Articles for the Month of Februar 2018

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2947

Rhodans letzte Hoffnung – von Kai Hirdt – Handlung:
Die SARAH CONSTANT II mit Perry Rhodan aus der Wanderer-Enklave und Adam von Aures ist zum Planeten Sumurdh geflogen. Eigentlich hatte Adam von Aures vor, den 55-jährigen Perry Rhodan an Bord des Sprosses KYLLDIN verjüngen zu lassen. Doch das geht nicht mehr. Das Schiff der Gemeni ist beim Angriff mehrerer Machtblöcke der Milchstraße zerstört worden. Dennoch wollen sich die beiden einzigen Besatzungsmitglieder der SARAH CONSTANT II auf dem Planeten umsehen. Die Arkoniden habe am Krater ein Lager errichtet und es interessiert Adam von Aures, was sie dort treiben.
Mit Hilfe seiner Nanogenten verpasst er dem Schiff eine Tarnkappe und sie können unweit der Arkoniden unbemerkt landen. Über dem Krater, den der Spross in den Planeten Sumurdh gerissen hat, kommt es immer wieder zu höherdimensionalen Energiephänomenen. Enklaven-Perry und Adam tarnen sich als Arkoniden und machen sich auf dem Weg zum Krater. Der Zufall spielt ihnen in die Hände. Ein Schiff de Arkoniden, die KRATAZZ, ist von einer Energieentladung über dem Krater getroffen worden und abgestürzt. Adam und Perry finden drei Leichen. Und nehmen die Identität zweier Verstorbener an. Sie finden die KRATAZZ und geben sich als Suchtrupp vom Lager aus. Gegenüber den Rettungskräften vom Lager hingegen, geben sie sich als Opfer aus. So gelangen sie in die Basis der Arkoniden. Dort gibt es einen zentralen Bereich, der hermetisch abgeriegelt ist. Konnten die Arkoniden etwa Physiotrone bergen, die sie dort untersuchen?
Das Ergebnis ernüchtert sie. Die Arkoniden untersuchen und identifizieren dort die Opfer der Katastrophe. Zahlreiche Arkoniden waren an Bord des Sprosses, als dieser vernichtet wurde. Adam von Aures und Perry Rhodan sind enttäuscht. Da fliegt auch noch ihre Tarnung auf. Auf der Flucht geraten sie in eine der Leuchterscheinungen über dem Krater. Rhodan wird dadurch stark beeinträchtigt. Adam von Aures schleppt seinen Begleiter zur SARAH CONSTANT II und gemeinsam können sie von Sumurdh entkommen.
Als Enklaven-Rhodan sich den Schmutz aus dem Gesicht wäscht, ist Adam von Aures erstaunt. Perry Rhodan ist verjüngt. Er gleicht nun dem Perry Rhodan dieses Universums. Die beiden wollen nun dem Spross YETO folgen und wechseln bei einer Werft die ausgebrannten Hawk-Konverter. Adam stellt tagelange Untersuchungen an Rhodan an. Erste Analysen scheitern. Schließlich nutzt Adam von Aures die Gliedmaßen Homunks, die er sich „überstülpt“. Mit der Hilfe der höherdimensionalen Ausstrahlung der künstlichen Gliedmaßen untersucht er die ÜBSEF-Konstante von Rhodan. Er kann das Phänomen nicht gänzlich klären. Aber er kommt zu einem tragischen Ergebnis. Die Leuchterscheinung über dem Krater löste ein Zeitphänomen aus. Aber da Rhodan nicht aus diesem Universum stammt, wurde auch seine 6-D-Hülle beschädigt. Er läuft nicht synchron zu diesem Universum und wird sterben. Er muss zurück in die Enklave.
Unterwegs dorthin ersinnt Adam von Aures jedoch eine andere Lösung. Seine Kontakte zu Mitgliedern des Techno-Mahdis bescheren ihm Zugriff auf geheime Daten der LFG. Wissenschaftler der Liga erforschen Biophore in der Station Sunset City auf dem Planeten Last Hope. Als Rhodan KOLTOROC besiegte sind in einer Phiole wenige Biophore zurückgeblieben. Enklaven-Rhodan muss mit einer Biophore geimpft werden. Das kann ihn retten.
Die SARAH CONSTANT II wird von den Wachschiffen der LFG zerstört, die das Schiff trotz der Nanogenten-Tarnung entdeckt haben. Nicht jedoch die ebenfalls getarnte Rettungskapsel, die Adam und Perry auf Last Hope bringt. Nach einem längeren Marsch und Kontakt zu einem Marschiere-Viel holt sie ein Gleiter ab. Der Insasse, Pain Faaling, ist ein Anhänger des Techno-Mahdi. Er erkennt Adam von Aures. Und dieser eröffnet seinen Plan. Sie wollen eine Biophore und wenn möglich die Forschungsergebnisse stehlen. Sie holen sich Projekt Genesis.
Rezension:
Autor Kai Hirdt reiht die Geschehnisse, die auf dem Planeten Sumurdh spielen nicht chronologisch aneinander. Er beginnt seine Geschichte auf Sumurdh, als die Tarnung der ungebetenen Gäste Perry Rhodan und Adam von Aures auffliegt. Dann wechselt er in die Vergangenheit und schildert die Geschehnisse, die sich wenige Stunden zuvor ereigneten. Mit temporalen Hüpfern führt er die beiden Zeitstränge zusammen. Bei der obigen Zusammenfassung bin ich stattdessen chronologisch vorgegangen.
Und Kai Hirdt hat sich auch für die Erzählsituation etwas einfallen lassen. Alle Ereignisse werden aus der Sicht des Enklaven-Rhodans beschrieben. Ich erinnere mich nicht, wann zuletzt ein ganzer Roman in der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Kai Hirdt bedient sich durchgehend dieser Erzählperspektive.
Diese Erzählweise passte sehr gut zu diesem Roman und drückt ihr seinen Stempel auf. Oder sollte ich sagen, der Roman wird erst zu etwas durch diese Erzählperspektive? Denn der Geschichte mangelte es aus meiner Sicht etwas an Substanz. Da sind also Perry Rhodan, jener aus der kleinen Spielwelt der Superintelligenz ES und der Adaurest unterwegs, um Rhodan verjüngen zu lassen. Adam von Aures gibt vor, die Menschheit mit „diesem“ Rhodan unterstützen zu wollen. Dazu schrieb ich schon in einer meiner Rezensionen, dass Adam von Aures von falschen Voraussetzungen ausgeht. Er wirft ES vor, den Rhodan dieses Universums zu manipulieren. Dass der Rhodan aus der Enklave im Grunde nur ein Spielzeug aus einem parallelen Universum ist und damit mindestens ebenso manipuliert sein könnte, ignoriert er.
Egal, der 55-jährige aus der Enklave muss jünger werden. Spross KYLLDIN soll das richten. Wir entsinnen uns. Die Lebensuhr eines jeden kann in einem Physiotron des Sprosses um 62 Jahre oder 124 Jahre zurückgestellt werden. Das würde für Enklaven-Rhodan nicht passen. Aber der Spross ist eh zerstört. Nun wird Rhodan mit einem Zeitphänomen konfrontiert, das ihn exakt die Verjüngung beschert, die Adam von Aures sich wünschte.
Hier komme ich wieder zur Erzählperspektive zurück. Ohne die Ich-Form hätte mich dieses Geschehen wohl kaum beeindrucken können. Doch mit der Ich-Perspektive schafft Kai Hirdt eine geeignete Form, um einige Klimmzüge, die die Handlung nimmt, abzuschwächen und gleichzeitig die Person des Rhodan interessant und natürlich erscheinen zu lassen. Der Rhodan aus der Enklave macht sich viele Gedanken. Zu seiner Welt, zu dieser Welt, zu seiner Familie usw. Das bringt Kitt in die Geschichte, die sonst wohl auseinandergefallen wäre.
Das letzte Wort des Romans ist dann der eigentliche Höhepunkt. Mit dem Wort „Genesis“ wird erstmals der Zyklusname erwähnt. Diese Vorgabe des Exposés, den Namen des Zyklus an exponierter Stelle zu platzieren, erfüllt Kai Hirdt vorbildlich. Der Schlussgong rettet die Geschichte. Und der Schreibstil, der dem Roman Leben einhaucht. Wenn jetzt die Biophore das Gleiche tut, kann nichts mehr schiefgehen. Oder?

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 3

Im Auftrag des Kaisers – von Madeleine Puljic – Handlung:
Perry Rhodan kommt wieder zu Bewusstsein. Sein Einsatzanzug ist weg, er trägt eine einfache Kombination mit der angestrickten Nummer 1233. Sein Gefängnis ist kahl und lässt kaum Rückschlüsse auf seinen Aufenthaltsort zu. Kaum hat sich Rhodan etwas erholt, spürt er einen Einstich am Hals und wird wieder bewusstlos. Als er erneut zu sich kommt, sieht er sich einer Befragung ausgesetzt. Er kann die Personen, die ihn verhören, nicht erkennen. Und die Fragen zum Botschafter, zur Box und für wen er arbeitet, kann Rhodan nicht beantworten. Er wird in seine Zelle geschafft und erneut bewusstlos. Als er wieder zu sich kommt, plagen ihn Durst und Hunger. Die Drogen, die Rhodan verabreicht wurden, werden auch vom Zellaktivator nur langsam abgebaut. Dann tut sich Überraschendes. Ein weiterer Mann wird zu ihm in die Zelle geschickt. Es ist Ypheris Bogyr.
Auf Olymp ist Kaiser Beryn Mogaw von den Demonstrationen, die sich immer stärker gegen seine Person richten, genervt. Er lässt die Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten vorgehen und die Proteste auflösen. Unter den Protestierenden in den Randbezirken hat sich auch die Mediantin Piri Harper gemischt. Aufgrund der Schäden an ihrer Individualpositronik, die sie bei der ersten Demonstration davongetragen hat, kann sie ihre Berichte und Aufnahmen nicht mehr live senden. Sie zeichnet jedoch alles auf, was sie sieht. Und in den Randbezirken von Trade City ist die Versorgung zusammengebrochen. Selbst die Grundversorgung mit Lebensmitteln läuft nicht mehr. Die Geschäfte sind geschlossen und die Menschen verzweifelt. Harpers nächstes Ziel ist eine der Produktionsstätten im Industriegebiet. Sie schleicht sich in eine der Hallen und sieht Unglaubliches. Die Lager sind voll von Waren, die jedoch nicht ausgeliefert werden. Die Maschinen in der Produktion darüber laufen im Leerlauf. Das Material, das sie verarbeiten sollen, vergammelt. Bei einer weiteren Demonstration versucht die Sprecherin des Palastes, die Menge zu beruhigen. Harper reicht es. Mit Frank Sulus Hilfe lädt sie ihre Beweise in die öffentlichen Netze.
Der Argyris muss sich nun auch mit seinen Handelspartnern auseinandersetzen. Die Blockade der Tefroder kommt ihm und Olymp immer teurer zu stehen. Er fordert Onara Gholad auf der SHEONA dazu auf, die Schiffe abzuziehen. Er hat das Verbrechen an dem Botschafter nicht begangen. Die Tefroderin fordert im Gegenzug den Kaiser auf, ihr den Mörder auszuliefern. Ypheris Bogyr. Und der Kaiser soll ihr die Shoziden-Box übergeben. Mogaw hat keine Ahnung, wie er das bewerkstelligen soll. Doch der Rospaner in seinen Diensten, Talin Buff, weiß Rat. Eine Welt des Olymp-Komplexes in der Nähe von Shoraz wird angewiesen, ein Schiff zur Museumswelt zu schicken, dort den Spion und die ominöse Box zu holen und nach Olymp zu bringen.
Derweil plant auch Sichu Dorksteiger den Rückweg nach Shoraz. Sie will Perry Rhodan suchen. Während Gucky als Eingreifreserve auf der ETSI bleibt, fliegt die Ator mit dem Shift zur Museumswelt. Dja Dibaba, Karim Balthasar und Milena Jovanotti, eine Funk- und Ortungsspezialistin, unterstützen sie. Problemlos können sie den Blockadering unbemerkt durchfliegen. Auf Shoraz erkunden Dorksteiger und Dibaba die Ausgrabungsstätte. Überall lungern tefrodische Soldaten herum. Da die Ator zum Forschungsteam gehörte, fällt sie zunächst nicht weiter auf. Als sie dann doch mit Tefrodern aneinandergerät, tauchen plötzlich Olymper auf, die die Tefroder entwaffnen und mitnehmen. Mit Sonden sucht Sichu nach ihren Mann. Umsonst. Rhodan scheint nicht mehr auf Shoraz zu sein.
Der Unsterbliche ist inzwischen in seiner Zelle mit dem vermeintlichen TLD-Agenten Ypheris Bogyr konfrontiert. Die Situation ist unklar. Ist Ypheris Bogyr Gefangener? Gehört er zu den Tefrodern und soll Rhodan nur vorgaukeln, ein Gefangener zu sein? Oder gehört Ypheris Bogyr einer anderen Fraktion an? Nach einigem Hin- und Her verrät Rhodan seine Identität und erntet nur ein Lachen. TLD-Agent scheint Ypheris Bogyr jedenfalls nicht zu sein. Sonst müsste er Rhodan kennen.
Auf Olymp glaubt Beryn Mogaw nun etwas gegen Onara Gholad in der Hand zu haben. Die Tefroder, die seine Leute auf Shoraz gefangen nahmen, sind nach Olymp gebracht worden. Die Kommandantin der SHEONA zeigt sich unbeeindruckt, als er ihr diese Nachricht bei einem Abendessen serviert. Sie will die Soldaten nicht und würde sie sowieso exekutieren lassen, weil sie versagt haben. Zurück auf ihrem Schiff lässt sich Onara Gholad über Funk informieren. Sie weiß, welche prominente Geisel sie in ihrer Hand hat. Perry Rhodan.
Auf Olymp eskaliert die Situation weiter. Die Beweise, die Harper gesendet hat, lockt wieder unzählige Protestierende auf die Straßen. Dort sind mittlerweile auch tefrodische Soldaten im Einsatz. Und die gehen mit Gewalt gegen Olymper vor. Mogaw gerät immer mehr unter Druck. Seine Pressesprecherin greift ihn nun ebenfalls an. Immerhin beeindrucken den Kaiser die Bilder von den jüngsten Demonstrationen. Während die Pressesprecherin die Versorgung der Bevölkerung als wichtigstes Ziel sieht, will er sich um die Tefroder kümmern.
In seiner Zelle wird Rhodan aus Ypheris Bogyr nicht schlau. Da öffnet sich die Tür ein weiteres Mal. Eine Frau, die ebenfalls eine Gefängniskombination trägt, Nummer 107, betritt den Raum. Sie begrüßt Rhodan als Frischfleisch.

 

Rezension:
Die beiden ersten Bände haben gezeigt, dass sich Olymp eher an Neuleser richtet. Sie sollen mit der Mini-Serie ins Perry Rhodan-Universum einsteigen können. In der EA erscheint diese Woche Heft 2947. Diese Zahl flößt Respekt ein. Und neben der schier unglaublich hohen Nummer ist es auch die Komplexität, die einem potentiellen Neuleser zu schaffen macht. Olymp ist da einfacher gestrickt. Und das ist nicht alleine dem Umstand geschuldet, dass für die Geschichte nur 12 Romane zur Verfügung stehen. Den Autoren ist es gelegen, die Leser nicht zu überfordern. Jeder Roman enthält einen Rückblick. Die Anteile am „Was bisher geschah“ sind umfangreich und werden deutlich gesetzt. Und der Leser wird aus dem Hier und Heute abgeholt. Die Handlungen stellen allseits bekannte Elemente in den Vordergrund. Demonstrationen auf Olymp, Ladengeschäfte, die Versorgung mit Lebensmitteln, eine Produktionsstätte, eine archäologische Ausgrabungsstätte, etc.
Dazu kommen weitere bekannte, nachvollziehbare Elemente. Der Unmut gegen „die da oben“, der Einsatz von Wasserwerfern bei der Demo, die Schilderungen krasser Gegensätze, wie sich eben der „einfache“ Bürger vorstellt, wie die Reichen leben. In Saus und Braus. Der Abenteureranteil der Geschichte wird auf Shoraz bedient. Und auch der zeichnet sich durch Einfachheit aus. Ein altes Volk, seit Millionen Jahren verschwunden oder ausgestorben, hat Artefakte gehortet. An einem davon, der Shoziden-Box, sind verschiedene Parteien interessiert.
Der dritte Band der Mini-Serie, verfasst von Madeleine Puljic, bewegt sich in dem gleichen Fahrwasser, wie die ersten beiden Bände. Wir erleben Olymp aus zwei Blickwinkeln. Dem des Kaisers, und dem der Mediantin Piri Harper. Dann ist da noch Perry Rhodan. Und die dritte Handlungsebene wird von Sichu Dorksteiger besetzt.
Für die Autorin Madeleine Puljic ist es der erste Roman, der im klassischen Perryversum angesiedelt ist. Sie schreibt bisher für NEO. Das Umfeld in diesem dritten Band kommt ihr sicherlich entgegen. Es gibt nur minimalistischen Technikeinsatz in dieser Geschichte. Sie muss die ETSI nicht beschreiben, nicht den Shift, nicht die tefrodischen Schiffe, nicht irgendwelche Gerätschaften etc. Ein paar Drohnen auf Olymp, ein Transmitterdurchgang, eine Handvoll Sonden, die nach Perry suchen. Das wars.
Die Autorin setzt die Schwerpunkte auf dem Figurenhandeln. Und lässt ihre Protagonisten, allen voran Perry Rhodan, sich viele Gedanken machen. Aber fast alle Figuren sind Opfer der Umstände und können daher eines nicht tun. Nämlich den bislang aufgeworfenen Geheimnissen aktiv auf dem Grund gehen. Es gibt also keine neuen Erkenntnisse zu den Shoziden, zur Box, zu Ypheris Bogyr, zu den Motiven der Tefroder usw.
Das fällt zunächst aber gar nicht so auf. Die Autorin hat die Geschichte im Griff. Sie bewegt sich in dem Terrain der klassischen Serie, als würde sie seit Jahren dafür schreiben. Die Figuren machen die Geschichte lebendig. Tatsächlich sind ihre Figuren sehr plastisch. Und ich bin beeindruckt, wie sie insbesondere Perry Rhodan dargestellt hat. Erst nach der Hälfte des Romans und zusehends dem Ende zu, vermisste ich dann doch das Corpus Delicti. Ein bisschen mehr über die Box zu erfahren, hätte die Geschichte angereichert.
Wie gesagt, punktet Madeleine Puljic mit den Figuren. Da ist der tonnenförmige Kerl mit Armen, die aussehen, als hätte er seine Fitnessgewichte nicht gestemmt, sondern einfach unter die Haut geschoben. Da ist Piri Harper, die den Dingen auf Olymp auf den Grund geht. Auch der Kaiser bekommt ein bisschen mehr Format. Aber nicht sehr viel mehr. Er ist weiterhin eine Figur, die aus den Umständen, wie sie in der EA im letzten Zyklus beschrieben wurden, unmöglich in diese Position hätte gelangen dürfen. Aber hier schlägt wieder die auf „Einfachheit“ angelegte Serie den komplexen Bruder. Die Frage muss gestattet sein. Wo waren die Frank Sulus, die Piri Harpers in den vergangenen 28 Jahren? Das ist nur einer der Gründe, warum mir das Szenario mit dem aktuellen Argyris nicht gefällt.
Der bisher eher einfältige, allenfalls mit Bauernschläue brillierende Talin Buff zeigt nun ein Wissen und eine Finesse, die man ihm nicht zugetraut hat. Mal sehen, was der Rospaner sonst noch so kann.
Bei der Figur Perry Rhodan stand die Autorin vor der Herausforderung, den Unsterblichen bar jeder Ausrüstung und abgeschnitten von jeder Hilfe in Gefangenschaft zu beschreiben. Das hätte schnell langatmig werden können. Tat es jedoch nicht. Madeleine Puljic fand immer wieder Ansätze, der Handlungsebene Rhodan trotz minimalistischer Aktionen Leben einzuhauchen. Die Situation ist nicht unbekannt. Perry Rhodan ist nicht das erste Mal in Gefangenschaft, wird nicht das erste Mal gequält. Aber die Autorin schafft es, diesem eigentlich bekannten Szenario Originalität zu verpassen.
Mein Fazit: Effektmäßig bietet die Geschichte zu wenig. Der Roman hat mehr Stil als Substanz. Aber dieser Stil, dieser Schreibstil, überzeugt. Die Geschichte war gut zu lesen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2946

Notruf aus der Leere – von Susan Schwartz – Handlung:
Die RAS TSCHUBAI ist auf dem Heimflug. Gesteuert wird das Riesenschiff von Lua Virtanen. Die Emotio-Progressorin ist in der Lage, das Schiff aus der Suspension heraus zu fliegen. Am 23. Dezember 1551 NGZ legt das Schiff einen planmäßigen Stopp in der Nähe des Leuchtfeuers ein, das bereits beim Hinflug als Zwischenhalt genutzt wurde. Fünf Millionen Lichtjahre hat das Schiff erst zurückgelegt. ANANSI empfängt einen automatischen, sich wiederholenden Funkspruch. Der Inhalt ist dramatisch. Die Unschläferin lässt Perry Rhodan, Sichu Dorksteiger, Gucky, Vogel Ziellos und Cascard Holonder aus der Suspension holen. Gemeinsam hören sie sich den Funkspruch an. Er kommt von Andressa Vanbargen, Kommissarin der LFG. Es ist ein Notruf. Der Weltenbrand hat begonnen.
Das Gehörte ist von den Zuhörern nur schwer zu verkraften. Vieles bleibt unklar. Der Funkspruch kommt von keinem Schiff, sondern aus einem kleinen Sonnensystem, das vor Urzeiten aus seiner Galaxis gerissen wurde und im Leerraum zwischen den Galaxien treibt. Sichu Dorksteiger stellt generell in Frage, dass es der LFG gelungen sein könnte, ein Schiff an diese Position zu schicken. Nicht in der kurzen Zeit. Die RAS TSCHUBAI ist im Juni des Jahres aufgebrochen. Demnach müsste der Weltenbrand binnen 2 Monate ausgebrochen sein und die LFG musste ein Schiff ausgerüstet und hierher entsandt haben. Nicht unmöglich aber es riecht nach einer Falle. ANANSI steuert einen weiteren merkwürdigen Punkt bei. Sie behauptet, „berührt“ worden zu sein. Etwas, das sie als Schwester bezeichnet, ist da draußen.
Perry Rhodan lässt über das weitere Vorgehen abstimmen und behält das letzte Wort. Die RAS TSCHUBAI bleibt zurück und der MARS-Kreuzer TATJANA MICHALLOWNA fliegt den Sender an. Ein einziger Hochschwerkraftplanet umkreist einen weißen Zwergstern. Die anderen Planeten sind verbrannt, als der Stern die Phase eines Roten Riesen durchlief. Auf dem Planeten werden kilometerhohe künstliche Strukturen, ähnlich Termitenhügeln, beobachtet. Ein Insektoide namens Unndris Spaa meldet sich per Funk. Der Planet heißt Kuurenduum, sein Volk sind die Enduun und er ist der Oberste Wisperer. Er lädt Perry Rhodan auf die Oberfläche ein. Mit einer Space-Jet begibt sich Rhodan an die bezeichneten Koordinaten. Während der Pilot und zwei Epsaler als Rückendeckung an Bord bleiben, werden Perry, Sichu, Gucky, Donn Yaradua und zwei ANANSI-Betreuer von den Enduun empfangen und in einen der Termitenhügel geführt. Wegen der hohen Schwerkraft und der dünnen Atmosphäre lassen sie die Helme ihrer Anzüge geschlossen. Als sie ein Spalier von Enduun durchlaufen und mit den Wesen in Berührung kommen, gibt es Energieabfälle in den Einsatzanzügen.
Die Gruppe erhält eine Führung durch den Bau, von den Enduun als Kehuguu bezeichnet. Die Enduun sind ein genügsames Volk. Das wenige, das der Planet hervorbringt, muss mühsam kultiviert werden. Nun wird auch ersichtlich, warum die Anzüge an Energie verlieren. Die Enduun saugen Energie ab. Sie sind Energievampire. Dem Einsatzteam werden Speisen angeboten. Und dann betritt Andressa Vanbargen den Raum. Vielmehr schwebt die Terranerin in einem Sessel, geschoben von Unndris Spaa, in den Raum. Sie ist von zahlreichen Apparaturen umgeben, die sie wohl vor der Schwerkraft und der dünnen Atmosphäre schützen. Der Bericht von Vanbargen ist kurz. Die Regierung der LFG hat versucht, das Sonnensiegel aus Sol zu lösen. Das Experiment scheiterte, Sol explodierte und ein Kaskadeneffekt rast durch die Milchstraße.
Die Hyperphysikerin Sichu Dorksteiger lässt die Geschichte kalt. Sie fragt nur, was Andressa Vanbargen sei. Die Antwort fällt ebenso kurz aus. Vanbargen explodiert und zerlegt sich in einen Schwarm winziger Insekten, die über Sichu und die anderen herfallen und sie betäuben. Als sie aufwachen, sind sie eingesperrt, ihre Waffen weg und die Energievorräte der Anzüge dramatisch gesunken. Gucky wurde seiner Parakräfte beraubt, kann aber von Donn Yaradua wieder auf die Beine gebracht werden. Der Metabolist und der Ilt sehen sich mal um.
Die Enduun sind an den Energievorräten ihrer „Gäste“ interessiert und halten sie deshalb als Geiseln. Gucky und Donn treffen andere Gäste, Reptiloide, die in die gleiche Falle gingen. Das Team um Rhodan plant den Ausbruch. Sichu Dorksteiger soll sich zur Space-Jet durchschlagen und dort Hilfe holen. Die anderen sorgen für Ablenkung. Nach einigen Schwierigkeiten gelingt das Unterfangen. Nun will Perry Rhodan dafür sorgen, dass nicht weitere Raumfahrer von den Enduun angelockt werden. Die Insektoiden erhalten einen Sonnenzapfer und Roboter zum Aufbau und auch das Schiff der Reptiloiden wird flottgemacht. Unndris Spaa klärt dann auch, wie sie an die Informationen zum Weltenbrand gekommen sind. ANANSI hat ein Leck. Mit ihren natürlichen Parafähigkeiten konnten die Enduun bereits beim ersten Stopp der RAS TSCHUBAI beim Hinflug darauf zugreifen und die Falle für den Rückflug vorbereiten. Auf dem Schiff macht man sich ans Schließen des Lecks. Am Abend des 26. Dezembers 1551 NGZ steuert Lua Virtanen die RAS TSCHUBAI wieder in den Hypertrans-Progressor-Modus in Richtung Milchstraße.
Rezension:
Seit 2009 schreibe ich meine Ansichten zu den wöchentlichen Romanen der Perry Rhodan-Serie. Den Begriff des Lückenfüllers habe ich in der ganzen Zeit erst 2x gebraucht. Er bezeichnet Romane, die die Gesamthandlung nicht voranbringen. Ich finde den Begriff selbst unglücklich, da ein gut geschriebener Einzelroman mit einer tollen Story nicht zwangsläufig auch die Zyklusstory entscheidend voranbringen muss.
Die Betonung liegt erstens auf gut geschrieben und zweitens auf toller Story. Dass Susan Schwartz schreiben kann, hat sie längst bewiesen. Und auf den ersten 30 Seiten dieses Romans entwickelt sich eigentlich auch eine interessante Story. Natürlich werden etwas zu offensichtlich in der ersten Hälfte Elemente und Begrifflichkeiten platziert, die einem Perry Rhodan-Fan anfixen sollen. Aber auch wenn schnell klar war, dass an dem Weltenbrandgetöse nichts dran sein würde, blieb zumindest die Antwort auf die Frage spannend, wer oder was, mit welchen Motiven hier den Flug der RAS TSCHUBAI unterbrechen wollte. Stopp! Die Motive waren schon nach dem ersten Kapitel klar. Dann eben nur noch, wer oder was.
Mit der Auflösung zu wer oder was hält sich die Autorin gar nicht lange auf. Und stellt die Leser gleich vor eine neue Frage: Wie entkommen Perry und die anderen der Falle? Auch darauf findet die Autorin letztlich eine Antwort, auch wenn sie die Leser auf dem Weg zur Lösung ein ums andere Mal unnötig quält.
Mein Fazit: Ziemlich fade Handlung. Der Schreibstil der Autorin reißt es nicht heraus. Ein echter Lückenfüller also.