Articles for the Month of August 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2871

PR_2871Die Sextadim-Späher – von Verena Themsen – Handlung:

Im Leerraum zwischen Milchstraße und Andromeda schwebt die SHEZZERKUD, ein außergewöhnlich fortentwickeltes Sterngewerk der Tiuphoren. Das Orakel Verssidai Happuru und der Xenoermittler Shoer Venyeth unterrichten Paddkavu Yolloc, den Caradocc des Schiffes über ihre Beobachtungen. In der Milchstraße findet eine Bannerkampagne von mehreren Zehntausend Sterngewerken statt. Es ist für sie überraschend, in diesem Raumzeit-Tesserakt Tiuphoren zu finden. Noch dazu Tiuphoren, die ihre Banner auf so archaische Weise füllen. Venyeth findet das Vorgehen der Tiuphoren in der Milchstraße abstoßend. Der Ruf sollte an sie ergehen. Doch die Entscheidung dazu trifft Paddkavu Yolloc. Der ist sich der ethischen Probleme bewusst. Andererseits machen die Tiuphoren der Milchstraße sie alle reicher. Er zögert die Entscheidung hinaus. Die Sextadim-Pioniere sollen eine Sextadim-Halbspurtrasse in die Milchstraße legen. Beizeiten wird die SHEZZERKUD dorthin vorstoßen.

Die Sternbaronie Zozapal mit der Hauptwelt Savarkon sieht sich derweil einem Angriff der Tiuphoren ausgesetzt. Zum nur 2,8 Lichtjahren entfernten Senterpalsystem, in dem sich Werftanlagen befinden, ist der Kontakt abgebrochen. Die Arkoniden, die mit der LFT ein Beistandsabkommen haben, schicken eine kleine Flotte los. Mit an Bord des Flaggschiffs ist die terranische Journalistin Tamu Chaplin. Sie berichtet hautnah von den Geschehnissen. Im Senterpalsystem ist nur noch ein Sterngewerk der Invasoren. Die Schiffe des Systems sind zerstört oder von Indoktrinatoren befallen. Die Werftanlagen sind in Feindeshand und produzieren Flugkörper, die Indoktrinatoren verbreiten. Die Flotte der Arkoniden unter dem Kommando von Giniot da Zozapal kann sich zurückziehen, erleidet aber starke Verluste.

Im Solsystem läuft unterdessen die Evakuierung weiter. Sichu Dorksteiger und Gholdorodyn haben den Generator der Dakkar-Spanne mit SEMT-Hauben gekoppelt. Damit will man Bewusstseine in ein Banner der Tiuphoren einschleusen, um mehr Informationen zu sammeln. Die Larin Pey-Ceyan und Perry Rhodan wollen den Versuch wagen. Das einzelne Sterngewerk im Senterpalsystem soll infiltriert werden. Die RAS TSCHUBAI nähert sich unbemerkt dem Feindschiff. Ein erster Versuch, die Bewusstseine von Rhodan und der Larin in das Banner einzuschleusen, schlägt fehl. Aber im zweiten Anlauf erreichen die beiden Bewusstseine ihr Ziel. Pey-Ceyan kann sich schnell orientieren. Sie entdeckt die verängstigten Bewusstseine anderer Gefangener, die weit in der Vergangenheit, zur Zeit des Kodex oder in der aktuellen Gegenwart ins Banner getrieben wurden.

In der Sternbaronie Zozapal rüsten sich die Arkoniden für einen zweiten Flug ins Senterpalsystem. Gegen die Tiuphoren haben sie keine Chance aber sie wollen die eigenen Werftanlagen vernichten, um wenigstens die Verbreitung von Indoktrinatoren zu verhindern. Von den Onryonen bekommen sie Linearraumtorpedos für diesen Zweck. Tamu Chaplin macht auch den zweiten Flug mit.

Pey-Ceyan und Perry Rhodan entdecken einander im Banner. Während der Terraner die Art und Weise verabscheut, wie die Bewusstseine von Lebewesen hierher gebracht wurden, versucht die Larin auch Positives zu entdecken. Ihre Begabung als Lebenslichte helfen ihr, sich im Banner schneller zu orientieren und mit anderen Bewusstseinen in Kontakt zu treten. Sie erkennt auch, dass sie sich in einer Art Eingangshalle befinden. Viele Bewusstseine sind derart verängstigt, dass sie hier gestrandet sind. Anderen gelingt der Aufstieg in eine zweite Ebene. Rhodan und Pey-Ceyan durchdringen gemeinsam die Barriere. In der zweiten Ebene gibt es eine Art Trostgemeinschaft, die Neuankömmlingen Trost spendet. Gemeinsam schaffen Perry Rhodan und Pey-Ceyan den Übergang in die dritte Ebene des Banners. Allerdings werden dort separate Bewusstseine gedrängt, sich miteinander zu verbinden. Perry Rhodan und Pey-Ceyan wollen das auf keinen Fall. Sie entdecken, dass es noch mehr Ebenen geben muss, in der die Bewusstseine Stufe um Stufe zu einer Einheit verschmelzen.

Inzwischen eskaliert die Situation im Senterpalsystem. Die Arkoniden haben erfolgreich die Werftanlagen zerstört. Auf der Flucht geraten sie in die Nähe des Sterngewerks. Die RAS TSCHUBAI muss eingreifen und rettet die Arkoniden und Tamu Chaplin. Perry Rhodan und Pey-Ceyan können zurückkehren. Die Geretteten versprechen, sich still zu verhalten und niemanden zu verraten, dass es eine Waffe gegen die Indoktrinatoren gibt.

Auf der SHEZZERKUD hat Paddkavu Yolloc eine erste Entscheidung getroffen. Das Schiff aktiviert den Sextadim-Movator und fliegt zur Milchstraße.

 

Rezension:

Dieses Zyklusfinale ist ungewöhnlich. Seit Wochen erwarte ich eigentlich Geschichten, die sich mit einem der zahllosen Themen beschäftigt, die seit Band 2700 angerissen aber ungeklärt geblieben sind. Und wie jede Woche bin ich überrascht, was erneut liegengeblieben ist. In Heft 2803 konnte Marc Herren noch mal etwas Neues zum Tiuphorenthema beitragen. In meinen Ansichten zu Heft 2804 schrieb ich seinerzeit, dass sich das Tiuphorenthema totgelaufen hat. Und zu Band 2808 merkte ich an, das Tiuphorenthema nicht auf die Spitze zu treiben. Das Thema streckte sich schon damals viel zu lange und es gab schon damals genügend andere offene Handlungsfäden, die endlich fortgeführt werden sollten. Die Tiuphoren blieben uns aber erhalten.

Entsprechend ernüchtert bin ich nach der Lektüre von Heft 2871. Vorher gab es gefühlt weitere 40 Hefte mit dem Lieblingsvolk der Autoren aber eben keinerlei Fortschritte. Während in jedem einzelnen Roman die Figuren teils eindrucksvolle Entwicklungen durchmachen, Rückschläge verzeichnen müssen, sich wieder ran kämpfen und allgemein an den Erlebnissen reifen, herrscht auf Zyklusebene Tristes, was langfristige Entwicklungen angeht. Man wartet bis zum letzten Drücker, um den Tiuphoren etwas anzuschreiben, ihnen eine „Berechtigung“ zu geben, ihnen womöglich Tiefgang zu verleihen. Das alles kommt viel zu spät. Und selbst in diesem Roman, wenige Wochen vor Zyklusende, hält sich der Fortschritt in Grenzen. Immerhin wurden einige wenige Krümel eingestreut, die es gestatteten, sich etwas zusammenzureimen.

Der Rest war routiniert geschrieben, ohne jedoch zu begeistern. Das Spielzeug vom letzten Heft wird von zwei Superwissenschaftlern irgendwie mit irgendwas Anderem verbunden und schwupps landen Perry Rhodan und Pey-Ceyan im Banner, durchlaufen ein paar Ebenen und kehren zurück. Erkenntnisgewinn? Schwer zu sagen. Dazu hätten die Protagonisten für ihre Experimente klare Ziele definieren müssen. Haben sie aber nicht und daher bleibt unklar, was sie eigentlich erreicht haben. Als Leser konnte ich zu keiner Zeit mit den Figuren mitfiebern. Die Erlebnisse von Perry Rhodan, der hier wieder mal nur Anhängsel anderer, stärkerer Figuren ist, berührten mich nicht. Nur mit den Arkoniden, die unverzagt von der Gefahr ihren Plan verfolgten, wurden mehr Emotionen in der Geschichte angesprochen.

Die Geschichte von Verena Themsen hätte, wäre sie zwischen Heft 2805 und 2810 angesiedelt gewesen, eine andere Wirkung entfalten können. So aber leidet die Einzelleistung als Heft unter der Schwäche der Zyklusstory, die das Handlungselement Tiuphoren zu sehr in den Fokus gerückt hat, es aber in der ganzen Zeit nicht schaffte dafür einen Spannungsbogen zu entwickeln.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2870

PR_2870Die Eiris-Kehre – von Leo Lukas – Handlung:

Auf Tombaugh’s Rock, einem Außenposten am Rande des Solsystems, steht die Ankunft einer Neuen an. Die Habitat-Architektin Sui Dean wird von einem Versorgungsschiff auf dem LFT-Stützpunkt abgesetzt. Die nächsten drei Monate soll sie den Felsbrocken, ein Trümmerstück des Kleinplaneten Pluto, kartographieren. Ihre Untersuchungen dienen einem Projekt, das für Tombaugh’s Rock eine neue Aufgabe bringen könnte. Entsprechend sauer reagiert die Besatzung von Tombaugh’s Rock, die allesamt Individualisten sind. Die Begrüßung fällt kurz aus und Sui Dean wird von da ab von allen gemieden. Es dauert Wochen, bis sie überhaupt Kontakte zu einigen der Bewohner bekommt. Da ist eine Terranerin, deren Vorbild Melbar Kasom ist. Sie nennt sich Melba Kasom und versucht mit hormonellen Mitteln alles, um ihrem Idol zu gleichen. Eine Jülziish ist die Waffenspezialistin der stark armierten Station. Sie ist in die positronischen Systeme integriert und hat seit Jahrzehnten keine Begegnung mehr mit den anderen Besatzungsmitgliedern. Die Suchanoffs, ein Ehepaar, betreiben abstoßende Forschungen an Hybridwesen. Ein Terraner komponiert Musik mit den Geräuschen startender Raumschiffstriebwerke und ist schwerhörig geworden. Ein anderer hat einen Tanzsaal eingerichtet, um seine todkranke Zwillingsschwester einige letzte unbeschwerte Momente erleben zu lassen.

Am 21. Oktober 1518 NGZ bekommt Tombaugh’s Rock weiteren Besuch. Der PONTON-Tender GALILEO GALILEI schleppt den Polyporthof GALILEO zum Außenposten. Der Polyporthof ist von fremder Energie eingesponnen und unzugänglich geworden. Aber über den Hof hat sich ein fremder Humanoide namens Ovaron Kilmacthomas gemeldet und nach Perry Rhodan gefragt. Der Unsterbliche fliegt mit der RAS TSCHUBAI ebenfalls nach Tombaugh’s Rock. Und er nimmt Angakkuq mit. Von Cai Cheung erfährt Rhodan, dass alle Elemente des Polyportnetzes der Milchstraße damit begonnen haben sich einzuspinnen. Die Evakuierung wird angeordnet.

Perry Rhodan nimmt Kontakt zu Benya Roshi auf, dem Kommandanten von Tombaugh’s Rock. Der stellt eine Halle für die Begegnung mit Ovaron Kilmacthomas zur Verfügung. Rhodan fliegt mit Gucky in einer Korvette zum Treffpunkt. Ovaron Kilmacthomas bedient sich einer Dakkar-Spanne, um am Ziel zu materialisieren. Er ist tatsächlich ein Nachfahre von Tyrone Kilmacthomas und reist im Auftrag der INSTANZ. In dieser Epoche, führt er aus, zeigen sich Spuren des Wirkens des Atopischen Tribunals, gleichsam strahlenden Diamanten in einem dunklen Äon. Aber noch eine andere Katastrophe bedroht dieses Zeitalter: Die Eiris-Kehre. Bevor Perry Rhodan Einzelheiten erfährt, bekommt er die Nachricht, dass Angakkuq spurlos verschwunden ist. Kilmacthomas sieht darin eine Gefahr. Gleichzeitig kommt es auf Tombaugh’s Rock zu Wahrnehmungsstörungen der Besatzung. Ähnliches ist zuvor der Besatzung von GALILEO passiert. Frywil Suchanoff wird von seinen eigenen Hybridwesen getötet. Die Wissenschaftler der RAS TSCHUBAI empfehlen die Evakuierung.

Ovaron Kilmacthomas erläutert, das die dys-chrone Drift zu einer Degenerierung der Eiris von ES und der Eiris anderer Superintelligenzen im Umkreis von 100 Millionen Lichtjahren führt. Im Wirkungsbereich lösen sich die hyper- und paraphysikalischen Anker der SI’n. Kilmacthomas will das Polyport-System vor der Eiris-Kehre retten. Er verlangt den Urcontroller von Rhodan. Im Gegenzug bekommt Rhodan eine modifizierte Dakkar-Spanne, die es erlaubt, ein Sextadim-Banner der Tiuphoren zu orten und mentale Komponenten in ein Banner zu übertragen. Der Handel kommt zustande. Gucky hat indessen mit Germos Hilfe Angakkuq auf GALILEO lokalisiert. Während die Besatzung von Tombaugh’s Rock fast vollständig evakuiert werden kann, versetzen sich Perry Rhodan und Ovaron Kilmacthomas auf den Polyporthof und stoppen Angakkuq. Das Kunstwesen geht im Polyport-System auf. Kilmacthomas löst das gesamte Polyport-System aus der Mächtigkeitsballung von ES und verschwindet damit. Perry Rhodan übergibt den Generator der Dakkar-Spanne an Sichu Dorksteiger und Gholdorodyn zur Untersuchung.

 

Rezension:

Der Roman besaß Unterhaltungswert und wirkt doch an vielen Stellen unrund. Ich habe einige Passagen des Romans von Leo Lukas zweimal gelesen. Nicht weil sie besonders gut gelungen waren oder besonders interessant. Nein, ich habe manchen Absatz nochmal durchgeschaut, weil ich wissen wollte, was denn nun gegen die geradezu inflationär auftretenden Katastrophen von den Protagonisten unternommen wird. Die Antwort ist ernüchternd. Es wird nichts unternommen!

Nachdem also das Atopische Tribunal in der Milchstraße eingefallen ist und die Völker unterdrückt, ein Zeitriss marodierend durch die Galaxis fegt, die dys-chrone Drift für allerlei merkwürdiger Phänomene sorgt und die Tiuphoren ohne Widerstand ganze Sonnensysteme vernichten, ist nun auch die Eiris-Kehre eingekehrt. Zu den diversen Institutionen und deren Personal, die aus der Zukunft punktgenau in dieses Äon gereist sind, um sich am Untergang zu bereichern, gesellt sich nun auch die INSTANZ. Und ein zukünftiger Terraner klaut das Polyportsystem. Nicht etwa, weil dies die Eiris-Kehre verhindert, vor der uns der Besucher aus der Zukunft warnt, nein, er klaut es, weil das Polyportsystem in der Ära der INSTANZ einen wichtigen Pfeiler darstellt und wenn es in Perry Rhodans Epoche explodieren würde, wäre das nicht so gut. Weder für Perry Rhodan, noch die INSTANZ. Damit Perry Rhodan nicht ganz leer ausgeht, kriegt er ein Gadget in die Hand gedrückt. Damit ist Perry Rhodan das Polyportsystem los, die Katastrophen sind geblieben.

Zurückgeblieben ist auch das ewig wiederkehrende Muster, das übergeordnete Transportsysteme über kurz oder lang (meist über kurz) entsorgt werden. Während die Milchstraße es geschafft hat, ihre Polyportstationen zu evakuieren, stellt sich auch die Frage, was mit den Bewohnern der Handelssterne und Polyporthöfe in anderen Galaxien passiert ist. Allerdings ist dies nicht die drängendste Frage. Aus dem Roman der Vorwoche kennen wir nun eines der Ziele von Thez, nämlich Schaden vom Moralischen Code abzuwenden. Ein explodierendes Polyportsystem passt da nicht ins Geschehen. Und die Eiris-Kehre auch nicht. Die Aktionen Matan Addarus sind gründlich aus dem Ruder gelaufen. Gleichwohl passen die Erklärungen nicht ins Geschehen, die Leo Lukas seine Hauptfigur Perry Rhodan überlegen lässt. Durch den Transport von Angakkuq ins Solsystem wäre der Plan des Richters aufgegangen und das Kunstwesen hat dadurch unfreiwillig Zugriff auf das Polyportsystem bekommen. Soll das wirklich der Plan von Matan Addaru gewesen sein? Er begräbt seinen Gefährten auf Tefor, wo er von Rhodans Begleitern durch Zufall entdeckt wird? Das ist Unsinn! Um Zugriff auf das Polyportsystem zu nehmen, wäre jeder andere Plan zu jeder anderen Zeit erfolgversprechender gewesen. Aus dem Roman der Vorwoche wissen wir, wie Matan Addaru das Polyportsystem entdeckt, studiert und für seine Zwecke einzusetzen versucht hat. Der Zugriff zu diesem 1 bestimmten Zeitpunkt im vorliegenden Roman, wenn doch Myriaden von besseren Zeitpunkten existieren, erschließt sich aus der Lektüre dieses oder der bisherigen Romane nicht.

Die Geschichte mit den ebenfalls inflationär auftretenden diversen Zeitreisenden und den von ihnen ausgelösten Aktionen zeigt unübersehbare Schwächen. Auch Leo Lukas hat die Schwächen dieses Plots erkannt und versucht sie mit viel Humor zu übertünchen. Mehrere Male verlaufen Überlegungen seiner Figuren zu Zeitreisen und den Geschehnissen im Sande und werden durch groteske Gebärden oder Sprüche ins Lächerliche gezogen. Auch die Exposé-Autoren bekommen ihr Fett ab. Anders lässt sich die Passage auf Seite 37 nicht interpretieren, als Kilmacthomas für Perry Rhodan die Kausalarchitektur erläutert und auf Rhodans Nachfrage entgegnet, dass er diese Formulierungen nicht erfunden hätte.

Auch durch eine Vielzahl an extravaganten Nebenfiguren versucht Leo Lukas von der schwachen Hauptgeschichte abzulenken. Einige der schrägen Vögel von Tombaugh’s Rock erinnerten mich an die Besatzung der Dark Star, dem Raumschiff aus der gleichnamigen Science-Fiction-Parodie von Regisseur John Carpenter. Aber auch mit viel Humor kann Leo Lukas eben nicht alles kaschieren. Als Kilmacthomas Perry Rhodan die Dakkar-Spanne offeriert und ihn fragt, ob er damit umgehen könne, lässt Lukas seinen Protagonisten eine erstaunlich dumme Antwort geben. Rhodan entgegnet, dass er Laires Auge besaß. Genauso gut hätte Rhodan entgegnen können, dass er mal einen Dodge besaß oder ein IPhone.

Ein schwacher Roman, in dem es eigentlich nur um die Entsorgung des Polyportsystems ging. Dazu weitere Zeitreisende einzuführen, war keine gute Idee.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Jupiter Heft 04

PR_Jupiter04Syndikat der Kristallfischer – von Christian Montillon – Handlung:

Auf MERLIN, einer Faktorei des Syndikats der Kristallfischer, entwickeln immer mehr Menschen nach der Einnahme von Tau-acht für kurze Zeit absonderliche Psi-Kräfte. So wie Deshum Hiacu. Er durchdringt unkontrolliert feste Materie. Für seine Partnerin Errinna ist seine Fähigkeit tödlich, als er sie durchquert. Und auch für Deshum Hiacu endet die Drogeneinnahme tödlich. Er fällt durch mehrere Decks und die Außenhülle und driftet in die Jupiteratmosphäre.

In dieser Zone ist auch die Micro-Jet mit Perry Rhodan, Mondra Diamond und den drei TLD-Agenten Gili Saradon, Porcius Amurri und Dion Matthau unterwegs. Das Schiff wird von unbekannten Kräften bedroht. Für einen Augenblick glaubt Perry Rhodan eine schwebende Kreatur in der Jupiteratmosphäre zu sehen. Nur mit Mühe kann er Kurs auf MERLIN nehmen. Die Station ist an einem anderen Ort. Da die Funkanlage ausgefallen ist, kann Rhodan die Besatzung von MERLIN nicht kontaktieren. Er schafft mit Waffenfeuer einen Strukturriss im Schutzschirm der Station und fliegt hindurch. MERLIN ist auf der Hälfte einer Kugelzelle eines alten Großraumschiffs der Galaxis-Klasse aufgebaut. Der Unsterbliche steuert die Micro-Jet in einen Hangar. Dort werden sie von Onezime Breaux, dem Chef der Stelle für Datenbeschaffung, inhaftiert. Er und seine SteDat-Leute führen Rhodan und seine Begleiter zu einer Gefängniszelle. Unterwegs kommt es zu einem Zwischenfall. Ein Junge, offensichtlich ein Ganymedaner ruft der Gruppe das Wort „Wegbereiter“ zu. Breaux macht das sehr nervös. Er lässt den Jungen verfolgen, der urplötzlich verschwindet. In der Gefängniszelle lässt sich Perry Rhodan die Aufzeichnung seines SERUNS abspielen. Der Junge hat noch mehr gesagt. Er nennt seinen Namen Firmion Guidry, warnt vor Tau-acht und sagt, dass die Atmo-Schweber nicht vom Jupiter seien.

Bevor Perry Rhodan mit seinen Begleitern die Aufzeichnung analysieren kann, werden sie von Anatolie von Pranck aus dem Gewahrsam entlassen. Die Chefwissenschaftlerin des Syndikats gewährt ihnen zunächst freie Bewegung auf MERLIN. Sie würden allerdings überwacht. Den meisten Fragen, beispielsweise zu Tau-acht, weicht die Ganymedanerin aus. Sie führt die Besucher in das Casino und animiert sie zum Spielen. Auch hier treffen sie auf Menschen mit Psi-Fähigkeiten, die nur halb entwickelt sind. Eine Arkonidin, die Visionen hat, ein Roulettespieler mit schwachen telekinetischen Kräften. Gewinnen kann man Tau-acht. Anatolie von Pranck spricht von Honovin, von Homo novus insomnus, dem neuen schlaflosen Mensch. Perry Rhodan möchte endlich zu Oread Quantrill gebracht werden und Anatolie von Pranck arrangiert ein Treffen, an dem nur Perry Rhodan teilnehmen darf.

Unter den Tau-acht-Süchtigen auf der Station kommt es zu weiteren Todesfällen. Ein Mitarbeiter der SteDat wird zu einem Teleporter. Allerdings kann er seine Fähigkeit nicht kontrollieren und stirbt, als Teile seines Körpers weiter teleportieren als andere Teile. Eine Frau wird zu einem Erinnerungsjunkie. Ihre schlimmsten Erinnerungen verblassen nicht und führen schließlich zu ihrem Tod.

Während Perry Rhodan zum Treffen mit dem Chef der Faktorei geht, bilden seine Begleiter zwei Teams, die sich in den Laboren MERLINS umsehen wollen. Die beiden Frauen Mondra und Gili und die Männer Porcius und Dion müssen zunächst Onezime Breaux austricksen. Perry Rhodan trifft indessen Oread Quantrill und ist geschockt. Der Leiter der Faktorei sieht aus wie Thomas Cardiff, Rhodans erster Sohn! Schnell klärt sich, dass Quantrill die Fähigkeit eines Erinnerungstäuschers hat. Seinem Gegenüber lässt er dessen Erinnerungen sehen. Quantrill verfolgt den Plan einer schlaflosen Menschheit. Er will den Menschen mehr Zeit verschaffen. Jupiter wird zu etwas Neuem, der ersten Schwarzen Festung der Menschheit. Als Rhodan nicht auf Quantrills Vorschläge eingeht, wird der Unsterbliche erneut verhaftet. Per Funk warnt er seine Bergleiter. Mondra und Gili sind inzwischen in die Labore eingedrungen und entdecken dort Tanks mit merkwürdigen Lebewesen. Porcius und Dion konnten sich in die Lüftungsschächte retten. Dort treffen sie Chayton, der jedoch seine eigenen Pläne verfolgt.

Mondra und Gili werden vom SteDat-Chef überrascht und bluffen. Sie wollen die Labore sprengen. Tatsächlich zieht sich Onezime Breaux zunächst zurück und kontaktet Oread Quantrill. Der Chef der Faktorei will Mondra und ihren Begleitern ein Angebot unterbreiten, das diese nicht ablehnen können.

 

Rezension:

Der vierte Teil der Jupiter-Reihe nimmt wieder Fahrt auf. Legte der letzte Band den Schwerpunkt auf Beschreibungen, verfolgt Autor Christian Montillon in diesem Roman gleich mehrere actionbetonte Handlungen. Zunächst der Ritt durch die Jupiteratmosphäre und dann an Bord der Faktorei die Trennung von Rhodans Begleitern in zwei Teams, die sich mit den SteDat-Leuten ein Katz-und-Maus-Spiel liefern. Unterbrochen wird die Hauptgeschichte von Kapiteln, die mit „Splitter“ überschrieben sind. In ihnen erzählt der Autor verschiedene Schicksale von Tau-acht-Süchtigen, die zumeist mit dem Tode enden oder den nahen Tod prophezeien.

Anders als zuletzt werden die Beobachtungen, die Rhodan und seine Begleiter machen, auch diskutiert. Die Figuren stellen Fragen und hinterfragen die Antworten, die sie bekommen. Weil sich die Figuren mit ihren Erlebnissen auseinandersetzen wirkt die Story gefälliger und als Leser kann man in die Geschichte eintauchen.

Perry Rhodan bleibt diesmal nur ein kleiner Part. Auf MERLIN wird der Terraner gleich zweimal inhaftiert. Seine Begleiter hingegen befinden sich noch in Freiheit. Von Mondra Diamond, die es auch auf das Titelbild geschafft hat, hätte ich mir ein klein wenig mehr Charakterzeichnung gewünscht. Insgesamt werden ein paar Fragen geklärt aber sogleich wieder neue Geheimnisse platziert. Was genau geschieht mit Jupiter, was ist die Schwarze Festung, wer ist Firmion Guidry und welche Rolle spielt er?

Die Splitter hatten es in sich. Christian Montillon zeigt darin die schonungslose Darstellung der Folgen des Tau-acht-Konsums, bzw. was die dadurch ausgelösten Parafähigkeiten letztendlich bewirken. Bei einigen Kapiteln hätten für die darin gemachten Beschreibungen beinahe auch ein „Splatter“ statt „Splitter“ als Überschrift stehen können. Allerdings bleibt trotz der übersteigerten Darstellung von Gewalt und Blut eines immer klar. Es ist die Droge, die die Menschen zu Opfern macht. Ein guter Roman von Christian Montillon. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.