Articles for the Month of September 2017

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2926

Schwarzes Feuer – von Kai Hirdt – Handlung:
Im August 1551 NGZ eskaliert die Situation in der Kristallbaronie Girmomar. Während unzählige Bewerber an den Grenzen des Giromsystems stehen, ist die GOS’TUSSAN, das ehemalige Flaggschiff des Kristallimperiums, in das System eingeflogen. Der ehemalige Imperator Bostich fordert den Oberbefehl über alle kampffähigen Einheiten und bekommt ihn auch. Mit fünf Abtrünnigen macht die GOS’TUSSAN kurzen Prozess, danach stehen alle Schiffe hinter Bostich und bilden drei Schalen um den Spross KYLLDIN. Mit der KATOR GIRMOMAR und wenigen Schiffen versucht Zaroia da Bargk die Hauptstadt Shernoss zu schützen. Als die Angreifer das Feuer auf den Spross eröffnen, wird das Waffenfeuer von den geschlossenen Schutzschirmen der Schalen reflektiert und brandet zusätzlich gegen das Gemeni-Schiff. Der Spross wehrt sich. Ein einziger taktischer Waffenstrahl zerstört ein Schiff der Angreifer. Deren Phalanx wird aufgerissen, wodurch die Waffenenergien ins Meer vor Shernoss schlagen. Die Wirkung ist verherrend. Große Teile der Stadt werden zerstört. Trotz angelaufener Evakuierung sterben etwa 30.000 Arkoniden, andere werden verstrahlt. Bostich verlässt den Ort der Niederlage ohne Kommentar.
Monate später, im November 1551 NGZ werden Aufzeichnungen des gescheiterten Angriffs der terranischen Regierung zugespielt. Reginald Bull, der letztlich den Tausch seines chaotarchisch geprägten ZA gegen drei Geräte der Gemeni ablehnte, hat einen Verdacht. Er vermutet einen Spion in den eigenen Reihen. Die Terraner haben inzwischen den Dakkarimpulsspiegel-Sextant entwickelt und einsatzfähig in der RIBALD CORELLO eingebaut. Der Impulsspiegler soll den Schutzschirm eines Sprosses neutralisieren. Und genau jetzt kommen Informationen. Jemand will sich offensichtlich der Unterstützung der Terraner versichern. Bull ist besorgt. Auch die Tefroder sind beim Angriff auf den Spross SHINAE gescheitert. Der Spross ist seitdem verschwunden. Da erscheint ein Gesandter Bostichs im Solsystem. Es ist ein Haluterschiff. Auch hier ist die Informationslage dürftig. Dem TLD ist bekannt, dass vor sieben Jahren zehn Haluter bei einer Drangwäsche spurlos verschwunden sind. Das hatte es noch nie gegeben. Bull und Sharoun empfangen den Arkoniden Thantur da Targdon und vier Haluter. Deren Anführer Varub Ashed trägt Terkonit-Prothesen.
Die Terraner sichern Unterstützung zu, wollen jedoch nicht selber auftreten. Ein Impulsspiegler wird in das Haluterschiff PARAKATT eingebaut, das zum Spross KYLLDIN fliegt. Die RIBALD CORELLO mit Reginald Bull und Toio Zindher folgt als Beobachter. Außerdem wollen sie den Wahlbaron Segos Isirea besuchen und ihn auf den Angriff vorbereiten. Sie erfahren, dass der Spross bei der Heilung von verstrahlten Arkoniden geholfen hat. Bull erfährt auch, dass außer dem Khasurnbaron andere Verjüngte den Spross nicht verlassen haben. Reginald Bull sucht Bostich auf. Der Ex-Imperator hat sich verändert. Seine Haut ist vollständig schwarz, sein Körper extrem muskulös. Bull setzt eine Finte. Er will wissen, ob sich Bostich die Krankheit der Haluter eingefangen hat. Der Haluter in Bostichs Begleitung, Sawru Maudh, gibt nichts preis. Die Haluter nennen die Krankheit das Stasis-Syndrom. Bull geht mit Toio Zindher an Bord des Sprosses, um dort nach dem Angriff Evakuierungsmaßnahmen einzuleiten. Bull möchte nicht, dass er und die Terraner mit dem Angriff in Verbindung gebracht werden. Bostich ist einverstanden. Damit die Arkonidenwelt nicht erneut Opfer einer Katastrophe wird, soll der Spross ins All gelockt werden.
Die PARAKATT fliegt den Spross an und bittet um Einlass für kranke Haluter. Die Gemeni lehnen die Behandlung der Haluter ab. Sie sind nicht würdig im Sinne GESHODS. Daraufhin wird der Impulsspiegler mit geringer Leistung eingesetzt. Der Erfolg ist verblüffend. Die Oberfläche KYLLDINS wird beeinträchtigt. Der Spross teleportiert übergangslos ins All. Die PARAKATT folgt und verstärkt den Einsatz des Impulsspieglers. Fünfzig Haluter schleusen in Kampfanzügen aus und etwa dreißig von ihnen können in den aufgebrochenen Spross eindringen, bevor sich die Hülle wieder schließt.
An Bord des Sprosses KYLLDIN sind Bull und Zindher erfolglos in ihren Bemühungen, Gäste aufzuspüren. Bevor sie von Bhal Kharnaim empfangen werden, dringen die Haluter ein. Zindher entdeckt die Vitalaura von Bostich, der mit einem mobilen Transmitter, den die Haluter mitführten, an Bord gekommen ist. Bull will herausfinden, was Bostich vorhat. Sie treffen auf die ersten Haluter. Allesamt tot. Die Saenkari an Bord lehnen Bulls Hilfe für eine Evakuierung ab. Sie bekämpfen die Haluter mit Thedhelen, die Rauchhaluter mit einer Vitalaura erzeugen und die echten Haluter irritieren. Als Bull eingriffen will, hält ihn seine Frau zurück. Sie sieht die Haluter bereits als tot an. In ihren Auren ist etwas Dunkles. Sie alle haben die Krankheit. Sie sieht auch in Bostichs Aura etwas, das nicht dorthin gehört. Ähnlich wie die Krankheit der Haluter. Als der letzte Haluter stirbt, erreicht Bull ein Funkspruch der RIBALD CORELLO. Vetris-Molaud ist mit einer Flotte im Giromsystem erschienen.

 

Rezension:
„Gestohlenes Leben“ ist der direkte Vorgängerroman vom gleichen Autor. Zumindest ging ich von dieser Voraussetzung aus. Tatsächlich werden von Kai Hirdt nun die Ereignisse aus mehreren Romanen zusammengeführt. Und das sind nicht wenige.
Den Einstieg legt der Autor in die Kristallbaronie Girmomar und dem Desaster von Bostichs Hauruck-Aktion. Danach erfolgt ein Zeitsprung von drei Monaten. Die anderen genannten Ereignisse werden nun in einer Art Bestandsaufnahme aus einem Gespräch heraus beschrieben, das Reginald Bull mit Maurits Vingaden und Hekéner Sharoun führt. Sortieren war in diesem Kapitel angesagt, denn die einzelnen Schnipsel waren doch arg fragmentiert. Hier mal eben der Angriff Bostichs in der Rückblende aufgearbeitet, zwischendurch eine Erklärung zu Bulls Ablehnung dreier ZA, ein paar Infos über verlorengegangene Haluter eingeworfen, Vetris-Molauds ebenfalls gescheiterten Angriff gestreift und mit dem Verschwinden der SHINAE dem anwesenden Bull einen kleinen Schreck versetzt. Denn damit ist seine Tochter vielleicht in Gefahr. Abgesehen davon stand Bulls Familienleben ebenfalls im Fokus von Hirdts Inventur.
Natürlich war es wichtig und richtig, die Geschehnisse zu bündeln. Allerdings wird gerade dadurch deutlich, dass in den Vorgängerromanen doch hin und wieder etwas fehlte, was man nun durch Rückblenden, Augenzeugenberichten, Geheimdienstarbeit oder Besprechungen erfährt. Das Kapitel wirkte dadurch etwas zerfahren und persönlich bedaure ich, dass man mit den Figuren eben nicht so dicht dran war, an den eigentlichen Geschehen, die hier zum Teil nur aufgearbeitet werden.
Das ändert sich, als die Protagonisten sich ins Giromsystem aufmachen. Bereits zuvor hat Kai Hirdt das Kommandounternehmen der Haluter aus der Ich-Perspektive eines der beteiligten Riesen eingeführt. Abschnittsweise wird diese Ich-Perspektive des jungen Haluters bis zum bitteren Ende erzählt. Das faszinierte, denn die Innenansicht eines Wesens mit zwei Gehirnen wird nicht so häufig verwendet. Gleichzeitig erleben wir Haluter ganz anders, als bisher gewohnt. Diese Wesen sind verzweifelt und setzen ihre Ethik und ihre Kultur aufs Spiel. In dieser Ich-Erzählung werden dann doch ein paar mehr Informationen zur Geißel der Haluter eingestreut. Sie hat zwar einen Namen aber sie kann nicht diagnostiziert werden. Der Jung-Haluter war mit Varub Ashed unterwegs, dennoch weiß er nicht, ob er betroffen ist. Zwar geht Kai Hirdt auf den inneren Konflikt des Haluters ein, indem er ihm ein Gewissen gibt, das ihn eigentlich von seinem Tun abhalten sollte. Die Moral unterliegt jedoch sehr schnell der Angst vor dem Sturz in die Unumkehrbarkeit. Hier hätte ich mir als Leser doch ein paar Zweifel mehr gewünscht, bzw. dass sich der innere Konflikt des Haluters ein bisschen stärker in seinem Handeln ausdrücken würde. Aber dieses Wesen mit zwei Gehirnen und der bisherigen tadellosen Moral wird in allen Szenen vom Gruppenzwang und der Angst besiegt.
Nochmal zurück zu Reginald Bull. Auch wenn es hin und wieder etwas störend wirkte, gefällt es mir, dass seitens der offiziellen Vertreter der LFG auch ein Unsterblicher wie Reginald Bull nicht einfach schalten und walten kann wie beliebt. Zumindest wird ihm Kontra gegeben und das macht die Geschichte stimmiger. Wobei, hin und wieder lassen die beteiligten Figuren es ein wenig an Abgeklärtheit missen. Nächste Woche greift Vetris-Molaud ein. Dann sind die drei Großmächte der Milchstraße, Terraner, Arkoniden und Tefroder im Einsatz. Nur ein weiteres Spross-Abenteuer? Oder doch endlich ein Fortschritt auf dieser Handlungsebene? Ich bin gespannt.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2925

Der Tryzom-Mann – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Nach dem Verlassen der Kunstwelt Wanderer steuert die NEÈFOR mit dem Dolan JASON an Bord das Madurantsystem und dem Planeten Thoo in der Canis-Major-Galaxie an. Der Flug gibt Opiter Quint die Gelegenheit mehr über Zau, den merkwürdigen Begleiter der USO-Agentin Mahnaz Wynter, zu erfahren. Zau vermittelt seine Geschichte auf sehr ungewöhnliche Weise. Opiter Quint ist „dabei“, als er Einzelheiten erfährt.
Die Geschichte nimmt ihren Anfang auf dem Planeten Lotron. Takerer haben auf dem Planeten ein genetisches Programm am Laufen. Unternehmen Tranat-System beschäftigt zahlreiche Takerer, darunter auch Numun und seine Frau Tavvu. Die Regeln sind hart. Die beiden können keine Kinder bekommen und werden auch vom genetischen Aufzuchtprogramm ausgeschlossen. In dieser Situation wendet sich der Genetiker Guvratosch an Numun und Tavvu. Er verspricht ihnen Kinder. Da das illegal ist, müssen alle mit Verfolgung durch den Geheimdienst Golamo rechnen. Laroschol, ein Agent der Golamo, ist Guvratosch schon lange auf den Fersen.
Numun und Tavvu kündigen ihre Arbeit und sind fortan von Guvratosch und dessen finanziellen Möglichkeiten abhängig. Der Wissenschaftler will eineiige Drillinge mit besonderen Fähigkeiten schaffen. Dazu setzt er auch Gen-Sequenzen einheimischer Spezies von Lotron ein. Die Drillinge sollen später zweigleisig denken können und Pedotransferer werden. Die Drillinge Anme, Mota und Zau werden geboren und Gen-Vater Guvratosch erforscht vom Tag ihrer Geburt an ihre Fähigkeiten. Er ist sehr ungeduldig und hat Angst davor, dass ihm die wissenschaftliche Anerkennung nicht mehr zu Lebzeiten zuteilwird, weil er bereits sehr alt ist. Numun ist sehr stolz auf seine Kinder und schützt sie vor dem Wissenschaftler, wo er nur kann. Vor Tavvu braucht Guvratosch keine Angst haben. Er hat sie heimlich Tablettenabhängig gemacht.
Als die Drillinge drei Jahre alt sind, zeigen sich die ersten Auswirkungen von Guvratoschs genetischen Eingriffen. Die Drillinge sind geistig überdurchschnittlich entwickelt. Anme ist ein Gedankentänzer und Mota entwickelt sich zu einem Pedotransferer. Und Zau kann beides, jedoch in geringerem Umfang. Doch plötzlich steht die Golamo vor der Tür und sie müssen fliehen. Guvratosch packt die Kinder in einen Gleiter und lässt die Eltern zurück, die von Laroschol getötet werden. Auf Porten, den vierten Planeten des Systems setzt Guvratosch seine Forschungen fort. Zau wird zunehmend rebellischer und die Drillinge widersetzen sich immer häufiger ihrem Gen-Vater. Widerwillig, und um die Drillinge zu besänftigen, nimmt er die Takererin Macinda zur Frau, die einen guten Einfluss auf die Kinder hat.
Zaus Fähigkeiten sind schwach. Er kann nur für zwei Minuten einen anderen Geist übernehmen. Sein Körper bleibt dabei stabil und wird nicht zu einer gallertartigen Masse, wie bei anderen Pedotransferern. Nur seine Körperkonturen verwischen. Macinda bringt Guvratosch dazu, die Kinder eine Zeitlang sich selbst zu überlassen. Er beschäftigt sich mit der Intelligenz-Steigerung der Lotron-Baumtänzer und verkauft die Züchtungen, die Gattrasch, um damit Geld zu verdienen. Guvratosch wird älter und arbeitet an einem Geheimplan. Dem Projekt Ruutosch. Wieder ist ihnen die Golamo auf die Spur gekommen. Macinda und Mota werden entführt und begehen in Gefangenschaft Selbstmord. Guvratosch, Anme und Zau siedeln auf dem Planeten Ceinnon.
Die Drillinge erfahren dunkle Details aus Guvratoschs Leben. Dennoch leben sie einige Jahre in Sicherheit, als erneut der Geheimdienst ihr Zuhause angreift. Guvratosch bleibt auf Ceinnon und opfert sich für Anme und Zau, die mit dem Raumschiff RUUTOSCH entkommen. Guvratosch gibt ihnen eine Botschaft mit. Er entschuldigt sich für seine Versäumnisse und bittet um Verzeihung, so wie er Zau verzeiht. Er schickt die RUUTOSCH auf einen Dilatationsflug 200.000 Jahre in die Zukunft. Dort sollen sie nach Ceinnon fliegen, der dann wahrscheinlich ein wichtiger Planet des takerischen Reiches ist. Die Gattrasch sind so konditioniert, dass sie Anme und Zau als Götter anerkennen werden.
Es kommt anders. 1533 NGZ endet der Flug und die Galactic Guardians bringen das Schiff auf. Anme opfert sich für seinen Bruder, der nach Lepso verkauft wird. Er ist der einzige Überlebende der Drillinge. Der Tryzom-Mann. Auf Lepso trifft er die USO-Agentin Mahnaz Wynter, die gegen ein Konsortium ermittelt. Nach einigen Umwegen gelangen beide zur USO und Monkey befördert Zau zum Agenten. Am Ende der Geschichte wird auch für Opiter Quint deutlich, von wo Zau stammt. Lotron ist der takerische Name für Terra!
Ein Detail seiner Geschichte hat Zau nicht verraten. Er war es, der die Golamo nach Ceinnon geholt hat. Er war zornig gewesen. Guvratosch hat seine leiblichen Eltern in Stich gelassen und hat Macinda und Mota auf dem Gewissen. Und doch sind da noch die letzten Worte Guvratoschs. „… so wie ich dir verzeihe, Zau …“.

 

Rezension:
Der Roman von Michael Marcus Thurner knüpft an die Geschichte von Wim Vandemaan an. Nach dem Besuch der Kunstwelt Wanderer wollte Opiter Quint mehr über den merkwürdigen Begleiter von Mahnaz Wynter erfahren. Zau steht etwas überraschend für mich im Mittelpunkt dieser Geschichte. Eben noch Anhängsel einer USO-Agentin und plötzlich Hauptfigur eines Romans? Das könnte bedeuten, dass wir mehr von Zau erleben werden. Sextadim ist wohl das richtige Stichwort.
Eines wiederholt sich in der Perry Rhodan-Serie immer wieder. Tritt eine bestimmte Technologie auf, die die Terraner vor Probleme stellt, wird auch ein Gegenmittel überraschend bereitgestellt. Rein zufällig natürlich. Sind erst letzte Woche Erkenntnisse gewonnen worden, dass die Gemeni etwas mit dem Dakkarraum zu tun haben, holt man diese Woche den Tryzom-Mann aus der (Serien)Vergangenheit. Und zwar speziell aus der Zeit, als die Terraner mit Wesen zu tun bekamen, die den Dakkarraum beherrschten. „Nachtigall, ick hör’ dir trapsen“. Zau wird vielleicht mal den Gemeni auf den Zahn, oder vielmehr auf die Wurzel fühlen.
Von dem Zeitpunkt an, als der Autor das Wort Takerer in seiner Geschichte wie beiläufig erwähnte, entwickelte sich eine anfänglich interessante Story. Einerseits faszinierte mich einmal mehr der Blick auf Geschehnisse in ferner Vergangenheit, auch der Serienvergangenheit. Andererseits war ich natürlich gespannt, wie die Story an die Seriengegenwart anknüpfen würde. Und zu welchem Zweck das geschieht.
Nun, über den Zweck habe ich mit der obigen Vorahnung bereits etwas gesagt. Der Roman selbst verrät nichts darüber. Ich musste auch feststellen, dass die Geschichte nach den erwähnten guten Einstieg dann doch einige Längen aufwies. Mit der Darstellung des Guvratosch hatte ich so meine Probleme. Ein skrupelloser Wissenschaftler? Ja, das war er. Von daher sind die Szenen, als er Macinda ins Haus holt, trotz aller „Erklärungen“ des Autors aus meiner Sicht reichlich merkwürdig geraten. Die Kinder tragen ihm auf, eine Frau zu suchen. Der Mörder und ethisch absolut gewissenlos agierende Mann verliebt sich und steigt mit ihr ins Bett. Das, und die Bauern auf Porten (dem Mars) war schon reichlich verschroben.
Die Geschichte lebt letztlich davon, was daraus für die aktuelle Handlungsgegenwart „benötigt“ wird. Zau sicherlich, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten. Aber auch noch anderes?

Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 11

Schachmatt – von Roman Schleifer – Handlung:
Im Dezember 3430 haben Perry Rhodan, Takayo Sukurai, Juki Leann und Darren Zitarra Terminus infiltriert. Sie verfolgen das Ziel, die Daten des Hyperinmestrons aus den Positroniken von Terminus zu löschen und ihre Position festzustellen. Während Takayo Sukurai und Juki Leann den Weg dazu über SCHMIEDE suchen sollen, verdingen sich Perry Rhodan und Darren Zitarra als Kämpfer. Die besten Kämpfer werden nach TERMINUS-ALPHA gebracht, eine Station, die aus 9 Superschlachtschiffen der Imperiumsklasse aufgebaut ist und das Zentrum der Macht darstellt. Der Unsterbliche und der Zeitspringer nehmen in HERR an Ausscheidungskämpfen teil. Beide können sich durchsetzen und werden nach TERMINUS-ALPHA geflogen.
Rhodan ahnt nicht, dass Galbraith Deighton mit dem Vario-400 Tage zuvor auf TROSS angelangt ist. Durch das Kirlian-Leuchten, das die Cynos zur Erinnerungsmanipulation einsetzen, ist der Vario schwer beschädigt worden. Ein zwölfstündiger Neustart zum Abbau der gefährlichen Potentialfelder ist notwendig. Dem Vario stehen jedoch nur noch für neun Stunden Energie zur Verfügung. Dennoch leitet Deighton die Prozedur ein. Nach zwölf Stunden erwacht der Vario wieder und kann sich an alles erinnern. Die beiden Männer versuchen an ein Raumschiff zu gelangen. Dazu wollen sie nach TERMINUS-ALPHA wechseln.
In TERMINUS-ALPHA ist der Cyno Caruso vom Freiheitsbund längst über die Infiltration von Rhodans Gruppe informiert. Mit seiner Bundesschwester Arma Aylom erörtert er die Lage. Eine Unbekannte gibt es. Einer ihrer Brüder wurde ermordet. Caruso will sich Rhodan schnappen.
Perry Rhodan und Darren Zitarra schleichen durch Geheimgänge von TERMINUS-ALPHA. Dabei rettet der Zeitspringer Rhodan bei der Begegnung mit einem Roboter das Leben. Kurz vor einem Positronikraum erwischt es Zitarra. Der dabrifanische Agent wird schwer verletzt. Rhodan betritt den Positronikraum und wird bereits erwartet. Caruso stellt sich ihm vor und nimmt ihn gefangen. Zitarra wird medizinisch versorgt und er und Rhodan eingesperrt. Rhodan Trumpf im Ärmel sticht nicht, denn auch Takayo Sukurai und Juki Leann hat Caruso geschnappt. Mit einem hat Caruso allerdings nicht gerechnet. Die beiden Zeitspringer verschwinden zu einem Sprung in Zukunft und Vergangenheit. Er ist allerdings zu kurz. Nach ihrer Rückkehr nimmt Caruso die beiden mit in ein Labor. Er führt ihnen Psi-Energie zu, um sie für seine Zwecke einzusetzen. Juki Leann soll wertvolle Informationen aus der Zukunft besorgen, um dem Freiheitsbund zum Sieg zu verhelfen.
Auf der CART RUDO sind Alaska Saedelaere und Renier Bievre verunsichert. Als sie an Bord zurückkehrten, regte sich kein Lebenszeichen. Besatzungsmitglieder liegen bewusstlos in den Gängen. Die beiden vermuten, dass das Schiff gekapert wurde und schreiten zur Tat. Über die Belüftungsanlage wird ein Toxin verbreitet, das die Besatzung und die unbekannten Machthaber in den Tiefschlaf versetzen soll. Dumm nur, dass Cynos dagegen immun sind. Caruso überwältigt Saedelaere und Bievre. Mit dem Professor kehrt Caruso nach TERMINUS-ALPHA zurück. Saedelaere wird paralysiert und eingesperrt. Der Zufall kommt ihm zur Hilfe. Ein Cyno, der nicht über ihn Bescheid weiß, liftet neugierig die Maske und wird irrsinnig. Auch andere Cynos verfallen dem Irrsinn. Der noch paralysierte Saedelaere wird plötzlich von einem Roboter durchs Schiff getragen. Saedelaere begreift. Eine weitere Fraktion macht sich dem Umstand mit seinem Gesichtsfragment zunutze. Drei Cynos offenbaren sich ihm. Sie sind Gegner von Terminus.
Bievre wird zu Rhodan gesperrt. Der hat zwischenzeitlich zusammen mit Sukurai vergeblich nach einem Ausweg gesucht. Plötzlich erscheint Juki Leann und „entführt“ Rhodan in Raum und Zeit. Die Zeitspringerin erscheint sehr verwirrt und kann Rhodans Fragen nur mühsam beantworten. Leanns Fähigkeiten sind offensichtlich in unglaublichen Ausmaß gesteigert worden. Sie springt auch durch den Raum. Sie sind an Bord eines rochenförmigen Raumschiffes mit einem Götzen. Es ist das Jahr 3440. Über Datenholos sieht Rhodan einen Sternenschwarm, der in die Milchstraße einfällt. Unzählige Bewohner der Planeten verdummen und sterben. Rhodan sieht die verzweifelten und hilflosen Anstrengungen der Milchstraßenzivilisationen, der Gefahr durch den Schwarm zu begegnen.
Juki Leann bringt Rhodan zurück in die Zelle. Caruso und Arma Aylom besuchen die Gefangenen. Sie geben sich als Cynos zu erkennen. Sie berichten vom Heimlichen Imperium und der Gefahr des Schwarms. Rhodan und das Solare Imperium sollen mit Terminus zusammenarbeiten, um diese Gefahr zu eliminieren. Perry Rhodan muss diese Informationen erst verdauen und er bleibt misstrauisch. Er glaubt nicht, dass die beiden Cynos die ganze Wahrheit gesagt haben. Rhodan soll als erstes Schmitt und Nostradamus finden und ausliefern. Die beiden Brüder würden den Pro-Cynos angehören, die die Milchstraße unterjochen wollen. Er, Caruso würde den Kontra-Cynos angehören, die das verhindern wollen. Sollte Rhodan die beiden Brüder nicht binnen eines Monats finden, würden die Kontra-Cynos sicherheitshalber das Solsystem zerstören, um die Milchstraße zu retten.
Rezension:
„Seht mal, eine Maske!“
Dieser Satz, von einem Cyno ausgesprochen, als er sich dem paralysierten Alaska Saedelaere nähert, ist eindeutig meine Lieblingsszene in dem Roman.
Mit Band 11 bereitet Roman Schleifer die Bühne für das Finale in zwei Wochen. Alle Fraktionen werden in Stellung gebracht. Da sind die Cynos des Heimlichen Imperiums, die nun wissen, wo Terminus liegt. Da ist Alaska Saedelaere und die CART RUDO, die das Heimliche Imperium unfreiwillig unterstützen. Da ist Terminus selbst, der Freiheitsbund der Cynos. Rhodan und seine Truppe. Und nicht zu vergessen Galbraith Deighton mit dem Vario-400. Auf die Figur Takayo Sukurai geht der Autor nur wenig ein. Im Roman zuvor wurde die Leibwächterin als Cyno enttarnt. Und augenscheinlich eine, die nicht dem Freiheitsbund angehört. Denn sonst hätte sie in Terminus, das sie erreichen wollte, längst ein und ausgehen können. Sie ist demnach ein Mitglied des Heimlichen Imperiums und mit Schmitt und Nostradamus assoziiert. Vielleicht sogar mit einem von beiden identisch.
Wie dem auch sei. Mit Band 11 steuert der Mini-Zyklus dem Höhe- und Endpunkt zu. Die unterschiedlichen Figuren, Charaktere haben es gemeinsam ans Ziel geschafft. Die andersgearteten Motive der Figuren, insbesondere die Gruppe Rhodan, sorgten in allen bisherigen Romanen für Reibungspunkte. Für den vorletzten Band hätte ich mir das klein-klein an gegenseitigen Animositäten mit denen Roman Schleifer das Duo Rhodan/Zitarra begleitet etwas zurückhaltender gewünscht. Nicht etwa aus der Welt, aber reduziert auf entscheidende Momente des gemeinsamen Vorgehens. So aber war jeder Satz, jede Aktion und jede Beschreibung von der Abneigung geprägt, die der Zeitspringer Rhodan gegenüber empfindet. Das ging mir nach ein paar Seiten ziemlich auf die Nerven.
Leider setzt der Autor bei der Begegnung Carusos mit Rhodan erneut auf die gleiche Masche, wie zuvor das Herausstellen von Rhodans vermeintlichen Schwächen und dem Überlegenheitgebaren. Gut hingegen hat mir gefallen, dass Roman Schleifer keinen Respekt vor Perry Rhodan zeigte. Er nutzt seine Figur Zitarra genüsslich, um den Unsterblichen und Sympathieträger der Massen ein ums andere Mal eins auszuwischen. Auch hier ein Tick zu oft aber es war mal was anderes. Und anderes mag ich. Dann wieder ein Umschwung und der Autor garniert uns den selbstgefälligen Rhodan, der den Weg aus dem Gefängnis finden wird, um siegreich zu triumphieren. Das war mir zu blasiert.
Später werden Rhodans Überlegungen stellenweise nicht mehr nachvollziehbar. Der Terraner sucht nach einen Ausweg. Takayo Sukurai und er sind alleine in der Zelle, da die Zeitspringer inzwischen die Aufmerksamkeit Carusos auf sich gezogen haben. Rhodan und Sukurai finden keinen Ausweg. Rhodan überlegt alleine weiter, da Sukurai eingeschlafen ist. Der Unsterbliche setzt seine Hoffnungen in die CART RUDO. Doch das war zu diesem Zeitpunkt der Geschichte falsch. Denn etliche Kapitel zuvor hatte Caruso die Karte CART RUDO bereits ausgespielt und in seiner arroganten Art Rhodan auch genüsslich präsentiert. Rhodan wusste da also schon über die CART RUDO Bescheid. In dieser Situation wird nun auch Professor Bienlein, äh Bievre in Rhodans Zelle geschubst. Dem Terraner entgleiten die Gesichtszüge. Mit der CART RUDO wird’s also nichts. Aber wie gesagt, das wusste der Leser/Rhodan eigentlich schon. Und nun reagiert Rhodan mit einer plötzlich vorausbedachten alternativen Lösung, die er sich, so teilt uns der Autor mit, irgendwann ausgedacht hat. Und die das Szenario mit der CART RUDO mit einschloss. Und die uns der Autor nicht verrät. Da bin ich mal auf Band 12 gespannt.