Articles for the Month of Februar 2018

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2948

Sunset City – von Verena Themsen – Handlung:
In Sunset City auf Last Hope leben und arbeiten 60.000 Menschen. Eine von ihnen ist Mar Tulek. Sie ist eine Techno-Mahdi und glaubt daran, dass Technik der Weg zur wirklichen Befreiung der Menschen ist. Mar hat in ihre eigene körperliche Entwicklung eingegriffen. Sie unterdrückt bestimmte Hormone, damit diese ihr nicht in die Quere kommen. Sie träumt davon ihren Körper an die Umwelt des Planeten Last Hope anzupassen. Noch begnügt sie sich rein technischer Mittel, um in der lebensfeindlichen Umgebung ihrem Hobby, dem Dämmerwindsegeln nachzugehen. Sie übertreibt es dabei und stürzt ab. Ein Gleiter taucht überraschend auf und leistet Hilfe. Sie wird an Bord genommen und nach Sunset City geflogen. Mar Tulek benötigt nicht lange, um Adam von Aures zu erkennen, den sie auch unter dem Namen Auream kennt. Auream hat in der Vergangenheit etliche spektakuläre Aktionen durchgeführt. Pain Faaling kennt sie ebenfalls. Die hiesige Gruppe des Techno-Mahdis ist breit aufgestellt. Auch Mars Onkel, Teo Tauren, ist ein Techno-Mahdi. Und er ist der stellvertretende Sicherheitschef von Sunset City. Und Mar lernt nun auch den letzten Besucher kennen. Es ist Perry Rhodan.
Teo Tauren schleust die Gruppe in die Forschungsstation ein. Im Nebenraum eines Hangarbereichs können sich Perry Rhodan und Adam von Aures verstecken. Die beiden lassen sich eine Einweisung in den vier Kilometer hohen und an der Basis 5 Kilometer breiten Forschungskomplex geben. Tauren wartet mit unangenehmen Neuigkeiten auf. Zwar ist man ihnen nicht auf die Spur gekommen, aber Delarosa, die Direktorin von Sunset City und Youko Ortokur, die oxtornische Sicherheitschefin vermuten seit längeren einen Spion an Bord. Der Abschuss des Kugelraumers hat die Situation noch verschärft. Die Oxtornerin ist sicher, dass eine Rettungskapsel auf Last Hope gelandet ist. Die Sicherheitsstufen wurden erhöht. Tauren soll die Labore inspizieren. Adam kommt das entgegen. Dadurch kommt er an Daten. Er verwandelt sich in Teo Tauren und sie tauschen die Plätze. Adam von Aures wird die Inspektionen vornehmen. Er wird von Mar Tulek begleitet.
Ihr Weg führt sie auch in das Labor der Sextadimbiologen Alban Monutariu und Basil Oberg. Die beiden erforschen Biophore. Die beiden Wissenschaftler erläutern, dass sie zunächst daran gearbeitet haben, für eine der Phiolen, in der die Biophore hier eingeliefert wurde, ein vergleichbares Gefäß zu schaffen. Das ist inzwischen gelungen und man kann die Biophore zwischen den Gefäßen umlagern, ohne Gefahr, dass die Biophore entweicht. Nun richtet sich ihr Forschungseifer darauf, die Biophore so anzuregen, dass diese sich teilt. Dadurch hätte man mehr Forschungsobjekte und mehr Vergleichsmöglichkeiten. Adam erhofft sich außerdem, dass die Experimente Klarheit darüber geben, ob die Biophore ein On-Quant darstellt. Nur damit kann Rhodan geholfen werden.
Adam von Aures in Maske von Teo Tauren und seiner Begleiterin Mar Tulek kommen auch in Kontakt zu Dorodena, einem Wissenschaftler, der die Marschiere-Viels untersucht. Der Mann hat sogar Klausen auf dem Rücken einiger Tiere eingerichtet. Adam von Aures erkennt sofort, dass Dorodena der gesuchte Spion ist. Die Tefroder sind seine Auftraggeber. Adam von Aures bringt ihn dazu, einen Kontakt zu Vetris-Molaud und Zeno Kortin zu vereinbaren. Adam muss nur noch Ort und Zeit bestimmen. Im Gegenzug verrät er die Position der Kunstwelt Wanderer.
Perry Rhodan wurde unterdessen in neuer Tarnung im Haus von Teo Tauren untergebracht. Und wird dort von der Sicherheitschefin Youko Ortokur enttarnt. Als Adam und Mar von ihrem Ausflug zurückkommen, werden sie von der Oxtornerin mit vorgehaltener Waffe bereits erwartet.

 

Rezension:
Der Roman von Verena Themsen hat verdammt viele Bilder in meinem Kopf produziert und es fällt mir schwer, diese richtig zu sortieren. Es werden viele Themen angerissen und schlaglichtartig beleuchtet. Ob einige Bilder überhaupt den nächsten Roman überdauern oder nur schmückendes Beiwerk waren, lässt sich leider nicht mit Bestimmtheit sagen. Die Geschichte war nicht sonderlich spannend aber in einigen Beschreibungen sehr anregend.
Die Geschichte spielt mit wechselnden Darstellern und viel Schminke auf einer großen Bühne. Und die Kulissen tauscht die Autorin auch gerne von Szene zu Szene. Wir haben einen tollen Forschungskomplex, in dem 60.000 Menschen forschen. Drei oder vier davon lernen wir näher kennen. Es ist gut zu wissen, dass es neben Sichu Dorksteiger auch noch andere kompetente Wissenschaftler auf den tausenden von Welten der LFG gibt. Die Romane vermitteln hier zu häufig ein falsches Bild. Zwei Sextadimbiologen forschen an einer Biophore. Projekt Genesis. Mit diesem Forschungsgegenstand wird immerhin mal ein Verweis zum Zyklusnamen aufgezeigt.
Und wir lernen ein paar Mitglieder des Techno-Mahdi kennen. Wie bereits in Heft 2869 lanciert, scheint sich keine konkrete Person dahinter zu verbergen, als vielmehr ein Bekenntnis zu etwas, das Mar Tulek in der Geschichte als „Freiheit, ganz man selbst zu sein“ umschreibt. In Sunset City scheint es jede Menge an Anhängern zu geben. Aber sie scheinen keine hirnlosen Sektierer zu sein. Und die Aktionen, die Mar Tulek Adam von Aures zuschreibt, schienen nicht gegen Leib und Leben anderer gerichtet gewesen zu sein. Es waren Botschaften, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Und es scheint so, dass die Person Adam von Aures nicht erst auf dem Merkur erstmalig in Erscheinung getreten ist. Unter dem Namen Auream hat Adam Aktionen bereits vorher durchgeführt. Oder es gab eine andere Person namens Auream, der sich Adam von Aures bediente. Bedienen tut er sich in jedem Fall der Ideen der Techno-Mahdi. Welche Ziele Adam von Aures verfolgt erfahren wir nicht. Im Gegenteil. Die Figur kann inzwischen alles oder nichts sein. Hier mal eben erklärt, dass er der LFG nicht schaden will. Dann mal eben die Position von Wanderer an die Tefroder verraten. Er sucht den Kontakt zu Vetris-Molaud und Zeno Kortin und natürlich will er die Biophore stehlen.
Alles erfahren wir aus der Sicht einer jungen Frau. Mit der jungen Mar Tulek entwirft Verena Themsen die interessanteste Figur des Romans. Und zeigt gleich zu Beginn eine befremdliche Einstellung. Sie verhindert ihre Pubertät und strebt ein umweltangepasstes Leben auf Last Hope an. So verstörend diese Eingriffe zunächst waren, so normal zeigt sich dann Mar im weiteren Verlauf der Geschichte. Die Technojünger scheinen im Übrigen in ihren „Freiheiten“, mit Technik alles erreichen zu wollen durchaus unterschiedlicher Meinung zu sein. Mar demonstriert einen noch unreifen Vertreter der Techno-Mahdi. Sie greift selbst in den Hormonhaushalt ihres Körpers ein, und echauffiert sich zugleich über Kontaktlinsen der Direktorin. In Sunset City jedenfalls scheinen sich die Nerds des Jahres 1551 NGZ wohlzufühlen. Mir fehlt etwas der ethische Blickwinkel in dieser Geschichte. Wie ist die Menschheit, wie ist die LFG aufgestellt? In der Isolation von Sunset City scheint manches möglich. Doch wie steht die Gesellschaft zu diesen Fragen des Jahres 1551 NGZ?
Mar Tulek zeigt im weiteren Verlauf auch Vorbehalte gegenüber Adam. Den kritischen Blick will sie nicht verlieren, sagt sie sich immer wieder vor. Aber auch sie kommt zu keinem eindeutigen Schluss. Sind sie nun Mitspieler von Adam von Aures oder nur seine Figuren?
Insgesamt ein unterhaltsamer Roman. Ich hätte mir aber gewünscht, dass zur Zyklusmitte ein roter Faden, wovon ich ausgehe, dass es einen gibt, etwas stärker fokussiert worden wäre.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2947

Rhodans letzte Hoffnung – von Kai Hirdt – Handlung:
Die SARAH CONSTANT II mit Perry Rhodan aus der Wanderer-Enklave und Adam von Aures ist zum Planeten Sumurdh geflogen. Eigentlich hatte Adam von Aures vor, den 55-jährigen Perry Rhodan an Bord des Sprosses KYLLDIN verjüngen zu lassen. Doch das geht nicht mehr. Das Schiff der Gemeni ist beim Angriff mehrerer Machtblöcke der Milchstraße zerstört worden. Dennoch wollen sich die beiden einzigen Besatzungsmitglieder der SARAH CONSTANT II auf dem Planeten umsehen. Die Arkoniden habe am Krater ein Lager errichtet und es interessiert Adam von Aures, was sie dort treiben.
Mit Hilfe seiner Nanogenten verpasst er dem Schiff eine Tarnkappe und sie können unweit der Arkoniden unbemerkt landen. Über dem Krater, den der Spross in den Planeten Sumurdh gerissen hat, kommt es immer wieder zu höherdimensionalen Energiephänomenen. Enklaven-Perry und Adam tarnen sich als Arkoniden und machen sich auf dem Weg zum Krater. Der Zufall spielt ihnen in die Hände. Ein Schiff de Arkoniden, die KRATAZZ, ist von einer Energieentladung über dem Krater getroffen worden und abgestürzt. Adam und Perry finden drei Leichen. Und nehmen die Identität zweier Verstorbener an. Sie finden die KRATAZZ und geben sich als Suchtrupp vom Lager aus. Gegenüber den Rettungskräften vom Lager hingegen, geben sie sich als Opfer aus. So gelangen sie in die Basis der Arkoniden. Dort gibt es einen zentralen Bereich, der hermetisch abgeriegelt ist. Konnten die Arkoniden etwa Physiotrone bergen, die sie dort untersuchen?
Das Ergebnis ernüchtert sie. Die Arkoniden untersuchen und identifizieren dort die Opfer der Katastrophe. Zahlreiche Arkoniden waren an Bord des Sprosses, als dieser vernichtet wurde. Adam von Aures und Perry Rhodan sind enttäuscht. Da fliegt auch noch ihre Tarnung auf. Auf der Flucht geraten sie in eine der Leuchterscheinungen über dem Krater. Rhodan wird dadurch stark beeinträchtigt. Adam von Aures schleppt seinen Begleiter zur SARAH CONSTANT II und gemeinsam können sie von Sumurdh entkommen.
Als Enklaven-Rhodan sich den Schmutz aus dem Gesicht wäscht, ist Adam von Aures erstaunt. Perry Rhodan ist verjüngt. Er gleicht nun dem Perry Rhodan dieses Universums. Die beiden wollen nun dem Spross YETO folgen und wechseln bei einer Werft die ausgebrannten Hawk-Konverter. Adam stellt tagelange Untersuchungen an Rhodan an. Erste Analysen scheitern. Schließlich nutzt Adam von Aures die Gliedmaßen Homunks, die er sich „überstülpt“. Mit der Hilfe der höherdimensionalen Ausstrahlung der künstlichen Gliedmaßen untersucht er die ÜBSEF-Konstante von Rhodan. Er kann das Phänomen nicht gänzlich klären. Aber er kommt zu einem tragischen Ergebnis. Die Leuchterscheinung über dem Krater löste ein Zeitphänomen aus. Aber da Rhodan nicht aus diesem Universum stammt, wurde auch seine 6-D-Hülle beschädigt. Er läuft nicht synchron zu diesem Universum und wird sterben. Er muss zurück in die Enklave.
Unterwegs dorthin ersinnt Adam von Aures jedoch eine andere Lösung. Seine Kontakte zu Mitgliedern des Techno-Mahdis bescheren ihm Zugriff auf geheime Daten der LFG. Wissenschaftler der Liga erforschen Biophore in der Station Sunset City auf dem Planeten Last Hope. Als Rhodan KOLTOROC besiegte sind in einer Phiole wenige Biophore zurückgeblieben. Enklaven-Rhodan muss mit einer Biophore geimpft werden. Das kann ihn retten.
Die SARAH CONSTANT II wird von den Wachschiffen der LFG zerstört, die das Schiff trotz der Nanogenten-Tarnung entdeckt haben. Nicht jedoch die ebenfalls getarnte Rettungskapsel, die Adam und Perry auf Last Hope bringt. Nach einem längeren Marsch und Kontakt zu einem Marschiere-Viel holt sie ein Gleiter ab. Der Insasse, Pain Faaling, ist ein Anhänger des Techno-Mahdi. Er erkennt Adam von Aures. Und dieser eröffnet seinen Plan. Sie wollen eine Biophore und wenn möglich die Forschungsergebnisse stehlen. Sie holen sich Projekt Genesis.
Rezension:
Autor Kai Hirdt reiht die Geschehnisse, die auf dem Planeten Sumurdh spielen nicht chronologisch aneinander. Er beginnt seine Geschichte auf Sumurdh, als die Tarnung der ungebetenen Gäste Perry Rhodan und Adam von Aures auffliegt. Dann wechselt er in die Vergangenheit und schildert die Geschehnisse, die sich wenige Stunden zuvor ereigneten. Mit temporalen Hüpfern führt er die beiden Zeitstränge zusammen. Bei der obigen Zusammenfassung bin ich stattdessen chronologisch vorgegangen.
Und Kai Hirdt hat sich auch für die Erzählsituation etwas einfallen lassen. Alle Ereignisse werden aus der Sicht des Enklaven-Rhodans beschrieben. Ich erinnere mich nicht, wann zuletzt ein ganzer Roman in der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Kai Hirdt bedient sich durchgehend dieser Erzählperspektive.
Diese Erzählweise passte sehr gut zu diesem Roman und drückt ihr seinen Stempel auf. Oder sollte ich sagen, der Roman wird erst zu etwas durch diese Erzählperspektive? Denn der Geschichte mangelte es aus meiner Sicht etwas an Substanz. Da sind also Perry Rhodan, jener aus der kleinen Spielwelt der Superintelligenz ES und der Adaurest unterwegs, um Rhodan verjüngen zu lassen. Adam von Aures gibt vor, die Menschheit mit „diesem“ Rhodan unterstützen zu wollen. Dazu schrieb ich schon in einer meiner Rezensionen, dass Adam von Aures von falschen Voraussetzungen ausgeht. Er wirft ES vor, den Rhodan dieses Universums zu manipulieren. Dass der Rhodan aus der Enklave im Grunde nur ein Spielzeug aus einem parallelen Universum ist und damit mindestens ebenso manipuliert sein könnte, ignoriert er.
Egal, der 55-jährige aus der Enklave muss jünger werden. Spross KYLLDIN soll das richten. Wir entsinnen uns. Die Lebensuhr eines jeden kann in einem Physiotron des Sprosses um 62 Jahre oder 124 Jahre zurückgestellt werden. Das würde für Enklaven-Rhodan nicht passen. Aber der Spross ist eh zerstört. Nun wird Rhodan mit einem Zeitphänomen konfrontiert, das ihn exakt die Verjüngung beschert, die Adam von Aures sich wünschte.
Hier komme ich wieder zur Erzählperspektive zurück. Ohne die Ich-Form hätte mich dieses Geschehen wohl kaum beeindrucken können. Doch mit der Ich-Perspektive schafft Kai Hirdt eine geeignete Form, um einige Klimmzüge, die die Handlung nimmt, abzuschwächen und gleichzeitig die Person des Rhodan interessant und natürlich erscheinen zu lassen. Der Rhodan aus der Enklave macht sich viele Gedanken. Zu seiner Welt, zu dieser Welt, zu seiner Familie usw. Das bringt Kitt in die Geschichte, die sonst wohl auseinandergefallen wäre.
Das letzte Wort des Romans ist dann der eigentliche Höhepunkt. Mit dem Wort „Genesis“ wird erstmals der Zyklusname erwähnt. Diese Vorgabe des Exposés, den Namen des Zyklus an exponierter Stelle zu platzieren, erfüllt Kai Hirdt vorbildlich. Der Schlussgong rettet die Geschichte. Und der Schreibstil, der dem Roman Leben einhaucht. Wenn jetzt die Biophore das Gleiche tut, kann nichts mehr schiefgehen. Oder?

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 3

Im Auftrag des Kaisers – von Madeleine Puljic – Handlung:
Perry Rhodan kommt wieder zu Bewusstsein. Sein Einsatzanzug ist weg, er trägt eine einfache Kombination mit der angestrickten Nummer 1233. Sein Gefängnis ist kahl und lässt kaum Rückschlüsse auf seinen Aufenthaltsort zu. Kaum hat sich Rhodan etwas erholt, spürt er einen Einstich am Hals und wird wieder bewusstlos. Als er erneut zu sich kommt, sieht er sich einer Befragung ausgesetzt. Er kann die Personen, die ihn verhören, nicht erkennen. Und die Fragen zum Botschafter, zur Box und für wen er arbeitet, kann Rhodan nicht beantworten. Er wird in seine Zelle geschafft und erneut bewusstlos. Als er wieder zu sich kommt, plagen ihn Durst und Hunger. Die Drogen, die Rhodan verabreicht wurden, werden auch vom Zellaktivator nur langsam abgebaut. Dann tut sich Überraschendes. Ein weiterer Mann wird zu ihm in die Zelle geschickt. Es ist Ypheris Bogyr.
Auf Olymp ist Kaiser Beryn Mogaw von den Demonstrationen, die sich immer stärker gegen seine Person richten, genervt. Er lässt die Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten vorgehen und die Proteste auflösen. Unter den Protestierenden in den Randbezirken hat sich auch die Mediantin Piri Harper gemischt. Aufgrund der Schäden an ihrer Individualpositronik, die sie bei der ersten Demonstration davongetragen hat, kann sie ihre Berichte und Aufnahmen nicht mehr live senden. Sie zeichnet jedoch alles auf, was sie sieht. Und in den Randbezirken von Trade City ist die Versorgung zusammengebrochen. Selbst die Grundversorgung mit Lebensmitteln läuft nicht mehr. Die Geschäfte sind geschlossen und die Menschen verzweifelt. Harpers nächstes Ziel ist eine der Produktionsstätten im Industriegebiet. Sie schleicht sich in eine der Hallen und sieht Unglaubliches. Die Lager sind voll von Waren, die jedoch nicht ausgeliefert werden. Die Maschinen in der Produktion darüber laufen im Leerlauf. Das Material, das sie verarbeiten sollen, vergammelt. Bei einer weiteren Demonstration versucht die Sprecherin des Palastes, die Menge zu beruhigen. Harper reicht es. Mit Frank Sulus Hilfe lädt sie ihre Beweise in die öffentlichen Netze.
Der Argyris muss sich nun auch mit seinen Handelspartnern auseinandersetzen. Die Blockade der Tefroder kommt ihm und Olymp immer teurer zu stehen. Er fordert Onara Gholad auf der SHEONA dazu auf, die Schiffe abzuziehen. Er hat das Verbrechen an dem Botschafter nicht begangen. Die Tefroderin fordert im Gegenzug den Kaiser auf, ihr den Mörder auszuliefern. Ypheris Bogyr. Und der Kaiser soll ihr die Shoziden-Box übergeben. Mogaw hat keine Ahnung, wie er das bewerkstelligen soll. Doch der Rospaner in seinen Diensten, Talin Buff, weiß Rat. Eine Welt des Olymp-Komplexes in der Nähe von Shoraz wird angewiesen, ein Schiff zur Museumswelt zu schicken, dort den Spion und die ominöse Box zu holen und nach Olymp zu bringen.
Derweil plant auch Sichu Dorksteiger den Rückweg nach Shoraz. Sie will Perry Rhodan suchen. Während Gucky als Eingreifreserve auf der ETSI bleibt, fliegt die Ator mit dem Shift zur Museumswelt. Dja Dibaba, Karim Balthasar und Milena Jovanotti, eine Funk- und Ortungsspezialistin, unterstützen sie. Problemlos können sie den Blockadering unbemerkt durchfliegen. Auf Shoraz erkunden Dorksteiger und Dibaba die Ausgrabungsstätte. Überall lungern tefrodische Soldaten herum. Da die Ator zum Forschungsteam gehörte, fällt sie zunächst nicht weiter auf. Als sie dann doch mit Tefrodern aneinandergerät, tauchen plötzlich Olymper auf, die die Tefroder entwaffnen und mitnehmen. Mit Sonden sucht Sichu nach ihren Mann. Umsonst. Rhodan scheint nicht mehr auf Shoraz zu sein.
Der Unsterbliche ist inzwischen in seiner Zelle mit dem vermeintlichen TLD-Agenten Ypheris Bogyr konfrontiert. Die Situation ist unklar. Ist Ypheris Bogyr Gefangener? Gehört er zu den Tefrodern und soll Rhodan nur vorgaukeln, ein Gefangener zu sein? Oder gehört Ypheris Bogyr einer anderen Fraktion an? Nach einigem Hin- und Her verrät Rhodan seine Identität und erntet nur ein Lachen. TLD-Agent scheint Ypheris Bogyr jedenfalls nicht zu sein. Sonst müsste er Rhodan kennen.
Auf Olymp glaubt Beryn Mogaw nun etwas gegen Onara Gholad in der Hand zu haben. Die Tefroder, die seine Leute auf Shoraz gefangen nahmen, sind nach Olymp gebracht worden. Die Kommandantin der SHEONA zeigt sich unbeeindruckt, als er ihr diese Nachricht bei einem Abendessen serviert. Sie will die Soldaten nicht und würde sie sowieso exekutieren lassen, weil sie versagt haben. Zurück auf ihrem Schiff lässt sich Onara Gholad über Funk informieren. Sie weiß, welche prominente Geisel sie in ihrer Hand hat. Perry Rhodan.
Auf Olymp eskaliert die Situation weiter. Die Beweise, die Harper gesendet hat, lockt wieder unzählige Protestierende auf die Straßen. Dort sind mittlerweile auch tefrodische Soldaten im Einsatz. Und die gehen mit Gewalt gegen Olymper vor. Mogaw gerät immer mehr unter Druck. Seine Pressesprecherin greift ihn nun ebenfalls an. Immerhin beeindrucken den Kaiser die Bilder von den jüngsten Demonstrationen. Während die Pressesprecherin die Versorgung der Bevölkerung als wichtigstes Ziel sieht, will er sich um die Tefroder kümmern.
In seiner Zelle wird Rhodan aus Ypheris Bogyr nicht schlau. Da öffnet sich die Tür ein weiteres Mal. Eine Frau, die ebenfalls eine Gefängniskombination trägt, Nummer 107, betritt den Raum. Sie begrüßt Rhodan als Frischfleisch.

 

Rezension:
Die beiden ersten Bände haben gezeigt, dass sich Olymp eher an Neuleser richtet. Sie sollen mit der Mini-Serie ins Perry Rhodan-Universum einsteigen können. In der EA erscheint diese Woche Heft 2947. Diese Zahl flößt Respekt ein. Und neben der schier unglaublich hohen Nummer ist es auch die Komplexität, die einem potentiellen Neuleser zu schaffen macht. Olymp ist da einfacher gestrickt. Und das ist nicht alleine dem Umstand geschuldet, dass für die Geschichte nur 12 Romane zur Verfügung stehen. Den Autoren ist es gelegen, die Leser nicht zu überfordern. Jeder Roman enthält einen Rückblick. Die Anteile am „Was bisher geschah“ sind umfangreich und werden deutlich gesetzt. Und der Leser wird aus dem Hier und Heute abgeholt. Die Handlungen stellen allseits bekannte Elemente in den Vordergrund. Demonstrationen auf Olymp, Ladengeschäfte, die Versorgung mit Lebensmitteln, eine Produktionsstätte, eine archäologische Ausgrabungsstätte, etc.
Dazu kommen weitere bekannte, nachvollziehbare Elemente. Der Unmut gegen „die da oben“, der Einsatz von Wasserwerfern bei der Demo, die Schilderungen krasser Gegensätze, wie sich eben der „einfache“ Bürger vorstellt, wie die Reichen leben. In Saus und Braus. Der Abenteureranteil der Geschichte wird auf Shoraz bedient. Und auch der zeichnet sich durch Einfachheit aus. Ein altes Volk, seit Millionen Jahren verschwunden oder ausgestorben, hat Artefakte gehortet. An einem davon, der Shoziden-Box, sind verschiedene Parteien interessiert.
Der dritte Band der Mini-Serie, verfasst von Madeleine Puljic, bewegt sich in dem gleichen Fahrwasser, wie die ersten beiden Bände. Wir erleben Olymp aus zwei Blickwinkeln. Dem des Kaisers, und dem der Mediantin Piri Harper. Dann ist da noch Perry Rhodan. Und die dritte Handlungsebene wird von Sichu Dorksteiger besetzt.
Für die Autorin Madeleine Puljic ist es der erste Roman, der im klassischen Perryversum angesiedelt ist. Sie schreibt bisher für NEO. Das Umfeld in diesem dritten Band kommt ihr sicherlich entgegen. Es gibt nur minimalistischen Technikeinsatz in dieser Geschichte. Sie muss die ETSI nicht beschreiben, nicht den Shift, nicht die tefrodischen Schiffe, nicht irgendwelche Gerätschaften etc. Ein paar Drohnen auf Olymp, ein Transmitterdurchgang, eine Handvoll Sonden, die nach Perry suchen. Das wars.
Die Autorin setzt die Schwerpunkte auf dem Figurenhandeln. Und lässt ihre Protagonisten, allen voran Perry Rhodan, sich viele Gedanken machen. Aber fast alle Figuren sind Opfer der Umstände und können daher eines nicht tun. Nämlich den bislang aufgeworfenen Geheimnissen aktiv auf dem Grund gehen. Es gibt also keine neuen Erkenntnisse zu den Shoziden, zur Box, zu Ypheris Bogyr, zu den Motiven der Tefroder usw.
Das fällt zunächst aber gar nicht so auf. Die Autorin hat die Geschichte im Griff. Sie bewegt sich in dem Terrain der klassischen Serie, als würde sie seit Jahren dafür schreiben. Die Figuren machen die Geschichte lebendig. Tatsächlich sind ihre Figuren sehr plastisch. Und ich bin beeindruckt, wie sie insbesondere Perry Rhodan dargestellt hat. Erst nach der Hälfte des Romans und zusehends dem Ende zu, vermisste ich dann doch das Corpus Delicti. Ein bisschen mehr über die Box zu erfahren, hätte die Geschichte angereichert.
Wie gesagt, punktet Madeleine Puljic mit den Figuren. Da ist der tonnenförmige Kerl mit Armen, die aussehen, als hätte er seine Fitnessgewichte nicht gestemmt, sondern einfach unter die Haut geschoben. Da ist Piri Harper, die den Dingen auf Olymp auf den Grund geht. Auch der Kaiser bekommt ein bisschen mehr Format. Aber nicht sehr viel mehr. Er ist weiterhin eine Figur, die aus den Umständen, wie sie in der EA im letzten Zyklus beschrieben wurden, unmöglich in diese Position hätte gelangen dürfen. Aber hier schlägt wieder die auf „Einfachheit“ angelegte Serie den komplexen Bruder. Die Frage muss gestattet sein. Wo waren die Frank Sulus, die Piri Harpers in den vergangenen 28 Jahren? Das ist nur einer der Gründe, warum mir das Szenario mit dem aktuellen Argyris nicht gefällt.
Der bisher eher einfältige, allenfalls mit Bauernschläue brillierende Talin Buff zeigt nun ein Wissen und eine Finesse, die man ihm nicht zugetraut hat. Mal sehen, was der Rospaner sonst noch so kann.
Bei der Figur Perry Rhodan stand die Autorin vor der Herausforderung, den Unsterblichen bar jeder Ausrüstung und abgeschnitten von jeder Hilfe in Gefangenschaft zu beschreiben. Das hätte schnell langatmig werden können. Tat es jedoch nicht. Madeleine Puljic fand immer wieder Ansätze, der Handlungsebene Rhodan trotz minimalistischer Aktionen Leben einzuhauchen. Die Situation ist nicht unbekannt. Perry Rhodan ist nicht das erste Mal in Gefangenschaft, wird nicht das erste Mal gequält. Aber die Autorin schafft es, diesem eigentlich bekannten Szenario Originalität zu verpassen.
Mein Fazit: Effektmäßig bietet die Geschichte zu wenig. Der Roman hat mehr Stil als Substanz. Aber dieser Stil, dieser Schreibstil, überzeugt. Die Geschichte war gut zu lesen.