Articles for the Month of November 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2884

pr_2884Unter allem Grund – von Robert Corvus – Handlung:

Während die ODYSSEUS auf dem Weg ins Lichtfahnensystem ist, tobt dort eine Raumschlacht. An Bord des Flaggschiffs der Tiuphoren ist Chefingenieur Mixandrac mit seinem Personal in einer schwierigen Lage. Sein Schiff, die CELAXTA ist nach dem Beschuss durch ein Raumschiff der Gyanli nur noch ein Wrack. Als das Schiff vor dem Untergang steht, geschieht etwas Merkwürdiges. Ein Gyanliraumschiff der GYAAS-Klasse verhindert mit Löschtorpedos weitere Explosionen und nimmt die CELAXTA in Schlepp.

An Bord der ODYSSEUS beklagt sich Jurukao darüber, dass zu wenig vom Fluid der Gyanli für die Forschungen zur Verfügung steht. Die Flüssigkeit wimmelt von Kleinstlebewesen und es werden Gehirnströme angemessen. Ob die Aktivitäten im höherdimensionalen Spektrum bedeuten, dass das Fluid denkt, kann noch nicht gesagt werden. Mit etwas Abstand zum Lichtfahnensystem wird die Etappe beendet. Die Konstellation des Systems zeigt, dass die Position Tius zwischen den beiden Sonnen nicht natürlich entstanden sein kann. Als die Energieausbrüche der Schlacht gemessen werden, geht die ODYSSEUS in den Ortungsschutz einer der beiden Sonnen des Systems. Perry Rhodan und seine Begleiter erfahren, dass der Kriegs-Operator der Kohäsion im Lichtfahnensystem weilt. Er ist einer der drei Lenker des dominierenden Sternenreichs Orpleyds. Sein Schiff ist die SHADRUUS und Perry Rhodan wittert eine Chance. Zunächst jedoch verfolgt er mit Attilar Leccore und Pey-Ceyan angewidert das Vorgehen der Gyanli. Die tiuphorischen Schiffe, die einer Hantel gleichen, sind hoffnungslos unterlegen. Mehr noch, die zerschossenen Wracks werden von den Gyanli auf einen Kurs gebracht, der sie irgendwann auf Tiu stürzen lässt. Die Sieger demütigen die Tiuphoren.

Der Unsterbliche will nachsehen, ob hinter diesem Vorgehen noch mehr steckt. Mit Hilfe der Dakkar-Spanne will er an Bord der SHADRUUS. Die Wuutuloxo können das Gerät ein wenig modifizieren. Es ist außerhalb ihrer Technologie, aber das Gerät sollte es Rhodan und Leccore gestatten, sich in einen Transmitterimpuls einzufädeln. Rhodan macht Maske und Leccore nimmt die Gestalt eines Gyanli an. Dann geht es los.

An Bord der SHADRUUS hat die Gyanli Lutoo eine besondere Aufgabe von Kriegs-Operator Yeemburc erhalten. Sie soll einen Gast beschützen, der an Bord der SHADRUUS gekommen ist. Klavtaud ist sein Name und der äußeren Erscheinung nach ein Gyanli. Doch Lutoo spürt die Besonderheit Klavtauds.

Perry Rhodan und Attilar Leccore materialisieren in einem Transmitterraum der SHADRUUS. Ihr Eindringen wird bemerkt. Mehrere Soldaten können sie paralysieren, einen der Gyanli muss Leccore töten, nicht ohne vorher ein Template von ihm anzufertigen. Dadurch erhält der TLD-Chef wertvolle Informationen über die Lage an Bord. Im Transmitterraum ist auch der Tiuphore Mixandrac, der kurz zuvor als verletzter Gefangener an Bord gebracht wurde. Rhodan und Leccore nehmen ihn mit in ein Versteck. Von dort wollen sie zu Yeemburcs Quartier vorstoßen, um den Kriegs-Operator zu entführen.

An Bord der SHADRUUS wird Alarm gegeben und Lutoo untersucht den Vorfall im Transmitterraum. Die Aufzeichnungen lassen vermuten, dass zwei Gyanli zu Verrätern wurden. Lutoo verstärkt die Sicherheitsmaßnahmen. Allerdings bemerkt die Gyanli an ihrem Schutzbefohlenen auch etwas Merkwürdiges. Die Bewegungen Klavtauds sind wie die eines Teleporters auf kürzeste Distanzen. Der Mann springt bei Bewegungen für einige Zentimeter.

Inzwischen sind Perry Rhodan und Attilar Leccore auf den Bereich für Klavtaud aufmerksam geworden. Nachdem sie mehrere Sicherheitssysteme überwunden haben, werden sie von Lutoo gefangengenommen. Alle technischen Instrumente, auch die Dakkar-Spanne, werden ihnen abgenommen. In seiner Zelle findet Rhodan ein Fluid-Bassin vor. Die Gyanli haben seine Maske nicht durchschaut. Der Terraner legt sich in das Fluid. Einerseits um etwas davon in seiner Körpermaske zu speichern. Andererseits weil er hofft, etwas zu erfahren. Tatsächlich glaubt der Unsterbliche Stimmen wahrzunehmen. Es werden immer mehr. Etwas derartigen ist Rhodan schon begegnet. Wesenheiten, die den Status einer höheren Daseinsform erreicht hatten. Diese Superintelligenz, die er hier spürt, ist jedoch weiter. Sie will keine Bewusstseine mehr vereinen. Sie will die nächste Stufe erklimmen. Und irgendetwas sagt Rhodan, dass dies eine Materiesenke sein wird.

Leccore kann sich befreien. Damit sie von Bord können, müssen sie die Dakkar-Spanne holen, die sie in Klavtauds Quartier vermuten. Mit Leccores Fähigkeiten gelangen die beiden zusammen mit Mixandrac dorthin. Klavtauds Quartier wird von einem riesigen Hologramm Orpleyds dominiert. Auf dem Boden liegen silberfarbene kleine Metallscheiben. Leccore spürt etwas absolut Fremdartiges nähern. Plötzlich tritt Klavtaud ein. Der sehr selbstsichere Gyanli trägt die Dakkar-Spanne. Klavtaud hält Rhodan für einen Vertreter von KOSH. Der Unsterbliche nutzt die Gelegenheit und drückt Unmut aus. Klavtaud spricht von drei Maschinisten des Pavvat. Tellavely, Nunadai und Pushaitis. Sobald das Pavvat über die Geistkomponenten der zurückgekehrten Sammler verfügt, wird die Konvertierung KOSHS in eine Materiesenke unumkehrbar sein.

Rhodans Versuch, das Gespräch weiter zu führen wird durch zwei Ereignisse unterbrochen. Leccore scheitert bei dem Versuch, ein Template Klavtauds anzufertigen. Der Gestaltwandler krümmt sich vor Schmerzen. Und Klavtaud scheint über sich die Kontrolle zu verlieren. Er springt wie ein Teleporter durch den Raum. Dabei zieht er die Silberscheiben an. Als sie ihn bedecken, verschwindet das Wesen. Die Dakkar-Spanne bleibt zurück. Rhodan kann mit Leccore und Mixandrac an Bord der ODYSSEUS springen.

An Bord der SHADRUUS ist Klavtaud mit Lutoo sehr zufrieden. Das manipulierte Fluid, das der Fremde hat mitgehen lassen, sendet Signale aus, denen sie folgen können. Doch auch Jurukao auf der ODYSSEUS hat erkannt, dass das von Rhodan mitgebrachte Fluid sendet.

 

Rezension:

In Robert Corvus Roman passiert eine ganze Menge. Interessant ist, dass hier erneut vom Pavvat zu lesen war. Von diesem Gerät hat Rhodan bereits gehört. Es hat die Ur-Tiuphoren beim Aufbau des Catiuphat unterstützt. Es scheint nun so, als ob nicht alleine die Tiuphoren in einen Langzeitplan gepresst wurden, sondern auch die Gyanli.

In seiner Geschichte wechselt Corvus häufig die Perspektive. Hauptsächlich Rhodans und Leccores Sicht bestimmt das Geschehen. Aber auch die Nebenfiguren Lutoo und Mixandrac haben starke Auftritte. Über die Ziele, die Robert Corvus mit Mixandrac verfolgt, bin ich mir nicht sicher. Der erwähnte starke Auftritt war zunächst an die Einführung der Geschehnisse im Heimatsystem der Tiuphoren gekoppelt. Die Raumschlacht und die unmittelbaren Auswirkungen auf das Leben des Chefingenieurs ließen zunächst einen bodenständigen SF-Roman vermuten. Das Geschehen war sehr eindringlich geschildert. Danach entwickelte sich die Story aber ganz anders, als es der Beginn in Aussicht stellte. Und nach seiner Gefangennahme spielte Mixandrac immer weniger eine Rolle. Er diente noch dazu, einige Verwandlungen Leccores zu kommentieren. Allerdings nimmt ihn Rhodan mit, als sie zur ODYSSEUS fliehen.

Die zweite Nebenfigur ist den ganzen Roman über präsenter. Mit der Gyanli Lutoo schafft Corvus eine interessante Perspektive auf das Wesen der (vermeintlichen) Herrscher Orpleyds. Der Beginn des Kapitels „Infiltrationen“, als Lutoo erwacht und aus dem Becken mit dem Fluid steigt, gehört zum interessantesten, was bislang zu den Gyanli zu lesen war. Robert Corvus macht mit der Schilderung des Bedauerns Lutoos, den Kollekttraum zu verlassen auch eine Schilderung darüber, welchen Funktionen der Schlaf dient, bzw. zu was er nicht dient. Denn Lutoo findet im Schlaf keine Antworten auf ihre Fragen. Es bleibt nur das Bedauern, etwas Größeres, Stärkeres aufgeben zu müssen, wenn sie das Fluid verlässt. Später schafft es Lutoo gleich mehrmals, den Eindringlingen eine Falle zu stellen. Sie erkennt die Ziele der Fremden und nutzt dies aus, um ihnen das Fluid unterzujubeln. Allerdings haben die Wuutuloxo die Manipulation bemerkt.

Aber auch das ist ein Kennzeichen dieses Romans. Es geht hin und her, ohne dass eine der Parteien einen entscheidenden Vorteil erhält.

Rhodans und Leccores Eindringen in das Gyanli-Schiff begleitet der Autor weniger mit den üblichen Verhaltensweisen des Bewegens in einem unsicheren Terrain. Er konzentriert sich auf zwei Perspektiven. In der einen wird das Unternehmen aus Sicht des Gestaltwandlers geschildert. Der TLD-Chef verfügt über genügend Erfahrung und seine spezielle Fähigkeit gibt ihm genügend Selbstbewusstsein. Die Sicht des tiuphorischen Gefangenen liefert eine ähnliche Bewertung der Situation, quasi eine Bestätigung von Leccore. Die beiden Eindringlinge sind Herr der Lage. Von daher kommt das Scheitern, als sie in die Falle von Lutoo tappen, sehr überraschend. Der Autor hat seine Leser vorher ganz schön eingelullt.

In seiner Geschichte bringt Robert Corvus erstaunlich viele Details unter, die eines gemeinsam haben. Sie wirken unaufdringlich. Häufig erlebe ich Detailbeschreibungen, die eher einem Glossareintrag ähneln. In diesem Roman ist das, abgesehen von einigen Wiederholungen zu den Gyanli-Raumern nicht der Fall. Wenn ich mich nicht täusche, schildert Corvus zum ersten Mal eine Verwandlung von Leccore. Noch dazu vor Zeugen.

Auch für das Überwinden einer Türsicherung nimmt sich der Autor Zeit. Und findet dafür verständliche Erklärungen. Und nebenbei liefert er auch eine Begründung, warum Leccores Fähigkeit, mit einem Template auch das Wissen eines anderen Wesens zu übernehmen, durchaus Grenzen hat. Das sind nur einige Beispiele, aber der Autor überlässt nichts dem Zufall, liefert Begründungen, da wo sie notwendig sind und wo sie die Plausibilität der Geschichte fördern.

Im zweiten Teil wird der Roman kosmischer. 185 Romane nach Einführung der Tiuphoren wird deutlich, wozu die Geistkomponenten gesammelt wurden. Eine SI möchte den nächsten Evolutionsschritt tun. Mit der Materiesenke wird ein riesiger Bogen geschlagen. Vor 2000 Romanen wurde ein solches Objekt (Wesenheit?) erstmals erwähnt und in der ganzen Zeit ist außer dem Namen im Grunde genommen nichts darüber bekannt geworden. Es wird sich zeigen, ob die Vorgehensweise KOSHS der „normale“ Ablauf ist, um eine Materiesenke zu bilden, oder doch eher ungewöhnlich.

Eine spannende Geschichte mit einem ungewöhnlichen Verlauf.

Ansichten zu Perry Rhodan Trivid 05 – Die Klonverschwörung

pr_trivid05Trivid 05 – Experiment – von Christian Montillon und Oliver Fröhlich – Handlung:

Perry Rhodan ist mit Lian Taupin und Neyla Abiola zum Mars zurückgekehrt. Er lässt die beiden Frauen alleine. Plötzlich wird Feueralarm gegeben. Der Raum, in dem Lian über Stunden versucht hat, Zugang zu ihrer Mutter zu finden, ist verqualmt. Das Feuer kann schnell gelöscht werden aber von den beiden Frauen fehlt jede Spur. Der Terraner entdeckt, dass Neyla sie getäuscht hat. Sie war nicht verletzt und die Flucht der Frauen liegt schon länger zurück. Das Feuer wurde aus der Ferne ausgelöst.

Lian erwacht an einem fremden Ort. Von Neyla erfährt sie, wie die „Flucht“ abgelaufen ist. Nach mehreren Zwischenstopps haben die beiden Frauen ein Raumschiff erreicht. Vorher wurde Lian ein Schlafmittel gegeben, damit sie nichts verraten kann. Denn sie soll nach der Untersuchung, die helfen soll Dano zu retten, zu Rhodan zurückkehren können.

Lian erfährt ein wenig mehr über die Hintergründe, warum der Plan von Dano geändert wurde und Neyla den Part übernahm, Lian zu überreden. Sie erfährt auch von dem Finanzier im Hintergrund, dessen Identität Neyla nicht preisgeben möchte und den Lian deshalb Doc Devios tauft, um dem Unbekannten einen Namen zu geben.

Neyla Abiola zeigt sich abgebrüht, als Lian sie mit den zahllosen Opfern konfrontiert, die durch Dano gestorben sind. Für Dano hingegen scheint Neyla alles tun zu wollen. Die Frau, aus deren Genen Lian entstanden ist, erzählt, wie sie durch das Projekt ein Leben im Überfluss führen konnte. Als TRAFO beendet wurde, war auch ihr Leben am Ende. Doch Jeobald Tenglar engagierte sie, um die Experimente fortzusetzen, finanziert von einem Partner. Und Neyla, die nur wenig mit ihrem Ehemann Shorek verband, willigte ein. Doc Devios finanzierte die Forschungen und Neyla bekam durch Lussa eine neue Identität. Auf dem Merkur erschuf Tenglar den ersten Klon. TRIVID 1 oder genauer Telencephalon-Raffination individuelle Version mit der ID Eins.

Bevor Neyla weiter berichtet, wird Lian eine Gewebeprobe entnommen. An Bord des Raumschiffs ist sie in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Dennoch kann sie einen Blick auf den Saturn erhaschen. Sie ist also noch im Sonnensystem. Sie schmiedet einen Plan, wie sie Perry Rhodan über ihren Aufenthaltsort informieren kann. Doch zunächst legt Neyla die Experimente offen, die Tenglar weitertrieb und deren Ergebnisse er seinem Partner verschwieg.

Die ersten Klone waren nicht lebensfähig, bzw. reagierten sie zutiefst instinktgesteuert. Neyla war von den Ergebnissen schockiert, allerdings bekam sie für ihre Dienste gutes Geld. Tenglar und der Datendieb Lussa entwickelten ein Mnemo-Implantat, um weitere Klone mit einer Basis-Erinnerung zu versehen. Doch die größte Schwierigkeit bereitete der Zellverfall der Klone nach der Reifung. Erst mit TRIVID 35 und 36 glaubte Tenglar, dieses Problem in den Griff bekommen zu haben. Mehr noch, er entschied sich für ein Feldexperiment, in dem er die beiden Klone mit einer ausgefeilten Erinnerung in die Öffentlichkeit entließ. Während TRIVID 35 ohne Behandlung blieb, wurde TRIVID 36 mit einem von Tenglar entwickelten Kohäsionsverstärker behandelt. Sie ist das Erfolgsmodell, die Nullnummer einer neuen Serie. Trivid 0 ist Lian. In den Erfolg mischte sich der Detektiv und Neylas Ehemann ein. Es kam zur Explosion des Merkurkomplexes. Neyla tauchte unter. Da ihre Ersparnisse aber bald aufgebraucht waren, wendete sie sich wieder an Doc Devios, der Tenglars Forschungen fortführte. Sie spürten Dano auf und über Perry Rhodan dann auch Lian.

Lian Taupin ist vom Gehörten entsetzt. Sie glaubt nicht alles, was Neyla ihr erzählt hat. Lian vermutet hinter dem Finanzier den Ara Khar Baraly, ein Mitglied des TRAFO-Teams. Und sie vermutet andere Ziele hinter den Forschungen. Längst geht es nicht mehr darum, Menschen mit größerer Hirnkapazität zu schaffen, sondern Menschen zu schaffen, die den Wünschen von potentiellen Auftraggebern entsprachen. Lian nutzt ihre Freiheiten an Bord und kann eine Nachricht absenden. Darin sagt sie, dass sie an Bord des Ara-Schiffes von Khar Baraly in der Nähe des Saturns ist.

Auf dem Mars wird Perry Rhodan diese Nachricht zugespielt. Cai Cheung, die Solare Premier übermittelt Rhodan auch, dass sie zwei Schiffe zum Saturn zu seiner Unterstützung abgestellt hat. Rhodan macht sich mit Lugauers Space-Jet auf dem Weg. Und noch eine Sache teilt Cai Cheung dem Unsterblichen mit. Die Botschaft von Lian enthält einen Fehler. Das Schiff beim Saturn gehört nicht Khar Baraly.

 

Rezension:

Wieder steht nach dem Roman der Satz: „Gespannt darauf, wie es weitergeht?“

Und wieder antworte ich mit „Ja“. Lian Taupin versucht mit einigen Tricks dahinter zu kommen, wer der geheimnisvolle Unbekannte ist, der die Forschungen finanzierte und nun fortsetzt. Sie war sich sicher, in dem Ara, den sie aus dem Bericht Perry Rhodans kennt, den richtigen Mann identifiziert zu haben. Am Ende scheint es doch aber auf jemanden anders hinauszulaufen.

Der fünfte Roman der Reihe steht ganz im Zeichen des fünften Kapitels. „Was macht dich zum Menschen?“, ist es betitelt. Und wartet mit einigen Schockelementen auf. Die Szene, in der Neyla darüber berichtet, wie der erste Klon aus der Reifungskammer entlassen wird, ist erschütternd. Die eiskalte Reaktion von Jeobald Tenglar, der den ersten Klon wegwirft, als sei er ein Stück Abfall, zehrt an den Nerven.

Aus Neyla Abiola werde ich nicht schlau. Aufgrund ihrer besonderen Fähigkeit eines fotografischen Gedächtnisses, hat sie am Projekt TRAFO teilgenommen. Sie genießt über die Jahre ein sorgenfreies Leben. Ihr ging es nur ums Geld. Als sie Lian erläutert, dass sie heute anders denkt, liefert sie allerdings keinen Beweis dafür. Echte Emotionen zeigt sie nur in einer Szene. Darin geht es um Dano, von dem sie sagt, dass er eingesperrt in seinem Körper ist, wie in einem Gefängnis, das abgerissen wird, während er darin festsitzt.

Es gibt zwar noch andere Szenen, z.B. als sie Lian aus der Vergangenheit berichtet. Aber wenn sie da die Erzählung, weil es sie belastet, unterbricht, wirkt das etwas aufgesetzt. Lian traut ihr zu Recht nicht. Die junge Frau geht zwar davon aus, dass das meiste von Neylas Geschichte stimmt, aber ob sie vollständig ist, daran hat sie Zweifel.

Lians Darstellung in diesem fünften Band, zumindest anfänglich, reicht nicht ganz an das Bild heran, das die ersten drei Romane vermittelt haben. Einerseits ist das verständlich, denn die Figur wird hier in einer ganz anderen Situation als bisher geschildert und sie ist inzwischen gereift. Andererseits fehlen mir etwas die ausgefeilten Dialoge, die Lian mit Perry Rhodan hatte. Über diese Dialoge wurde die Figur eingeführt, charakterisiert. Die Gespräche, die Lian hier mit ihrer Mutter hat, bieten da keinen Ersatz. Neyla ist kalt und leistet ihrer Tochter keine Unterstützung. Das Zusammenspiel dieser Figuren ist anders. Als Lian sich darauf besinnt, wie sie Perry Rhodan eine Nachricht schicken kann, wird die Figur wieder klasse dargestellt. Lian ergreift wieder die Initiative und versucht einerseits Neyla wichtige Informationen zu entlocken, andererseits nutzt sie das Equipment, um Rhodan auf sich aufmerksam zu machen.

Die Ziele des mysteriösen Finanziers scheinen nun aufgedeckt. Nur seine Identität wird weiterhin geheim gehalten.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2883

pr_2883Der Mechanische Orden – von Leo Lukas – Handlung:

Die ODYSSEUS ist an das Gyanli-Beiboot angedockt und wird in das 282 Lichtjahre entfernte Safaanusystem geschleppt. Als Pilot fungiert Duxaluk, ein Zweitmechaniker des Mechanischen Ordens. Der Wuutuloxo gibt sich zurückhaltend. Da er seinen Auftrag nicht erfüllen konnte, kehrt er nun mit leeren Händen zurück.

Das Safaanusystem entpuppt sich als chaotisches System. Die Sonne ist zu einem Schwarzen Loch geworden, alle Planeten und Monde sind zertrümmert. Das Schwarze Loch ist zu klein, um das Ende einer normalen Sternentwicklung zu markieren. Hier hat jemand nachgeholfen. Duxaluk weiß nicht, wer dafür verantwortlich ist. Es gibt aber zehntausende solcher verheerten Sonnensysteme in Orpleyd.

Die ODYSSEUS legt am Gonobaat BARILAKK an. Das Radförmige Gebilde mit einem Durchmesser von 3 Kilometern ist nach Auskunft des Zweitmechanikers ein Sternreisendes Kloster des Mechanischen Ordens. Der Ordensoberste ist Xirtaaluk, der Rhodan empfangen will. Im Gegenzug kommt die Zweitmechanikerin Jurokao an Bord der ODYSSEUS. Sie soll das Raumschiff umrüsten. Ihre erste Maßnahme ist der Einbau eines Refektors, der das Genprofil eines Kunden ermittelt und eine geeignete, schmackhafte und attraktive Nahrung produziert. Jurokao macht selbst reichlich Gebrauch von dem Gerät.

Inzwischen ist Perry Rhodan an Bord des Klosters. Sein Status ist der eines Gastes mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Anders ausgedrückt, er darf den Raum, der ihm zugewiesen wurde, nicht verlassen. Endlich wird er zu Xirtaaluk vorgelassen. Der Ordensoberste vermutet in Perry Rhodan einen Spion der Gyanli. Der Terraner braucht einige Zeit, um den Wuutuloxo zu einem Informationsaustausch zu bewegen. Für den Mechanischen Orden ist es wichtig, mehr über die Gyanli zu erfahren. Sie sind insbesondere am Neurokrill interessiert. Das ist eine Lebensform, mit dem die Gyanli in Symbiose leben. Es kommt im Fluid vor, in dem die Herrscher Orpleyds beträchtliche Zeit verbringen. Ansonsten gibt Xirtaaluk wenig preis. Von höheren kosmischen Mächten hat er noch nie gehört und ist erstaunt über Perrys Aussagen zu Superintelligenzen und andern mächtigen Entitäten.

An Bord der ODYSSEUS erlebt Pey-Ceyan indessen eine Erweiterung ihrer Fähigkeiten. Sie wollte Jurokao empathisch überprüfen, stattdessen kann sie die Gedanken der Zweitmechanikerin lesen. Sie vermutet, dass ihre Telepathie sich aufgrund des Aufenthalts im Catiuphat entwickelt hat. Ihre neue Fähigkeit ist zwar nicht so stark wie die von Gucky, reicht aber, um die Pläne Jurokaos besser zu verstehen. Der Mechanische Orden will das defekte Antriebssystem, einschließlich der Aktoren und der meisten Waffensysteme entfernen. Keine Hyperstenz mehr aber was eingebaut wird, soll sowieso besser sein. Attilar Leccore und die Larin geben ihr Einverständnis und Jurokao und ihre robotischen Helfer legen los. Die Plasmatronik wird ebenfalls entsorgt und durch den Linear-Nukleus-Meditator ersetzt. Wie bei ANANSI werden Prozesse in den Halbraum ausgelagert. Der Meditator besitzt allerdings keine eigene Persönlichkeit, aber Leccore gefällt das. Das Transitionstriebwerk wird durch ein Lineartriebwerk ersetzt, das in der Leistung einem terranischen HAWK-III mit allerdings größerer Reichweite entsprach. Besonders die Möglichkeit für 12,9 Sekunden in die Hypersexta-Halbspur zu springen und 200 Millionen Mal schneller als das Licht zu reisen, kann ebenfalls überzeugen. Dazu die zum Schalenbildner umfunktionierten Schutzschirme, der Trugwerfer zum Täuschen eines Gegners und die Luzidit-Hülle für den Ortungsschutz werten die ODYSSEUS weiter auf. Zum Tanken von Energie kann das Schiff in die Kernzone einer Sonne fliegen und den Stellarspeicher mit normaler Energie oder Hyperenergie befüllen.

Auf Anweisung von Xirtaaluk macht die ODYSSEUS einen Testflug zu einer nur wenige Lichtjahre entfernte Sonne. Allerdings ist der Schleier noch nicht installiert, der die Energiesignaturen der ODYSSEUS vor Ortung schützen soll. Jurokao fügt sich und der Testflug wird ein Erfolg. Was sie nicht ahnt, der Ordensoberste wollte durch den Flug ein Gyanli-Schiff anlocken und entern. Tatsächlich erscheint der Gyanli-Raumer PNUUDH und wird sofort von der BARILAKK lahm geschossen. Perry Rhodan hat das Manöver Xirtaaluks verfolgt und hat erreicht, dass er das Enterkommando begleiten darf, dass vor allem Neurokrill bergen soll. An Bord der PNUUDH leisten die Gyanli jedoch erheblichen Widerstand. Der Anführer des Enterkommandos kommt ums Leben und Perry Rhodan übernimmt das Kommando. Inzwischen sind weitere Gyanli-Schiffe zur Verstärkung eingetroffen und die BARILAKK muss fliehen. Der Fluchttransmitter ermöglicht Rhodan und einigen Wuutuloxo die Rückkehr zur ODYSSEUS. Das Schiff setzt Kurs zum Lichtfahnensystem.

 

Rezension:

Also eigentlich hätte es der Aufrüstung der ODYSSEUS nicht bedurft. Das Schiff ist tiuphorischen Ursprungs. Die Tiuphoren haben bei der Auseinandersetzung in der Milchstraße gezeigt, dass sie der galaktischen Technik weit überlegen sind. Zudem wurde das Schiff, ohne das Details dazu zu lesen waren, von der Technik der SHEZZERKUD befruchtet, die den Endpunkt einer 20 Millionen Jahre währenden Entwicklung darstellt.

Aber die kommenden Abenteuer Perry Rhodans machten wohl eine Verbesserung seiner Mittel und Möglichkeiten notwendig. Das Ergebnis ist ein wenig widersprüchlich beschrieben. Anfangs wird die Technik, mit der die Mitglieder des Ordens hantieren, der galaktischen Technik ebenbürtig beschrieben. Dass, was dann verbaut wird, ist jedoch ein gutes Stück weiter. Auch die Lebenslichte erhält ein Upgrade. Sie ist nun Telepathin und damit erst gar kein Konkurrenzkampf zu Gucky entstehen kann, wirkt ihre Fähigkeit nicht ganz so stark, wie die des Ilts. Immerhin kann nun das Zusammentreffen mit der Rettungsexpedition noch ein Stück weit nach hinten verschoben werden. Rhodan braucht, derart gerüstet, erstmal weder die RAS TSCHUBAI, noch den Mausbiber.

Der Roman war kurzweilig. Das lag weniger an den Geschehnissen, als vielmehr an der humorvollen Erzählweise des Autors Leo Lukas. Die Handlung selbst läuft in zwei Schienen ab. In der einen erfährt der Leser über die Beobachtungen des Pärchens Leccore/Pey-Ceyan von der Umrüstung der ODYSSEUS. In der anderen Ebene langweilt Perry Rhodan den Klostervorsteher mit seinem Wissen über das Zwiebelschalenmodell. Nebenbei sei bemerkt, dass Atlan über Perrys Kosmologiemodell nur noch die Nase gerümpft hätte, aber der Arkonide ist eben noch nicht wieder im Spiel, mit seinen Erkenntnissen vom Ausflug ans Ende des Universums. Statt also mit seinem Zellaktivator zu protzen, der ihn als Protegé von ES ausweist, hätte Rhodan ein bisschen mehr über den Mechanischen Orden in Erfahrung bringen können. Hier folgt die Handlung jedoch den üblichen Pfaden. Die hochgerüsteten Wuutuloxo haben nur auf einen wie Perry Rhodan gewartet, der ihnen endlich wichtige Informationen zu den Gyanli besorgen kann. Am Ende bricht der Kontakt zum Sternreisenden Kloster des Mechanischen Ordens ab und der kaum begonnene Kennenlernprozess wird dadurch erstmal gekappt.

Auf der Ebene Attilar Leccore/Pey-Ceyan weiß der Autor, abgesehen von den ganzen Umrüstungs- und Aufrüstungsprozedere eigentlich nicht so richtig mit der Larin und dem Gestaltwandler umzugehen. Ein wenig versucht Leo Lukas zu Beginn eine Animosität zwischen den beiden Begleitern Rhodans herzustellen, bricht das Ganze jedoch an irgendeiner Stelle ab. Für Pey-Ceyan reicht es dann noch für ein paar Rückblicke auf die Historie der Figur und für Attilar Leccore zu einem lauwarmen Aufguss seiner Identitätskrise. Auch hier sei nebenbei bemerkt, dass ich Identitätskrisen bei Gestaltwandlern für völlig normal halte.

Wie erwähnt kann die zeitweise im launigen Plauderton vorgebrachte Geschichte beim Schreibstil mehr überzeugen. Als Running-Gag entpuppten sich die häufigen Verwendungen von Redewendungen und deren mögliche Übersetzung, bzw. Übersetzungsfehler in ein fremdes Idiom.

Nicht alles was in diesem Roman glänzte war Gold. Wie auch schon bei den anderen Romanen des neuen Zyklus wird erkennbar ein anderer, sagen wir mal vorsichtig, einfacherer, Stil gepflegt. Das „Einfach“ kann man vielleicht auch mit „Überschaubar“ ersetzen oder auch mit „Zielgerichtet“. Und damit grenzt sich der Kurz-Zyklus vom Vorgänger ab.