Articles for the Month of September 2017

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2927

Vorstoß des Multimutanten – von Leo Lukas – Handlung:
An Bord der RIBALD CORELLO nutzt Korin Anderlei ihre Position als Sonderbeauftragte des Liga-Residenten aus, um sich in der Zentrale mit den neuesten Informationen zu versorgen. Ihr „Schützling“ Reginald Bull ist außer Reichweite an Bord des Sprosses KYLLDIN. Anderlei schlägt von der Besatzung Ablehnung entgegen. Doch sie ist das gewohnt und sie spielt ihre Rolle weiter. So ist sie zugegen, als eine Flotte der Tefroder, angeführt von der VOHRATA unter Vetris-Molaud im Giromsystem eintrifft. Der Maghan des Neuen Tamaniums nimmt Kontakt zu den Arkoniden auf und erhält die Erlaubnis, den Spross zu untersuchen. Hunderte Leichte Kreuzer der PECTOR-Klasse schwärmen aus und hüllen das Gemeni-Schiff ein.
Auf dem Spross sind Reginald Bull und Toio Zindher Zeugen des Massakers an den Halutern geworden. Bostich, der per Transmitter auf KYLLDIN wechselte, wird verschont. Ein Pikodh der Besatzung, der sich als Struudh vorstellt, will Bostich zu Bhal Kharnaim bringen. Bull und Zindher dürfen sich anschließen. Die Vitaltelepathin erkennt Veränderungen in der Aura des Sprosses. Es ist, als würde jemand dem Bioschiff feine Nadelstiche versetzen.
Die beiden wissen nicht, dass genau das außerhalb stattfindet. Die Beibootflotte der Tefroder umkreist den Spross. An Bord der meist automatisiert fliegenden Kreuzer befinden sich aber auch Tefroder eines Einsatzkommandos. Paeril Shewkett ist ein Para-Analyst. Er kann u.a. die Bewegung einer Vielzahl von Objekten voraussagen. Schneller als eine Positronik, da er auch biologische Intuition einfließen lassen kann. Mit der Transmitterspezialistin Tuparin Kelkan und anderen hat er einen klaren Auftrag. Er soll den Multimutanten Assan-Assoul möglichst dicht an den Spross KYLLDIN bringen, damit der die Schwächen der Gemeni erkennen kann. Doch KYLLDIN wehrt sich. Mit der Hyperfaust werden Kreuzer vernichtet. Allerdings scheint der Spross nur eine Waffe zu haben und kann dementsprechend immer nur ein Ziel angreifen.
Ein Teil der Strategie von Vetris-Molaud ist es, den Spross mit einem Peilsender zu versehen. Winzige Trümmerstücke der Kreuzer haften an der Oberfläche KYLLDINS und sind durch die Tefroder verfolgbar. Als der Spross plötzlich teleportiert, folgt ihm die VOHRATA. Aber die RIBALD CORELLO kann dem tefrodischen Flaggschiff folgen. Eine mit Onryonen gemeinsam vorgenommene Entwicklung ist der Effekttaster. Er kann ein Schiff im Linearraum trotz Librationstarner verfolgen. Der Flug geht in ein 16 Lichtjahre entferntes System. KYLLDIN umkreist den Planeten Sumurdh im System des Sterns Bmerasath. Der Planet soll eine Höllenwelt sein, voll giftiger Geschöpfe und zu gefährlich für eine Besiedlung. Die RIBALD CORELLO tarnt sich mit dem Protos-Schattenschirm und beobachtet, wie sich die VOHRATA, die keine so effektive Tarnung besitzt, dem Gemeni-Schiff nähert.
Auf KYLLDIN hat Toio die Teleportation gefühlt. Auch die Bedingungen scheinen sich geändert zu haben, denn sie werden von Struudh vorerst ausgeladen. Nur Bostich darf zum Bhal. Bull und Zindher machen sich auf die Suche nach der Psi-Quelle des Sprosses und entdecken sie im Oberteil des ellipsoiden Raumers. Die Quelle unterscheidet sich von dem anderer Sprosse.
Auf der VOHRATA rüstet sich ein Team zur Stürmung KYLLDINS. In einem kleinen torpedoförmigen Schiff nehmen Assan-Assoul und Spezialkräfte Platz. Der Multimutant reißt ein Loch in die Hülle KYLLDINS und das Schiff dringt ins Innere ein. Die VOHRATA hat parallel dazu alle Kreuzer der PECTOR-Klasse ausgeschleust, die allesamt die VOHRATA simulieren. Die Hyperfaust der Gemeni schießt zwar einzelne Kreuzer ab, kann jedoch nicht das Flaggschiff treffen. Die Terraner geben dem tefrodischen Abwehrgerät den Namen Schimärenprojektor.
Der Angriff auf KYLLDIN sorgt für Aufruhr in der Psi-Quelle. Bull und Zindher, die ihr sehr nahe waren, sind besonders betroffen. Langsam beruhigt sich die Lage wieder. Die beiden entdecken das Loch im Spross und folgen einer Spur der Zerstörung. Assan-Assouls Fähigkeit als Para-Dysfaktor haben die Gemeni nichts entgegenzusetzen. Sie verwelken, sie sterben. Als Bull und Zindher die Tefroder erreichen, setzt Assan-Assoul seine zweite Fähigkeit ein, die des Para-Konfigurators. Er bedient sich der Fähigkeit Toio Zindhers und bringt den Spross zum Absturz. Reginald Bull trägt seine bewusstlose Frau zu der Öffnung, die von den Tefrodern ins Schiff geschlagen wurde. Beide können den Spross verlassen. Unter ihnen schlägt das Riesenschiff in die Planetenoberfläche ein. Kann das jemand überleben?

 

Rezension:
Ein weiteres Spross-Abenteuer. Der Vorgeschichte nach zu urteilen, eines von ernster Natur. Von daher war ich gespannt, wie Leo Lukas darin seinen besonderen Humor unterbringen würde. Der Autor tut das, indem er einen fiktiven Erzähler aus der Zukunft direkt der Leserschaft von den Ereignissen berichten lässt. Hoschpians unautorisierte Chroniken kommen mal wieder zum Einsatz. Und das Adjektiv „unautorisiert“ erlangt hier eine Bedeutung, denn die Berichterstattung erfolgt in einem äußerst launigen Tonfall.
Mit Korin Anderlei hat der Österreicher aber einen zweiten Stützpfeiler für seinen Humor gefunden. Während Hoschpians Chroniken nur dem Einstieg in die Geschichte dienten, wirbelt Korin Anderlei ein ums andere Mal die Abläufe in der Zentrale der RIBALD CORELLO durcheinander.
An Bord KYLLDINS geht’s dann tatsächlich ernster zu. Zuerst die Aufarbeitung des Massakers an den eingedrungenen Halutern und dann die Attacken der Tefroder. Für die Mutanten wählt Leo Lukas zwei unterschiedliche Vorgehensweisen in der Beschreibung ihrer Fähigkeiten. Er lässt Toio Zindher beim Einsatz ihrer Kräfte viel beschreiben. Dabei bleibt der Autor in der Linie mit vorausgegangenen Erzählungen. Im Zusammenspiel mit Reginald Bull ergibt sich ein perfekt aufeinander eingespieltes Team. Die kleinen Konflikte stören nicht, sie dienen tatsächlich dem puschen der beiden Charaktere. Dazwischen gönnt der Autor dem Pärchen auch persönliche Gedanken, wenn es um die Tochter geht. Diese Konstellation gefiel mir sehr gut.
Den Einsatz der Psi Fähigkeiten Assan-Assouls schildert der Autor dagegen nur aus der Sicht seiner Begleiter und schafft damit einen Ausgleich zu den Beschreibungen Zindhers. Natürlich bleiben die Fähigkeiten des tefrodischen Multimutanten dadurch ein Mysterium. Aber das ist ja auch die Absicht bei dieser Vorgehensweise.
Letzte Woche schielte ich nach dem Fortschritt in der Sprossebene. Es gibt ihn. Aber nicht, was die Enthüllung von Geheimnissen oder von Motiven der Fremden angeht. Tatsächlich bin ich erneut positiv überrascht, dass dem Thema mit den Bioschiffen auch nach so vielen Romanen immer noch ein bestimmter Blickwinkel, eine bestimmte Herangehensweise, eine andere Erzählweise mehr hinzugefügt werden konnte.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 12

Der Plan der Cynos – von Uwe Anton – Handlung:
Perry Rhodan bleiben 60 Minuten, um Caruso eine Antwort zu geben. Der Plan des Cynos sieht vor, dass Schmitt und Nostradamus gefunden und ausgeliefert werden müssen. Sollte Rhodan die beiden Brüder nicht binnen eines Monats finden, würden die Kontra-Cynos sicherheitshalber das Solsystem zerstören, um die Milchstraße zu retten. Takayo Sukurai kommt Rhodans Antwort zuvor. Sie manipuliert den telepathischen Sender im Körper eines der Raumsoldaten. Ein starkes Signal verlässt Terminus trotz der Abschirmung. Die Position des Machtzentrums der Kontra-Cynos ist nicht länger geheim. Arma Aylom betritt die Zelle und trifft auf Takayo Sukurai, die sich als Cyno endgültig zu erkennen gibt. Im Zweikampf tötet sie Aylom, die zu einem Obelisken wird.
Auf der CART RUDO haben drei Pro-Cynos das Schiff aus der Gewalt der Kontras befreit. Mit der unfreiwilligen Hilfe von Alaska Saedelaere. Der Maskenträger mobilisiert die Besatzung der CART RUDO. Icho Tolot und Gucky werden befreit. Der Ilt war von den Kontra-Cynos in einer Zelle mit Anti-Psi-Strahlern isoliert worden.
Inzwischen muss Perry Rhodan wohl oder übel den Plänen seiner ehemaligen Leibwächterin folgen. Die Cyno will eines der Raumschiffe mit einem modifizierten Hyperinmestron kapern. Sie benötigt Renier Bievres Hilfe, die der Zeitspringer und die CART RUDO als Rückendeckung. Sie verlassen die Zelle, befreien die terranischen Raumsoldaten des kleinen Kommandotrupps und schlagen sich zu einer Rohrbahn durch, der sie zu einem Transmitter bringen soll. TERMINUS-ALPHA wird evakuiert. Die Psi-Kräfte von Takayo Sukurai machen ihnen den Weg frei. Niemand hält sie auf. Und wenn doch, kann die Cyno das Hindernis beseitigen. Das Ziel ist einer der Raumhäfen auf SCHMIEDE. Unterwegs quetscht Rhodan ein paar Informationen aus Takayo Sukurai heraus. Caruso hat nur bei zwei Aspekten die volle Wahrheit gesagt. Es gibt zwei Fraktionen unter den Cynos und der Schwarm wird kommen. Alles andere wurde arrangiert. Juki Leann hat Rhodan im Auftrag von Caruso eine andere Wirklichkeit gezeigt, damit der Terraner mit den Kontra-Cynos zusammenarbeitet.
Rhodan erfährt, dass die Cynos seit einer Million Jahren auf die Rückkehr des Schwarms warten, um ihn zurückzuerobern. In dieser Zeit haben sich andere Cynos abgespalten. Die Kontra-Cynos wollen den Schwarm in die Milchstraße integrieren und sich zu den Herrschern der Sterneninsel aufschwingen. Mit dem Hyperinmestron soll der Schmiegeschirm um den Schwarm geknackt werden, um die Götzen und die Steuerwelten des Schwarms angreifen zu können. Die Söldner sollen dies bewerkstelligen. Die Kontra-Cynos werden auch Sol vernichten, um die Anführer der Pro-Cynos, Schmitt und Nostradamus, zu töten. Vor den beiden Brüdern haben die Kontra-Cynos sehr viel Respekt. Schmitt und Nostradamus könnten auf einen Schlag tausende oder gar zehntausende Kontra-Cynos töten. Takayo Sukurai hat sich auf die Spur der Kontra-Cynos begeben. Von Wloto Gribsen sollte sie aktuelle Informationen von Nosmo erhalten. Sie wusste nicht, das Tezen Sadinoha ein Kontra-Cyno war. Wloto Gribsen hat mit seiner Restsubstanz die Zeitspringer durchdrungen und damit sogar Rhodans Plan, das Solsystem zu schützen, unterstützt. Im Arcane-System hat sie drei Brüder an Bord der CART RUDO geholt. Beinahe wären sie aufgeflogen, weil die Zeitspringer von Cynos angezogen werden.
Während Rhodan und die anderen hoffen, nach SCHMIEDE zu gelangen, versuchen Galbraith Deighton und der Vario-400 in der Maske des Tom Bistamurtis nach TERMINUS-ALPHA zu gelangen. Mit einem Transporter sind sie fast am Ziel, als das Schiff kehrt macht und nach SCHMIEDE fliegt. Ihnen ist die Evakuierung dazwischengekommen. Auch Darren Zitarra und Juki Leann machen eigene Pläne. Die Zeitspringerin erkennt in den blauen Kristallen auf ihrer Haut ein Muster. Sie weiß plötzlich, dass die Partikel aus kristallisierter Eiris bestehen.
Per Transmitter gelangen Takayo Sukurai, Perry Rhodan und die anderen nach SCHMIEDE. Zuvor ist es dem Unsterblichen gelungen, mit Gucky unbemerkt von der Cyno in Kontakt zu treten. Auf SCHMIEDE tasten sie sich an einem Cyno-Schiff namens TAGIRA heran. Auf dem Raumhafen steht auch die CART RUDO. Gucky schafft für Rhodan und die anderen Kampfanzüge und Waffen heran. Takayo Sukurai will mit Gucky die Absperrung deaktivieren, die das Schiff mit dem Hyperinmestron schützt. Sie versagt, wird bewusstlos und mit ihr der Ilt. Terminus-Truppen nehmen die Gruppe unter Beschuss. Auch Tolot und andere Unterstützungskräfte aus der CART RUDO sind eingekreist. Inzwischen sind Galbraith Deighton und der Vario-400 auf Rhodan und die anderen aufmerksam geworden. Der Vario-400 entdeckt den Sender, der die TAGIRA abschirmt. Er opfert sich und sprengt ihn in die Luft. Auch die beiden Zeitspringer tauchen auf. Juki Leann sagt Rhodan, dass sie eine Vision gehabt hätte. Sie unterbreitet Rhodan einen Plan, um die Cynos zu überlisten.
Endlich kann die TAGIRA gekapert werden. Caruso meldet sich und bezeichnet Sukurai als eine Imago. Mit Bluffs versucht der Kontra-Cyno Rhodan und die anderen aufzuhalten. Sie starten aber dennoch von SCHMIEDE und Bievre setzt das Hyperinmestron ein, um den Schutzschirm um Terminus zu beseitigen. Eine Flotte der Pro-Cynos erscheint und greift alle Welten von Terminus an. Dabei sterben auch zahlreiche Söldner. Rhodan kann endlich Takayo Sukurai überlisten. Die Zeitspringer haben Bievre in die Vergangenheit transportiert, so dass der Wissenschaftler Zeit hatte an einem Generator zu arbeiten, der das ganze Schiff mit Hyperenergie flutet und auch eine Cyno außer Gefecht setzen kann. Takayo Sukurai wird in eine Psi-gesicherte Zelle gesperrt. Mit dem Hyperinmestron greift Rhodan die Schiffe der Pro-Cynos an. Er zerstört sie nicht, erregt aber so deren Aufmerksamkeit. Schmitt meldet sich. Rhodan verhandelt mit dem Anführer der Pro-Cynos. Das Töten der Söldner muss aufhören. Die Kontra-Cynos hingegen werden nicht verschont. Die TAGIRA, als das letzte verbliebene Schiff mit einem Hyperinmestron wird manipuliert. Es soll zur Explosion gebracht werden.
Caruso greift mit seinen Psi-Kräften Perry Rhodan an. Auf einer mentalen Ebene entbrennt ein Zweikampf. Gucky kommt zur Hilfe. Parallel dazu haben die Pro-Cyno inzwischen TERMINUS-ALPHA zerstört. Das letzte was Rhodan sieht, ist, wie Caruso zu einem Obelisken wird. Einer von unzähligen in einem riesigen Feld von Obelisken, die keine Schatten werfen.
Schmitt will mit Rhodan gemeinsam gegen den Schwarm vorgehen. Die Verdummung kann man nicht stoppen. Rhodan will die Milchstraße mobilisieren. Er nimmt Takayo Sukurai als Beweis mit ins Solsystem. Schmitt ist überraschend einverstanden. Die TAGIRA wird zerstört. Die CART RUDO tritt die Heimreise an. Zuvor meldet sich Schmitt. Er wird den Schirm um Terminus wieder errichten. Die abgeschotteten Terraner und andere Entführte können dort eine eigene Zivilisation aufbauen.
Auch die beiden Zeitspringer wissen, was sie tun werden. Sie suchen Schmitt auf. Mit neun alten Cynos transferiert sich die Gruppe in den Kuiper-Gürtel. Dazu jede Mange technisches Gerät. Danach springen die Zeitspringer nach Wanderer und treffen Homunk. ES hat die beiden benutzt, um die Zeitlinie zu wahren.
Rhodan sucht Takayo Sukurai in der Zelle auf. Die Ruhe seiner Gefangenen macht Rhodan misstrauisch. Zu Recht. Sie hat noch ein Ass im Ärmel. Die CART RUDO nimmt Kurs auf den Kuiper-Gürtel. Die neun Cynos dort haben einen Psi-Block gebildet und ein mächtiges psionische Netz vom Umfang des Solsystems gebildet. Noch während Rhodan mit seiner ehemaligen Leibwächterin spricht, verschwinden seine Erinnerungen. Die neun Cynos sterben bei der Aktion, Rhodan und den anderen eine neue Erinnerung zu geben. Und als das geschehen ist, war alles nur ein harmloser Ausflug der CART RUDO zum Rande des Solsystems. Takayo Sukurai verspricht ihm als letztes, dass sie sich eines Tages wiedersehen werden.
Fünfter September 1523 NGZ. Perry Rhodan hat seine Erinnerung wieder. Zu gerne würde er jetzt mit jemanden reden, der damals dabei war. Professor Voss reißt den Unsterblichen aus seinen Gedanken. Als Rhodan verwirrt aufblickt, sieht er Takayo Sukurai vor sich. Sie lächelt ihn an und sagt, dass sie es doch versprochen hatte, dass sie sich wiedersehen würden. Bevor Rhodan etwas sagen kann, steht wieder Jonathoan Voss vor ihm.

 

Rezension:
Der erste Satz und die erste Seite eines Romans geben häufig den Ausschlag dafür, ob die Geschichte den Leser anregt und über diesen ersten Satz, die erste Seite hinaus motivieren kann. Uwe Anton beginnt seinen Roman mit einem Auszug aus einem Interview seiner Hauptfigur. Zum 1000. Geburtstag hat Perry Rhodan am 08. Juni 2936 folgendes gesagt: „Obwohl ich mich bislang immer für die richtige Option entschieden habe, fürchte ich mich davor, eines Tages trotz der besten Absichten eine falsche Entscheidung zu treffen.“
An diesem Satz blieb ich hängen. Ich habe ihn mehrmals gelesen, um zu ergründen, ob es wirklich in der Absicht des Autors lag, einen über 1000 Jahre lang unfehlbar agierenden Menschen zu präsentieren. Terminus, so haben es Uwe Anton als Exposé-Autor und seine Mitstreiter angelegt, führt zurück in die Zeit des Solaren Imperiums. Zackige Meldungen der Art, „Jawohl Sir“ oder „Ja, Sir, jawohl Sir“ wurden von Uwe Anton und den Co-Autoren lässig heruntergeschmettert. Und mit dem militärischen Umgangston kehrte auch der Großadministrator zurück. Der unfehlbare Staatsmann, der Risikopilot, der Strahlemann, der Held! Der niemals verliert, der immer die richtigen Entscheidungen trifft. 1000 Jahre „immer“ die richtige Entscheidung! „Dieser“ Perry Rhodan ist schon lange tot. Begraben von einer 56-jährigen Serienentwicklung. Heißt die Rückkehr in die Serienhistorie automatisch auch eine Rückkehr in Darstellungen, die sich längst überholt haben oder kann der damalige Serienjargon auch nur auf der Basis einer solchen Darstellung funktionieren? Uwe Anton und seine Co-Autoren haben die Frage in allen Heften von Terminus längst beantwortet. Aber im letzten Band wird dies im ersten Satz nochmals überdeutlich in Erinnerung gerufen.
Ich habe nochmals meine Rezension zum Terminus-Auftakt durchgelesen. Vor 24 Wochen schrieb ich: Die (Handlungs)Zeit Solares Imperium ist mir, ich muss das einräumen, etwas fremd geworden. Mich haben immer die Romane mehr angesprochen, die den Zerfall des SI und den weiteren Weg der Menschheit zum Inhalt hatten. Der Zerfall hatte etwas Morbides, das mir irgendwie gefallen hat. Und der weitere Weg der Menschheit griff endlich das Thema aus Band 1 wieder auf, nämlich den Weg des Menschen in die Zukunft. Mit dem SI traten die Menschen unter Rhodans Führung lange auf der Stelle.
Jetzt nach 12 Heften Terminus habe ich für mich auch den Grund gefunden, warum die Menschheit auf der Stelle getreten ist. Die Führungsfigur Perry Rhodan ist auf der Stelle getreten. Die Figur hatte sich nicht entwickelt. Nicht in 1000 Jahren und auch nicht in den 500 weiteren Jahren danach, in denen Terminus spielt.
Nun aber weiter mit dem letzten Band. Terminus wurde zu Ende erzählt und Uwe Anton hat seine Geschichte vollgepackt. Alle offenen Handlungsfäden galt es abzuschließen, Fragen abschließend zu beantworten und Figuren ihrer Bestimmung zuzuführen.
Was der Leser schon länger weiß, wird nun auch der Hauptfigur zuteil. Die gut aussehende Leibwächterin Takayo Sukurai ist eine Cyno. Mit dieser Enthüllung und unter dem Druck des Ultimatums von Caruso zeigt sich Perry Rhodan alles andere als der berühmte Sofort-Umschalter. Mehr als einmal knirscht unser Held in hilfloser Manier mit den Zähnen, muss stutzen oder entgeistert stieren, wenn andere Entscheidungen fällen. Und das sind nur einige wenige Auszüge für Rhodans schwache und wenig selbstbewusste Darstellung in diesem Roman.
Nach der Demaskierung Sukurais folgt eine längere Fluchtsequenz. Das Ziel ist die Übernahme eines Cyno-Schiffs. Vom dramaturgischen Aufbau her, sprach mich dieses Szenario an. Die Figuren werden eingesammelt und letztlich an einem Punkt zentriert. Also werden zunächst die Raumsoldaten von Rhodans kleinem Trupp befreit. Die wirken recht munter. Wie sie ihre Erinnerungen zurückbekamen, verursacht durch das blaue Kirlian-Leuchten wird nicht erklärt oder ich habe es überlesen. Auch dass Arma Aylom erwähnte, dass alle paralysiert seien, bevor sie im Zweikampf mit Takayo Sukurai unterliegt, schien bei der Befreiung keine Rolle mehr zu spielen. Ebenso merkwürdig das Interesse der Cyno an der Gesundheit der Soldaten.
Die Flucht wird durch die Kräfte der Cyno entschieden. Hoffnung keimte auf, als Rhodan unbemerkt von Takayo Sukurai mit Gucky Kontakt aufnimmt. Doch zunächst war von einer eigenen Strategie des Unsterblichen nichts zu erkennen. Mit Galbraith Deighton und dem Vario-400 werden zwei weitere Figuren zur Übernahme eines Cyno-Schiffs vom Autor zum Ziel geschickt. Wir erinnern uns. Nachdem Rhodan auf Olymp erfolglos die Anwerbung als Söldner durchlaufen hatte, haben es ihm Galbraith Deighton und der Vario-400 gleichgetan. Sie sind noch vor Rhodan bei Terminus eingetroffen. Um was zu tun? Was haben die beiden bewirkt? Die beiden wissen das auch nicht. Sie wollen nach TERMINUS-ALPHA, um dort an ein Schiff zu kommen. Ausgerechnet TERMINUS-ALPHA, das Machtzentrum. Mit viel Glück landen die beiden auf SCHMIEDE. Nebenbei erwähnt, dort befinden sich die Raumhäfen. Also warum nicht gleich so?
Auch die CART RUDO wird in Marsch gesetzt. Auch hier spielen die Terraner und ihre Verbündeten nur eine untergeordnete Rolle. Die Befreiung erfolgt durch die Pro-Cynos im Auftrag von Takayo Sukurai. Ich mutmaße, dass die Kontra-Cynos zuvor die CART RUDO ins Terminus-System brachten. Denn nun, nach der Übernahme, landet das Schiff auf SCHMIEDE. Ebenso wie Tolots eigenes Schiff.
Und schließlich packt der Autor auch noch die beiden Zeitspringer an. Die erkennen plötzlich ihre Bestimmung. Oder wie Juki Leann sich später gegenüber Rhodan ausdrückt: Sie hatte eine Vision. Auch die beiden Zeitspringer machen sich auf den Weg nach SCHMIEDE.
Somit sind alle relevanten Figurengruppen an einem Ort. Nur Caruso ist erstaunlich still. Takayo Sukurai berichtet von dem Schutz, mit dem die Cyno-Schiffe unerlaubten Besuch fernhalten und den sie abschalten könne. Sie scheitert, als sie von Gucky per Teleportation auf das Cyno-Schiff mitgenommen wird. Später opfert sich der aufgetauchte Vario-400, um diesen Schutz, der außerhalb (!) des Schiffes aufrechterhalten wird, zu beseitigen. Takayo Sukurais Aktion habe ich daher nicht verstanden. Und der Opfergang des Vario war wohl in Anlehnung an den späteren Opfergang des Vario-500 eingebaut worden. Da die Ziele des Duos Galbraith Deighton und Vario-400 aber wenig herausgearbeitet wurden, setzte der Opfergang des einen auch keine Emotionen frei.
Es folgt der Showdown. Die TAGIRA wird erobert und die Pro-Cynos erscheinen mit einer Flotte. Nun greift Rhodans Plan, der teilweise in einer Rückblende erläutert wird und in der es ihm gelingt, Takayo Sukurai außer Gefecht zu setzen. Das gefiel mir wieder gut, auch wenn alles sehr hektisch geschildert wird. Deutlich wurde an dieser Stelle, dass sich Uwe Anton für den letzten Band zu viel aufgeladen hatte. Die Äußerungen Uwe Antons in Diskussionsforen, doch den letzten Band abzuwarten, bevor man sein Urteil über Terminus fällt, sind tatsächlich berechtigt. Nichtsdestotrotz wäre eine Entzerrung einiger Handlungselemente und Geheimnisse, bzw. deren Auflösung auf mehrere Romane angebracht gewesen.
Caruso findet nun ein Ende und mit ihm die Kontra-Cynos. Auch hier ließe sich viel zu dem Einsatz von Schmitt sagen, der nach Aussage in diesem Roman tausende oder zehntausende Cynos vernichten könne. Und warum konnte dann Caruso nochmal Perry Rhodan angreifen? Auch die vielen Millionen Söldner in Terminus überraschen. Hieß es doch in Band 5, dass auf solaren Welten seit geraumer Zeit tausende von Humanoiden verschwunden sind, die nicht in das übliche Schema von Vermisstenfällen passen. Damals war das nur ein Nebensatz. Tatsächlich war das eigentlich der Hauptansatzpunkt der Geschehnisse. Nicht das ATG, nicht die Zeitspringer. Die Verschwundenen waren es. Immerhin kann Perry ein paar von ihnen retten.
Auch das Schicksal der Zeitspringer wird geklärt. Es sind Erfüllungsgehilfen von ES und sie wahrten die Zeitlinie. Der Begriff Eiris fällt überraschend und völlig zusammenhanglos. Und Darren Zitarra und Juki Leann gehen händchenhaltend ins Paradies. So schlecht hatte ich es nicht erwartet. Zwei starke Figuren bekommen einen Soap-Abgang. In ein oder zwei Halbsätzen plötzlich den Wanderer, Homunk und Eiris einwerfen, um Terminus einen, wie auch immer gearteten, kosmischen Touch zu verleihen, passt nicht zu den bisherigen Ereignissen. Mit dem Schwarm und den Cynos bekommen es die Terraner zwar mit Elementen zu tun, die letztlich auf den Einfluss der Hohen Mächte hin entstanden sind. Aber Terminus zeigte bislang den geerdeten Teil der Serie. Es war aus meiner Sicht unnötig, auf der vorletzten Seite der Miniserie den kosmologischen Überbau auszupacken.
Und dann das Finale. Takayo Sukurai behält die Oberhand. Und Rhodans Satz aus Band 1: „Mein Gott, was habe ich getan?“ leitet auch den Epilog von Band 12 ein. Doch was hat er denn getan? Er war Handlanger eines Feindes von Band 1 bis Band 12, der ihn getäuscht und manipuliert hat.
Die Manipulation hatte ich bereits in anderen Rezensionen kritisiert. Der Autor versucht, die Manipulation im letzten Roman abzuschwächen. Aus der Welt schafft er sie nicht. Carusos Behauptungen von einer Einflussnahme der Cynos auf frühere Entscheidungen Rhodans kann man abhaken. Caruso wollte mit Lügengeschichten Rhodan einwickeln. Anders sieht es mit den Pro-Cynos aus. Hier eiert die Geschichte doch bedenklich. Einerseits greift Takayo Sukurai mit unglaublichen Kräften in jede Auseinandersetzung ein, steuert so ganze Abläufe, bei der die Beteiligten wie Marionetten an Fäden hängen. Andererseits behauptet sie, Rhodan nie hintergangen und immer in seinem Sinne gehandelt zu haben. Gerade letzteres wurde in diesem Roman widerlegt. Und damit zeigt sich doch wieder eine klare Schwäche von Terminus. Zwölf Bände, in denen die Terraner, allen voran Perry Rhodan, nur die Hampelmänner anderer waren.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2926

Schwarzes Feuer – von Kai Hirdt – Handlung:
Im August 1551 NGZ eskaliert die Situation in der Kristallbaronie Girmomar. Während unzählige Bewerber an den Grenzen des Giromsystems stehen, ist die GOS’TUSSAN, das ehemalige Flaggschiff des Kristallimperiums, in das System eingeflogen. Der ehemalige Imperator Bostich fordert den Oberbefehl über alle kampffähigen Einheiten und bekommt ihn auch. Mit fünf Abtrünnigen macht die GOS’TUSSAN kurzen Prozess, danach stehen alle Schiffe hinter Bostich und bilden drei Schalen um den Spross KYLLDIN. Mit der KATOR GIRMOMAR und wenigen Schiffen versucht Zaroia da Bargk die Hauptstadt Shernoss zu schützen. Als die Angreifer das Feuer auf den Spross eröffnen, wird das Waffenfeuer von den geschlossenen Schutzschirmen der Schalen reflektiert und brandet zusätzlich gegen das Gemeni-Schiff. Der Spross wehrt sich. Ein einziger taktischer Waffenstrahl zerstört ein Schiff der Angreifer. Deren Phalanx wird aufgerissen, wodurch die Waffenenergien ins Meer vor Shernoss schlagen. Die Wirkung ist verherrend. Große Teile der Stadt werden zerstört. Trotz angelaufener Evakuierung sterben etwa 30.000 Arkoniden, andere werden verstrahlt. Bostich verlässt den Ort der Niederlage ohne Kommentar.
Monate später, im November 1551 NGZ werden Aufzeichnungen des gescheiterten Angriffs der terranischen Regierung zugespielt. Reginald Bull, der letztlich den Tausch seines chaotarchisch geprägten ZA gegen drei Geräte der Gemeni ablehnte, hat einen Verdacht. Er vermutet einen Spion in den eigenen Reihen. Die Terraner haben inzwischen den Dakkarimpulsspiegel-Sextant entwickelt und einsatzfähig in der RIBALD CORELLO eingebaut. Der Impulsspiegler soll den Schutzschirm eines Sprosses neutralisieren. Und genau jetzt kommen Informationen. Jemand will sich offensichtlich der Unterstützung der Terraner versichern. Bull ist besorgt. Auch die Tefroder sind beim Angriff auf den Spross SHINAE gescheitert. Der Spross ist seitdem verschwunden. Da erscheint ein Gesandter Bostichs im Solsystem. Es ist ein Haluterschiff. Auch hier ist die Informationslage dürftig. Dem TLD ist bekannt, dass vor sieben Jahren zehn Haluter bei einer Drangwäsche spurlos verschwunden sind. Das hatte es noch nie gegeben. Bull und Sharoun empfangen den Arkoniden Thantur da Targdon und vier Haluter. Deren Anführer Varub Ashed trägt Terkonit-Prothesen.
Die Terraner sichern Unterstützung zu, wollen jedoch nicht selber auftreten. Ein Impulsspiegler wird in das Haluterschiff PARAKATT eingebaut, das zum Spross KYLLDIN fliegt. Die RIBALD CORELLO mit Reginald Bull und Toio Zindher folgt als Beobachter. Außerdem wollen sie den Wahlbaron Segos Isirea besuchen und ihn auf den Angriff vorbereiten. Sie erfahren, dass der Spross bei der Heilung von verstrahlten Arkoniden geholfen hat. Bull erfährt auch, dass außer dem Khasurnbaron andere Verjüngte den Spross nicht verlassen haben. Reginald Bull sucht Bostich auf. Der Ex-Imperator hat sich verändert. Seine Haut ist vollständig schwarz, sein Körper extrem muskulös. Bull setzt eine Finte. Er will wissen, ob sich Bostich die Krankheit der Haluter eingefangen hat. Der Haluter in Bostichs Begleitung, Sawru Maudh, gibt nichts preis. Die Haluter nennen die Krankheit das Stasis-Syndrom. Bull geht mit Toio Zindher an Bord des Sprosses, um dort nach dem Angriff Evakuierungsmaßnahmen einzuleiten. Bull möchte nicht, dass er und die Terraner mit dem Angriff in Verbindung gebracht werden. Bostich ist einverstanden. Damit die Arkonidenwelt nicht erneut Opfer einer Katastrophe wird, soll der Spross ins All gelockt werden.
Die PARAKATT fliegt den Spross an und bittet um Einlass für kranke Haluter. Die Gemeni lehnen die Behandlung der Haluter ab. Sie sind nicht würdig im Sinne GESHODS. Daraufhin wird der Impulsspiegler mit geringer Leistung eingesetzt. Der Erfolg ist verblüffend. Die Oberfläche KYLLDINS wird beeinträchtigt. Der Spross teleportiert übergangslos ins All. Die PARAKATT folgt und verstärkt den Einsatz des Impulsspieglers. Fünfzig Haluter schleusen in Kampfanzügen aus und etwa dreißig von ihnen können in den aufgebrochenen Spross eindringen, bevor sich die Hülle wieder schließt.
An Bord des Sprosses KYLLDIN sind Bull und Zindher erfolglos in ihren Bemühungen, Gäste aufzuspüren. Bevor sie von Bhal Kharnaim empfangen werden, dringen die Haluter ein. Zindher entdeckt die Vitalaura von Bostich, der mit einem mobilen Transmitter, den die Haluter mitführten, an Bord gekommen ist. Bull will herausfinden, was Bostich vorhat. Sie treffen auf die ersten Haluter. Allesamt tot. Die Saenkari an Bord lehnen Bulls Hilfe für eine Evakuierung ab. Sie bekämpfen die Haluter mit Thedhelen, die Rauchhaluter mit einer Vitalaura erzeugen und die echten Haluter irritieren. Als Bull eingriffen will, hält ihn seine Frau zurück. Sie sieht die Haluter bereits als tot an. In ihren Auren ist etwas Dunkles. Sie alle haben die Krankheit. Sie sieht auch in Bostichs Aura etwas, das nicht dorthin gehört. Ähnlich wie die Krankheit der Haluter. Als der letzte Haluter stirbt, erreicht Bull ein Funkspruch der RIBALD CORELLO. Vetris-Molaud ist mit einer Flotte im Giromsystem erschienen.

 

Rezension:
„Gestohlenes Leben“ ist der direkte Vorgängerroman vom gleichen Autor. Zumindest ging ich von dieser Voraussetzung aus. Tatsächlich werden von Kai Hirdt nun die Ereignisse aus mehreren Romanen zusammengeführt. Und das sind nicht wenige.
Den Einstieg legt der Autor in die Kristallbaronie Girmomar und dem Desaster von Bostichs Hauruck-Aktion. Danach erfolgt ein Zeitsprung von drei Monaten. Die anderen genannten Ereignisse werden nun in einer Art Bestandsaufnahme aus einem Gespräch heraus beschrieben, das Reginald Bull mit Maurits Vingaden und Hekéner Sharoun führt. Sortieren war in diesem Kapitel angesagt, denn die einzelnen Schnipsel waren doch arg fragmentiert. Hier mal eben der Angriff Bostichs in der Rückblende aufgearbeitet, zwischendurch eine Erklärung zu Bulls Ablehnung dreier ZA, ein paar Infos über verlorengegangene Haluter eingeworfen, Vetris-Molauds ebenfalls gescheiterten Angriff gestreift und mit dem Verschwinden der SHINAE dem anwesenden Bull einen kleinen Schreck versetzt. Denn damit ist seine Tochter vielleicht in Gefahr. Abgesehen davon stand Bulls Familienleben ebenfalls im Fokus von Hirdts Inventur.
Natürlich war es wichtig und richtig, die Geschehnisse zu bündeln. Allerdings wird gerade dadurch deutlich, dass in den Vorgängerromanen doch hin und wieder etwas fehlte, was man nun durch Rückblenden, Augenzeugenberichten, Geheimdienstarbeit oder Besprechungen erfährt. Das Kapitel wirkte dadurch etwas zerfahren und persönlich bedaure ich, dass man mit den Figuren eben nicht so dicht dran war, an den eigentlichen Geschehen, die hier zum Teil nur aufgearbeitet werden.
Das ändert sich, als die Protagonisten sich ins Giromsystem aufmachen. Bereits zuvor hat Kai Hirdt das Kommandounternehmen der Haluter aus der Ich-Perspektive eines der beteiligten Riesen eingeführt. Abschnittsweise wird diese Ich-Perspektive des jungen Haluters bis zum bitteren Ende erzählt. Das faszinierte, denn die Innenansicht eines Wesens mit zwei Gehirnen wird nicht so häufig verwendet. Gleichzeitig erleben wir Haluter ganz anders, als bisher gewohnt. Diese Wesen sind verzweifelt und setzen ihre Ethik und ihre Kultur aufs Spiel. In dieser Ich-Erzählung werden dann doch ein paar mehr Informationen zur Geißel der Haluter eingestreut. Sie hat zwar einen Namen aber sie kann nicht diagnostiziert werden. Der Jung-Haluter war mit Varub Ashed unterwegs, dennoch weiß er nicht, ob er betroffen ist. Zwar geht Kai Hirdt auf den inneren Konflikt des Haluters ein, indem er ihm ein Gewissen gibt, das ihn eigentlich von seinem Tun abhalten sollte. Die Moral unterliegt jedoch sehr schnell der Angst vor dem Sturz in die Unumkehrbarkeit. Hier hätte ich mir als Leser doch ein paar Zweifel mehr gewünscht, bzw. dass sich der innere Konflikt des Haluters ein bisschen stärker in seinem Handeln ausdrücken würde. Aber dieses Wesen mit zwei Gehirnen und der bisherigen tadellosen Moral wird in allen Szenen vom Gruppenzwang und der Angst besiegt.
Nochmal zurück zu Reginald Bull. Auch wenn es hin und wieder etwas störend wirkte, gefällt es mir, dass seitens der offiziellen Vertreter der LFG auch ein Unsterblicher wie Reginald Bull nicht einfach schalten und walten kann wie beliebt. Zumindest wird ihm Kontra gegeben und das macht die Geschichte stimmiger. Wobei, hin und wieder lassen die beteiligten Figuren es ein wenig an Abgeklärtheit missen. Nächste Woche greift Vetris-Molaud ein. Dann sind die drei Großmächte der Milchstraße, Terraner, Arkoniden und Tefroder im Einsatz. Nur ein weiteres Spross-Abenteuer? Oder doch endlich ein Fortschritt auf dieser Handlungsebene? Ich bin gespannt.