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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2941

TEIRESIAS spricht – von Kai Hirdt – Handlung:
Auf dem Mond Selene werden Perry Rhodan, Gucky und Gi Barr von TEIRESIAS empfangen. Das Mondgehirn zeigt sich wenig auskunftsfreudig und bezeichnet die Völker dieser Galaxis als Schatten der Milchstraßenvölker. Immerhin sind nicht nur die Gäonen sondern auch die Thoogondu von dort gekommen. Fragen zur Manipulation der RAS TSCHUBAI werden von TEIRESIAS nur ausweichend beantwortet. Immerhin ermuntert die Positronik Rhodan dazu, seine uralten administrativen Rechte zu verwenden. Programmcodes, die seit Urzeiten in der Positronik schlummern. Mit einem Transport von Plasma, das zur Regeneration nach Aponte gebracht werden soll, können Rhodan und seine Begleiter Selene verlassen. Der Transport wird abgeschossen und Gucky teleportiert sie in die Hauptstadt. Hat TEIRESIAS falsches Spiel getrieben und Rhodan verraten?
In Aponte sind die drei auf sich gestellt. Zwei Ziele bieten sich an um Beweise für die Manipulation der RAS TSCHUBAI zu finden. Das Hauptquartier der Flotte mit Arbo Perikles Dannan persönlich. Oder der gondische Mentor Doomadh und die Kontakterin Lupita Shona. Rhodan will mit Dannan beginnen. Da die Stadt im Aufruhr ist und das Militär Kontrollstellen eingerichtet hat, ist das Vorankommen schwierig. Das Hauptquartier wird durch Parafallen gesichert. Guckys Fähigkeiten können daher nicht genutzt werden. Kurz vor dem Ziel fällt Rhodan eine Gruppe von Gäonen auf. Das Militär scheint an ihnen ein Exempel statuieren zu wollen, um Dannans Position zu unterstreichen. Rhodan und Gi Barr können das verhindern. Allerdings sind so starke Kräfte zusammengezogen worden, dass ein Vorstoß ins Flottenkommando nicht mehr in Frage kommt.
Stattdessen nehmen Rhodan und Co die Thoogondu ins Visier. Überraschend einfach können sie zu Lupita Shona, der Gondu-Kontakterin vorstoßen. Die hat sie bereits erwartet. Sie kennt auch die Wahrheit, will sie allerdings nicht preisgeben. Sie wartet ab, denn Geschichten werden von den Siegern geschrieben. Gi Barr und Perry Rhodan sind enttäuscht. Als sie durch Aponte schlendern, kommen sie in Kontakt zu einer Widerstandgruppe. Deren Anführer ist Admellan Harven. Rhodan kennt ihn. Tags zuvor gehörte er den Demonstranten an. Wie nun zu erfahren ist, haben Harven und seine Leute eine Ablenkung geplant gehabt. Sie planten das Flottenkommando zu sprengen. Sie haben die Informationen von einem Gefangenen, den sie gefoltert haben. Auch sonst sind die Vorstellungen der Widerstandsgruppe eher die von Verschwörungstheoretikern.
Perry Rhodan schreitet ein. Er will die Bombe selbst platzieren, macht er Harven weiß. Wohl wissend, dass dies wahrscheinlich eine Falle ist, gehen er, Gi Barr und der Ilt durch einen Transmitter ins Flottenkommando. Dannan ist nicht dort. Dafür finden sie Antan Outinen, den Chef des Geheimdienstes. Er sitzt schwer verletzt in einer Arrestzelle. Sie befreien ihn und können das Gebäude verlassen. Outinen hat sich selbst eine Warnung in die Brust geritzt. Dannans Schergen haben ihm eine Bombe implantiert. Wird er teleportiert, geht sie hoch. Gi Barrs Rüstung operiert den Gäonen. Sie bringen ihn zu Harven, der ihn ärztlich versorgen kann. In einer Space-Jet auf dem Raumhafen finden sie Unterschlupf. Nachdem Antan Outinen soweit hergestellt ist, richtet der Geheimdienstchef eine Botschaft an Volk, in der er Dannan als Verräter bezeichnet.
Die Reaktion des Admirals lässt ahnen, dass er vollständig wahnsinnig geworden ist. Er droht Aponte zu vernichten, wenn Rhodan sich nicht ausliefert. TEIRESIAS schleust Rhodan, Barr und den Ilt in die ARTEMIS ein. Gi Barr kann Dannan stellen. Der Wahnsinnige hat zuvor den Kommandanten seines Schiffes ermordet, als der Befehle verweigert hatte. Rhodan und Gi Barr können Dannan aufhalten, der dabei ums Leben kommt.
Die Lage im Neo-Solsystem beruhigt sich etwas. Die Thoogondu ziehen ihre Flotte ab. Ob dies auf Dauer ist, bleibt unklar. Die RAS TSCHUBAI wird Sevcooris verlassen. Syllester Ford und die Journalistin Shari Myre begleiten die Terraner. Sie wollen sich in der Milchstraße engagieren, denn dort sind noch Gäonen aktiv. Ende November bricht die RAS TSCHUBAI auf, nachdem sich Perry Rhodan noch mit einer Rede an die Bürger des ZSI gewandt hat. Gi Barr bleibt zurück und lässt sich Wochen später von TEIRESIAS dessen Rolle im Konflikt bestätigen.

 

Rezension:
TEIRESIAS spricht, so der Titel des Romans von Kai Hirdt. Viel zu sagen hat die Biopositronik nicht. Das klang im Roman der Vorwoche noch geheimnisvoll, als das Mondgehirn seinen uralten Traum offenbarte, sich mit dem Unsterblichen zu treffen. Der Roboter mit Transmitterfunktion, der Portier, hatte diese Einladung am Ende von Heft 2940 formuliert. An diese Worte knüpft Kai Hirdt aber nicht an. Der überlebensgroße Kopf, als der sich TEIRESIAS zeigt, erzeugte ein starkes Bild bei mir. Die Floskeln, die danach ausgetauscht wurden, zerstörten diesen schönen Eindruck rasch.
Nach dem wenig ergiebigen Gespräch reisen Perry und seine Begleiter nach Gäon. Was sie dort tun wollen? Keine Ahnung. Irgendwie fehlte bereits zu Beginn so etwas wie eine rote Linie in dieser Geschichte. Die Helden lassen sich treiben, werden attackiert und landen schließlich in der Hauptstadt Aponte. Drei Personen haben sie ausgemacht, die irgendetwas mit der Manipulation der RAS TSCHUBAI zu tun haben könnten. Pläne machen die drei kaum. Ein bisschen Schminke und weiter geht’s. Das Hauptquartier der Flotte wird als Ziel auserkoren. Wie sie da eindringen wollen? Keine Ahnung. Der Autor weiß es auch nicht. Stört ihn auch nicht. Geduldig listet er auf, warum seine Figuren keine Chance haben. Die Parafallen werden erwähnt. Also hat Gucky keine Chance. Übrigens würde er auch nicht als Feuerwehr taugen. Denn warum sollten die Gäonen die Parafallen abschalten, wenn sie Rhodan und Barr habhaft geworden wären? Doch der Autor ist mit der Liste, warum ein Eindringen ins Flottenkommando nicht klappt, noch nicht fertig. Die Rüstung von Gi Barr verhindert keine Identitätsprüfung und Rhodans Schminke wird auch nicht helfen. Also, was wollen die drei tun?
Sie tun gar nichts. Eine Demonstration verhindert, dass sie weiterkommen. Kai Hirdt vermerkt dazu, dass seine Figuren so kurz vor dem Ziel aufgeben mussten. Tatsächlich wären sie auch so gar nicht weitergekommen. Die Gruppe nimmt nun die Thoogondu ins Visier. Und wird dabei direkt oder indirekt von TEIRESIAS unterstützt. Gucky kommentiert dies mit den Worten: „Unser redseliger, nichtssagender Freund bleibt undurchsichtig.“ Der beste Satz der ganzen Geschichte! Einerseits wird das unergiebige Gespräch mit der Mondpositronik herrlich persifliert, andererseits ein Wink gegeben, dass TEIRESIAS seine Finger im Spiel hat. Und so ist es letztlich auch gekommen.
Wie schon im Roman der Vorwoche zeigt auch Rhodan hier wieder einen Mangel an Vertrauen. Die kurze Szene, als sie Lupita Shona gegenübertreten und der Unsterbliche mal wieder den Verräter sieht. In Gi Barr natürlich. Der hatte zuvor mehrere Dutzend Möglichkeiten verstreichen lassen. Nur Rhodan checkt das nicht.
Nachdem die obligatorische Infiltrationsmethode in Form einer Transportkiste zum Einsatz kam, lässt Kai Hirdt auch die obligatorische Widerstandsbewegung aufmarschieren. Die entpuppen sich bei näherer Betrachtung als nerdige Verschwörungstheoretiker im Stile „Die einsamen Schützen.“ Obwohl, die einsamen Schützen hätten keine Menschen gefoltert.
Die Geschichte, die von vielen Zufällen geprägt zu sein schien, nahm nun an Fahrt auf. Die Szene, in der Gi Barr den Geheimdienstchef operiert und dabei seine Gedanken ordnet gehört mit zu den besseren Abschnitten des Romans. Schließlich kann die unmittelbare Gefahr eines ausufernden Bürgerkriegs gebannt werden.
Rhodan hält noch eine Rede, danach fliegt die RAS TSCHUBAI nach Hause. Kai Hirdt prügelt eine Art von Bestandsaufnahme in die Geschichte und TEIRESIAS Wirken oder vielmehr seine Wahrscheinlichkeitsberechnungen beenden den Ausflug ins Goldene Reich. Na ja, nicht ganz. In der Milchstraße warten auch noch ein paar Gäonen auf uns. Schade, ich kann diesen Ablegern der Menschen immer weniger Sympathie entgegenbringen.
Auch wenn zuletzt die Menschen des Zweiten Solaren Imperiums im Fokus der Erzählungen standen, erschienen sie dennoch nur als interessantes Beiwerk. Nicht die Menschen haben die Einladung an Perry Rhodan ausgesprochen, sondern die Thoogondu, deren Zerwürfnis mit ES den Antrieb ihrer Motive darstellte. Es bleiben viele Fragen offen. Reicht die Saat der Wahrheit aus, die im ZSI gesät wurde, oder werden die Thoogondu die Geschichte des ZSI einmal mehr beeinflussen?
Die wichtigste Frage aber ist die, welchen Stellenwert dieser Ausflug im Zykluskontext bedeutet? Um was geht es eigentlich in diesem Zyklus, der den Namen Genesis trägt?