sie mit echten Gauchen, die ein Fest feiern, aneinandergeraten. Vhor und sein Rudel sind ihnen dicht auf den Fersen. In einem Gebäude stellt Atlan mit den anderen den Verfolgern eine Falle. Es gelingt ihm, Vhor gefangen zu nehmen. Auch dank der Hilfe von Klems Amulett. Als der Gemen im Gerangel mit dem Anhänger in Berührung kommt, wird er bewusstlos. Atlan und seine Begleiter schaffen Vhor in ein Fluggerät, einen Kopter. Damit wollen sie zum Wald der Nodhkaris fliegen.
Touchad hat herausgefunden, dass ihr Bruder den Fremden geholfen hat. Sie könnte ihre Position gegenüber ihrem Vorgesetzten stärken, wenn sie ihn und den Mediker verrät. Aber sie will nicht und ihr Bruder stellt ihr seine Wohnung zur Verfügung, die groß genug ist, für sie und ihre Kinder. Dennoch will sie Atlan und die anderen jagen. Weil es ihre Pflicht ist.
Rezension:
Der vierte Band mit dem Arkonidenhäuptling in Folge und es wird nicht langweilig. Robert Corvus liefert eine atmosphärisch dichte Geschichte ab. Der Extrasinn hat diesmal Pause. Die Innenansichten, mit denen wir dreimal Atlan begleitet haben, kommen hier von anderen Figuren und dies war eine willkommene Abwechslung.
Der Schauplatz der Handlung ist der Planet der Gauchen, den Atlan und Fitz Klem nach Durchgang des Gemeni-Transmitters betreten. Hier bereits greift der Autor zu einer anderen Perspektive, in der er den Durchgang, bzw. das Erscheinen auf Achtrant aus Sicht der Ermittlerin und dazu noch aus einer Aufzeichnung des Geschehens schildert. Erst danach kommen Fitz Klem und Atlan wieder ins Spiel, wobei auch hier der Fokus auf dem Agenten liegt, der die Aktionen seines Begleiters ständig im Blick hat.
Ein wenig vermisste ich eine fremde Atmosphäre. Na ja, die gab es auch mit dem Schwefeldioxid in der Luft aber ich meine doch eine fremdländische Stimmung. Die Gauchen sind reptiloide Wesen. Aber die Probleme, die sie bewegen, sind typisch menschlich und ein wenig zu offensichtlich unserer realen Welt entlehnt.
Und zunächst waren auch die Widrigkeiten, beruflicher und privater Natur, mit der sich die Sekuritantin Touchad auseinandersetzen muss, wenig geeignet, ein exotisches Flair zu vermitteln. Die Schilderungen, beispielsweise der Umstände, als sie von ihrem Vorgesetzten mit der Jagd auf die Eindringlinge betraut wird, ließen trotz Details wie Schuppenbehandlung, Sandbad und ähnlichem ebenfalls keine fremde Ausstrahlung entstehen. Dazu waren die Muster in dem Verhalten der Figuren allzu vertraut.
Der Autor schien erkennbar vom Druck befreit, „auf Teufel komm raus“, etwas Neues, etwas nicht alltägliches, etwas Ungewöhnliches zu schreiben, um die Zivilisation der Gauchen darzustellen. Trotz, oder gerade deswegen entwickelte die Story einen Charme, weil die Gauchen durch die nicht so exotisch geschmückte Backstory greifbarer in ihrer Charakterisierung waren und dafür aber halt auch etwas weniger mysteriös.
Die Shod-Linse stellt eine interessante, und wie ich finde beunruhigende, Technologie dar. Wesen, die Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind, beobachten uns und schauen mit gierigen Blicken auf unseren Planeten, um eine Invasion durchzuführen. Hoppla, da bin ich wohl etwas in 50er-Jahre-SF-Filme abgeglitten.
Spannung mochte nicht aufkommen in Robert Corvus Roman. Aber eine flotte Geschichte, die gut unterhielt, war es dennoch.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 6

Olymp in Aufruhr – von Olaf Brill – Handlung:
Die geheimnisvolle Derin Paca hat Piri Harper und Frank Sulu ins Vergnügungsviertel Sin Sin geführt. Dort werden sie von mehreren Bewaffneten umringt. Derin Paca kann die Situation beruhigen. Sie identifiziert sich gegenüber den Männern und will von ihnen zu einer bestimmten Person geführt werden. Zwei Männer übernehmen diese Aufgabe und führen die drei Widerständler über Umwege zum Yoshiwara, einem bekannten Etablissement. Im inneren des Vergnügungspalastes treffen Paca, Harper und Sulu auf den Mann, der sie unterstützen soll.
Im Kaiserpalast von Olymp ist die Laune des Argyris auf einem Tiefpunkt. Der Handel auf der Freihandelswelt ist durch die Blockade der Tefroder zum Erliegen gekommen. Der Niedergang der Wirtschaft nimmt bedrohliche Ausmaße an. Seine Wut lässt der Kaiser an den Mitarbeitern seines Führungsstabes aus. Was seinem engsten Vertrauten, Talin Buff, sehr gefällt. Denn dadurch ist der Rospaner aus der Schusslinie. Ghenaria Clarres, die Pressesprecherin, hat indes medienwirksames Material zusammengestellt, das die Wiederaufnahme der Warenlieferungen zeigt, die vor allem die ärmeren Randgebiete von Trade City erreichen und den Kaiser in ein gutes Licht stellen. Die Tefroder haben zwar die Warenlieferungen von außerhalb erlaubt, aber die eigenen Schiffe Olymps werden nach wie vor festgehalten und dürfen nicht starten. Auch die Schiffe der wichtigsten Handelspartner dürfen den Planeten nicht verlassen. Beryn Mogaw muss unbedingt die Blockade beenden, bevor die Handelspartner aktiv werden. Es kommt anders. Die Vertreter der großen Handelspartner erscheinen zu einer Audienz. Allerdings kann Mogaw seinen Hals aus der Schlinge ziehen, indem er den Besuchern Lügen auftischt, ihnen neue Verträge und Gewinne verspricht.
Doch nun muss der Kaiser die Tefroder dazu bringen, die Blockade zu beenden. Onara Gholad ist nicht zu sprechen. Stattdessen gerät der Argyris an Falk Anrin, dem stellvertretenden Kommandanten der SHEONA. Der Tefroder lässt den Kaiser wenig diplomatisch abblitzen. Auch der Versuch des Kaisers, mit Vetris-Molaud sprechen zu wollen, scheitert am Widerstand Anrins. Der Tefroder lügt den Kaiser zudem an. Er behauptet, dass ein neuer Botschafter bereits auf dem Weg nach Olymp sei. Beryn Mogaw ist sauer. Wenn die Tefroder nicht bald die Blockade beenden und die Verträge unterzeichnen, können sie den Beitritt zum Tamanium vergessen.
Der Mann, von dem sich Derin Paca Hilfe gegen den Kaiser erhofft, ist den Olympern bekannt. Es ist Ram Nanuku. Der Eigentümer des Yoshiwara ist ein Guru und ein Wirtschaftsunternehmer. Seine Philosophie ist einfach. Der Einzelne soll jeden anderen dem ihm gebührenden Platz im Universum gewähren. Und dabei dennoch die eigenen Interessen im Blick haben. Und die darf man, nötigenfalls mit Nachdruck, durchsetzen. Nanuku soll nach Pacas Ideen die Leitfigur gegen den Kaiser sein. Der so Umworbene lehnt freundlich ab. Natürlich lehnt auch er den Kaiser ab. Und der Beitritt zum Tamanium wäre für ihn geschäftlich eine Katastrophe. Sein Plan ist, jemanden aus dem System zu schmuggeln, um die LFG zu informieren. Doch die anderen sind damit nicht einverstanden. Es sollen die Olymper selbst sein, die die Situation klären sollen. Der Stolz der Olymper verlangt es so. Es bedarf aber Personen, wie Indrè Capablanca und Martynas Deborin, denen die Olymper vertrauen. Der Guru soll die Massen anheizen, bis der Ruf nach dem alten Kaiserpaar immer lauter wird.
An Bord der SHEONA beginnt Falk Anrin damit, die Besatzung auszuspionieren. Er belauscht deren Gespräche und macht sich seine Gedanken. Obwohl er Vertreter von Gholad ist, hat Anrin von den Zusammenhängen keine Ahnung. Er kennt die Bedeutung der Shoziden-Box nicht, er weiß nicht was seine Kommandantin gerade macht, er kennt Ypheris Bogyr nicht und ist ansonsten relativ ahnungslos. Da kommt Onara Gholad zurück. Sie lässt sich unterrichten und will die Dinge beschleunigen. Ein Diplomat des Schiffes soll zum Kaiser gehen und mit diesem den Vertrag Punkt für Punkt durchgehen. Wenn der neue Botschafter eintrifft, der tatsächlich auf dem Weg ist, soll der Vertrag unterschriftsreif sein.
An Bord der SHEONA und auf ganz Olymp empfängt man eine Sendung. Der Guru wendet sich ans Volk. Auf dem Höhepunkt seiner Rede ruft er die Olymper auf, auf die Straße zu gehen, um Onara Gholad zu zeigen, dass die Entscheidung von 1518 NGZ, sich für den Verbleib in der LFG zu entscheiden, nach wie vor Bestand hat. Außerdem kündigt er zusammen mit Piri Harper an, ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Kaiser in die Wege leiten zu wollen.
Onara Gholad beeindruckt das wenig. Sie tätigt einen Funkspruch. Gesprächspartner ist ihr Vater. Demirius Gholad lässt sich unterrichten. Über Dorksteiger, über Rhodan und darüber, dass auch Ypheris Bogyr gefangen wurde. Sobald der Mutaktor in Onaras Händen ist, wird sie den Gefangenen zu ihm bringen. Ihr Vater ist von der Nachricht, Bogyr sei in ihren Händen, elektrisiert. Onara verlangt von ihrem Vater, dass der Tod des Botschafters im Tamanium nicht bekannt werden darf. Sie erläutert nochmal, warum es notwendig war, dass sie Zogef Rabild ermordet hat. Denn damit sollte Ypheris Bogyr aus der Reserve gelockt werden. Und konnte gefangengenommen werden.

 

Rezension:
Der erste Roman der Reihe, der sich weitgehend auf nur einen Schauplatz konzentriert. Mit Olaf Brill steigt der letzte Autor des Sextetts ein. Die Hefte 7 bis 12 werden von den Autoren der ersten sechs Hefte geschrieben werden. Soviel sei verraten.
Auf den Roman von Olaf Brill habe ich mich besonders gefreut. Mir sagt der Humor zu, den der Autor in den Comics der Alligatorfarm in seinen Texten zeigt. Und auch sein erster Roman zu Perry Rhodan in der Mini-Serie Terminus ist mir noch gut in Erinnerung. In „Finale für Arcane 2“ (Heft 8) konnte Olaf Brill schon mal ein Ausrufezeichen setzen. Der Alleingang des Agenten Zitarra war für mich das Highlight des Romans. Als sehr gut gelungen empfand ich die Szene, als Zitarra es endlich in den Magnetzug geschafft hat und Olaf Brill diesen Moment der Ruhe, der Stille, gekonnt vermittelt.
Olaf Brill steigt mit dem sechsten Band an einer Stelle in Olymp ein, in der die Fronten weitgehend abgesteckt sind. An den anderen Schauplätzen tut sich nichts und der Autor konzentriert sich ganz auf Olymp. Der Einstieg in die Geschichte lässt sich mit einem Wort ausdrücken. Klasse!
Aus Sicht von Piri Harper schildert der Autor die Anfangsszenen, als die Aktivisten von Bewaffneten eingekreist werden. Tolle Beschreibungen mit unterschwelligen Humor. Neckisch, aber nicht kindisch oder gar albern. Mein Lieblingssatz: „… Pacas Bewegung war so bedächtig und geschmeidig, dass der Narbengesichtige davon absah, den Finger zu krümmen und die schöne Prinzessin zu Sternenstaub zu zerstrahlen.“
Die Szenen im Anschluss zeigen viel olympisches Lokalorit. Als dann der geheimnisvolle Unterstützer der Aktivisten seinen Auftritt hat, hielt sich die Überraschung bei mir allerdings in Grenzen. Die Figur wurde im Vorgängerroman einmal erwähnt, weil sie in Holo-Werbebotschaften zu sehen war. Dass der Auftritt des Gurus auch sonst bei mir keinen nachhaltigen Eindruck hinterließ, hat verschiedene Gründe. Die Figur der Derin Paca wurde mehr oder weniger beiläufig eingeführt. Von dieser Figur wird nun eine weitere Figur, der Guru, mehr oder weniger beiläufig eingeführt. Das macht wenig Eindruck. Mit Piri Harper und Frank Sulu, den Aktivisten der ersten Stunde, hatten sich die Autoren viel Mühe gemacht und sie aufwändig charakterisiert. Nun wird Derin Paca als geheimnisvolle Prinzessin gezeigt, die, ohne dass dies plausibel erläutert wurde, die Aktivisten Harper und Sulu an die Hand nimmt. Ja, sie hat versprochen, sie in den Palast zu bringen. Aber nun werden diverse Zwischenstationen eingebaut und die beiden einzigen Figuren mit Hintergrund, Harper und Sulu, geraten zu Statisten.
Das Gebaren des Kaisers bringt nichts Neues. Auch hier kann der Autor viele nette Beschreibungen platzieren, ohne dass allerdings ein Funke auf mich, den Leser, überspringt. In den Szenen wird nur ein Status quo verwaltet.
Auch an anderer Stelle geht es nur darum, einen erreichten Stand zu verwalten. Es werden Figuren eingeführt, an Hand derer bereits bekannte Sachverhalte aus nur minimal anderem Blickwinkel betrachtet und beschrieben werden. Der stellvertretende Kommandant des tefrodischen Schiffes beispielsweise. Die Figur war schon nur mäßig interessant, als sie dem Kaiser Paroli bietet. Aber sie verliert durch die etwas ideenlose Handlungen an Bord der SHEONA. Mit Rückkehr von Onara Gholad dient Falk Anrin dann nur noch dazu, darüber den Leser auf einen bestimmten Status quo hinzuweisen.
Nochmal zurück zum Guru. Ein Guru und Wirtschaftsunternehmer? Gut, warum nicht. Einer, der lästigen Konkurrenten entgegentritt, der Expansionsdrang zeigt. Meinetwegen. Eine Philosophie, jedem Lebewesen im Universum den gebührenden Platz zu gewähren und die eigenen Interessen nicht zu vergessen und mit dem nötigen Nachdruck durchzusetzen, ist für mich keine (besondere) Philosophie. Sie ist Alltag.
Letztlich zeigt auch der Guru eine Tendenz zum Statisten. Harper und Sulu werden von der Prinzessin (Tochter von Indrè Capablanca und Martynas Deborin?) aufgegabelt, die gabelt den Guru auf und der macht den Vorschlag mit dem alten Kaiserpaar. Da sind wir wieder bei Band 2. Dort gab es den Vorschlag schon mal. Wie war das doch gleich mit dem Status quo?
Schön, weil längst überfällig, dass Olaf Brill auf die Identität der Olymper eingeht, wie sich das Volk selbst sieht. Welchen Traditionen es folgt, für welche Ideale sie kämpfen. In den ersten Heften war wenig bis gar nichts davon zu lesen, wie sich die Olymper sehen und warum ausgerechnet da die Mini-Serie spielt.
Auch Onara Gholad tritt auf der Stelle. Da nützt es auch nicht, wenn sie mit wehendem Haar und stahlharten Blick durchs Raumschiff tobt. Passiert ist nichts. Doch halt. Ganz am Ende kommt doch noch Bewegung in den Status quo dieser Figur. Sie bringt ihren Vater ins Spiel. Der hat ein Interesse an Ypheris Bogyr, der ein wenig in der Geschichte der letzten Hefte verlorengegangen schien. Und wir wissen nun, dass Onara Gholad den Botschafter höchstpersönlich getötet hat. Das korrespondiert nicht ganz mit dem Verhalten, das die Kommandantin in Innensicht im ersten Heft zeigte. Aber da ging es wohl eher darum, dem Leser dieses Geheimnis nicht zu schnell zu präsentieren.
Wie die anderen Olymp-Hefte zeigt sich auch dieser Roman effektmäßig zurückhaltend. Er hat Atmosphäre aber keinen Zündstoff. Gegenüber seinen Beitrag in Terminus glaube ich zu erkennen, dass Olaf Brill in Sprache und Stil zugelegt hat. Seine Figuren wirken nun lebendiger, auch wenn mir nicht alle Figuren zusagen.