Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2883

pr_2883Der Mechanische Orden – von Leo Lukas – Handlung:

Die ODYSSEUS ist an das Gyanli-Beiboot angedockt und wird in das 282 Lichtjahre entfernte Safaanusystem geschleppt. Als Pilot fungiert Duxaluk, ein Zweitmechaniker des Mechanischen Ordens. Der Wuutuloxo gibt sich zurückhaltend. Da er seinen Auftrag nicht erfüllen konnte, kehrt er nun mit leeren Händen zurück.

Das Safaanusystem entpuppt sich als chaotisches System. Die Sonne ist zu einem Schwarzen Loch geworden, alle Planeten und Monde sind zertrümmert. Das Schwarze Loch ist zu klein, um das Ende einer normalen Sternentwicklung zu markieren. Hier hat jemand nachgeholfen. Duxaluk weiß nicht, wer dafür verantwortlich ist. Es gibt aber zehntausende solcher verheerten Sonnensysteme in Orpleyd.

Die ODYSSEUS legt am Gonobaat BARILAKK an. Das Radförmige Gebilde mit einem Durchmesser von 3 Kilometern ist nach Auskunft des Zweitmechanikers ein Sternreisendes Kloster des Mechanischen Ordens. Der Ordensoberste ist Xirtaaluk, der Rhodan empfangen will. Im Gegenzug kommt die Zweitmechanikerin Jurokao an Bord der ODYSSEUS. Sie soll das Raumschiff umrüsten. Ihre erste Maßnahme ist der Einbau eines Refektors, der das Genprofil eines Kunden ermittelt und eine geeignete, schmackhafte und attraktive Nahrung produziert. Jurokao macht selbst reichlich Gebrauch von dem Gerät.

Inzwischen ist Perry Rhodan an Bord des Klosters. Sein Status ist der eines Gastes mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Anders ausgedrückt, er darf den Raum, der ihm zugewiesen wurde, nicht verlassen. Endlich wird er zu Xirtaaluk vorgelassen. Der Ordensoberste vermutet in Perry Rhodan einen Spion der Gyanli. Der Terraner braucht einige Zeit, um den Wuutuloxo zu einem Informationsaustausch zu bewegen. Für den Mechanischen Orden ist es wichtig, mehr über die Gyanli zu erfahren. Sie sind insbesondere am Neurokrill interessiert. Das ist eine Lebensform, mit dem die Gyanli in Symbiose leben. Es kommt im Fluid vor, in dem die Herrscher Orpleyds beträchtliche Zeit verbringen. Ansonsten gibt Xirtaaluk wenig preis. Von höheren kosmischen Mächten hat er noch nie gehört und ist erstaunt über Perrys Aussagen zu Superintelligenzen und andern mächtigen Entitäten.

An Bord der ODYSSEUS erlebt Pey-Ceyan indessen eine Erweiterung ihrer Fähigkeiten. Sie wollte Jurokao empathisch überprüfen, stattdessen kann sie die Gedanken der Zweitmechanikerin lesen. Sie vermutet, dass ihre Telepathie sich aufgrund des Aufenthalts im Catiuphat entwickelt hat. Ihre neue Fähigkeit ist zwar nicht so stark wie die von Gucky, reicht aber, um die Pläne Jurokaos besser zu verstehen. Der Mechanische Orden will das defekte Antriebssystem, einschließlich der Aktoren und der meisten Waffensysteme entfernen. Keine Hyperstenz mehr aber was eingebaut wird, soll sowieso besser sein. Attilar Leccore und die Larin geben ihr Einverständnis und Jurokao und ihre robotischen Helfer legen los. Die Plasmatronik wird ebenfalls entsorgt und durch den Linear-Nukleus-Meditator ersetzt. Wie bei ANANSI werden Prozesse in den Halbraum ausgelagert. Der Meditator besitzt allerdings keine eigene Persönlichkeit, aber Leccore gefällt das. Das Transitionstriebwerk wird durch ein Lineartriebwerk ersetzt, das in der Leistung einem terranischen HAWK-III mit allerdings größerer Reichweite entsprach. Besonders die Möglichkeit für 12,9 Sekunden in die Hypersexta-Halbspur zu springen und 200 Millionen Mal schneller als das Licht zu reisen, kann ebenfalls überzeugen. Dazu die zum Schalenbildner umfunktionierten Schutzschirme, der Trugwerfer zum Täuschen eines Gegners und die Luzidit-Hülle für den Ortungsschutz werten die ODYSSEUS weiter auf. Zum Tanken von Energie kann das Schiff in die Kernzone einer Sonne fliegen und den Stellarspeicher mit normaler Energie oder Hyperenergie befüllen.

Auf Anweisung von Xirtaaluk macht die ODYSSEUS einen Testflug zu einer nur wenige Lichtjahre entfernte Sonne. Allerdings ist der Schleier noch nicht installiert, der die Energiesignaturen der ODYSSEUS vor Ortung schützen soll. Jurokao fügt sich und der Testflug wird ein Erfolg. Was sie nicht ahnt, der Ordensoberste wollte durch den Flug ein Gyanli-Schiff anlocken und entern. Tatsächlich erscheint der Gyanli-Raumer PNUUDH und wird sofort von der BARILAKK lahm geschossen. Perry Rhodan hat das Manöver Xirtaaluks verfolgt und hat erreicht, dass er das Enterkommando begleiten darf, dass vor allem Neurokrill bergen soll. An Bord der PNUUDH leisten die Gyanli jedoch erheblichen Widerstand. Der Anführer des Enterkommandos kommt ums Leben und Perry Rhodan übernimmt das Kommando. Inzwischen sind weitere Gyanli-Schiffe zur Verstärkung eingetroffen und die BARILAKK muss fliehen. Der Fluchttransmitter ermöglicht Rhodan und einigen Wuutuloxo die Rückkehr zur ODYSSEUS. Das Schiff setzt Kurs zum Lichtfahnensystem.

 

Rezension:

Also eigentlich hätte es der Aufrüstung der ODYSSEUS nicht bedurft. Das Schiff ist tiuphorischen Ursprungs. Die Tiuphoren haben bei der Auseinandersetzung in der Milchstraße gezeigt, dass sie der galaktischen Technik weit überlegen sind. Zudem wurde das Schiff, ohne das Details dazu zu lesen waren, von der Technik der SHEZZERKUD befruchtet, die den Endpunkt einer 20 Millionen Jahre währenden Entwicklung darstellt.

Aber die kommenden Abenteuer Perry Rhodans machten wohl eine Verbesserung seiner Mittel und Möglichkeiten notwendig. Das Ergebnis ist ein wenig widersprüchlich beschrieben. Anfangs wird die Technik, mit der die Mitglieder des Ordens hantieren, der galaktischen Technik ebenbürtig beschrieben. Dass, was dann verbaut wird, ist jedoch ein gutes Stück weiter. Auch die Lebenslichte erhält ein Upgrade. Sie ist nun Telepathin und damit erst gar kein Konkurrenzkampf zu Gucky entstehen kann, wirkt ihre Fähigkeit nicht ganz so stark, wie die des Ilts. Immerhin kann nun das Zusammentreffen mit der Rettungsexpedition noch ein Stück weit nach hinten verschoben werden. Rhodan braucht, derart gerüstet, erstmal weder die RAS TSCHUBAI, noch den Mausbiber.

Der Roman war kurzweilig. Das lag weniger an den Geschehnissen, als vielmehr an der humorvollen Erzählweise des Autors Leo Lukas. Die Handlung selbst läuft in zwei Schienen ab. In der einen erfährt der Leser über die Beobachtungen des Pärchens Leccore/Pey-Ceyan von der Umrüstung der ODYSSEUS. In der anderen Ebene langweilt Perry Rhodan den Klostervorsteher mit seinem Wissen über das Zwiebelschalenmodell. Nebenbei sei bemerkt, dass Atlan über Perrys Kosmologiemodell nur noch die Nase gerümpft hätte, aber der Arkonide ist eben noch nicht wieder im Spiel, mit seinen Erkenntnissen vom Ausflug ans Ende des Universums. Statt also mit seinem Zellaktivator zu protzen, der ihn als Protegé von ES ausweist, hätte Rhodan ein bisschen mehr über den Mechanischen Orden in Erfahrung bringen können. Hier folgt die Handlung jedoch den üblichen Pfaden. Die hochgerüsteten Wuutuloxo haben nur auf einen wie Perry Rhodan gewartet, der ihnen endlich wichtige Informationen zu den Gyanli besorgen kann. Am Ende bricht der Kontakt zum Sternreisenden Kloster des Mechanischen Ordens ab und der kaum begonnene Kennenlernprozess wird dadurch erstmal gekappt.

Auf der Ebene Attilar Leccore/Pey-Ceyan weiß der Autor, abgesehen von den ganzen Umrüstungs- und Aufrüstungsprozedere eigentlich nicht so richtig mit der Larin und dem Gestaltwandler umzugehen. Ein wenig versucht Leo Lukas zu Beginn eine Animosität zwischen den beiden Begleitern Rhodans herzustellen, bricht das Ganze jedoch an irgendeiner Stelle ab. Für Pey-Ceyan reicht es dann noch für ein paar Rückblicke auf die Historie der Figur und für Attilar Leccore zu einem lauwarmen Aufguss seiner Identitätskrise. Auch hier sei nebenbei bemerkt, dass ich Identitätskrisen bei Gestaltwandlern für völlig normal halte.

Wie erwähnt kann die zeitweise im launigen Plauderton vorgebrachte Geschichte beim Schreibstil mehr überzeugen. Als Running-Gag entpuppten sich die häufigen Verwendungen von Redewendungen und deren mögliche Übersetzung, bzw. Übersetzungsfehler in ein fremdes Idiom.

Nicht alles was in diesem Roman glänzte war Gold. Wie auch schon bei den anderen Romanen des neuen Zyklus wird erkennbar ein anderer, sagen wir mal vorsichtig, einfacherer, Stil gepflegt. Das „Einfach“ kann man vielleicht auch mit „Überschaubar“ ersetzen oder auch mit „Zielgerichtet“. Und damit grenzt sich der Kurz-Zyklus vom Vorgänger ab.

 

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