Articles for this day of 7. Februar 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2842

Fauthenwelt – von Michelle Stern – Handlung:

An Bord der Atopischen Sonde ist Julian Tifflor auf die Reise in die Jenzeitigen Lande, als sein Transportmittel abrupt den Kurs ändern muss. Der Toloceste Aus der Leuchtkluft, von dem Julian annahm, dass er nach der Einweisung in die Funktionen der Sonde von Bord ging, zeigt ihm den Grund der Kursänderung. Ein Objekt hat ihren Weg gefährdet. Der Toloceste erwähnt den Namen Veirdandi. Dann muss das Objekt die ZEITWEIDE gewesen sein. Der Flug bringt den Unsterblichen nach Andrabasch.

Auf dem Ringplaneten haben sich die Transterraner längst an die neue Umgebung gewöhnt und sich Aufgaben gesucht. Nur Lua Virtanen hat noch nicht ihren Platz gefunden. Sie sehnt sich nach Vogel Ziellos. Eines Morgens wird sie von Shukard geweckt. Ein fremdes Schiff, eine Atopischen Sonde, ist auf dem Raumhafen gelandet. Es heißt, dass die Sonde ihren Passagier bald in die Jenzeitigen Lande bringen wird. Lua Virtanen weiß, was sie zu tun hat. Sie schleicht sich mit Hilfe zweier ehemaliger Tolocesten der ATLANC an Bord und macht den Flug durch das KATAPULT mit.

Im Sturmland sehen sich Atlan, Vogel, Aiv und der Pensor von Urgewalten bedroht. Das Konsortium der Mentalen Schablonen greift an und das Sturmland geht unter. Die Roboter errichten einen Schutzschirm, doch die Gruppe treibt immer weiter von der ATLANC weg. Atlan spürt, wie eine neue Welt sich aus der alten erheben wird. Der Arkonide reißt sich den zweiten Zellaktivator vom Hals und lässt die Gefährten das Gerät umklammern. Die Waaghalterin Aiv hat es angekündigt. Thez hat umgedacht. Atlan begreift, wenn dies ein Umdenken von Thez ist, dann muss Thez jenseits der Kosmokraten und Chaotarchen stehen. Eine Superintelligenz wirkt auf das Universum und Kosmokraten und Chaotarchen verfolgen bestimmte Pläne. Thez dagegen, dachte das Universum.

Geschützt von einer Blase aus Lebensenergie wartet die Gruppe die Ereignisse ab. Aiv lässt jedoch los und wird davongerissen. Doch endlich ist der Veränderungsprozess am Abklingen. Wo sich bislang eine Ebene aus Gesteinsschotter zeigte, erheben sich Hügel und Berge. Blumen und Sträucher zeigen sich, ein Fluss schlängelt sich durch ein Tal. Der Zellaktivator von der WEYD’SHAN ist ausgebrannt. Nur durch das Gerät hat die Gruppe das Umdenken von Thez überlebt. Atlans eigener Chip ist stärker geworden. Er hat sich die Energie, die er in der Zehrzone verloren hatte, zurückgeholt. Atlan macht sich auf die Suche nach Aiv.

Die Atopische Sonde hat Julian Tifflor ins Sturmland gebracht. Staunend beobachtet der Unsterbliche eine Welt, die gerade neu erschaffen wird. Lua Virtanen sind unterdessen die Vorräte ausgegangen. Gequält von Hunger schleicht sie durch die Sonde und wird von Tifflor überrascht. Da sich der Unsterbliche nur mit seinem Vornamen Julian vorstellt, argwöhnt Lua, dass der blauhäutige Kerl vom Tribunal ist und Atlan und Vogel verfolgt. Sie schließt sich ihm bei der Erkundung des Neulandes an.

Atlan hat Aiv gefunden. Die Waaghalterin hat sich verändert. Ihr Gesicht ist nun menschlicher. Auch sie wurde umgedacht. Die Gruppe sucht die ATLANC, kann sie aber nicht finden. Bei ihrer Suche stoßen sie auf Gechutronen, die Atlan schon kennt und eine primitive Stadt, in der diese Wesen zusammen mit umgedachten Waaghaltern leben. Auf dem zentralen Platz stößt Atlan auf die Statue des Zielweisers der Gechutronen. Die Statue zeigt Atlans Abbild. Atlan wird zur Fürstmutter vorgelassen. Er erfährt von ihr, dass es eine Atopische Fähre gäbe und man sie im Krug des Anbeginns finden würde. Auf Reittieren machen sich Atlan und seine Begleiter auf dem Weg.

Auch Lua Virtanen und Julian Tifflor verschlägt es in die Stadt. Lua erfährt Julians Nachnamen und kann den Unsterblichen nun besser einschätzen. Tifflor hat ganz andere Probleme. Die Gechutronen, denen er begegnet, behaupten, seine kristalline Haut würde zu ihnen sprechen. Es scheint nichts Gutes zu sein, denn es bildet sich ein Mob, der Julian und Tifflor aus der Stadt vertreibt.

Als ein Sturm aufzieht, suchen beide Gruppen in leerstehenden Häusern Schutz und geraten durch unterschiedliche Umstände in Gefahr. Nur mit Mühe können sich die Parteien retten und treffen aufeinander. Sie machen sich gemeinsam auf die Suche nach der Atopischen Fähre und treffen auf einen Fauthen. Der stellt sich als der Fauth Than vor und hat die Geretteten bereits erwartet. Die Fähre steht für sie bereit und Than ist ihr Fährmann. Die Fähre sieht aus wie ein Atopischer Synaptor, nur größer. Atlan, Julian Tifflor, der Pensor, Vogel Ziellos und Lua Virtanen steigen ein, nur Aiv bleibt zurück. Als alle Platz genommen haben, verkündet der Fährmann, dass die Insel der Hiesigkeit erreicht sei. Die Gruppe ist am Ziel.

 

Rezension:

Als sich Indiana Jones auf die Suche nach dem Heiligen Gral macht und Zweifel bekommt, lässt ihn Marcus Brody wissen, dass die Suche nach dem Gral gleichbedeutend ist mit der Suche nach dem Göttlichen in uns selbst.

Die Suche (nicht die Reise) Atlans nach den Jenzeitigen Landen weist ähnliche Züge auf. Die Schlussfolgerung, die Michelle Stern ihre Hauptperson Atlan anstellen lässt, als der das Wirken von Thez erlebt, ist gewagt. Natürlich muss hinter der Aussage, dass Thez das Universum denkt, nicht sofort ein schöpferischer Akt in der Größenordnung der Erschaffung der Welt (Universum) hineininterpretiert werden. Gleichwohl tun es manche. Ich tue es auch. Als das neue Kosmologiemodell in Band 2831 vorgestellt wurde, interpretierte ich die Aussagen dahingehend, dass man es dem Leben ermöglicht, alle Wandlungen zu vollziehen. Die Zwiebelschalen und damit das Prinzip der starren Evolutionsstufen, schienen abgeschafft. Die Andeutung, dass Thez ein Stück weiter als Kosmokraten und Chaotarchen sei, fand ich geschickt formuliert. Es hätte auch keinen Sinn gemacht, eine weitere Stufe über den Kosmokraten oder Chaotarchen anzusiedeln. Stattdessen wurde über die Verbundenheit der bekannten höheren Lebensarten und deren Wandlungsfähigkeit Thez ein bestimmter Status zugewiesen. In Michelle Sterns Roman könnte man durchaus den Schluss ziehen, dass Thez doch sehr viel höher steht. Wo werden die Autoren eine Grenze ziehen?

Dazu passt, dass von einer (selbstbestimmten) Reise keine Rede mehr sein kann. Der Fauth Than bringt es auf den Punkt. Er hat sie erwartet. Die Fähre steht bereit, alles erfüllt sich. Mit sie sind nicht nur Atlan und sein Trupp gemeint. Inzwischen ist auch Julian Tifflor dazu gestoßen.

Der Roman der Vorwoche hatte zwiespältige Eindrücke bei mir hinterlassen. Die Fortsetzung diese Woche bringt auch keine Klarheit. Selbst die Aussage am Romanende, dass man am Ziel sei, kann nach dem bisherigen Verlauf des Zyklus, nein, muss nach dem bisherigen Verlauf des Zyklus, in Frage gestellt werden.

Der Weg in die Jenzeitigen Lande ist ein langer Weg gewesen. Nicht alle Stationen dorthin sind den Autoren gelungen. Dieser letzte Zwischenhalt im Sturmland war durchaus spannend aber im Ergebnis auch kraftlos. Wie gut, dass Thez mitgedacht hat und Atlans Suche durch Bereitstellung diverser Hilfsmittel begünstigte. Havarierte Richterschiffe, bereitgelegte Zellaktivatoren und günstig geparkte Atopische Fähren werden gerne angenommen, wenn man gerade ein ganzes Richterschiff und eine Atopische Sonde verloren hat. Nur der im Roman erwähnte Richter Veirdandi, von dem Tifflor gehört hat, passte nicht ganz dazu. Fliegt der dem Tifflor doch beinahe vor dem Bug! M.E. dürfte Tifflor eigentlich gar nichts von Veirdandi wissen. Denn der taucht nur im Viererblock um die falsche Welt auf. Und davon weiß Tifflor nichts.

Der Rahmen der Geschichte gefiel mir. Die Art, wie Michelle Stern ihre Story aufbaut ist zwar uralt, aber sie funktioniert doch immer wieder gut. Zwei Gruppen, die die gleichen oder ähnlichen Ziele verfolgen und nichts voneinander wissen sind in derselben Umgebung unterwegs und machen unabhängig voneinander ähnliche Erfahrungen. Die Spannung ergab sich daraus, wann und wie die Gruppen aufeinandertreffen würden.

Die Kontraste, die sich in der Geschichte zeigten, konnten hingegen kaum größer sein. Der Roman balancierte zwischen Aussagen, das Thez das Universum denkt, und dem vergleichsweise primitiven Körperempfinden nach Hunger von Lua Virtanen. Und natürlich hat Thez auch für Atlan mitgedacht. Seine Feindin Aiv wurde in ein williges Betthupferl umgedacht.

Nächste Woche geht’s wieder in die Niederungen des Lebens. Eine Entscheidung im Sterngewerk steht an.