Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2923

Angriff auf den Spross – von Michelle Stern – Handlung:

Ende Juli 1551 NGZ kehrt Reginald Bull zusammen mit Toio Zindher, Tochter Shinae und dem Haluter Icho Tolot ins Solsystem zurück. Resident Hekéner Sharoun freut sich und ist gleichzeitig besorgt. Denn er kennt das Geheimnis um Bulls Zellaktivator, der in Allerorten chaotarchisch geprägt wurde. Bevor Perry Rhodan ins Goldene Reich aufbrach, hat er den Residenten eingeweiht. Und Sharoun hat wiederum Cai Cheung informiert. Vor dem ersten Treffen mit dem Unsterblichen drängt Cheung den Residenten. Er soll Bull auf den Zahn fühlen.

Der Informationsaustausch zwischen Reginald Bull und dem Residenten ist freundlich aber reserviert. Bull rückt mit Infos zu seiner Begleitung nicht heraus, doch Sharoun hat seine Hausaufgaben gemacht. Er vermutet zu Recht, dass Zindher die Lebenspartnerin des Rückkehrers ist. Bull erinnert an die Zusage Cheungs um Strafminderung oder gar Begnadigung. Schließlich hatte die ehemalige Agentin bei der Suche nach Rhodan und Bostich mitgewirkt. Bull weist Sharouns Vermutung, die Beziehung könnte ein Indiz auf eine Beeinflussung durch den Aktivator sein, strickt von sich. Man einigt sich, Toios und Shinaes Identität vorerst geheim zu halten. Bull erfährt die aktuelle Lage und Sharoun vom Transmitter der SHINAE, den Bull erbeutet hat und der nun untersucht werden soll. Bull will sich wieder einbringen und Sharoun hat damit gerechnet. Der Unsterbliche wird in das Amt des Liga-Kommissars für Post-Eiris-Phänomene berufen. Eine Pille muss Bull dabei schlucken. Er bekommt wegen seines Aktivators eine Aufpasserin an die Seite gestellt. Die Technologin Korin Anderlei soll ihm auf die Finger schauen.

Bulls Rückkehr führt zum erwarteten Medienecho. Auch als er zum Merkur reist, um dort die HaLem-Armee zu besichtigen, sind Medienvertreter dabei. Und erstmals auch Anderlei. Die Frau beginnt schon nach kurzer Zeit damit, dem Unsterblichen auf die Nerven zu gehen. Der Rückkehrer sucht ein kurzes Gespräch mit Homer G. Adams. Dann bezieht er mit seiner Familie ein Häuschen in Terrania und Tolot zieht in ihren Vorgarten. Die Ruhe ist schnell vorbei. Der Spross YETO ist auf der 308 Lichtjahre entfernten Welt Damona aufgetaucht und bietet jeden, der es will einen Zellaktivator an. 250 Geräte sollen ausgelost werden. Wo die ca. 200.000 Galaktiker sind, die bei der Flucht aus dem Solsystem an Bord waren, bleibt unklar.

Eine kurze Besprechung wird anberaumt. Bull will den Spross angreifen. Dadurch sollen seine Schwächen, sofern er welche hat, offengelegt werden. Eine Robotflotte wird zusammengestellt. Sie soll die Gemeni attackieren, aber ohne die LFG als Drahtzieher zu verraten. Bull selbst will im zweiten Schritt an Bord des Sprosses gehen und einen Zellaktivator für sich fordern. Im Austausch gegen sein chaotarchisch geprägtes Gerät. Mit der RIBALD CORELLO brechen Bull, Zindher und Tolot auf. Auch Shinae ist dabei, die sich seit der Trennung vom Spross SHINAE schlecht fühlt. Das Schlachtschiff der SATURN-Klasse bringt sie in das Vindonnus-System und in den Orbit um Damona. Von der Flotte wird der Spross aufgefordert, 500 Zellaktivatoren zu übergeben. Als das Ultimatum verstreicht, greift die Robotflotte den Spross an. Der wird durch einen undurchdringlichen Schutzschirm geschützt. Der Angriff scheitert. Bei einer Gegenattacke des Sprosses wird der Paratronschirm eines der Angreifer mühelos durchschlagen. Die Messwerte vom Angriff und den Verteidigungsanlagen des Gemeni-Schiffes lassen den Schluss zu, das diese mit Dakkar-Technologie arbeiten.

Die YETO bekommt Landeerlaubnis auf Damona. Dort wird endlich etwas über die Galaktiker bekannt, die auf Terra an Bord gingen. Etwa 50.000 von ihnen verlassen das Schiff. Es ist jedoch kein ZA-Träger unter ihnen. Weitere Glücksritter von Damona dürfen an Bord und Bull, Zindher und Anderlei mischen sich darunter, ebenso wie andere Wissenschaftler. Der Versuch einen Kantor-Kompakt-Sextanten auf den Spross zu bringen scheitert. Zindher ist geblendet von den Vitalauren der vielen Aktivatorträger an Bord. Sie versuchen Yeto, seine Familie oder die TLD-Agenten zu finden. Doch sie treffen vorerst nur einen anderen Aktivatorträger. Viel erfahren sie nicht. 500 Geräte sind vergeben worden. Und wo der Spross zwischenzeitlich gewesen ist, weiß der Mann nicht. Der Mann sieht keinen Anlass, den Spross zu verlassen. Bull und seine Begleiter werden von einem Sanudh aufgefordert, den Kontrakt einzugehen oder den Spross zu verlassen. Bull gibt zu erkennen, dass er seinen Aktivator tauschen möchte. Sie dürfen an Bord bleiben. Nach einiger Zeit ist Bhal Haddhunis bereit, Bull und die anderen zu empfangen.

Rezension:

Nach zuletzt etwas schwächeren Heften im Goldenen Reich, geht es in Michelle Sterns Roman zurück in die Milchstraße. Die Geschichten um die Gemeni und ihren unglaublichen Geschenken brachten bislang eine Reihe sehr guter Romane hervor mit tollen Figuren und tollen Geschichten um die Verlockungen der Fremden.

Nun geht’s erstmals mit einer der Hauptfiguren der Serie gegen einen Spross. Doch zunächst musste Michelle Stern den verlorenen Sohn erstmal nach Hause bringen. Das macht sie sehr gut. Einerseits hat sie die Bedeutung des Rückkehrers gut in Szene gesetzt, andererseits die Probleme im Blick gehabt, die dieses Comeback begleiten. Auch innerhalb der Familie Bulls bestehen Konflikte. Die (Streit)Gespräche Bulls und Zindhers waren jedoch meist harmlos oder unberechtigt. Bull bekräftigt in einer Szene, mit Toio gemeinsam zum Spross YETO zu gehen. Im Anschluss daran streiten sie, weil Toio nicht zurückbleiben möchte. Die Autorin konstruierte hier einen Konflikt, der keiner war. Dennoch gefällt mir der gezeigte Kontrast der beiden unterschiedlichen Charaktere immer besser.

Was die Figur des Icho Tolot anbelangt, so fehlt es mir noch an einem „Grund“ für dessen Rückkehr. Der Haluter ist vorerst zu einer Mischung aus Schoßhündchen und Babysitter degradiert worden und lebt im Garten von Bulls Anwesen. Ich hoffe allerdings, dass die Ereignisse um den Tod eines Haluters zuletzt, auch den Wissenschaftler und Abenteurer Tolot wieder hervorbringen werden.

Bulls chaotarchisch geprägter Zellaktivator wird immer mehr zum Thema. Der Umgang damit gerät in den Romanen allerdings (noch) sehr einseitig. Es werden Befürchtungen geäußert. Unkonkrete noch dazu. Angesichts der gezeigten Ambivalenz der Hohen Mächte müssten allerdings im gleichen Atemzug auch Befürchtungen gegenüber Perry Rhodan und Atlan ausgesprochen werden. Deren Zellaktivatoren sind kosmokratisch geprägt. Oder waren es im Falle Atlan. Der trägt nun ein Gerät aus den Jenzeitigen Landen. Aber das macht es eigentlich auch nicht besser.

Der Resident der LFG nimmt also einen TARA und zwei oxtornische Leibwächter mit zu seinem ersten Treffen mit Reginald Bull. Mit diesem Arrangement, das sich die Autorin ausgedacht hat, sollten wohl die erwähnten Befürchtungen untermauert werden. Allerdings wirkt das Ganze doch etwas lächerlich. Was soll denn passieren? Dass sich Reginald Bull plötzlich in einen schleimigen Chaotarchen-Diener verwandelt und das Solsystem einnimmt? Über Bulls Vorschlag, sich um einen Gemeni-Zellaktivator zu bewerben, denken die Figuren auch nicht so richtig nach. Einerseits das Misstrauen gegenüber Bulls Gerät. Andererseits plötzlich und ohne Begründung die Akzeptanz der Gemeni-Zellaktivatoren.

Alles in allem ein unterhaltsamer Roman, der Lust auf die Fortsetzung macht.

 

Leave a reply

CAPTCHA * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.