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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2948

Sunset City – von Verena Themsen – Handlung:
In Sunset City auf Last Hope leben und arbeiten 60.000 Menschen. Eine von ihnen ist Mar Tulek. Sie ist eine Techno-Mahdi und glaubt daran, dass Technik der Weg zur wirklichen Befreiung der Menschen ist. Mar hat in ihre eigene körperliche Entwicklung eingegriffen. Sie unterdrückt bestimmte Hormone, damit diese ihr nicht in die Quere kommen. Sie träumt davon ihren Körper an die Umwelt des Planeten Last Hope anzupassen. Noch begnügt sie sich rein technischer Mittel, um in der lebensfeindlichen Umgebung ihrem Hobby, dem Dämmerwindsegeln nachzugehen. Sie übertreibt es dabei und stürzt ab. Ein Gleiter taucht überraschend auf und leistet Hilfe. Sie wird an Bord genommen und nach Sunset City geflogen. Mar Tulek benötigt nicht lange, um Adam von Aures zu erkennen, den sie auch unter dem Namen Auream kennt. Auream hat in der Vergangenheit etliche spektakuläre Aktionen durchgeführt. Pain Faaling kennt sie ebenfalls. Die hiesige Gruppe des Techno-Mahdis ist breit aufgestellt. Auch Mars Onkel, Teo Tauren, ist ein Techno-Mahdi. Und er ist der stellvertretende Sicherheitschef von Sunset City. Und Mar lernt nun auch den letzten Besucher kennen. Es ist Perry Rhodan.
Teo Tauren schleust die Gruppe in die Forschungsstation ein. Im Nebenraum eines Hangarbereichs können sich Perry Rhodan und Adam von Aures verstecken. Die beiden lassen sich eine Einweisung in den vier Kilometer hohen und an der Basis 5 Kilometer breiten Forschungskomplex geben. Tauren wartet mit unangenehmen Neuigkeiten auf. Zwar ist man ihnen nicht auf die Spur gekommen, aber Delarosa, die Direktorin von Sunset City und Youko Ortokur, die oxtornische Sicherheitschefin vermuten seit längeren einen Spion an Bord. Der Abschuss des Kugelraumers hat die Situation noch verschärft. Die Oxtornerin ist sicher, dass eine Rettungskapsel auf Last Hope gelandet ist. Die Sicherheitsstufen wurden erhöht. Tauren soll die Labore inspizieren. Adam kommt das entgegen. Dadurch kommt er an Daten. Er verwandelt sich in Teo Tauren und sie tauschen die Plätze. Adam von Aures wird die Inspektionen vornehmen. Er wird von Mar Tulek begleitet.
Ihr Weg führt sie auch in das Labor der Sextadimbiologen Alban Monutariu und Basil Oberg. Die beiden erforschen Biophore. Die beiden Wissenschaftler erläutern, dass sie zunächst daran gearbeitet haben, für eine der Phiolen, in der die Biophore hier eingeliefert wurde, ein vergleichbares Gefäß zu schaffen. Das ist inzwischen gelungen und man kann die Biophore zwischen den Gefäßen umlagern, ohne Gefahr, dass die Biophore entweicht. Nun richtet sich ihr Forschungseifer darauf, die Biophore so anzuregen, dass diese sich teilt. Dadurch hätte man mehr Forschungsobjekte und mehr Vergleichsmöglichkeiten. Adam erhofft sich außerdem, dass die Experimente Klarheit darüber geben, ob die Biophore ein On-Quant darstellt. Nur damit kann Rhodan geholfen werden.
Adam von Aures in Maske von Teo Tauren und seiner Begleiterin Mar Tulek kommen auch in Kontakt zu Dorodena, einem Wissenschaftler, der die Marschiere-Viels untersucht. Der Mann hat sogar Klausen auf dem Rücken einiger Tiere eingerichtet. Adam von Aures erkennt sofort, dass Dorodena der gesuchte Spion ist. Die Tefroder sind seine Auftraggeber. Adam von Aures bringt ihn dazu, einen Kontakt zu Vetris-Molaud und Zeno Kortin zu vereinbaren. Adam muss nur noch Ort und Zeit bestimmen. Im Gegenzug verrät er die Position der Kunstwelt Wanderer.
Perry Rhodan wurde unterdessen in neuer Tarnung im Haus von Teo Tauren untergebracht. Und wird dort von der Sicherheitschefin Youko Ortokur enttarnt. Als Adam und Mar von ihrem Ausflug zurückkommen, werden sie von der Oxtornerin mit vorgehaltener Waffe bereits erwartet.

 

Rezension:
Der Roman von Verena Themsen hat verdammt viele Bilder in meinem Kopf produziert und es fällt mir schwer, diese richtig zu sortieren. Es werden viele Themen angerissen und schlaglichtartig beleuchtet. Ob einige Bilder überhaupt den nächsten Roman überdauern oder nur schmückendes Beiwerk waren, lässt sich leider nicht mit Bestimmtheit sagen. Die Geschichte war nicht sonderlich spannend aber in einigen Beschreibungen sehr anregend.
Die Geschichte spielt mit wechselnden Darstellern und viel Schminke auf einer großen Bühne. Und die Kulissen tauscht die Autorin auch gerne von Szene zu Szene. Wir haben einen tollen Forschungskomplex, in dem 60.000 Menschen forschen. Drei oder vier davon lernen wir näher kennen. Es ist gut zu wissen, dass es neben Sichu Dorksteiger auch noch andere kompetente Wissenschaftler auf den tausenden von Welten der LFG gibt. Die Romane vermitteln hier zu häufig ein falsches Bild. Zwei Sextadimbiologen forschen an einer Biophore. Projekt Genesis. Mit diesem Forschungsgegenstand wird immerhin mal ein Verweis zum Zyklusnamen aufgezeigt.
Und wir lernen ein paar Mitglieder des Techno-Mahdi kennen. Wie bereits in Heft 2869 lanciert, scheint sich keine konkrete Person dahinter zu verbergen, als vielmehr ein Bekenntnis zu etwas, das Mar Tulek in der Geschichte als „Freiheit, ganz man selbst zu sein“ umschreibt. In Sunset City scheint es jede Menge an Anhängern zu geben. Aber sie scheinen keine hirnlosen Sektierer zu sein. Und die Aktionen, die Mar Tulek Adam von Aures zuschreibt, schienen nicht gegen Leib und Leben anderer gerichtet gewesen zu sein. Es waren Botschaften, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Und es scheint so, dass die Person Adam von Aures nicht erst auf dem Merkur erstmalig in Erscheinung getreten ist. Unter dem Namen Auream hat Adam Aktionen bereits vorher durchgeführt. Oder es gab eine andere Person namens Auream, der sich Adam von Aures bediente. Bedienen tut er sich in jedem Fall der Ideen der Techno-Mahdi. Welche Ziele Adam von Aures verfolgt erfahren wir nicht. Im Gegenteil. Die Figur kann inzwischen alles oder nichts sein. Hier mal eben erklärt, dass er der LFG nicht schaden will. Dann mal eben die Position von Wanderer an die Tefroder verraten. Er sucht den Kontakt zu Vetris-Molaud und Zeno Kortin und natürlich will er die Biophore stehlen.
Alles erfahren wir aus der Sicht einer jungen Frau. Mit der jungen Mar Tulek entwirft Verena Themsen die interessanteste Figur des Romans. Und zeigt gleich zu Beginn eine befremdliche Einstellung. Sie verhindert ihre Pubertät und strebt ein umweltangepasstes Leben auf Last Hope an. So verstörend diese Eingriffe zunächst waren, so normal zeigt sich dann Mar im weiteren Verlauf der Geschichte. Die Technojünger scheinen im Übrigen in ihren „Freiheiten“, mit Technik alles erreichen zu wollen durchaus unterschiedlicher Meinung zu sein. Mar demonstriert einen noch unreifen Vertreter der Techno-Mahdi. Sie greift selbst in den Hormonhaushalt ihres Körpers ein, und echauffiert sich zugleich über Kontaktlinsen der Direktorin. In Sunset City jedenfalls scheinen sich die Nerds des Jahres 1551 NGZ wohlzufühlen. Mir fehlt etwas der ethische Blickwinkel in dieser Geschichte. Wie ist die Menschheit, wie ist die LFG aufgestellt? In der Isolation von Sunset City scheint manches möglich. Doch wie steht die Gesellschaft zu diesen Fragen des Jahres 1551 NGZ?
Mar Tulek zeigt im weiteren Verlauf auch Vorbehalte gegenüber Adam. Den kritischen Blick will sie nicht verlieren, sagt sie sich immer wieder vor. Aber auch sie kommt zu keinem eindeutigen Schluss. Sind sie nun Mitspieler von Adam von Aures oder nur seine Figuren?
Insgesamt ein unterhaltsamer Roman. Ich hätte mir aber gewünscht, dass zur Zyklusmitte ein roter Faden, wovon ich ausgehe, dass es einen gibt, etwas stärker fokussiert worden wäre.