Articles for the Month of Juli 2017

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2918

Die Psi-Verheißung – von Oliver Fröhlich – Handlung:

Aus dem Hanen-Kloster heraus, in dem sie Zuflucht gefunden haben, beobachten Reginald Bull und seine Frau Toio Zindher die Geschehnisse auf Krynn. Nach der Botschaft der Gemeni und dem Evakuierungsbefehl des Tamaron sind einige Tage vergangen. In zwei Tagen läuft die Frist, die Vetris-Molaud gesetzt hat, ab. Der Bhal des Sprosses SHINAE meldet sich mit einer weiteren Botschaft. Ainberid will den Spross für die Tefroder öffnen. Wer es wünscht und wer geeignet ist, soll durch den Psi-Implantator Paragaben erhalten.

Eine Flucht nach Allerorten birgt Gefahren für die Familie und Icho Tolot. Ihre Passepartouts sind abgelaufen. Selbst wenn Shinae, die zwei Personen in die Stadt mitnehmen darf, einmal zurückkehrt, könnten die technischen Probleme dazu führen, dass man nicht zusammenfindet. Ein tefrodisches Schiff scheidet aus, will man nicht die Tarnung aufgeben. Womöglich führt die Flucht von Krynn nur über das Schiff der Gemeni.

Die Spionsonden von Mutru, der Wächterin des Hanen-Klosters, entdecken einen Gemen im Wald, der sich der Anlage nähert. Bull und Zindher stellen den Kontakt her. Der Gemen Sildrindh ist ein Erkunder, ein Pikodh. Er und seinesgleichen machen Welten ausfindig, auf denen ein Spross wachsen kann. Die Vitaltelepathin entdeckt, dass der Gemen keine Vitalaura besitzt, eher einen Vitalschatten. Und der Gemen scheint irgendwie mit dem Spross verbunden zu sein, während eine zweite Verbindung in eine höhere Dimension zu gehen scheint. Sildrindh lädt Shinae zu einem Gespräch mit dem Bhal an Bord des Sprosses ein. Bull und Zindher vereinbaren eine Bedenkzeit.

In der darauffolgenden Nacht verschwindet Shinae im Wald. Tolot und ihre Eltern finden sie bald darauf. Sie behauptet, von einem Zauberer gerufen worden zu sein. Sie ist im Besitz zweier unbekannter Gegenstände. Eine Art Schneekugel bezeichnet Shinae als Vanudhe. Im Inneren erscheint bei Berührung eine fremdartige Landschaft mit einem Bach, Tieren und Gebäuden. Der zweite Gegenstand wird Thedhele genannt und gleicht einer Pfeife mit zwei Röhrchen. Bläst man in das eine Röhrchen, entweicht aus dem anderen Rauch. Shinae kann daraus kunstvolle Figuren formen.

Die Gruppe entscheidet sich, Sildrindh an Bord des Sprosses zu folgen. Der Gemen führt sie zu einem seltsamen Gebilde, einem organisch anmutenden Transmitter. Im Spross werden sie vom Bhal Ainberid empfangen. Zur gleichen Zeit meldet sich der Tefroder Falinor-Trest. Er überbringt eine Botschaft des Tamaron, der entschieden hat, dass sich fünfhundert Personen an Bord des Sprosses begeben dürfen. Der Bhal führt die Familie und Tolot zu einem ovoiden Gebilde, dem Psi-Implantator. Shinae gehört zu den Auserwählten, die ihn benutzen dürfen. Bull ist entsetzt, zumal sich seine Tochter von dem Gebilde angezogen fühlt. Auch Toio Zindher spürt eine Verheißung.

Währenddessen haben sich die eingeschleusten Tefroder als Soldaten und als maskierte Roboter entpuppt, die den Spross entern. Das organische Schiff wehrt sich, kann allerdings nicht verhindern, dass die Tefroder den organischen Transmitter erbeuten und von Bord schaffen. Bull und die anderen wollen sicherheitshalber den Spross verlassen. Der Bhal stimmt dem zu. Auf dem Weg zum Ausgang werden sie getrennt. Tolot kann Shinae unter seinem Deflektorfeld verbergen und den Spross verlassen, aber Bull und Zindher werden von Tefrodern gefangengenommen und an Bord der VOHRATA gebracht. Vetris-Molaud ist überrascht, dass seine Agentin noch lebt. Die Maske Bulls scheint er nicht zu durchschauen. Der Tamaron befindet sich in Begleitung des Posbis Ganud und des Báalols Elessid.

Toio Zindher tischt dem Tamaron eine Lügengeschichte auf, die der Tefroder scheinbar schluckt, denn er bietet ihr die Rückkehr in das tefrodische Mutantenkorps an. Zunächst soll Zindher versuchen, den Bhal zu einer Kooperation zu bewegen. Der Spross schweigt jedoch. Als Bull und Zindher erfahren, dass der gestohlene Transmitter an Bord des Flaggschiffs ist, können sie Vetris-Molaud dazu bewegen, dass sie den Transmitter untersuchen dürfen.

Tatsächlich reagiert das Gerät auf Zindher und Bull. Die beiden werfen sich in das Gerät und kommen an der Gegenstation heraus, die sich auch an Bord eines tefrodischen Schiffes befindet. Die Tefroder hatten in der Zwischenzeit die Gegenstation im Wald entdeckt und ebenfalls geborgen. Mit einer List können Bull und Zindher das Schiff übernehmen, ihre Tochter und Icho Tolot an Bord holen und Kamaluc verlassen.

Reginald Bull legt seine Tarnung ab. Über einen Stützpunkt der Liga-Flotte kommt er in Kontakt zu einem Explorerschiff. Icho Tolot, Toio Zindher und Shinae begleiten Reginald Bull, als dieser am 21. Juli 1551 NGZ zum ersten Mal nach Jahrzehnten an Bord der MACANA wieder terranisches Territorium betritt.

 

Rezension:

Der Roman von letzter Woche legte den Schwerpunkt auf Bulls und Zindhers Familienleben und lebte vom Kontrast der so unterschiedlichen Charaktere. Und wir bekamen einen Reginald Bull präsentiert, der so noch nicht in der Serie zu sehen war. Oliver Fröhlich bringt uns in seiner Geschichte ein wenig den alten Bully zurück ohne die jüngste Entwicklung dieser Figur zu vernachlässigen. Aber wir erleben wieder den etwas überhastet handelnden, den erregbaren Reginald Bull. Und auch den zweifelnden Unsterblichen, der Angst hat, seine Familie zu verlieren.

Tatsächlich gab es einige Szenen in Oliver Fröhlichs Roman, da hätte ich auf die gemeinsame Zukunft der jungen Familie keinen Pfifferling gegeben. Toio und Shinae scheinen sich in mancher Hinsicht einiger zu sein, als es Bull lieb sein kann. Andererseits ist es dem Terraner dann doch immer wieder gelungen, zu seiner Frau durchzudringen. Aber als sie vor dem Psi-Implantator standen, schienen sich die Wege von Bull und seiner Frau zu trennen. Später, in Vetris-Molauds Gesellschaft, bekommt Toio Zindher ein weiteres verlockendes Angebot. Sie kann zurückkehren zu dem Mann, dem sie einst ergeben gedient hat. Dass sie es nicht tut, hängt damit zusammen, dass sie erst ihre Tochter wieder finden muss, von der sie getrennt wurde. Aber die Gefahr, dass sich Toio Zindher nicht doch noch anders entscheidet, ist nicht gebannt. Ich hoffe, die Autoren haben eine andere Lösung in Blick. Denn sonst erinnert das Dilemma ein wenig zu sehr an Perry Rhodans Situation, als er von Gesil, seiner damaligen Frau, und seiner Tochter Eirene verlassen wurde.

Nun also ein weiteres Geschenk der Gemeni. Bull ist zu Recht misstrauisch. Das Potential, aus dem die Fremden schöpfen, Zellaktivatoren, Zellduschen, Paragaben und vielleicht noch anderes, ist viel zu schön, um wahr zu sein. Allerdings sind nun fast zwanzig Hefte in diesem Zyklus erschienen. Fast jeder Roman konnte mich überzeugen. So auch dieser. Allerdings sollte in den geheimnisvollen Aufbau der Milchstraßenhandlungsebene nun auch mehr Bewegung kommen. Zumindest hoffe ich, dass man den bekannten Plot, nämlich dass Terraner und andere Völker einer fremdartigen überlegenen Technologie staunend und hilflos gegenüber stehen, nicht noch weiter auswalzt.

Mal sehen, ob Wim Vandemaans zweiter Roman zu diesem Zyklus in einer Woche etwas zur Aufklärung beiträgt.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2917

Reginald Bulls Rückkehr – von Hubert Haensel – Handlung:

Im Jahre 1544 NGZ lebt Reginald Bull zusammen mit seiner Frau Toio Zindher in der Stadt Pha Gashapar, auch genannt die Stadt Allerorten. Genauer gesagt im Stadtteil Carpenseen, dessen kosmische Koordinaten den beiden Galaktikern unbekannt sind. Reginald Bull ist wegen seines chaotarchisch geprägten Zellaktivators bislang nicht nach Terra zurückgekehrt. Und auch seine Gefährtin Toio Zindher dürfte auf Terra aufgrund der Tötung von Ronald Tekener wohl nicht gern gesehen sein. Pha Gashapar leidet unter der dys-chronen Scherung der Universen. Die Technik fällt immer häufiger aus. Insbesondere die Übergänge zwischen den Stadtteilen sind gestört. Doch momentan hat Reginald Bull andere Sorgen. Toio erwartet ihr gemeinsames Kind und die Geburt ist schwierig. Robotische Helfer sollten eigentlich unterstützen, doch Bull kann sie nicht erreichen. Eine Nachbarin, das Reptilienwesen Makkia, wird zur Hebamme. Töchterchen Shinae wird geboren und Icho Tolot gratuliert den Eltern.

Sieben Jahre später lebt die kleine Familie auf Krynn, dem vierten Planeten des Gosenasystems, im Randbereich des Neuen Tamaniums. Die beiden Galaktiker haben Tarnidentitäten angenommen und sind Bürger der Stadt Kamaluc. Unweit der Siedlung gibt es ein aufgegebenes Kloster einer Jülziish-Sekte. Die Tefroder wissen nicht, dass sich im Inneren des Klosters ein Zugang zur Stadt Allerorten verbirgt. Eigentlich wollte die Familie nach Andro-Gamma gelangen und ist stattdessen auf Krynn gelandet. Icho Tolot ist ebenfalls dabei. Nur versteckt sich der Haluter in den Wäldern um das Kloster. Dort hat er sich in einer Höhle eingerichtet und besorgt sich hin- und wieder Apparaturen aus dem Kloster.

Die siebenjährige Shinae ist ein aufgewecktes Kind. Sie weiß, dass ihre Eltern nicht die sind, für die sie sich ausgeben. Nach und nach füttern Reginald und Toio ihre Tochter mit dem notwendigen Wissen, immer darauf bedacht, dass sie das Gehörte für sich behält. Die für tot gehaltene Mutantin aus dem Einflussbereich von Vetris-Molaud darf nicht publik werden und auch ein Terraner ist im Tamanium ungern gesehen. Krynn ist so abgeschieden, dass die galaktischen Nachrichten dort nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dennoch dringen die Ereignisse um die Sonnenleuchtfeuer, derentwegen Perry Rhodan mit einem Fernraumschiff aufbricht, auch zur Tefroder-Welt. Reginald Bull hat ein schlechtes Gewissen, sich nach seiner Rückkehr in die Milchstraße nicht bei seinen Freunden gemeldet zu haben. Sein chaotarchisch geprägter ZA beschäftigt ihn zusehends. Er hat Albträume und sieht seine Tochter gefährdet. Und auch Toio Zindher hat Albträume. Etwas braut sich zusammen.

Es kommt zu einem merkwürdigen Naturphänomen. Nager aus allen Gegenden des Planeten drängen zum Meer, als würden sie vor etwas fliehen. Bull und Zindher mutmaßen, dass Bestrebungen im Gange sein könnten, die hiesige Breviatur abzutrennen. Bull nimmt seine Tochter mit, um das zu untersuchen. Shinae besitzt als in der Stadt geborene ein ewiges Passepartout. Und sie hat einen Identor von Quick Silver erhalten, mit dem sie übt, andere Identitäten anzunehmen. Zusammen mit Tolot suchen sie das Hanen-Kloster auf.

Der Wächter der Brevizone verweigert Bull und Tolot den Zugang. Ihre Passepartouts würden demnächst ungültig werden. Plötzlich tauchen zwei Roboter auf, die Bull und Tolot angreifen. Eine alte Jülziish namens Mutru erscheint, die sich als Klosterwächterin bezeichnet. Sie hat vor Jahren das Eintreffen der kleinen Gruppe Galaktiker beobachtet. Bull und Tolot können sie beruhigen. Da wird Shinae von etwas in den Finger gestochen. Tolot erkennt ein winziges Raumschiff, das er zunächst für ein Modell hält, bis es anfängt zu wachsen.

Über Krynn taucht ein Haluterschiff auf, das auf keine Funkanrufe der Wachschiffe reagiert. Es wird abgeschossen. An der Aufschlagstelle werden zwei tote Haluter gefunden, die erschlagen wurden. Bull und Tolot finden heraus, dass es einen dritten Haluter an Bord gab. Dieser dritte Haluter wird bald von Tefrodern gestellt. Zum Entsetzen von Tolot und Bull läuft der Haluter Amok und richtet ein Blutbad unter den Sicherheitskräften an. Er bewegt sich zur Siedlung, wo sich Toio und Shinae aufhalten. Die Vitaltelepathin erkennt, dass der Haluter irgendwie auf die Zellaktivatoren von Bull und Tolot reagiert. Tolot kann den fremden Haluter überwältigen. Sein Name ist Fagur Ord. Er sagt, dass er krank sei und in die Unumkehrbarkeit stürze. Dann kommt es zur Strukturumwandlung. Toio sieht keine Vitalität mehr in dem Haluter. Er ist tot.

Die Familie zieht sich ins Hanen-Kloster zurück. Im Gosenasystem sind tefrodische Kriegsschiffe eingetroffen. Über Funk wird nach Tagen eine Botschaft verbreitet. Es sind die Gemeni, die das zweite Pacische Rhizom im Gosenasystem gepflanzt haben. Den Spross SHINAE.

Der Tamaron gibt den Befehl, Krynn zu evakuieren. Es ist der 13. Juli 1551 NGZ. In fünf Tagen soll die Evakuierung abgeschlossen sein. Reginald Bull fragt sich, ob es klug war, Allerorten verlassen zu haben.

 

Rezension:

Mit Reginald Bull kehrt eine meiner Lieblingsfiguren in die aktuelle Handlung zurück. Und findet in Autor Hubert Haensel einen würdigen Schilderer seiner Abenteuer.

Mit Reginald Bull und Toio Zindher schickt Hubert Haensel zwei sehr unterschiedliche Helden in ein Abenteuer. Der Terraner ist, wie ich finde, die menschlichste aller Hauptfiguren der Serie. In der Serienvergangenheit war Reginald Bull als Stellvertreter Perry Rhodans festgelegt und es hat Jahrtausende und tausende von Heften gebraucht, bis er sich aus dieser Rolle lösen konnte. Der Figur fehlt das kosmische Flair, das Atlan, Rhodan oder Saedelaere umgibt. Aber das ist auch gut so. Wenn Hubert Haensel in diesem Roman seinen Helden als Allesmonteur und als Inhaber einer Werkstatt beschreibt, drückt das genau das aus, was Bull ist. Trotz Unsterblichkeit ist der Terraner Pragmatiker geblieben.

Toio Zindher scheint das genaue Gegenteil. Die Mutantin und Agentin der Tefroder hat gegen Zellaktivatorträger gekämpft und einen von ihnen, Ronald Tekener, getötet. Es ist ein Balanceakt, den Hubert Haensel hier vollbringen musste. Er muss die Mörderin einer beliebten Serienfigur als Sympathieträgerin zurückbringen. Aus meiner Sicht ist das gelungen. Und dabei verschweigt der Autor keineswegs die Ereignisse oder versucht sie zu beschönigen. Er findet Argumente, die die Beziehung Bulls zu Zindher erklären. Abgesehen davon tut eine starke weilbliche Hauptfigur der Serie gut. Und – nebenbei bemerkt – über die Jahrtausende gesehen, ist keiner der Unsterblichen frei von Schuld.

Bulls Selbstzweifel hat der Autor gut eingefangen. Er leistet sich dabei nur kleine Schwächen. Ein wenig zu häufig verfällt seine Figur in Gedanken, die sich mit der chaotarchischen Prägung seines Chips beschäftigen und den mutmaßlichen Auswirkungen. Dabei sind keine Symptome erkennbar. Seine Angst, nach Terra zurückzukehren, lässt sich alleine damit nicht erklären. Auch nicht damit, was seine Frau getan hat, die einen aus der Riege der Unsterblichen getötet hat. Bull und Zindher sind beide nicht perfekt. Das macht sie menschlich und deshalb interessant.

Die Gedanken zu einem chaotarchisch geprägten ZA greifen m.E. zu kurz. Ich hätte erwartet, dass eine Figur, die eine so immense Lebenserfahrung hat, auch über das Offensichtliche nachdenkt. Wenn chaotarchisch geprägte ZA ein Problem sein sollten, dann müssen kosmokratisch geprägte ZA es auch sein. Und da die Hohen Mächte ambivalent geschildert werden, kann beides, chaotarchisch oder kosmokratisch, gut oder schlecht für die Träger sein. Es täte mich überraschen, wenn sich Bulls Wesen verändern würde. Denn dann wäre auch einer Änderung von Rhodan und Atlan Tür und Tor geöffnet. Ich hoffe, dass die Autoren diesen Weg nicht beschreiten.

Shinae fängt der Autor gut ein. Am Romanende werden allerdings der Siebenjährigen Sätze in den Mund gelegt, die so mancher Erwachsener nicht zusammenbekommt, da sie viel Empathie voraussetzt. Beispielsweise als sie bemerkt, dass ihr Vater so entspannt lächelt und sie ihn fragt, ob er gute Neuigkeiten hat.

Die Geschichte mit der Ungültigkeit von Bulls Passepartout habe ich nicht ganz verstanden. Es war ja das besondere an seinem chaotarchisch geprägten ZA, der dadurch zu einem ewigen Passepartout aufgewertet wurde. So stand es in 2749.

Fazit: Die vielschichtigen Protagonisten wussten in einer unterhaltsamen Geschichte zu überzeugen. Mehr davon!

 

Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 7

Die geheime Werft – von Bernhard Kempen – Handlung:

Am 24. November 3430 verlässt die CART RUDO die Freihandelswelt Olymp und fliegt in die galaktische Eastside. In den Daten, die sowohl auf Olymp als auch auf Nosmo erbeutet wurden, konnte ein Koordinatensatz entdeckt werden, der zu einer kleinen roten Sonne in 60.000 Lichtjahren Entfernung führt. Neben Perry Rhodan fliegen seine Leibwächterin Takayo Sukurai und Gucky mit. Auch die beiden Zeitspringer und Professor Bievre sind dabei.

Anderenorts wird der Jülziish Tääj Yöriil vom Volk der Gaatanyi vor die Wahl gestellt. Tääj Yöriil ist kurz zuvor von einem Gericht zum Tode durch Enthauptung verurteilt worden. Doch plötzlich bekommt er die Chance, seinen Hals zu retten. Mit Dutzenden anderer Verurteilter soll er an einem Himmelfahrtskommando teilnehmen. Überlebt er, kann er der Todesstrafe entgehen. Mit anderen geht er an Bord eines Diskusraumers. In engen, speziell abgeschirmten Kapseln wartet er mit seinen Kameraden auf den Einsatz. Es soll gegen die Kugelköpfe gehen, wie die Lemurerabkömmlinge von den Gaatanyi bezeichnet werden. Sie haben einen Stützpunkt im Hoheitsgebiet der Gaatanyi eingerichtet. Ein Stoßtrupp, angeführt von Tääj Yöriil, soll die Anlagen dort sichern.

Fünf Tage nach dem Aufbruch beendet die CART RUDO die letzte Linearetappe am Rande des Zielsystems und versteckt sich in einer Kometenwolke. Das System wird Arcane getauft und hat vier Planeten. Nummer zwei scheint die Hauptwelt zu sein. Dort werden Städte, Raumhäfen und Werften ausgemacht. Um Planet vier treiben die Wracks dreier Bluesschiffe. Rhodan geht mit einem Einsatzteam an Bord eines der Wracks Die Raumschlacht, die zur Zerstörung der Diskusraumer geführt hat, ist erst wenige Tage oder Wochen her. Weitere Daten kann das Team nicht sichern und muss das Schiff überhastet verlassen, als einige Notsicherungssysteme anspringen.

Zurück auf der CART RUDO präsentiert Professor Bievre neueste Erkenntnisse über Planet Zwei. Dort gibt es große Howalgoniumvorkommen, die großmaßstäblich abgebaut werden. Die Ortung meldet etwas Überraschendes. Vom zweiten Planeten starten acht Kugelraumschiffe der 800m-Klasse. Es scheinen exakte Kopien terranischer Schlachtschiffe der STARDUST-Klasse zu sein. Sie tragen keine Kennzeichnung. Überraschend nähert sich eine zweite Flotte von Diskusraumern und greift die Schlachtschiffe an. Die Blues haben keine Chance. Etliche Schiffe werden zerstört, das Flaggschiff zum Wrack geschossen. Der Rest tritt die Flucht an und sammelt sich in einiger Entfernung, wie die Orter der CART RUDO feststellen. Die acht Kugelraumschiffe verschwinden mit unbekannten Ziel.

Perry Rhodan möchte sich auf Arcane Zwei umsehen. Mit einem Shift reist er huckepack auf dem zum Wrack geschossenen Flaggschiff der Bluesflotte. Das Schiff stürzt in einer unbewohnten Gegend von Arcane Zwei ab. Die Bewohner der Welt kümmert das nicht. Vor dem Aufschlag trennt sich der Shift vom Wrack und steuert eine der Werften an. Da bemerkt Gucky die Gedanken von Jülziish. Die waren bisher abgeschirmt. Noch jemand anderes ist wie die Terraner heimlich auf der Werftwelt eingesickert.

Perry Rhodan erreicht mit Gucky, Darren Zitarra und Takayo Sukurai eine der Werften. Es gibt keinen Schutz und sie können ungehindert eindringen. Es gibt eine Belegschaft, deren Gedanken der Mausbiber aber nicht lesen kann. So, als seien die Unbekannten in Trance. Die Fabrik scheint überhastet geräumt worden zu sein. Der Teilbau eines Kugelschiffes steht noch darin. Rhodan entdeckt, dass die Schiffe nach Bauplänen des Solaren Imperiums entstanden sind. Und er entdeckt einen Datensatz, der ihn alarmiert. Doch dann müssen er und seine Begleiter fliehen, weil die Jülziish eintreffen. Auf dem Rückzug muss sich Rhodans Team gegen ein paar Industrieroboter wehren.

Die Terraner machen sich auf den Weg in die nächste Stadt. Derweil erobern die Jülziish die Werft. Als einer der Roboter explodiert, wird Tääj Yöriil der Kopf abgetrennt.

Die Stadt erweist sich als Geisterstadt. Die meisten Bewohner sind weg. In den Appartements sichert Zitarra Spuren von Bewohnern. Er vermutet, dass dort verschwundene Nosmoner gelebt haben. Im zentralen Turm der Stadt arbeiten noch Terraner, Arkoniden und Akonen. Gucky lenkt sie ab, während Rhodan erneut Daten sichert. Er entdeckt zu seinem Entsetzen, dass die Unbekannten auch Daten des Hyperinmestrons haben und daran arbeiten.

An Bord der CART RUDO entdeckt man eine große Flotte Diskusraumer, die den zweiten Planet anfliegt. Rhodan kann nicht gewarnt werden. Mehrere Diskusraumer dringen in die Atmosphäre ein und fliegen die Stadt an, in der sich Rhodan und sein Team aufhalten.

Rezension:

Mit Bernhard Kempen liefert ein weiterer, nicht ganz so bekannter Autor einen Beitrag zu Terminus. Bernhard Kempen schrieb bisher für Atlan-Miniserien und auch zwei Beiträge zu Perry Rhodan-Extra.

In einem Beitrag des Perry Rhodan-Forums hat zuletzt ein Leser gefragt, was denn Perry Rhodan und seine Leute eigentlich auf Olymp wollten. Die Frage fand ich ziemlich gut. Denn die Ziele, die der Unsterbliche im Terminus-Minizyklus verfolgt, sind mir auch nicht so klar. Es geht darum, die Unbekannten aufzuspüren, das sogenannte Heimliche Imperium, das nach Erkenntnissen der Zeitspringer die Galaxis ins Chaos stürzt. Doch die „Datenlage“ ist mau. Vor zwei Heften kristallisierte sich heraus, dass auch jede Menge an Menschen von den Welten des Solaren Imperiums und anderer Machtblöcke verschwunden sind. Dem wollte man auf Olymp nachgehen. Dieses Ziel hat man durch die Aktivitäten der Cynos gestört, ein wenig aus den Augen verloren. Und auch in diesem Roman schwächeln Motiv und Ziel der Figuren.

Zu Beginn der Geschichte dieses Romans werden kurz die Daten angesprochen, derentwegen nun Rhodan in die Eastside reist. Die SolAb hat in Daten, die Saedelaere von Nosmo mitbrachte und anderen Daten von Olymp genau 1 Koordinatensatz entdeckt, der in beiden Quellen auftaucht. Das reicht Perry aus, um mal eben 60.000 Lichtjahre weit zu fliegen. Die Rückkehr des Nosmo-Teams wird übrigens nicht behandelt. Da aber die beiden Zeitspringer mit Rhodan ins Arcane-System aufbrechen, scheinen alle wieder vereint. Der Maskenträger wird nicht erwähnt, ebenso wenig Deighton.

Im Arcanesystem setzt der Autor bei beiden Kommandounternehmen auf das gleiche Team. Indem Zitarra bevorzugt wurde, ging ich davon aus, dass diese Figur ein wenig mehr Spielraum, als bisher bekommen sollte. Tatsächlich bleibt der männliche Zeitspringer harmlos in dieser Geschichte. Nur einmal begehrt er gegen Rhodan auf. Und wird zurrechtgewiesen. Zitarra nickt und ist fortan brav. Das Konfliktpotential, das ich durch die Figur erhofft hatte, spielte der Autor nicht aus. Auch sonst kommen die eingesetzten Figuren über den Part „Anhängsel von Perry Rhodan“ kaum hinaus. Nur einmal darf Gucky eine Extratour drehen und auch die war harmlos.

Seine „Hausaufgaben“ hat Bernhard Kempen gemacht. Er leistet sich keine oder nur geringe Schwächen mit dem Perry Rhodan-Vokabular. Anfangs zieren noch einige sperrige Satzkonstruktionen den Lesegenuss. Mit zunehmende Verlauf und vor allem dann, als die CART RUDO verlassen wurde, wird der Stil gefälliger. Die Problematik des Ortungsschutzes, bzw. das „Nichtauffallen“ im Arcanesystem wird für meinen Geschmack etwas zu häufig eingesetzt, bzw. zum Thema gemacht.

Auf Arcane selbst fällt auf, dass der Autor seine Figuren doch arg einbremsen muss. Die Geheimnisse des Zyklus sollen nicht zu früh aufgedeckt werden. Von daher ist es doch sehr merkwürdig, dass Rhodan und sein Team keinerlei Anstalten machen, eine der auf dem Planeten angetroffenen Terraner, Arkoniden, Ferronen oder Akonen, näher zu untersuchen, zu befragen, zu belauschen. Was auch immer. Rhodan geht den verschwundenen Menschen nicht nach. Dabei lag es auf der Hand, dass die Menschen, die dort die Raumschiffe bauten und die von Gucky geespert wurden, zu den Verschwundenen zu zählen waren. Zumindest hätte man versuchen können, einen Blick auf die Belegschaft zu erhaschen. So aber tat die Gruppe Rhodan alles, um selbst unter Deflektorschutz allen und jedem aus dem Weg zu gehen.

Ein braver Roman. Irgendwie wollte der Funke bei mir nicht so recht überspringen.