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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2844

Der Verschwiegene Bote – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Die RAS TSCHUBAI hat die Heimreise ins Jahr 1518 NGZ angetreten. Zunächst wurden im Dilatationsflug 20.000 Jahre überbrückt, anschließend mit dem Hypertrans die Entfernung zur Milchstraße überwunden. Nun soll erneut im Dilatationsflug die Zukunft angesteuert werden. Nach einigen Wochen Relativzeit, die das Schiff in die Southside der Galaxis bringen, treten Schwierigkeiten auf. Notgedrungen muss der Flug gestoppt werden. Die Diagnose ist schockierend. Indoktrinatoren der Tiuphoren sind aktiv geworden und schädigen die Systeme. Es gibt Todesfälle und das Vertrauen der Besatzung in die Technik schwindet. Die RAS TSCHUBAI befindet sich etwa 8000 Jahre vor Christus. Mitten in der Zeit der Methankriege.

Ein Weiterflug per Dilatation ist nicht möglich. Sichu Dorksteiger schlägt vor, die Hilfe von ES zu suchen. ANANSI forscht in den Nachrichten der Epoche nach Hinweisen auf Aktivitäten der SI oder ihrer Helfer und wird fündig. Das Volk der Taumuu kämpft an der Seite der Maahks gegen die Arkoniden des Großen Imperiums. Die Taumuu sind ebenfalls Methanatmer und in Funksprüchen wird der Verschwiegene Bote erwähnt, der von Geschöpfen gesandt wurde, die älter als die Sonne seien.

Perry Rhodan lässt einen Schiffsverband aus Taumuu-Schiffen und Maahkraumern ansteuern. Mit dem Kran setzen er, Sichu Dorksteiger, Gucky, Gholdorodyn und mehrere Raumsoldaten auf das Taumuu-Schiff MODELL XIX-228 über. Sie sammeln Informationen über das Heimatsystem der Taumuu, dessen Koordinaten streng gehütet werden. Dort soll der Bote in einer Gruft ruhen. In der Sprache der Taumuu wird der Bote auch als Chuv’akhuu bezeichnet. Rhodan denkt dabei sofort an Richter Chuv. Auch ein Flottenverband der Arkoniden unter dem Kommando von Chandyshard da Thomonal hat die Schiffe des Feindes entdeckt und greift an. Da Thomonal hat noch eine Rechnung mit Grek-1, dem Anführer des Verbandes, offen.

Der Kommandotrupp der Terraner wird vom Angriff überrascht. Rhodan kann dem Kommandanten Kauch Viertgelege/4 der Taumuu taktische Hinweise geben. Tatsächlich können die MODELL und die BEHARRLICHKEIT von Grek-1 zunächst entkommen. Grek-1 ist von Rhodans guten Absichten nicht ganz so einfach zu überzeugen, wie Kauch. Als er Rhodan und Gucky an Bord seines Schiffes verhört, haben die Arkoniden den Maahkraumer wieder eingeholt und schießen ihn schrottreif. Die MODELL mit Dorksteiger und den anderen kann sich mit mehreren Transitionen in Sicherheit bringen.

Grek-1, Rhodan und Gucky, der schwer verletzt wurde, werden von den Arkoniden gefangengenommen. Chandyshard da Thomonal kann endlich seine Rache vollziehen, nur mit Rhodan kann der Arkonide nichts anfangen. Da Gucky nicht helfen kann, versucht Perry Rhodan alles, um Zeit zu schinden. Er gibt sich als Mitglied eines arkonidischen Geheimbundes aus, der die Koordinaten der Heimatwelt der Taumuu herauszufinden versucht. Und Chandyshard da Thomonal hätte den Erfolg dieser Aktion durch sein Eingreifen verhindert. Doch da Thomonal lässt sich nicht so einfach bluffen. Er lässt seinen Gefangenen foltern und schließlich soll Rhodan Grek-1 hinrichten. Rechtzeitig kommt Gucky wieder zu Kräften und kann Rhodan und den Maahk retten. Inzwischen ist auch die RAS TSCHUBAI eingetroffen und kann sie per Kran an Bord holen.

 

Rezension:

Mit den Zahlen hat es Michael Marcus Thurner nicht so. Ich dachte, ich hätte irgendeinen Roman verpasst, als ich in Heft 2844 einstieg. Der Verschwiegene Bote knüpft an die Ereignisse von Michelle Sterns „Zeitrevolution“ in Band 2836 an, lässt Zeitangaben des Vorgängers aber außer Acht und interpretiert Ereignisse bei relativistischen Geschwindigkeiten auf eine besondere Art und Weise. Da kommt man als Leser ins Nachdenken. Ist das nur Schludrigkeit, habe ich was überlesen oder schildert der Autor die Auswirkungen irgendwelcher Zeitphänomene?

Die Thematik, die der Autor auf den ersten Seiten bringt, hat mich zunächst nicht angesprochen, wofür Michael Marcus Thurner allerdings nichts kann. Die Idee mit einem weiteren Zwischenhalt war Vorgabe des Exposés. Einerseits kann ich die Expokraten gut verstehen. Da bewegt sich jemand per Dilatationsflug durch die Geschichte und soll keinen Halt dabei machen? Dazu ist das Thema einfach zu verlockend, um es nicht anzugehen. Andererseits geraten unsere Helden einmal mehr in Schwierigkeiten und stranden irgendwo, bzw. irgendwann. Zum wiederholten Male in Folge haben Rhodan und Co keinen Einfluss auf die Geschehnisse und werden zum Spielball anderer Mächte. Zuerst stranden Perry und Atlan 20 Millionen Jahre in der Vergangenheit, dann strandet Atlan 1000 Jahre in der Zukunft in der falschen Welt, dann wieder Perry 99.781 Jahre vor der christlichen Zeitenwende, dann Atlan wieder 700 Jahre in der Zukunft und nun wieder Perry 8000 Jahre vor Christus. Demnächst ist also wieder Atlan an der Reihe mit X Jahre in der Zukunft und dann wieder Perry mit minus 500 Jahren. Gähn.

Und wenn schon ein weiterer Zwischenhalt sein muss, dann doch bitte mal mit anderen Vorzeichen. Lasst die Helden doch mal auf eigene Intention in der Vergangenheit der Milchstraße auf Erkundung nach den Aktivitäten der Atopischen Richter und ihrer Spießgesellen gehen. Man hat ja alle Zeit der Welt!

Zurück zum Roman. Die Geschichte hält kaum Überraschungen bereit. Mit dem Blickwinkel auf den Arkoniden Chandyshard da Thomonal konnte man als Leser bereits ahnen, dass sich dessen Wege und die von Rhodan kreuzen würden. Thurner findet ebenfalls Gefallen daran, den Helden foltern zu lassen. Das ist der Figur auch schon in der Schuldmeister passiert. Die Plausibilität bestimmter Ereignisabfolgen wird der benötigten Dramaturgie untergeordnet. Klar war, man will in dieser Zeit bleiben. Ein weiterer Dilatationsflug, um Hilfe im Jahr 1518 NGZ zu bekommen, wird nicht durchgeführt, da dies wegen der Indoktrinatoren nicht möglich sei. Ansonsten aber legt man gerne ein paar Tausend Lichtjahre zurück, um zu einem Schiffsverband zu gelangen und stellt auch weitere Flüge an.

Heft 2844 ist ein klassischer Aufbau-Roman. Hier werden die Grundlagen für die folgenden Hefte gelegt. Die Hinweise auf den Verschwiegenen Boten sind daher mager. Mit der Benennung des Boten als Chuv’akhuu spielt der Autor mit dem Leser, der sich nichts Sehnlicheres wünscht, als das endlich der Schleier um die Geheimnisse der Atopischen Richter gelüftet wird. Wenn tatsächlich Chuv’akhuu etwas mit Chuv zu tun haben sollte, wäre das allerdings ein mehr als glücklicher Zufall. Abgesehen vom wenig überraschenden Fortgang der Geschehnisse, kann der Autor in einigen Szenen punkten. Dazu gehört der ruhige Moment, den der Autor dem Pärchen Perry und Sichu gönnt und auch die Darstellung der Taumuu. Hier setzt der Autor auch einige launige Akzente, beispielsweise den Humor der Taumuu selbst, der sich in Armschütteln ausdrückt.

Der Autor hat in seinem Blog über die Herausforderung geschrieben, die Figur des Gucky einzusetzen, der alleine in der Lage wäre, jede Situation zu meistern. Die Figur mache es einem verdammt schwer, ihn richtig einzusetzen, schreibt Thurner. Also muss er oft aus dem Spiel genommen werden.

Nun, der Autor hat in seinem Roman einen Weg gefunden. Letztlich ein schmerzhafter Weg für den Ilt, den sich der Österreicher da ausgedacht hat. Und leider auch einer, den wir immer wieder lesen werden müssen.

Aber so ist das, wenn man quasi omnipotente Figuren oder Mittel einsetzt. Der Autor muss sie beherrschen, um doch eine spannende Story voranzutreiben. Im Fall Gucky könnten dies eine andere wichtige Aufgabe sein, die den Ilt an einen anderen Ort bindet, eine Verletzung, wie im vorliegenden Roman geschehen oder die Lahmlegung seiner Paragaben. Mit dem Kran hat der Autor ein weiteres omnipotentes Mittel eingesetzt. Der Umgang mit dieser Technologie fällt Thurner dann auch noch schwerer. Zunächst scheitert der Kran an den sattsam bekannten und dennoch unbekannten Interferenzen, die immer genau dann auftreten, wenn man sie am wenigsten braucht. Der zweite Einsatz des Krans scheitert am Autor selbst. Thurner hatte vergessen, dass sich das Schiff der Taumuu mit mehreren Transitionen über viele Lichtjahre abgesetzt hat. Der Einsatz des Krans, bzw. der Winker, auf den Sichu Dorksteiger setzt, scheitert daher an der Entfernung. Dorksteiger, bzw. der Autor, hatte das übersehen. Erst als der Kran wieder zur RAS TSCHUBAI geschafft wird und das Trägerschiff sich dem Arkonidenraumer genähert hat, kann das Mittel eingesetzt werden.

Bleibt noch die Frage offen, wie der Autor denn nun die Herausforderung gemeistert hat, den allmächtigen Gucky einzusetzen? Letztlich hat der Autor seine Helden in eine Situation manövriert, die diese ohne den Einsatz von Gucky doch nicht lösen können. Und zuletzt wird auch noch der Kran eingesetzt. Wo bitte war jetzt die Herausforderung?