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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2882

pr_2882Die letzte Transition – von Hubert Haensel – Handlung:

Mit dem tiuphorischen Beiboot, das sie auf den Namen ODYSSEUS getauft haben, sind Perry Rhodan, Pey-Ceyan und Attilar Leccore von der CIPPACOTNAL geflohen. Nach mehreren Transitionen über insgesamt 5000 Lichtjahre versagt das Überlichttriebwerk. Reparaturen bringen leider nicht den gewünschten Erfolg. Die ODYSSEUS stürzt im freien Fall durch den Halo von Orpleyd.

Plötzlich erscheint per Transition in sechs Lichtmonaten Entfernung ein archaisches Raumschiff. Die ODYSSEUS setzt einen Hilferuf ab und der fremde Raumer, der äußerlich einer Tonne mit angeflanschten kegelförmigen Antriebssektor gleicht, springt mit zwei weiteren Transitionen in die Nähe der ODYSSEUS.

Das fremde Schiff trägt den Namen GRENZENLOSES STREBEN IX und gehört den Baconbal. Kommodore Vac zeigt in den ersten Gesprächen, die über Funk geführt werden, ein grenzenloses Selbstvertrauen. Die Baconbal haben zwar erst vor kurzem den Raum erobert und genau genommen ist die GRENZENLOSES STREBEN IX das einzige Schiff, das funktioniert. Alle anderen der Reihe sind explodiert oder verlorengegangen. Das hält die Baconbal allerdings nicht davon ab, sich als die Eroberer des Universums zu gebärden.

Die ODYSSEUS darf andocken und Perry geht mit seinen Begleitern an Bord des fremden Schiffes. Die Baconbal sind amphibischen Ursprungs und abgesehen von ihrer Selbstüberschätzung sehr freundliche Gastgeber. Das Schiff ist auf dem Rückflug zur Heimatwelt Onbal. Man war zwei Jahre unterwegs. Der Chefwissenschaftler Tomrurd verrät Rhodan einige weitere Informationen. Er ist, im Gegensatz zum Rest der Besatzung, nicht größenwahnsinnig und schätzt die Technologie der ODYSSEUS als überlegen ein. Die Expedition seines Volkes hatte zum Ziel, eine Spur des Mechanischen Ordens zu finden. Dessen Meister sollen der Legende nach im System der Sonne Ghelestra gelebt haben. Der einzige Planet dort war jedoch verlassen und ist nur noch eine riesige strahlende Müllhalde. Dann hat man Rhodans Hilferuf empfangen.

Die GRENZENLOSES STREBEN IX macht sich nach langwierigen Vorbereitungen auf den Weg nach Onbal im Purungsystem. Per Nuklearpulsation wird das Schiff beschleunigt und führt dann die Transition aus. Da die Baconbal noch nicht gelernt haben, wie man Transitionseintritte dämpft, springen sie an den Rand des Systems, um den vierten Planeten Onbal nicht zu gefährden. Dieses Vorgehen spielt Rhodan und den anderen in die Hände, denn im Orbit um die Heimatwelt steht ein fremdes Raumschiff, von dem schnell bekannt wird, dass es den Gyanli gehört. Die ODYSSEUS wird unbemerkt im Orbit des achten Planeten abgekoppelt und geparkt. Rhodan und seine Gefährten reisen mit nach Onbal. Der Empfang der ersten größeren Expedition wird überschwänglich gefeiert. Rhodans Warnungen an Kommodore Vac und dem Wissenschaftler Tomrurd verhallen ungehört.

Unsichtbar haben sich der Terraner und die Larin unters Volk gemischt, während Leccore sich in einen Baconbal verwandelt hat. Wie Rhodan befürchtet hat, wird Tomrurd von den Gyanli entführt, weil er zur Elite des Volkes zählt. In der Wohnung Tomrurds findet Pey-Ceyan handschriftliche Notizen, die zeigen, dass Tomrurd Hilfe von einem Mitglied des Mechanischen Ordens bei der Entwicklung des Transitionsantriebes bekam. Sie finden auch heraus, dass ein Mitglied dieses Ordens auf den Gyanli-Schiff HETOTEND gefangen gehalten wird.

Mit Leccores Fähigkeit der Gestaltwandlung können die drei an Bord der HETOTEND gelangen. Sie befreien Tomrurd und andere Wissenschaftler, die nach Onbal zurückkehren. Ihnen gelingt auch die Befreiung von Duxaluk, einem Zweitmechaniker des Mechanischen Ordens. Sobald Duxaluk wieder im Besitz seines Tornisters ist, der ihm von den Gyanli abgenommen wurde, kann er Einfluss auf die technischen Systeme des Schiffes nehmen. Sie fliehen mit einem Beiboot der Gyanli zur ODYSSEUS. Dort wird das Tiuphoren-Schiff angedockt. Für die 282 Lichtjahre ins Safaanusystem reicht die Kapazität des Gyanli-Beibootes. Dort, so verspricht Duxaluk, kann der Mechanische Orden die ODYSSEUS technisch ein wenig aufrüsten.

 

Rezension:

Der Roman von Hubert Haensel liest sich nicht nur flott, es geht auch flott voran. Dabei sah es nach dem Einstieg erst gar nicht danach aus. Die Flüchtigen schienen gestrandet und ein schneller Fortgang unwahrscheinlich. Die sprachlichen Mittel, die Hubert Haensel wählt, um in die Geschichte einzusteigen, entlockten mir zunächst den einen oder anderen gequälten Seufzer. Da explodiert schon mal ein grauenvoller Schmerz im Nacken des Helden und gellende Frauenstimmen zerreißen die Stille. Nachdem derartiges Ungemach über die Helden der Geschichte hereingebrochen war, führt der Autor das Geschehen allerdings recht schnell zum Kontakt mit den größenwahnsinnigen Baconbal. Es sind allerdings sehr liebenswerte Größenwahnsinnige, deren Schicksal am Ende offen bleibt. Es steht allerdings zu befürchten, dass die Baconbal von den Gyanli nicht verschont werden und die Flucht von Tomrurd wird wohl eine kurze sein.

Apropos Gyanli, die Perry Rhodan bislang nur aus den Erinnerungen des Catiuphats kennt. Dass der Held so schnell mit echten Vertretern dieses Volkes zu tun bekommt, liegt wohl an der höheren Schlagzahl dieses Zyklus. Und kaum wird der Mechanische Orden erwähnt, treffen die Helden auf einen Vertreter des Ordens. Mehr noch, sie verhelfen ihm zur Flucht und bekommen dafür, wie es scheint, eine Gegenleistung. Leserherz, was willst Du mehr?

Na ja, vielleicht etwas mehr Glaubwürdigkeit? Für das effektmäßige Voranschreiten der Handlung wird doch einiges der Dramaturgie untergeordnet. In ihren Dialogen und Gedanken schweifen die Figuren insbesondere im ersten Romandrittel sehr häufig ab. Dabei bietet doch das aktuelle Szenario genügend Stoff, um sich damit zu beschäftigen. Auch Perry Rhodan macht sich keine Gedanken um den Zeitablauf in Orpleyd. Dabei sind ihm die Beobachtungen der Tiuphoren, die das Phänomen festgestellt haben, bekannt. Über die genaue Position, die Rhodan und die anderen erreicht haben, schweigt sich der Text aus. Sie sind im Halo Orpleyds unterwegs, aber da sie dort auf die Gyanli treffen, sind sie im Zeitablauf Orpleyds. Spätestens hier, ich wiederhole mich, hätte der Unsterbliche, der in seinen Träumen von Gucky gerettet werden will, auch einen Gedanken daran verschwenden müssen, ob diese Rettung überhaupt möglich ist, wenn er sich einen anderen Zeitablauf unterwirft.

Als Spannungskiller entpuppt sich immer mehr die Figur des Attilar Leccore. Mir hat der Gestaltwandler immer Spaß gemacht. Dazu kam, dass der Figur im letzten Zyklus bereits der berühmt-berüchtigte Tiefgang spendiert wurde. Die Figur machte eine Entwicklung durch und entschied am Ende beinahe im Alleingang den Konflikt mit den Tiuphoren. Wie es scheint, soll der Höhenflug des Gestaltwandlers noch einige Zeit andauern. In diesem Roman mal eben für eine Sekunde als Baconbal hinter dem Wandschirm verschwinden und als Gyanli zurückkehren. Es hätte von Hubert Haensel nicht dieser bewusst übertriebenen Szene bedurft, um festzustellen, dass jedes Problem unseres Figurentrios von Leccore gelöst werden kann. Der TLD-Chef braucht dringend eine Pause.

Allerdings komme ich nicht umhin zu sagen, dass mir der Roman gefallen hat. Insbesondere die Beschreibungen der Baconbal und die eine oder andere spöttische Textstelle, die Vergleiche zum gleichfalls (?) größenwahnsinnigen Auftreten der Terraner am Anfang der Serie ziehen, machten Spaß.