Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2893

Unter dem Spiegel – von Leo Lukas – Handlung:

Nach der Flucht aus dem Trallyomsystem ist das Schicksal der Besatzung von LAURIN-Delta nach wie vor ungewiss. Das Beiboot wurde von einer seltsamen Energielohe getroffen und die Besatzung gibt kein Lebenszeichen von sich. Jamal Tennert, ein Kolonialertruser und Spezialist für autonome Waffensysteme soll mit der Posmi Aurelia die Erkundung der LAURIN-Delta vornehmen. Sie finden nur noch Tote. Offensichtlich wurde allen Lebewesen an Bord des Beibootes schlagartig die ÜBSEF-Konstante entzogen. Der Thanatologe Harold Parnhamer prägt für diese Maschine, die das bewirkt, die Bezeichnung Schnitter.

Entsetzlich sind auch die Hochrechnungen aus den Daten, die bislang vorliegen. Demnach könnte die unbekannte Maschine in ganz Orpleyd wirken und allen Lebewesen die Mentalsubstanz entziehen, um KOSH, das Lot, die Transformation in eine Materiesenke zu ermöglichen. Das weitere Vorgehen will Perry Rhodan nicht alleine entscheiden. Eine Bordratsversammlung wird einberufen. Die Vertreter der wichtigsten Sektionen der RAS TSCHUBAI sollen zu Perry Rhodans Plan, die Materiesenke zu verhindern, gehört werden. Die Diplomatin Fabienne Iukik organisiert das Treffen eines angesichts der Notlage reduzierten Bordrates, bei dem die meisten Anwesenden der Entscheidung des Unsterblichen zustimmen.

Perry Rhodan bildet drei Teams, die erneut ins Trallyomsystem vorstoßen, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Jedes Team besteht aus vier Mitgliedern. Team Rhodan, mit Jamal Tennert, der Posmi Aurelia und dem Xenoinformatiker Essnor wird den Gyan-Mond Woy einen Besuch abstatten. Unter dem Spiegel residiert dort der Kriegs-Operator. Rhodan erhofft sich Einsicht in die Struktur der Kohäsion.

Das Team Dorksteiger mit dem Ephoger Errchchauk, einem Transmitterspezialisten, Harold Parnhamer und Pey-Ceyan soll den Mond Portechter infiltrieren, der den vierten Planeten umkreist. Auf dem Mond residiert der Erkenntnis-Operator Shydaurd. Das Team soll wissenschaftliche Informationen sammeln.

Das dritte Team um Attilar Leccore soll zum Regierungssitz auf Gyan vorstoßen. Der Gestaltwandler soll dort ein hochrangiges Mitglied übernehmen, um so an Informationen zu kommen. Der TLD-Chef wird von Fabienne Iukik, der Raumlandesoldatin Kazell O´Daugherty und Gholdorodyn begleitet.

Farye Sepheroa bringt die drei LAURINS per Sammelflug ins System. Danach sind die Teams auf sich gestellt. Das Team Leccore kann unbemerkt landen und sich als Gyanli ausgeben. Doch so sehr sich der Gestaltwandler auch bemüht, er kommt nicht an einen hochrangigen Gyanli heran. Allerdings stoßen sie auf den sogenannten Verborgenen Clan. Der Vtaud-Clan wird vom Kollabor-Operator angeführt. Und die Umwandlung zur Materiesenke scheint unmittelbar bevorzustehen.

Dem Team Dorksteiger gelingt der Zugriff auf wichtige Daten. Den Gyanli ist in der Randzone Orpleyds eine riesige Flotte unbekannter Schiffe aufgefallen. Vermutlich Invasoren. Dabei kann es sich nur um die Tiuphoren handeln.

Rhodans Einsatz erbringt die Erkenntnis, dass wichtige Produktionsanlagen auf Woy umgestellt wurden. Sie produzieren nun Triebwerke, die Raumschiffe im Katoraum bewegen sollen. Die Gyanli werden darüber im Unklaren gelassen. Wer zieht im Hintergrund die Fäden? Als Rhodans Team zum Kriegs-Operator vorstoßen will, werden sie entdeckt und müssen fliehen. Alle Teams gelangen zurück zur RAS TSCHUBAI. Zwei LAURIN-Jets gehen jedoch mit den beiden Piloten verloren. Nach Analyse der gewonnen Daten steht das nächste Ziel fest. Es ist Goath, der zweite Planet des Trallyomsystems, der wohl auch die Steuerzentrale des Schnitters beherbergt. Die Gyanli nennen Goath auch die Bannwelt.

 

Rezension:

Der Geschichte, bzw. den Geschichten und den Figuren zu folgen, war nicht ganz einfach. Autor Leo Lukas führte zunächst die drei Bohnenstangen Tennert, Errchchauk und Fabienne ein. Wir lernen sie mit Herkunft, äußerer Erscheinung, Charakterzügen, Marotten und Hobbys kennen. Als die drei von Perry Rhodan berufen wurden, kommen auch noch die beruflichen Einsatzgebiete hinzu. Verschiedene Besprechungen mit unterschiedlicher Zusammensetzung folgten. Ich vertraute darauf, dass mir die Ensembles, die der Autor zusammengestellt hat, spätestens mit der Erreichung der jeweiligen Einsatzorte, präsenter werden würden. Aber der ständige Wechsel zwischen den Gruppen erwies sich auch hier nicht gerade förderlich. Ich habe dann auf die altmodische Art Papier und Bleistift genommen und die Figuren nebst Einsatzort und Ziel festgehalten. Derart bewaffnet folgte ich dann der Geschichte, ähem, den Geschichten.

Trotzdem hatte ich zwischendurch Schwierigkeiten, wer wer von den Bohnenstangen war. Also habe ich meine Leseunterstützung noch mit ein paar Hinweisen zu den Bohnenstangen ergänzt. Auf die Hobbys habe ich dabei verzichtet, zumal ich nicht genau weiß, was eine Leitungsschwimmerin ist (Seite 18 unten rechts). Es könnte sich einerseits lediglich um einen Rechtschreibfehler handeln, andererseits der österreichische Ausdruck für Leistungsschwimmerin sein. Aber vielleicht ist auch beides falsch und im 51. Jahrhundert gibt es tatsächlich Wesen, die durch Leitungen schwimmen und darin Triumphe feiern.

Andere Kapitel waren eindeutiger zu identifizieren, wenn es um den speziellen Humor von Leo Lukas geht. Beispielsweise das Gespräch zwischen Leccore und Gholdorodyn beim Anflug auf Gyan. Und natürlich die Bezeichnung für des Keloskers neuester Trickkiste. Eben Trickkiste.

Auch die Versuche Harold Parnhamers, mit Sichu Dorksteiger ein Gespräch zu beginnen, lockerten den Roman auf. Die Darstellung der Figuren mit allen ihren kleineren und größeren Problemen, sowohl im Einsatz, als auch zwischenmenschlich, beherrschte den Roman. Das gefiel mir gut.

Die Vielzahl an eingesetzten Figuren, dazu die zahlreichen Rückblenden und die wiederholten Erläuterungen bekannter Elemente, vom Autor gerne auch persifliert, hemmten jedoch den Lesefluss.

 

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