Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2944

Moothusachs Schatz – von Leo Lukas – Handlung:
An Bord der IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN haben Monkey und die USO, wie es scheint, die letzten Thoogondu stellen können, die sich an Bord versteckt hielten. Auf Druck des Lordadmirals gewährt Moothusach, ein sehr alter Vertreter seines Volkes, Zugang zum letzten Versteck. Monkey und die USO-Spezialistin Corona Fermatricz sehen sich dort um. Kernstück der Anlage ist eine Neurotronik. In dieser hat Moothusach seinen Lebensweg abgespeichert.
Geboren wurde Moothusach auf einer unbedeutenden Welt in Sevcooris. Seine Mutter war Anführerin einer Gruppe von Esoterikern, die nach langem Kampf die Erlaubnis bekam, mit ihresgleichen eine eigene Kolonie gründen zu dürfen. Kaum gelandet, wurde Moothusach geboren. Der Bewegung seiner Mutter konnte der Heranwachsende nichts abgewinnen. Ihnen interessierte mehr die Mathematik. Moothusach hatte einen schweren Stand. Eines Tages schickte ihn sein Vater weg, der als einziger erkannte, wie sehr sich sein Sohn quälte.
An Bord eines Versorgungsschiffes verließ Moothusach seine Heimat. In einem Forschungskral fand er Aufnahme und führte Hilfsdienste aus. Die Wissenschaftler dort beschäftigten sich mit Neurotroniken, den fortschrittlichsten künstlichen Intelligenzen im Goldenen Reich. Einige der Neurotroniken waren sich ihrer selbst bewusst. Eines Tages besuchte der Großmeister Kortoo die Forschungsgemeinschaft. Er war der Mentor einer sich selbst bewussten Neurotronik namens Rokaanon. Mentoren, die selbst derartige perfekte Rechenmaschinen schufen, durften sie nach sich benennen. Kortoo ernannte Moothusach zu einen seiner Mitarbeiter. Moothusach erhielt Einblick in die drei Hierarchieebenen, die Grundgesetze einer Neurotronik. Nach Jahren, die sich Kortoos Team mit Rokaanon beschäftigte, erhielt der Mentor den Auftrag, eine neue Neurotronik zu schaffen. Nach Jahren der Arbeit entstand Kortoo. Wie alle Neurotroniken enthielt sie speziell gezüchtetes biologisches Material, das von einem Kollektivwesen einer Extremwelt abgeleitet wurde. Das psionisch aktive Neurofungi wurde mit Plasma kombiniert. Höhepunkt der Initialisierung der Neurotronik war die Hinzugabe des Hooris-Spiegels. Der sechsdimensionale Anteil der Kristalle verlieh der Neurotronik ihr pseudo-individuelles Selbstbewusstsein.
Moothusach hatte über die Jahre so viel gelernt, dass er sich nun ein eigenes Ziel setzte. Auch er wollte eine Neurotronik schaffen, die seinen Namen trug. Wieder viele Jahre später erfüllte sich sein Traum. Ihn störte nicht, dass der Auftrag vom Militär kam. Allerdings hatte er einen Konkurrenten. Muraabod entstammte einer angesehenen Familie, war jung, voller Ehrgeiz und ein brillanter Geist. Dennoch konnte Moothusach sich durchsetzen und Muraabod wurde sein Mitarbeiter. Sie schufen die Neurotronik Moothusach.
Das Militär brachte die gerade geschaffene Maschine samt Team zur IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN. Derlei Ereignisse gingen weitgehend an der Wahrnehmung Moothusachs vorbei, der sich sehr viel mit seiner Neurotronik beschäftigte. Dadurch konnte Muraabod sich durchsetzen und die Leitung übernehmen. Moothusach wurde zu seinem Mitarbeiter degradiert. Anders als Moothusach, sah Muraabod in den Neurotroniken auch eine Gefahr. Er drängte darauf, Sicherheitsmaßnahmen einzubauen, damit sich die Rechenmaschinen nicht eines Tages gegen ihre Erbauer wenden könnten. So wurde es auch gemacht. Auf ein Kodewort hin, würde Kortoo sich abschalten.
Die Thoogondu machten den Flug zur Milchstraße mit. Die Eroberung des USO-Stützpunktes im Rahmen des Projekts Q-Zündung und das Scheitern der Aktion bekamen sie hautnah mit. Nun ist es Muraabods Absicht, die sensiblen Daten in der Neurotronik vor dem Feind zu schützen. Die Terraner dürfen nicht erfahren, dass eine Flotte des Goldenen Reichs mit 4000 Schiffen in der Milchstraße seit 1538 NGZ unentdeckt operiert.
Als Monkey, Fermatricz und Moothusach sich der Neurotronik nähern, kommt es zum Kampf. Wieder werden die Collagen-Roboter aktiv, doch Monkey kann sie ausschalten. Muraabod wird von Moothusach erschossen, der sein Lebenswerk in Gefahr sieht. Denn Muraabod hat den Befehl zur Selbstzerstörung der Neurotronik gegeben. Moothusach kann das verhindern, indem er den Hooris-Spiegel in Moothusach vereist. Die Neurotronik geht in einen Tiefschlaf. Wie schon zuvor die Settember-Zwillinge wechselt auch Moothusach die Seiten. Er will versuchen, für Monkey Datenpakete aus seiner Neurotronik zu sichern.
Rezension:
Mit Trippelschritten nähert sich der Zyklus der Halbzeit. Und noch immer ist nicht klar, was sich hinter dem Begriff Genesis verbirgt. Blieb die Zyklusgeschichte anfangs von dem üblichen Bedrohungsszenario weitgehend verschont, wird in diesem Heft nun eine Flotte des Goldenen Reichs erwähnt, die seit Jahren in der Milchstraße operiert. Und auch die Absichten, nämlich das Goldene Reich auszudehnen, werden formuliert. Nun würden 4000 Schiffe, selbst die größten Einheiten des Gondunat, nicht ausreichen, um die Galaktiker zu beeindrucken. Allerdings hatten die Thoogondu auch noch den Gravitationssuspensor entwickelt. Womöglich wurden Sterne in der Milchstraße so manipuliert, dass sich eine große Erpressung starten lässt. Dann hätten wir, wenngleich zeitverzögert, doch noch das Bedrohungsszenario. Das ich im Übrigen nicht vermisst habe.
Doch zunächst entwickelte sich die Geschichte von Leo Lukas in eine andere Richtung. Eigentlich lief die Geschichte sogar in verschiedene Richtungen. Am Anfang stand die Lebensgeschichte eines Thoogondu. Wir erfahren den Werdegang von Moothusach. In der Sprache, die Leo Lukas dabei verwendete, wurde jede Exotik im Umgang mit diesen Fremdwesen, wie sie bislang praktiziert wurde, zu den Akten gelegt. Das ist nicht schlimm. Früher oder später kommt sowieso der Zeitpunkt, an dem ein Fremdvolk das „Fremde“ im Namen verliert. Und der Stil von Leo Lukas machte das auf amüsant-ironische Art.
Nachdem sich der junge Thoogondu die ersten Sporen verdient hatte, avancierte er mit anderen zu einer Art Frankenstein. Jedenfalls musste ich öfters an diese berühmte Geschichte denken. Schließlich wird das „Monster“ zum Leben erweckt. Die Mentoren spielen Gott. Gleichzeitig bekam die Geschichte eine Richtung, in der auch viele Geschichten von Isaac Asimov angesiedelt sind. Die Hierarchieebenen sind das Pendant zu den drei Gesetzen der Robotik.
An der Stelle angelangt, hatte die Story die eine oder andere Länge. Der Autor setzt ein Mosaiksteinchen an das andere, aber etwas langatmig. Hier konnte ich mir ein Gähnen, hinter vorgehaltener Hand selbstverständlich, nicht verkneifen.
Dann gewann die Geschichte wieder an Fahrt. Und schlägt unvermittelt die Richtung ein, deren Bild sich bei mir auch schon gebildet hatte. In einem Nebensatz wird die hypnosuggestive Eigenschaft des biologischen Anteils der Rechenmaschinen erwähnt. Und die Fähigkeit, sich zu vernetzen. Auch die Neurotroniken sind vernetzt und kommunizieren in einer Sprache, die der Kontrolle der Erbauer entglitten ist. Ein wenig schlug die Geschichte also auch den Weg in die Richtung ein, dass künstliche Intelligenz sich über ihre Erschaffer erhebt. Oder es bereits getan hat und die Handlungen des Gondu und seines Volkes werden bereits von den Neurotroniken gesteuert.
Das Ende des Romans sehe ich zwiespältig. Denn ich sehe Muraabod, der die Neurotronik abschaltet, nicht als Feind. Allerdings hat er sie nicht aus den Gründen abgeschaltet, die ihn ursprünglich antrieben. Er wollte nicht sich und andere vor der KI schützen, sondern ihm ging es dann nur noch um die Daten, die nicht an die Galaktiker fallen sollten.
Die Geschichte zeigt verschiedene interessante Tendenzen. Mal sehen, in welche Richtung es geht.

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