Articles for the Month of Juni 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2861

PR_2861Der Flug der BRITOMARTIS – von Leo Lukas – Handlung:

Nach der Enttarnung des tiuphorischen Agenten will Attilar Leccore im Gegenzug den Gegner unterwandern. Sein Plan ist es, den Tiuphoren weiszumachen, dass die Terraner eine Anti-Indoktrinatorenwaffe entwickelt haben. Natürlich würde er nicht die echte Waffe überbringen, sondern eine Täuschung. Läuft alles wie gewünscht und die Tiuphoren schlucken den Köder, würden ihre etwaigen Gegenmaßnahmen in eine falsche Richtung gesteuert. Sichu Dorksteiger entwirft daher eine auf den HÜ-Schirm basierende Abwehr, das HÜSIV-System. Dieses wird in die BRITOMARTIS eingebaut. Das 800-Meter-Raumschiff der APOLLO-Klasse wird auf Automatik-Betrieb umgerüstet. Nur vier Freiwillige, darunter der oxtornische Kommandant Thembinkosi John und die Waffenmeisterin Reeva Ntoni, bleiben an Bord. Die geringe Besatzungsstärke wird mit den Auswirkungen des Verteidigungssystems begründet, das für die Besatzung schädlich ist.

Unterdessen macht Leccore ein Template der sichergestellten Sextadim-Platine aus Sybrand Herzogs Kopf. Er nimmt die Gestalt seines Stellvertreters an und imitiert gleichzeitig die Platine im Kopf. Mit einer Kleinstkorvette verlässt Leccore das Solsystem und steuert die Position der CIPPACONTNAL an. Die Daten des Sterngewerks hat er dem Template von Camaxi Texolot entnommen. Der Kontakt kommt zustande. Leccores Schiff wird aufgebracht und die Tiuphoren halten ihn für Camaxi Texolot im Körper des Feindes. Er überbringt die Daten eines terranischen Schiffes, das mit einer Anti-Indoktrinatorenwaffe bestückt wurde. Die Tiuphoren wollen es aufbringen.

Inzwischen ist auch die BRITOMARTIS vom Flottentender SNAKE & DRAGON in die Nähe des Pulsars Myhrvoldt gebracht worden. Der Tender bezieht Ortungsschutz bei einer nahegelegenen Sonne. Die vierköpfige Besatzung des Schlachtschiffs soll sich nach dem vermeintlichen Testangriff auf ein Sterngewerk mit einem Beiboot zum Tender absetzen.

An Bord der CIPPACONTNAL läuft für Leccore indessen nicht alles wie geplant. Der Gestaltwandler hat Probleme mit dem Template Texolots. Obwohl er nur eine Kopie angefertigt hat, übertragen sich die starken Emotionen des Tiuphoren auf den TLD-Chef und behindern ihn beim Umgang mit den anderen Tiuphoren. Der Orakel-Page Paqar Taxmapu ist misstrauisch. Er glaubt, dass Texolot von den Terranern umgedreht wurde. Taxmapu konfrontiert Leccore mit Moizen, den Ysicc Texolots. Das Tier erkennt Texolot, dennoch ist der Orakel-Page noch nicht überzeugt. Er macht dem Caradocc Maxal Xommot den Vorschlag, den Terraner zu töten und in das Banner aufzunehmen. Texolot soll gleichzeitig erlöst werden.

Noch bevor die BRITOMARTIS abgefangen wird, soll Leccore sterben. In höchster Not rettet Leccore sein Bewusstsein in die Platine. Sein terranischer Körper wird getötet. Er macht ein Template von Moizen, vereinigt sich wieder mit der Leiche und tötet in der Gestalt eines übergroßen Ysicc den Orakel-Pagen, von dem er zuvor noch ein Template anfertigt. Danach beseitigt er alle Spuren und kann sich als Paqar Taxmapu frei auf dem Schiff bewegen.

Die BRITOMARTIS wird geentert. Zwei der Freiwilligen werden getötet und Thembinkosi John und Reeva Ntoni gefangengenommen. Leccore kann für die Beiden zunächst nichts tun. Die Tiuphoren analysieren die Waffe und kommen zu dem Schluss, dass sie den Indoktrinatoren nur wenig Widerstand leistet. Der TLD-Chef im Körper eines Tiuphoren treibt das Verwirrspiel weiter, indem er dem Caradocc vorschlägt, so zu tun, als ob der Waffentest der Terraner erfolgreich gewesen war. Die Völker der Galaxis würden sich in Sicherheit wiegen und die unnütze Waffe in großer Zahl produzieren. Trotz aller Schwierigkeiten fühlt sich Attilar Leccore mehr denn je als Terraner.

 

Rezension:

Ein weiterer Roman mit Attilar Leccore. Der Gestaltwandler ist inzwischen zur Ultimaten Waffe der Liga geworden. Der TLD-Chef raubte eine Stele (Heft 2771), hat erfolgreich die Onryonen unterwandert (2795), spielte eine maßgebliche Rolle bei der Eroberung der CHUVANC (2797 u. 2799), konnte die Onryonen ein weiteres Mal unterwandern und wichtige Daten für den späteren ParaFrakt stehlen und hilft nun gegen die Tiuphoren.

Von daher war es einmal an der Zeit, dass sich ein Autor mal etwas näher mit dem Innenleben des Koda Aratiers beschäftigte. Leo Lukas tut das im vorliegenden Roman und stellt die Frage, wer Attilar Leccore eigentlich ist, an den Anfang seiner Geschichte.

Bevor es mit Leccore weiterging, führte Leo Lukas auch noch die anderen an der Geschichte beteiligten Personen ein. Darunter vier Gourmets, von denen einer ein Posbi war und der Autor die Antwort auf die Frage schuldig blieb, wie der denn die Speisen, die er nicht genießen kann, überhaupt zubereitet. Seis drum, die vier Chefs spiegelten einmal mehr den besonderen Humor des Österreichers wider. Auch habe ich mich kurz gefragt, wieso denn ein 800-Meter-Raumschiff der APOLLO-Klasse auf einem langweiligen Patrouillenflug sein kann, angesichts der Tiuphorengefahr. Aber auch dafür liefert Leo Lukas keine Erklärung.

Die Geschichte kommt sehr breit aufgestellt daher, statt die wesentliche Handlung zu fokussieren. Neues liest man nicht. Brav werden die Errungenschaften der letzten Hefte, wie der ParaFrakt, noch einmal erläutert. Viele Figuren mit ebenso vielen Marotten machten schnell klar, dass hier keine Zyklusrelevanten Fortschritte erzielt werden würden. Derartige Romane sind typisch für jeden Zyklus. Man holt Luft, bevor es eine Woche später mit wichtigeren Handlungssträngen weitergeht. Neben den vier Gourmets hatten dann noch eine Wahrsagerin, ein Chefingenieur mit einem Faible für altterranische Versepen und andere skurrile Figuren ihre Auftritte.

Neben dem durchaus unterhaltenden Figurenensemble geht die eigentliche Handlung beinahe unter. Sie stellt aber auch kaum Überraschungen bereit. Einzig am Ende kann Leo Lukas nochmal punkten, als er dem Verwirrspiel eine weitere Komponente hinzufügt. Auch die Antwort auf die Frage, wer Attilar Leccore eigentlich ist, verliert der Autor nach dem interessanten Einstieg etwas aus dem Blick. Leccores Identitätskrise wird zu sehr an den starken Einflüssen der gemachten Templates festgezogen. Das war aber auch schon früher thematisiert worden, z.B. als er sehr lange einen Onryonen geben musste und in Gefahr geriet, seine Identität zu verlieren. Am Ende dann doch noch die Erlösung. Attilar Leccore ist zwar nicht der Terraner, aber immerhin fühlt er sich als ein Terraner.

Fazit: Passable Unterhaltung ohne Überraschungen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2860

PR_2860Der tote Attentäter – von Uwe Anton – Handlung:

Auf Terra schreibt man den 24. September 1518 NGZ. Camaxi Texolot, der Tiuphore, dessen Bewusstsein den Körper von Sybrand Herzog übernommen hat, flüchtet in seine Wohnung. Der Umbrische Gong hat ihm zu schaffen gemacht. Für kurze Zeit hat Sybrand Herzog mehr Kontrolle erhalten. Der Tiuphore muss schnell handeln. Sein Ziel ist die Waringer-Akademie, denn dort wird an einem Instrument geforscht, mit dem man Indoktrinatoren entdecken kann. Das Wissen Herzogs steht ihm zur Verfügung. Er kann den verantwortlichen Wissenschaftler des Projekts davon überzeugen, ihn in die Forschergruppe einzuschleusen, um nach einem angeblichen Spion fahnden zu können. Einmal in dem Projekt tätig, hat Texolot keine Probleme, die Daten zu erbeuten und seine Flucht aus dem Solsystem zu planen.

Im Solaren Haus wird indessen die ParaFrakt-Konferenz fortgesetzt. Die Teilnehmer sind zerstritten und gegenseitige Vorwürfe stellen die Ziele, die Rhodan mit dem Treffen verfolgt, in Frage. Eine Unterbrechung gibt es nur, als es darum geht, dem verstorbenen Vorsitzenden des Galaktikums die letzte Ehre zu erweisen. Nach der Zeremonie lässt sich Rhodan über den Stand der Ermittlungen gegen Sybrand Herzog informieren. Attilar Leccore hat nichts Auffälliges entdecken können. Und auch der Umstand, dass sein Stellvertreter wegen eigener Ermittlungen untergetaucht ist, stellt für den TLD-Chef nichts Ungewöhnliches dar. Er will versuchen, Herzog zu finden und beordert einen jungen TLD-Agenten zur Wohnung seines Stellvertreters.

Camaxi Texolot im Körper Sybrand Herzogs hat die Forschungsgruppe erfolgreich infiltriert und kann den verantwortlichen Wissenschaftler davon überzeugen, dass ein anderes Mitglied seiner Gruppe ein tefrodischer Spion ist, den sie gemeinsam enttarnen wollen. Texolot hat aber auch noch Probleme. Sein Körper macht ihm zu schaffen und der Aufenthalt auf einem Planeten bereitet ihm Unbehagen. Und da ist noch der Umbrische Gong. Um nicht die Kontrolle zu verlieren, lässt er sich von einem Medo-Roboter narkotisieren. Der Trick gelingt und Texolot entdeckt anschließend, dass er beobachtet wird. Er tötet den zu seiner Überwachung abgestellten Agenten. Er nimmt Zugriff auf zwei Drohnen. Eine soll ihm dazu dienen, die Daten der Forschungsgruppe zu sichern und sie, wie er vorgibt, im TLD-Tower bei AGENT GREY in Sicherheit zu bringen. Die andere Drohne soll das Solsystem verlassen und einen Statusbericht an seinen Caradocc abgeben. Der Tiuphore bereitet seinen Abgang vor. Dazu will er in der Solaren Residenz für eine Ablenkung sorgen.

Der Leichnam des TLD-Agenten wir in der Nähe der Waringer-Akademie gefunden. Perry Rhodan und Attilar Leccore ziehen nicht die richtigen Schlüsse, obwohl sie wissen, dass dort an den Indoktrinatoren geforscht wird. Für Rhodan geht die Konferenz weiter und Attilar Leccore nimmt die Sache in die Hand. Ein Gespräch mit dem Haluter Apon Gochnor bringt Rhodan auf die richtige Spur. AGENT GREY ist von Indoktrinatoren infiltriert. Während Attilar Leccore keinen anderen Weg sieht, als die Positronik zu sprengen, kann der Unsterbliche den gesuchten Sybrand Herzog in der Solaren Residenz stellen und gefangen nehmen. Die Platine in seinen Kopf kann entfernt werden. Unklar bleibt, ob auch LAOTSE mit Indoktrinatoren verseucht ist.

Nach einer emotionalen Rede vor den Konferenzteilnehmern hat Perry Rhodan endlich die Zusage, dass alle Teilnehmer an einem Strang ziehen. Es kommt zu einem Funkkontakt zwischen Perry Rhodan und Vetris-Molaud. Der Terraner soll persönlich nach Tefor kommen, um dort Dienbacer abzuholen. Der Mutant soll LAOTSE untersuchen, ob die Positronik verseucht ist. Attilar Leccore hat ebenfalls ein Ziel. Da die tiuphorische Sextadim-Platine nicht zerstört wurde, will er nun selbst den Tiuphoren eine Falle stellen und reist in das Pahbyrnsystem der Blues, das kurz zuvor in die Hände der Tiuphoren gefallen ist.

 

Rezension:

Im zweiten Teil des Romandoppels von Uwe Anton werden alle Handlungsfäden der Vorwoche fortgesetzt. Am Ende des ersten Teils hat Rhodan nach der Rückkehr von Sybrand Herzog den Verdacht geäußert, dass mit dem Geheimdienstler etwas nicht stimmt. Das Thema schien zunächst vergessen. Während Rhodan wieder an der Konferenz teilnimmt, kann sich der Tiuphore zunächst ungestört seinen Sabotageaktivitäten widmen. Wobei hier der Autor zunächst aus der Perspektive des Attentäters die Handlung fortsetzt. Erst zur Mitte des zweiten Teils nimmt der Autor den Faden auch aus der Perspektive Rhodans wieder auf. Leccore hat die Aktivitäten Herzogs untersucht und keine Auffälligkeiten entdecken können.

Da Rhodan sich mit den Ergebnissen von Leccores Nachforschungen nicht zufriedengibt, muss Leccore nun einräumen, dass er nicht weiß, wo sich die Person Sybrand Herzog aufhält. Die Gründe dafür werden von Uwe Anton geliefert und klingen zunächst plausibel. Der Stellvertreter des TLD-Chefs verfolgt eine Spur und ist untergetaucht. Nach und nach zeigen sich jedoch die Schwächen dieser Geschichte.

Herzog/Texolot kontaktiert im Einsatz AGENT GREY. Nun sollte man meinen, dass dies nicht ohne Prüfung möglich ist, sonst könnte sich jeder x-Beliebige bei der Positronik des TLD-Tower melden. Von daher sollte sich die Spur von Herzog/Texolot aufnehmen lassen. Doch halt, der Autor wirft ein, dass alle Gespräche und Aufzeichnungen anschließend gelöscht würden. Trotzdem kommt niemand auf den Gedanken alle Kommunikation zu überwachen, denn sie findet ja statt. Stattdessen wird ein junger unerfahrener Agent vor der Wohnung von Sybrand Herzog platziert und prompt enttarnt. Immerhin wird seine Leiche in der Nähe des Sabotageziels entsorgt und erneut ziehen Rhodan und Leccore aus diesem Red-Shirt-Desaster nicht die richtigen Schlüsse. Als völlig verfehlt erweist sich die Diskussion der Verantwortlichen über die Motive Herzogs oder des großen Unbekannten. Nicht ein einziges Mal wird dabei ein Zusammenhang zur Reise Herzogs nach Mimas gezogen, der dort die Leiche eines Tiuphoren untersuchte und anschließend ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legte. Die Absicht Uwe Antons war natürlich klar. Seine Figuren sollen noch eine gewisse Zeit im Trüben fischen. Aber alleine wie sie es taten, machte keinen Spaß zu lesen.

Bei der Jagd nach Herzog/Texolot wird die Dramaturgie vom Autor in den Vordergrund gestellt. Um die Spannung zu erhalten, werden naheliegende Handlungsalternativen erst gar nicht in Erwägung gezogen. Science Fiction kann ganz schön gemein sein. Gemein ist auch, dass nach den Onryonen nun auch die Terraner zu dämlich sind, Backups der wichtigsten Daten anzulegen. Aber auch der Attentäter ist dumm und so bekommen die Terraner ihre Daten wieder.

Die Perspektive der Ereignisse aus der Sicht Sybrand Herzogs, bzw. des Tiuphoren ist dem Autor sehr viel besser gelungen. Insbesondere die Empfindungen, die Camaxi Texolot im Körper von Sybrand Herzog erlebt, sei es die körperlichen Unzulänglichkeiten, oder die Auswirkungen des Umbrischen Gongs und auch seine Probleme auf einem Planeten agieren zu müssen, statt in der Enge eines Raumschiffs. Das hat Uwe Anton alles berücksichtigt und plausibel dargestellt. Abseits des Hauptplots konnte der Autor auch noch mit der Begräbniszeremonie für eine Überraschung sorgen, auch wenn sich das geschilderte fremde und ungewöhnliche Flair in diesem Roman einfach nicht so richtig entfalten konnte.

So richtig warm wurde ich dennoch nicht mit diesem Roman. Wie schon letzte Woche auch, stolpere ich einmal mehr über den Stellenwert, den der Autor seiner Figur Perry Rhodan verleiht. Auch wenn auf unterster Ebene kleine Erfolge für den Helden zu verzeichnen sind, fehlt es dem Unsterblichen seit geraumer Zeit an großen Erfolgen. Hier mal ein paar Baupläne stehlen, dort mal einen Attentäter fassen. Und sechs oder sieben Leute von einer Anti-Indoktrinatorenwaffe überzeugen, die alle sowieso haben wollen und eh bekommen hätten, reichen gerade noch aus, um den Titelhelden im Gespräch zu halten.

Der Ansatz Uwe Antons, wie letzte Woche schon vermutet, ist dann der, Rhodan verlieren zu lassen, ihn Schwäche zeigen zu lassen, um damit die anderen Teilnehmer der Konferenz zu einem Abkommen zu bewegen. Der Plan geht auf, aber auch nur deshalb, weil Rhodan tatsächlich in einer von Chaos geprägten Galaxis seit längerem kein Zeichen setzen konnte. Denn Rhodan ist tatsächlich schwach. Seine Intention, sich selbst als kraftlos und zahnlos zu zeigen, baut also unbeabsichtigt auf seiner tatsächlich gezeigten Zahnlosigkeit auf. Ich bin gespannt, welche Rolle Rhodan in den letzten 14 Heften des Zyklus noch einnehmen wird. Zieht man die letzten Hefte zu Rate, sieht’s düster aus.

Während Atlan Einblicke in kosmische Zusammenhänge erhält, sich zum Atopischen Hof kämpft, mit Fauthen und anderen Bewohnern der Jenzeitigen Lande anlegt, muss sich Rhodan mit den Toilettengängen von Jülziish und Onryonen auseinandersetzen. Und als wäre das nicht genug, auch noch mit den Ausscheidungsprodukten von Halutern. Man kann das mit Humor nehmen aber dazu bot der Schreibstil Uwe Antons keinen Anlass. In der Runde, die der Unsterbliche führt, ist er das einzige Schwergewicht. Die anderen Konferenzteilnehmer sind, abgesehen von Cai Cheung, Leichtgewichte. Sie sind absolut unbedeutende Vertreter ihrer Spezies. Das sind die Leute, die man anderenorts ins Dschungelcamp schickt, weil sie nach Aufmerksamkeit heischen. Und an diesem Personenkreis macht der Autor die Rettung der Galaxis fest. Das konnte nicht überzeugen. Und mehr noch, an diesem Personenkreis misst sich letztlich auch die Hauptfigur. Gegen einen Atopen oder gegen Vetris-Molaud wäre Perry Rhodan untergegangen.

Am Ende der Konferenz steht ein Satz von Perry Rhodan, der ein wenig auch die aktuelle Geschichte charakterisiert: „Sechs verschwendete Tage“.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 11

PR_Arkon11Auf dem Wandelstern – von Susan Schwartz – Handlung:

Perry Rhodan, Sahira Saedelaere und Gucky haben beim Durchgang durch das Portal die Geschichte Sidhars erfahren, dem Erbauer der Schwarzen Maschine, mit der die Extrasinne manipuliert werden können. Das Portal führt auf eine Welt, die nur aus Kristallen zu bestehen scheint. Schon kurz nach der Ankunft bemerkt Sahira, dass der Druck der Dunklen Befehle auf der Kristallwelt sehr stark ist. Die Gruppe hat wohl tatsächlich den Wandelstern erreicht. Hier muss sich die Schwarze Maschine befinden. Als Gucky teleportiert, um sich einen Überblick zu verschaffen, löst der Einsatz seiner Parafähigkeit eine Reaktion unter den Kristallen aus. Die Kristalloberfläche besteht komplett aus Gijahthrakos. Und die fühlen sich durch die Ankömmlinge gestört und überschwemmen sie mit starken mentalen Impulsen. Nur mit Mühe und dank ihrer Mentalstabilisierung finden Rhodan und Gucky einen Weg, sich gegen den fremden Einfluss zu behaupten.

Auf Traversan verkünden im Jahre 1376 NGZ Imchar III. und Endra da Orbanaschol die Geburt ihrer Zwillingssöhne. Der Erstgeborene erhält den Namen Kassian III., der zweite wird Kerlon genannt. Auf beiden Söhnen ruhen die Hoffnungen des Khasurns. Beide entwickeln sich prächtig, auch wenn bei Kerlon eine geringfügige Anomalie im Gehirn festgestellt wurde. Kassian und Kerlon sind bald die Lieblinge der Medien. Ihre Eskapaden machen sie berühmt. Kassian hat die Ideen und Kerlon das technische Wissen zur Umsetzung. Die beiden hochbegabten Arkoniden werden früh mit der Historie ihrer Familie vertraut gemacht. Ihr ehrwürdiger Khasurn wurde von Bostich und den Ariga zerschmettert. Aber nun sind zwei geboren, die diese Schmach beenden und den Khasurn an den angestammten Platz zurückführen werden. Die Zwillinge begehren den Kristallthron. Imchar III. setzt seine Hoffnungen besonders auf Kassian. Kerlon fühlt sich durch den Vater zurückgesetzt.

Auf dem Wandelstern gelingt Perry Rhodan der Kontakt zu Recshek, einem einzelnen Gijahthrako, der sich zunächst sehr abweisend zeigt und die Eindringlinge auffordert, zu gehen. Da die Hyperimpulse der Schwarzen Maschine die Gijahthrakos stören, kommt es zu einer Vereinbarung. Die Kristallwesen zeigen den Weg zur Schwarzen Burg, in der die Maschine steht. Rhodan verpflichtet sich, die Maschine vom Wandelstern zu entfernen. Rhodan erfährt, dass der Wandelstern im Zustand der Semittransition durch die Lokale Gruppe reist. Dies geht auf eine Initiative von ES zurück. Die Superintelligenz wollte erreichen, dass die Philosophie des Dagor in ihrem Einflussbereich verbreitet wird. Der Wandelstern war 1289 NGZ auch in Fornax. Als die Gijahthrako keine Antwort von den Nocturnen erhielten, waren sie so traumatisiert, dass sie einen mentalen Schrei ausstießen. Die Schwarze Maschine empfing den mentalen Impuls, wandelte ihn um und so wurde Sahira von dem Hyperimpuls getroffen, der ihr Leben veränderte. ES hat dies vorausgesehen. Einst würde eine Auserwählte der Nocturnen eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben, hatte die SI den Gijahthrako mitgeteilt.

Die Zwillinge haben nur einen ernstzunehmenden Gegner in der Nachkommenschaft der Traversaner. Rantom da Traversan, der Sohn des Nert, ist ebenfalls hochbegabt und lässt keine Gelegenheit aus, die Zwillinge zu ärgern. Insbesondere der stille Kerlon wird immer wieder Ziel von Rantoms Angriffen. Nach einer besonders schweren Demütigung stellt Imchar den Nert deswegen zur Rede. Als Imchar und sein Bruder kurze Zeit später bei einem Unfall ihr Leben verlieren, vermuten die Zwillinge, dass es Mord war. Nur beweisen können sie nichts. Endra übernimmt die Geschäfte und schickt die Zwillinge auf die Raumfahrtakademie. Dort erhalten sie schnell den Namen Kristallzwillinge, weil ihnen unterstellt wird, den Kristallthron anzustreben. Auch Rantom ist an der Akademie und im Gleichschritt nehmen er und die Zwillinge alle Hürden. Bei der ARK SUMMIA werden die Extrasinne von Kassian und Rantom erfolgreich aktiviert. Kerlon scheitert, da sein Hirnareal bereits anderweitig genutzt wird. Der Anomalie verdankt er seine Hochbegabung. Kein Extrasinn, keine Karriere. Die Wege der Brüder trennen sich für einige Jahre.

Auf dem Weg in die Schwarze Burg finden Rhodan und Gucky heraus, dass Sahira wieder altert. Die dunklen Befehle haben dies bewirkt. In der Schwarzen Burg finden sie die Maschine und erleben eine Überraschung. Kerlon, den sie für tot hielten, tritt ihnen entgegen und nimmt sie gefangen. Kerlon hatte nach Jahren die Spur der ersten ARK SUMMIA gefunden und den Wandelstern erreicht. Ihm gelang es, die Maschine zu aktivieren. Sein erstes Opfer war Rantom, an dem er die Manipulation testete und den er anschließend tötete. Kerlon erläutert Rhodan seine Beweggründe. Und er hat eine weitere Überraschung parat. Atlan erscheint und muss unter dem Einfluss der Maschine den Befehlen Kerlons gehorchen. Der Wandelstern materialisiert mitten im Arkonsystem. Atlan und Kerlon verlassen die Schwarze Burg per Transmitter und nehmen die Maschine mit.

 

Rezension:

Der Roman hält am Ende eine faustdicke Überraschung parat. Dass der Bösewicht enttarnt wird, kann man im vorletzten Band erwarten. Dass er zunächst entkommt ist Teil des Spannungsbogens, der zum Showdown in Band 12 führt. Aber Kerlon? Den hatte ich nicht auf meiner Liste der Verdächtigen. Susan Schwartz erläutert übrigens, wie Kerlon seinen Tod vortäuschte und warum er überhaupt an Bord von Rhodans Schiff kam. Auch die tieferen Beweggründe Kerlons zu seinem Handeln sind Bestandteil des Romans. In der Zusammenfassung habe ich das weggelassen, sonst wäre der Handlungsabriss noch länger geworden.

Insgesamt betrachtet werden etliche Geheimnisse in diesem Roman gelöst. Wir erfahren, dass mal wieder ES seine Finger im Spiel hat, wie Sahira vom Hyperimpuls getroffen wurde und einiges mehr. Kerlon arbeitet in dem Roman auch an einer Verbesserung der terranischen SERT-Haube. Dies könnte als Hinweis verstanden werden, dass sich daraus die Messinghauben entwickelt haben.

Der Roman war flüssig zu lesen und insbesondere das Kapitel, in dem Imchar mit seinem Sohn Kerlon ein Gespräch in dessen Denkarium führt, kann emotional überzeugen, da die Autorin die Gefühle der Figuren anschaulich transportiert. Die Geschichte enthielt zwei Abschnitte, die mir weniger zusagten. Da war der Gedächtnisverlust der Gruppe Rhodan auf dem Wandelstern, als die Gijahthrako ihre Kräfte einsetzen und der zweite Part, den ich beanstande, sind die Darstellungen der Zwillinge im Alter von neun Jahren und später noch einmal im Alter von vierzehn Jahren.

Beim Angriff der Gijahthrako verlieren Rhodan und Gucky unter dem Einfluss ihr Gedächtnis und die Sprache. „Die Dinge zu dingsen, um so schnell wie möglich nachzudingsen“, von der Autorin der Figur Gucky in den Mund gelegt, sowie weitere ähnliche Ausführungen waren zwar eine Möglichkeit, den Kontrollverlust zu beschreiben aber geistreich fand ich sie nicht.

Die Beschreibung der beiden Zwillinge geriet zu einem Who is Who der Adjektive. Attraktiv und außergewöhnlich, beeindruckend und auch begehrenswert, bewundernswert und charmant, ehrgeizig und elegant, extravagant und faszinierend, geradlinig, humorvoll, intelligent und mutig, um nur einige wenige der Eigenschaftswörter zu nennen, mit denen Susan Schwartz die Zwillinge beschreibt.

Das war in der Fülle ermüdend, zumal sich das auch noch ständig wiederholte. Mindestens 1x zu oft wiederholt die Autorin auch die Botschaft, welch prachtvolle Nachkommen die Orbanaschols da hatten. Selbst die Anzüge entwarf einer der Zwillinge selbst, als 14-jähriger! Und es wurden romantische Bücher geschrieben, mit den Zwillingen als Vorbilder der Helden! Hier wurde es mir zu schnulzig!