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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2926

Schwarzes Feuer – von Kai Hirdt – Handlung:
Im August 1551 NGZ eskaliert die Situation in der Kristallbaronie Girmomar. Während unzählige Bewerber an den Grenzen des Giromsystems stehen, ist die GOS’TUSSAN, das ehemalige Flaggschiff des Kristallimperiums, in das System eingeflogen. Der ehemalige Imperator Bostich fordert den Oberbefehl über alle kampffähigen Einheiten und bekommt ihn auch. Mit fünf Abtrünnigen macht die GOS’TUSSAN kurzen Prozess, danach stehen alle Schiffe hinter Bostich und bilden drei Schalen um den Spross KYLLDIN. Mit der KATOR GIRMOMAR und wenigen Schiffen versucht Zaroia da Bargk die Hauptstadt Shernoss zu schützen. Als die Angreifer das Feuer auf den Spross eröffnen, wird das Waffenfeuer von den geschlossenen Schutzschirmen der Schalen reflektiert und brandet zusätzlich gegen das Gemeni-Schiff. Der Spross wehrt sich. Ein einziger taktischer Waffenstrahl zerstört ein Schiff der Angreifer. Deren Phalanx wird aufgerissen, wodurch die Waffenenergien ins Meer vor Shernoss schlagen. Die Wirkung ist verherrend. Große Teile der Stadt werden zerstört. Trotz angelaufener Evakuierung sterben etwa 30.000 Arkoniden, andere werden verstrahlt. Bostich verlässt den Ort der Niederlage ohne Kommentar.
Monate später, im November 1551 NGZ werden Aufzeichnungen des gescheiterten Angriffs der terranischen Regierung zugespielt. Reginald Bull, der letztlich den Tausch seines chaotarchisch geprägten ZA gegen drei Geräte der Gemeni ablehnte, hat einen Verdacht. Er vermutet einen Spion in den eigenen Reihen. Die Terraner haben inzwischen den Dakkarimpulsspiegel-Sextant entwickelt und einsatzfähig in der RIBALD CORELLO eingebaut. Der Impulsspiegler soll den Schutzschirm eines Sprosses neutralisieren. Und genau jetzt kommen Informationen. Jemand will sich offensichtlich der Unterstützung der Terraner versichern. Bull ist besorgt. Auch die Tefroder sind beim Angriff auf den Spross SHINAE gescheitert. Der Spross ist seitdem verschwunden. Da erscheint ein Gesandter Bostichs im Solsystem. Es ist ein Haluterschiff. Auch hier ist die Informationslage dürftig. Dem TLD ist bekannt, dass vor sieben Jahren zehn Haluter bei einer Drangwäsche spurlos verschwunden sind. Das hatte es noch nie gegeben. Bull und Sharoun empfangen den Arkoniden Thantur da Targdon und vier Haluter. Deren Anführer Varub Ashed trägt Terkonit-Prothesen.
Die Terraner sichern Unterstützung zu, wollen jedoch nicht selber auftreten. Ein Impulsspiegler wird in das Haluterschiff PARAKATT eingebaut, das zum Spross KYLLDIN fliegt. Die RIBALD CORELLO mit Reginald Bull und Toio Zindher folgt als Beobachter. Außerdem wollen sie den Wahlbaron Segos Isirea besuchen und ihn auf den Angriff vorbereiten. Sie erfahren, dass der Spross bei der Heilung von verstrahlten Arkoniden geholfen hat. Bull erfährt auch, dass außer dem Khasurnbaron andere Verjüngte den Spross nicht verlassen haben. Reginald Bull sucht Bostich auf. Der Ex-Imperator hat sich verändert. Seine Haut ist vollständig schwarz, sein Körper extrem muskulös. Bull setzt eine Finte. Er will wissen, ob sich Bostich die Krankheit der Haluter eingefangen hat. Der Haluter in Bostichs Begleitung, Sawru Maudh, gibt nichts preis. Die Haluter nennen die Krankheit das Stasis-Syndrom. Bull geht mit Toio Zindher an Bord des Sprosses, um dort nach dem Angriff Evakuierungsmaßnahmen einzuleiten. Bull möchte nicht, dass er und die Terraner mit dem Angriff in Verbindung gebracht werden. Bostich ist einverstanden. Damit die Arkonidenwelt nicht erneut Opfer einer Katastrophe wird, soll der Spross ins All gelockt werden.
Die PARAKATT fliegt den Spross an und bittet um Einlass für kranke Haluter. Die Gemeni lehnen die Behandlung der Haluter ab. Sie sind nicht würdig im Sinne GESHODS. Daraufhin wird der Impulsspiegler mit geringer Leistung eingesetzt. Der Erfolg ist verblüffend. Die Oberfläche KYLLDINS wird beeinträchtigt. Der Spross teleportiert übergangslos ins All. Die PARAKATT folgt und verstärkt den Einsatz des Impulsspieglers. Fünfzig Haluter schleusen in Kampfanzügen aus und etwa dreißig von ihnen können in den aufgebrochenen Spross eindringen, bevor sich die Hülle wieder schließt.
An Bord des Sprosses KYLLDIN sind Bull und Zindher erfolglos in ihren Bemühungen, Gäste aufzuspüren. Bevor sie von Bhal Kharnaim empfangen werden, dringen die Haluter ein. Zindher entdeckt die Vitalaura von Bostich, der mit einem mobilen Transmitter, den die Haluter mitführten, an Bord gekommen ist. Bull will herausfinden, was Bostich vorhat. Sie treffen auf die ersten Haluter. Allesamt tot. Die Saenkari an Bord lehnen Bulls Hilfe für eine Evakuierung ab. Sie bekämpfen die Haluter mit Thedhelen, die Rauchhaluter mit einer Vitalaura erzeugen und die echten Haluter irritieren. Als Bull eingriffen will, hält ihn seine Frau zurück. Sie sieht die Haluter bereits als tot an. In ihren Auren ist etwas Dunkles. Sie alle haben die Krankheit. Sie sieht auch in Bostichs Aura etwas, das nicht dorthin gehört. Ähnlich wie die Krankheit der Haluter. Als der letzte Haluter stirbt, erreicht Bull ein Funkspruch der RIBALD CORELLO. Vetris-Molaud ist mit einer Flotte im Giromsystem erschienen.

 

Rezension:
„Gestohlenes Leben“ ist der direkte Vorgängerroman vom gleichen Autor. Zumindest ging ich von dieser Voraussetzung aus. Tatsächlich werden von Kai Hirdt nun die Ereignisse aus mehreren Romanen zusammengeführt. Und das sind nicht wenige.
Den Einstieg legt der Autor in die Kristallbaronie Girmomar und dem Desaster von Bostichs Hauruck-Aktion. Danach erfolgt ein Zeitsprung von drei Monaten. Die anderen genannten Ereignisse werden nun in einer Art Bestandsaufnahme aus einem Gespräch heraus beschrieben, das Reginald Bull mit Maurits Vingaden und Hekéner Sharoun führt. Sortieren war in diesem Kapitel angesagt, denn die einzelnen Schnipsel waren doch arg fragmentiert. Hier mal eben der Angriff Bostichs in der Rückblende aufgearbeitet, zwischendurch eine Erklärung zu Bulls Ablehnung dreier ZA, ein paar Infos über verlorengegangene Haluter eingeworfen, Vetris-Molauds ebenfalls gescheiterten Angriff gestreift und mit dem Verschwinden der SHINAE dem anwesenden Bull einen kleinen Schreck versetzt. Denn damit ist seine Tochter vielleicht in Gefahr. Abgesehen davon stand Bulls Familienleben ebenfalls im Fokus von Hirdts Inventur.
Natürlich war es wichtig und richtig, die Geschehnisse zu bündeln. Allerdings wird gerade dadurch deutlich, dass in den Vorgängerromanen doch hin und wieder etwas fehlte, was man nun durch Rückblenden, Augenzeugenberichten, Geheimdienstarbeit oder Besprechungen erfährt. Das Kapitel wirkte dadurch etwas zerfahren und persönlich bedaure ich, dass man mit den Figuren eben nicht so dicht dran war, an den eigentlichen Geschehen, die hier zum Teil nur aufgearbeitet werden.
Das ändert sich, als die Protagonisten sich ins Giromsystem aufmachen. Bereits zuvor hat Kai Hirdt das Kommandounternehmen der Haluter aus der Ich-Perspektive eines der beteiligten Riesen eingeführt. Abschnittsweise wird diese Ich-Perspektive des jungen Haluters bis zum bitteren Ende erzählt. Das faszinierte, denn die Innenansicht eines Wesens mit zwei Gehirnen wird nicht so häufig verwendet. Gleichzeitig erleben wir Haluter ganz anders, als bisher gewohnt. Diese Wesen sind verzweifelt und setzen ihre Ethik und ihre Kultur aufs Spiel. In dieser Ich-Erzählung werden dann doch ein paar mehr Informationen zur Geißel der Haluter eingestreut. Sie hat zwar einen Namen aber sie kann nicht diagnostiziert werden. Der Jung-Haluter war mit Varub Ashed unterwegs, dennoch weiß er nicht, ob er betroffen ist. Zwar geht Kai Hirdt auf den inneren Konflikt des Haluters ein, indem er ihm ein Gewissen gibt, das ihn eigentlich von seinem Tun abhalten sollte. Die Moral unterliegt jedoch sehr schnell der Angst vor dem Sturz in die Unumkehrbarkeit. Hier hätte ich mir als Leser doch ein paar Zweifel mehr gewünscht, bzw. dass sich der innere Konflikt des Haluters ein bisschen stärker in seinem Handeln ausdrücken würde. Aber dieses Wesen mit zwei Gehirnen und der bisherigen tadellosen Moral wird in allen Szenen vom Gruppenzwang und der Angst besiegt.
Nochmal zurück zu Reginald Bull. Auch wenn es hin und wieder etwas störend wirkte, gefällt es mir, dass seitens der offiziellen Vertreter der LFG auch ein Unsterblicher wie Reginald Bull nicht einfach schalten und walten kann wie beliebt. Zumindest wird ihm Kontra gegeben und das macht die Geschichte stimmiger. Wobei, hin und wieder lassen die beteiligten Figuren es ein wenig an Abgeklärtheit missen. Nächste Woche greift Vetris-Molaud ein. Dann sind die drei Großmächte der Milchstraße, Terraner, Arkoniden und Tefroder im Einsatz. Nur ein weiteres Spross-Abenteuer? Oder doch endlich ein Fortschritt auf dieser Handlungsebene? Ich bin gespannt.