Articles for the Month of November 2017

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2934

Unter der Flammenflagge – von Christian Montillon – Handlung:
An Bord der BJO BREISKOLL, die unter dem Kommando von Farye Sepheroa-Rhodan steht, hat man den Kontakt zum Mutterschiff verloren. Rhodans Enkelin will allerdings nicht untätig bleiben. Sie will die Situation in Sevcooris erforschen. Die Bordpositronik sucht nach möglichen Zielen aus den aufgefangenen Funksprüchen. Als interessant entpuppt sich der Planet Oschal im Varchasystem. Dort tummeln sich die Preissänger der Galaxis und lobpreisen das Gondunat. Das terranische Schiff macht sich auf den Weg dorthin.
Derweil ist für einen Oschalútu, einem Ureinwohner von Oschal, eine Welt zusammengebrochen. Virr Shallou hat die Prüfung zum Preissänger nicht bestanden. Er kann kein Stavaka werden. Doch er hat eine Idee. Er will dem Gremium beweisen, dass das Gesetz, dass ihn daran hindert, erneut anzutreten, abgelaufen ist. Und Virr Shallou schafft es tatsächlich. Er kann die Berater überzeugen. Er darf antreten.
Im Varchasystem angekommen, tarnt sich die BJO BREISKOLL und ein LAURIN-Jet bringt Farye Sepheroa und ihr Team unbemerkt auf den Planeten. Gucky, Lua Virtanen, Vogel Ziellos, Donn Yaradua, der Metabolist und der Xenotechnik-Analyst Quentin Slocombe vervollständigen die Gruppe. Alle sind in Maske unterwegs. Ihr Ziel ist die Stadt Setenig. In der dortigen Redearena finden die Wettbewerbe statt. Am Rande der Arena steht der Turm der Bekräftigung.
Sie machen die Bekanntschaft des Reptilienwesens Sorrak, der ein Stavaka ist und seinem Auftritt entgegenfiebert. In der Arena werden Lobgesänge auf das Goldene Reich vorgetragen. Danach treten die Sänger auf den Turm und stürzen sich in die Tiefe. Meist werden sie von einem Antigravfeld aufgefangen. In jedem 289. Fall jedoch nicht. Die Sänger sterben für das Gondunat. Ein weiterer Preissänger stürzt sich vom Turm. Doch bei ihm aktiviert sich kein Antigravfeld. Der Kandidat war sich seiner Sache jedoch selbst nicht sicher und versucht seinen Sturz mit anderen Mitteln zu verhindern. Das misslingt und er stirbt. Das Publikum reagiert mit Betrug-Rufen. Die Menge gerät in einen Rausch. Im Getümmel wird die Maske von Lua Virtanen beschädigt. Gucky teleportiert alle in Sicherheit.
Einen Observanten des Goldenen Reichs, dem Thoogondu Kluutrud, entgeht die Aktion nicht. Er hat von Gucky gehört und will ihn und seine Begleiter habhaft werden. Zusammen mit seiner Mentorin, der Thoogondu Mauthoo, stellt er den Terranern eine Falle.
Die Arena ist nach den Vorkommnissen wieder eröffnet und das Team der BJO BREISKOLL findet sich dort ein. Sowohl Sorrak als auch Virr Shallou treten an. Als sich beide auch vom Turm der Bekräftigung stürzen, muss Gucky eingreifen. Für Virr Shallou baut sich das Antigravfeld nicht auf. Darauf hat Kluutrud nur gewartet. Er bezichtigt Virr Shallou des Betrugs und bedroht ihn. Gucky fühlt sich verantwortlich und teleportiert den Oschalútu aus der Arena.
An einem sicheren Ort soll Donn Yaradua den Oschalútu beruhigen. Gucky begleitet den Eingriff des Metabolisten mental. Sie entdecken einen dunklen Bereich im Schädel des Preissängers. Zu spät erkennt der Ilt die Falle. Virr Shallou trägt einen Sender. Raumschiffe haben sich genähert und bestreichen die Gruppe mit Lähmstrahlen. Mit letzter Kraft kann Gucky sich und die anderen wegteleportieren. Nur Lua und Vogel kann er nicht mitnehmen. Sie geraten in Gefangenschaft.

 

Rezension:
Die Geschichte wird präsentiert von einem Rückkehrer und bringt einen Rückkehrer. Für Autor Christian Montillon ist es der erste Beitrag für diesen Zyklus. Abgesehen davon, dass er einer von zwei Exposé-Autoren ist. Eine der Hauptfiguren seiner Geschichte ist der Ilt. Da Gucky auch in der Terminus-Reihe aktiv war, fiel mir das nicht so auf. Aber wenn ich mich recht entsinne, dann war der letzte Roman in diesem Zyklus die Nummer 2902, in der Gucky als handelnde Figur auftrat.
Der Einstieg geriet aus meiner Sicht zu unspektakulär. Das Intro versprach die Analyse der politischen Situation, um die Absichten des Goldenen Reiches besser einschätzen zu können. Der folgende Prolog war wenig aussagekräftig und das anschließende Schnabelgeklappere und Nackengekraule dämpfte eher meine Erwartungen an einem spannenden Blick hinter die Kulissen des Reiches, als sie zu fördern. Besser wäre an der Stelle der direkte Einstieg in das Geschehen auf Oschal gewesen. Die Motive, sich dort aufzuhalten, hätte der Autor in eine Rückblende packen können.
Auch im weiteren Verlauf geriet die Geschichte nicht zu dynamisch. Ein erster Blick auf das Ziel der Mission aus Sicht eines Sängers gefolgt von der obligatorischen Besprechung an Bord der BJO BREISKOLL. Der Autor zeigt eine lässige Bordhierarchie. Der Humor kam nicht zu kurz, zündete bei mir allerdings nicht.
Eigentlich wurden die Ziele der Gruppe eindeutig formuliert. Aber es fehlte der echte Wille des Autors seine Figuren die vorgegebenen Ziele erreichen zu lassen. Die Absicht, mehr über die Thoogondu zu erfahren, lassen die Figuren des Öfteren erkennen. Alleine, es bleibt bei der Absicht. Aktionen, die die Figuren voranbringen könnten, werden nur halbherzig angegangen und so kommt es, wie es kommen muss und der Autor auch geplant hat. Die Protagonisten werden von den Entwicklungen eingeholt und überholt. Statt Aktion wird das nun folgende Geschehen einmal mehr auf Reaktion aufgebaut.
Der zweite Teil muss deutlich zulegen, um mich anzusprechen.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2933

Monkey im Zwischenreich – von Uwe Anton – Handlung:
Lordadmiral Monkey hat die Settember-Zwillinge überwältigt und Agostina als Geisel mit in sein Zwischenreich genommen. Die Haspronerin Dolleringh Tempu begleitet sie. Das Zwischenreich entpuppt sich als ein bislang geheim gehaltener Bereich in der Kruste des Asteroiden. Hausmeister Kart begrüßt die Ankömmlinge. Kart ist ein Posbi, dessen zweieinhalb Meter große Metallkonstruktion einem Bären gleicht. Kart bringt die Gäonin im Stummen Zimmer unter. Der Raum ist durch einen Paratronschirm gegen die Umwelt abgeschottet. Monkey verhört Agostina und erfährt von ihrer Fähigkeit der Telepathie und erhält auch Daten über die IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN. Im Oxtorner reift ein Plan. Die Gäonen haben ihre Stellungen in Quinto-Center noch nicht ausgebaut. Dies gilt es zu nutzen, um das Hauptquartier zurückzuerobern. Außerdem will der Lordadmiral die IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN einnehmen. Ein wichtiges Datum muss er einhalten. Die Viren in den positronischen Systemen werden bald deaktiviert werden. Dann kann er aus dem Zwischenreich Überrangbefehle geben.
Nach seinem Zusammenstoß mit Monkey kehrt Faolain Settember an Bord des Flaggschiffs zurück. Er hat den Kontakt zu seiner Schwester verloren. Admiralin Amber Dessalin hält eine Ansprache, um den Oxtorner aus seinem Versteck zu zwingen. Sie setzt eine Frist von drei Stunden, innerhalb derer Monkey an das ZSI auszuliefern sei.
Die Frist ist noch nicht verstrichen, da melden sich zwei USO-Mitarbeiter. Monkey ist tot und sie wollen den Leichnam übergeben. So kommt es auch. Faolain Settember nimmt die Leiche Monkeys entgegen. Der Oxtorner hat eine klaffende Wunde in der Schulter, wo der Zellaktivatorchip ihm entrissen wurde. Die Gäonen gehen kein Risiko ein. Der Leichnam wird nicht auf die IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN gebracht, sondern in Quinto-Center untersucht.
Indessen verstärkt Monkey sein Team. Der Kosmopsychologe Oleg Trondheim und die Positronikerin Liv Wassenberg helfen dabei, den Plan zur Rückeroberung Quinto-Centers in die Tat umzusetzen. Neben dem Zwischenreich gibt es noch eine weitere Ebene in dem Asteroiden. Sie wird Welt II genannt und ist das virtuelle Trainingsszenario der USO, das mittels SEMT-Hauben erreicht wird. Agostina wird in diese Welt II versetzt und ihr darin eine andere Realität vorgegaukelt. In dieser falschen Welt soll sie Kontakt zu ihrem Bruder aufnehmen und ihm Informationen geben, die Monkey dazu verwenden will, um die Invasoren zu schlagen.
Die Gäonen haben inzwischen erkannt, dass der Leichnam ein Klon des Oxtorners ist. Sie stellen ein zweites Ultimatum. Monkey geht nicht darauf ein. Er braucht nur noch kurze Zeit, um seine Pläne durchzusetzen. Agostina glaubt, dass die USO mit starken Kräften die Rückeroberung beginnt und informiert ihren Bruder. Angeblich soll eine Nebenzentrale erobert werden, von der aus die Selbstzerstörung Quinto-Centers vorgenommen werden kann. Faolain Settember organisiert die Verteidigung. Endlich werden die Viren deaktiviert. Monkey setzt zahlreiche TARAS in Marsch. Dazu Spezialisten der USO.
In der simulierten Welt soll Agostina scheinbar die Flucht gelingen. Sie bittet ihren Bruder um die Codes für einen Transmitter der IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN. Tatsächlich nutzt Monkey diese Codes, um starke Einsatzkräfte auf das Gäonenschiff zu transportieren. Mit seinen Überrangbefehlen löst Monkey einen Aagenfelt-Blitz gegen die IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN aus. Das Schiff kann danach problemlos übernommen werden. Agostina erkennt, dass sie getäuscht wurde und alarmiert ihren Bruder. Faolain Settember will sich an Bord der IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN verstecken, um zu einem späteren Zeitpunkt etwas auszurichten.
Die Thoogondu werden entdeckt und Quinto Center nimmt Fahrt auf, um in den Linearraum zu gehen. Die IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN folgt. Die Gäonen ziehen von Quinto Center ab und kehren auf die anderen Schiffe der Flotte zurück. Das Hauptquartier ist wieder in der Hand der USO.

 

Rezension:
Der Roman endet mit einer Überraschung. Quinto-Center ist wieder in der Hand der USO und man hat sogar ein Schiff der Gäonen erobert. Angesichts der Überlegenheit, mit der in den Vorgängerromanen der Feind aufgebaut wurde, ist das Ergebnis schon erstaunlich. Wie konnte das passieren?
Zwei Elemente sind es, die der Autor Uwe Anton einsetzt, um die USO zurück in die Erfolgsspur zu bringen. Er kehrt die Vorzeichen um und lässt zudem die Invasoren ihren wichtigsten Trumpf aus der Hand geben.
Alles was zuletzt noch positiv für die Gäonen und negativ zu Lasten der USO geschildert wurde, wird nun umgekehrt. Und durch das Abschalten der Viren kann die USO wieder Zugriff auf die eigene Technik nehmen. Dieser Umschwung war schon ungewöhnlich. Nur hat der Autor den Leser dabei nicht mitgenommen.
Die Dialoge, insbesondere die zwischen Vikander und Settember auf der Suche nach Monkey, sind häufig wie Datenblätter gestaltet. Statt sich mit der Problematik der Suche zu beschäftigen und Vorgehensweisen zu debattieren, werden lediglich Daten rezitiert, die längst bekannt sind. Die Suche nach der Vitalenergieaura des Aktivatorträgers, letzte Woche noch problemlos angewandt, ist nun, angesichts der Größe Quinto-Centers, die sprichwörtliche Suche im Heuhaufen.
Es muss einen Umschwung gegeben haben. Aber der kam versteckt. Dem Hintergrund der Geschichte wird zu wenig Beachtung geschenkt. Man reist 111 Millionen Lichtjahre für was? Um die USO zu übernehmen, um was zu tun? Und nach Jahrzehnten der Vorbereitung erlebt man ein Fiasko. Wenn da nicht noch ein Plan im Hintergrund ist, der dieses Ergebnis beabsichtigt hat! Der Einsatz von Viren, um die positronischen Systeme zu schwächen ist sicherlich eine gute Idee gewesen. Sie zu deaktivieren, um die Systeme für den eigenen Gebrauch zu verwenden, zeigt allerdings, dass der Gegner sich keine Gedanken zu einer Langzeitstrategie gemacht hat. Kaum sind die Viren weg, kann die USO wieder schalten und walten nach Belieben.
Die Geschichte langweilte mich zusehends. Die zuletzt alles gelingenden Invasoren sind urplötzlich auf der Verliererstraße. Die Szenarien kreisen um Drohgebärden, Folter, Ultimaten und Exekutionen. Eigenartigerweise verwendet der Autor in diesem Band den Begriff Mond für Quinto-Center. Es ist jedoch ein Asteroid und umkreist keinen Planeten. In den Romanen zuvor war das Hauptquartier der USO stets korrekt bezeichnet worden. Warum hier nicht?
Die Geschichte kommt bei mir nicht an. Sie wirkt, wie schon der Vorgänger, sehr konstruiert. Die wenigen Gemütsbewegungen auf Seiten der Figuren, wie z.B. das mehrmals betonte innige Verhältnis der Zwillinge, rufen ebenfalls keine Emotionen hervor. Die Gäonen bleiben blass. Sogenannte „Legenden“, die sich opfern, bleiben so oberflächlich wie die x-te Schichtbedienung in der Energieversorgung von Quinto-Center.
Letzte Woche schrieb ich, dass der Weg zur Übernahme Quinto-Centers mich nicht überzeugen konnte. Die Rückeroberung konnte mich, abgesehen vom Ergebnis, ebenso wenig beeindrucken. Die Bedeutung dieser drei Romane bleibt unklar. Einerseits würde ich gerne später noch etwas zur Geltung dieser Aktion lesen. Andererseits würde damit aber dieses wenig überzeugende Szenario dann noch fortgeführt werden.