Articles for the Month of Februar 2013

Ansichten zu PR 2688

Die zweite Wirklichkeit – von Arndt Ellmer – Handlung:
Perry Rhodan und seinen Begleitern ist die Flucht dank Eroin Blitzers Eingreifen gelungen. Der Androide konnte dem mentalen Angriff des Geistwesens widerstehen und das Weltenschiff in den Hyperraum steuern. Damit kann nicht geklärt werden, welchem Ziel die Aktivitäten der Invasoren bei Sholoubwas ehemaligen Steuerungsplaneten dient.
QIN SHI konzentriert seine Streitkräfte aus Chalkada in einem Randbereich der Kleingalaxis Dranat. Dort ist auch die Weltengeißel aktiv. Die Angriffe auf Escalianer werden hauptsächlich von den Unharmonischen geführt. Um noch eine Chance zu einer Wende in diesem ungleichen Kampf zu haben, muss Rhodan TANEDRAR finden.

Doch zunächst verhalten sich Alaska Saedelaere und zunehmend auch Eroin Blitzer mysteriös. Beide hantieren, wie unter fremden Einfluss stehend, an den Kontrollen des Weltenschiffs. Gucky kann keine fremde Macht espern. Die Handlungen bleiben unklar. Eine Ortung soll nach Angaben Saedelaeres auf Pean hindeuten. Rhodan lässt daraufhin Kurs zum Planeten der Peaner nehmen. Dort angekommen, zeigt sich keine Spur der psibegabten Baumwesen. Rhodan, Partijan, Saedelaere und Gucky landen mit der SCHRAUBE-B auf Pean. Nachdem sie ergebnislos mehrere Regionen überflogen haben, findet der Mausbiber einen blinden Fleck in seiner Psi-Wahrnehmung.
Auf diesen Ort konzentriert sich die Untersuchung. Wie es scheint, verbergen sich die Peaner dank ihrer suggestiven Kräfte vor den Besuchern. Nur Alaska Saedelaere wird schließlich von den Peanern kontaktiert und erfährt, wie die Peaner in Kontakt zu TANEDRAR kamen. Die vier noch namenlosen Geistwesen kamen auf ihrer Flucht vor QIN SHI einst nach Pean. Das Howalgonium-Vorkommen des Planeten scheint sie angezogen zu haben. Sie treten in Kontakt zu den Peanern, die ihre Fähigkeit, sich mental miteinander zu vernetzen und ihre Suggestivkräfte dazu verwenden, die vier Geistwesen von ihrer Angst zu heilen. Die Erinnerungen an ihre Entstehung wird den Geistwesen von den Peanern genommen, außer der Angst vor QIN SHI. Die Peaner bieten den Geistwesen den Planeten Pean mit seinem reichen Hyperkristallvorkommen als Anker an. Mit der Zeit entwickeln sich TAFALLA, NETBURA, DRANAT und ARDEN. Die vier werden zu TANEDRAR und etablierten das Reich der Harmonie. Nicht mit allem, was TANEDRAR tat, waren die Peaner einverstanden, dennoch kehrte TANEDRAR immer wieder zu seinem Anker zurück.

Eines Tages nähert sich auch QIN SHI dem Planeten Pean. Die Peaner nahmen dem Geistwesen die Erinnerung an Pean. Doch die suggestive Beeinflussung wird im Laufe der Zeit verschwinden und QIN SHI wird sich wieder an Pean erinnern.
Alaska erfährt auch, dass TANEDRAR sich jetzt auf Pean verbirgt. Die Peaner verfolgen den Plan, TANEDRAR und QIN SHI zu versöhnen. Mit diesem Wissen kehrt der Maskenträger zu seinen Gefährten zurück. QIN SHI befände sich bereits auf dem Weg nach Pean. Um sich zu schützen, begeben sich Rhodan und seine Gefährten in eine unterirdische Grotte. Der Hyperphysiker Partijan, der sie in die Andachtsgrotte geführt hat, bricht dort zusammen. Alle spüren, dass sich QIN SHI nähert.

Rezension:
Der Autor bleibt auch in seinem neuesten Beitrag zur Serie seinem Stil treu. Der Leser muss sich wieder auf zahlreiche Wiederholungen, gehäuften unnatürlichen Verhalten der Figuren sowie unsinnigen Spekulationen der Figuren über das abweichende Verhalten der Anderen einstellen. Logische Reaktionen auf merkwürdige Handlungen bleiben aus, keine der Figuren zeigt echtes Interesse, den Absonderlichkeiten auf den Grund zu gehen. Gleich zu Beginn seines Romans lässt der Autor die Figuren Blitzer und Saedelaere ungewöhnliches Verhalten an den Tag legen. Perry, Nemo, Mondra und Gucky beobachten das aber mehr als nur ein paar Spekulationen der Art, das könnte ein Einfluss von QIN SHI sein oder das könnte ein Einfluss von TANEDRAR sein oder das könnte ein Einfluss des Weltenschiffs sein oder das könnte ein Einfluss von Chanda-Kristallen sein oder das könnte ein Einfluss vom umgebenden Raum sein oder noch irgendetwas anders, fällt dem Quartett nicht ein. Echte Hypothesen aufstellen? Fehlanzeige! Technische Untersuchung der Vorkommnisse? Fehlanzeige! Abhalten der Figuren von ihrem Tun? Fehlanzeige. Rhodan und Co kneifen und ziehen sich in die MIKRU-JON zurück.
Seine Figuren machen keine Anstalten die Hintergründe zu analysieren oder gar aufzudecken. Saedelaere murmelt etwas von einer ominösen „Ortung“, die auf Pean hinweist. Rhodan hinterfragt diese Ortung nicht, er beschließt aufgrund dieser dürftigen Informationslage aber sofort, dorthin zu fliegen. Bemerkung am Rande: Pean ist zum Zeitpunkt der Ortung mehr als 65.000 Lichtjahre entfernt!

Der Autor weicht dem von ihm selbst ersonnenen Geschehen aus. Nun, er hat auch keine andere Wahl, er hat ja keine Lösung. Wie könnte er auch, die plumpen Aktionen seiner Protagonisten sind ein Spiegelbild seiner eigenen Hilflosigkeit eine überzeugende und realistische Geschichte zu schreiben. Vielmehr dichtet sich der Autor etwas zusammen, um ein an sich ereignisloses Kapitel spannender zu gestalten. Dass er durch diese plumpen Handlungsfolgen die Spannung erst recht abwürgt, bemerkt Arndt Ellmer nicht. Wie so häufig bei diesem Autor wirken einige der „Spannungselemente“ extrem aufgesetzt, wobei der Autor durchgehend sowieso nur zum einfachsten aller Spannungselemente greift, nämlich dem Vorenthalten von Informationen für den Leser. Der Autor tut zudem wirklich alles um seine Geschichte regelrecht zu verschleppen. Es ist mir während der Lektüre zu keiner Zeit gelungen einen Zugang zu dieser Geschichte zu finden.
Die Figuren und ihre Handlungen wirkten so dümmlich, dass teilweise nur noch Fremdschämen möglich war.
Der Gebrauch der Technik überfordert den Autor. In der SCHRAUBE-B, dem fortschrittlichsten Raumschiff, das man sich vorstellen kann, versucht sich der Autor mit Hilfe eines Kompasses an einer Richtungsorientierung und scheitert. Überhaupt ist es besonders auffällig an Arndt Ellmers Roman, dass der Autor den ihm zur Verfügung stehenden Gestaltungsspielraum, den die Technik bietet, nicht nutzt. Die SCHRAUBE-B verkommt zu einem reinen Beförderungsinstrument, die SERUNS werden nur deshalb getragen, weil wohl keine andere Kleidung zur Verfügung steht. Die Erkenntnisse der Hauptdarsteller werden nur mit den begrenzten physiologischen Sinnen zusammengetragen. Die Darsteller trampeln stundenlang durch einen Urwald und versuchen verzweifelt, das Dickicht mit ihren Augen zu durchdringen. Im Roman nahmen diese Szenen 11 Seiten ein. Eine dynamische und fokussierte Handlung sieht anders aus und auch sonst bot die Story inhaltlich erschreckend wenig.

In den Beschreibungen und Handlungen seiner Figuren greift der Autor verstärkt auf Begriffe ähnlicher Bedeutung zurück, um in seinem Text zu häufige Wiederholungen von Wörtern zu vermeiden. Dabei schießt der Autor über das Ziel, seinen Text abwechslungsreich zu gestalten und Sprachkompetenz vorzugaukeln, öfter mal hinaus. Manche Redewendung und manche Beschreibung wirkt ungelenk und unfreiwillig komisch. Sprachlich hat sich der Autor seit seinem Einstieg in die Serie nicht weiterentwickelt. Seine Geschichten lassen einen strukturierten Aufbau vermissen, sind zu einfach gestrickt, die Figuren sind steif und die Dialoge holprig.
Fazit: Der aktuelle Roman ist mehr was fürs Sammlerregal, weil zum Lesen eher ungeeignet.

 

Ansichten zu PR 2687

Alles gerettet auf ewig – von Wim Vandemaan – Handlung:
Toufec ist alleine nach Pareezad zurückgekehrt und tarnt sich als Gyvie. Zusammen mit Ynirt nähert er sich der Pyramide, in der er die Akademie für Logistik vermutet. Kurz vor der Pyramide, die Ynirt als Zinne der Verklärung bezeichnet, tritt ihnen ein würfelfömiges Wesen entgegnen. Steward Schtaoros, so nennt sich der Würfel, prüft die Identität der Ankömmlinge. Mit Pazuzus Hilfe kann Toufec seine Tarnung aufrechterhalten. Toufec und Ynirt werden in die Garde der zu verwertenden Körper aufgenommen und Schtaoros führt sie in die Zinne der Verklärung.
Auf Terra trifft sich Reginald Bull mit Anicee. Die Sprecherin des Umbrischen Rats teilt Bull mit, dass der Kommandeur der Invasionsflotte, Paitäcc, gegebenenfalls auf Seiten der Chour stehen würde. Auf Nachfrage Bulls erläutert Anicee die Bedingungen. Paichander müsse fallen und mit ihm die Akademie für Logistik. Außerdem eröffnet Anicee dem Residenten, dass die Sayterraner Terra verlassen und zurück ins Weltenkranzsystem gehen werden.

In der Zinne der Verklärung angelangt, werden Toufec und sein Begleiter von einem Antuu attackiert. Das rotglühende schlangenförmige Wesen wird von Toufec mit einem Schwert getötet. Den Steward scheint der Vorfall nicht zu interessieren und auch sonst wird kein Alarm ausgelöst. Schtaoros führt sie in eine Kammer, wo die Verklärung stattfinden soll. Toufec und Ynirt weigern sich, ihre Körper verwerten zu lassen. Auch der Steward wird von Toufec mit einem Schwert in zwei Teile gespalten. Nun zeigt die Pyramide eine Reaktion. Mehrere Fagesy in ihren Rüstgeleiten greifen die Eindringlinge an. Toufec kann die Angriffe mit Hilfe seines Dschinns abwehren, doch Ynirt wird durch die Schallwaffen der Fagesy verletzt. Toufec geht alleine weiter.
Er trifft auf einen Sayporaner und eine Zofe. Der Sayporaner Yävtcai gehört der gesellschaftlichen Gruppe der Yäv oder Yävt an, die bislang unbekannt waren und macht einen verwirrten Eindruck. Yävtcai spricht davon, dass das Spainkon, der Datenhort der sayporanischen Kultur, eine Fälschung sei. Die Zofe an der Seite Yävtcais nennt sich Khayd und Pazuzu ist nach der Begegnung der Meinung, dass sie Toufec geschickt verhört hat. Schließlich erreicht Toufec die innere Schachtwand der hohlen Pyramide. Mit Pazuzus Hilfe durchdringt er die Wand. Im Hohlraum erkennt er die Akademie für Logistik. Mehrere Antuu attackieren Toufec, der sich mit Bomben Zugang zur Akademie verschafft.

Er trifft dort auf einen uralten Sayporaner namens Dhaeconost in seinem Uteral. Toufec wähnt sich ertappt und eröffnet das Feuer. Der sterbende Dhae verrät Toufec, dass er ein Siegelfoscher sei. Er bezeichnet ein Siegel in einer Sonne als Sphragis. Er habe in seinem Leben zwei Sphragides erforscht, eines im Zentrumsbereich der Galaxis Scheay, das andere in einem dunklen Stern, mehr als dreizehn Milliarden Jahre alt. Er bezeichnet die Sphragides als alt wie die Sterne oder sogar älter und als persönlich. Toufec fragt Dhaeconost, ob es von den Spenta richtig war, das Siegel Sols zu brechen und wer überhaupt Sterne siegelt. Doch der Dhae gibt keine Antwort mehr.
Die Nanogenten erzeugen aus anderen verlassenen Uterals Waffen. Toufec kann unter Einsatz der Waffen zur Spitze der Pyramide vorstoßen. Unterwegs wird er erneut von den Antuu angegriffen. Bei der Abwehr des Angriffs scheint Toufec Unterstützung von unbekannter Seite zu erhalten. Pazuzu hat einen Funkspruch aufgezeichnet, der die Antuu zum Rückzug bewegt hatte. Toufec geht dem Funkspruch nach. Schließlich gelangt er zu Paichander. Der Greis hat ihn schon erwartet. Er möchte sich Toufecs Körper einverleiben. Da stürzen sich mehrere Antuu auf Paichanders Schutzschirm und schwächen ihn. Toufec tötet den Dekan der Akademie. Die Zofe Khayd erscheint und Toufec fragt sie, ob er ihr danken müsse. Doch die Zofe gibt wie immer unbegreifliche Antworten.

Toufec kehrt zur TOLBA zurück und erstattet Delorian Bericht. Anschließend teilt er Rhodans Sohn mit, dass er ihn verlassen werde um irgendwann nach Aures zu gehen. Delorian ist nicht überrascht. Im Banteira-System materialisieren hunderte von sayporanischen Kleinraumschiffen. Die Chour kehren zurück und verkünden im Namen der Neuen Sayporanischen Konstitution das Ende des Bündnisses mit QIN SHI.
Auf Terra wendet sich Delorian in einer Ansprache, die mit Sextadim-Technik unterstützt wird, an die Menschheit. Die Menschen, die sich der Übertragung „öffnen“ bekommen in stimmungsvollen Bildern das gezeigt, was sie sich ersehnen. Auch Bull lässt sich auf die Übertragung ein, auch wenn er Delorian Manipulation unterstellt. Delorian verspricht den Menschen ein Leben ohne Leid. Dazu müssen sie aufgeben, was den Geist leiden lässt, ihre Körper. Sie sollen im Neuroversum entstofflicht werden. Bull wendet sich ebenfalls in einer Ansprache an die Terraner. Er beschwört sie, sich nicht in Delorians Ewigkeit „retten“ zu lassen. Die Menschheit stimmt ab und eine überragende Mehrheit stimmt gegen Delorians Plan. Etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung, also ca. 35.000.000 Menschen wollen jedoch im Neuroversum bleiben und siedeln in das Weltenkranzsystem über.

Reginald Bull besucht das Weltenkranzsystem und landet auf Saypor. Chourtaird zeigt ihm gigantische Höhlen, in denen Millionen Suspensionsbänke stehen. Alle Lebewesen würden darin sicher sein vor einem Angriff QIN SHIS. Und letztlich dienen die Geräte zum Übertritt in Delorians verheißenes Land.

Rezension:
Die Perry Rhodan-Serie hat eine unglaublich hohe Anzahl an Geschichten hervorgebracht. Von daher stellt sich Woche für Woche die Frage, was den aktuell vorliegenden Roman aus dieser Masse heraushebt. Diese Woche macht uns Wim Vandemaan den Gerd (Gerhard) Schröder! Alles wird gut! Schsch! Gerettet auf ewig! Der Himmel auf Erden! Aufbruch in das gelobte Land! So oder so ähnlich ziehen sich diese Formulierungen durch Vandemaans Roman, natürlich immer mit einem spöttischen Unterton versehen.
Ansonsten greift der Autor auf die übliche, was nicht heißen soll langweilige, Rezeptur für seine aktuelle Inszenierung zurück. Der Prolog lebt von einer zwar einfachen, dennoch intensiv empfundenen Schilderung der Bergwelt. Es ist faszinierend, wie der Autor diese Szenen lebendig werden lässt.

Weniger lebendig und auch nur zum Teil mit Spott versehen ist der folgende Dialog zwischen Reginald Bull und Anicee. In Heft 2646 ist Anicee als Sprecherin des Umbrischen Rats zur Erde zurückgekehrt. Viel hat man seitdem über die Motive der Sayporaner für die Gehirnwäsche und über die Motive der Formatierten selbst nicht erfahren. Die Auftritte der Figur Anicee reduzieren sich auf einige Darbietungen in ihrer Rolle als Sprecherin des Umbrischen Rates und als Teilnehmerin in wenigen Besprechungen. Gerade in diesem Dialog wird daher deutlich, wie sehr sich der Autor dem Diktat des Zyklusüberbaus beugen muss. Die Figur Bull darf einfach nicht die Weisheit eines 3000-jährigen einbringen, er darf nicht die richtigen Fragen stellen, er darf nicht die Rhetorik benutzen, die sein Gegenüber in Verlegenheit bringen würde.
Die Autoren und im aktuellen Fall Wim Vandemaan schildern insofern ständig Regierungsmitglieder oder andere verantwortliche Personen, denen es pausenlos die Sprache verschlägt. Insbesondere mit der Rhetorik der Unsterblichen werden Woche für Woche Chancen verpasst. Wenn nicht mit der Sprache und einem unglaublichen Erfahrungsschatz können diese Figuren sonst punkten? Dabei müsste Vandemaan es doch am besten wissen. Als Lehrer für das Fach Deutsch kann ihm nicht entgangen sein, das die Redekunst mit der Häufigkeit wächst, wie Sprache angewandt wird. Reginald Bull ist Politiker mit 3000 Jahren Praxisanwendung. Dennoch holpert er in den Dialogen auf einem Niveau, das ungefähr dem entspricht, wie es Karl-Herbert Scheer im Band 1 geschrieben hat.

Da Wim Vandemaan im nächsten Zyklus das Ruder als Expokrat übernimmt, wäre ein Wunsch von mir mal ein Roman mit Schwerpunkt auf geistreiche und anspruchsvolle Dialoge der Unsterblichen.
Doch zurück zum aktuellem Heft. Viele Begebenheiten bleiben bei Vandemaan in dessen typischen Stil mystisch, im Falle der Zofen regelrecht esoterisch. Eigenartigerweise scheinen Vandemaans Figuren allesamt kein echtes Interesse an Aufklärung zu haben. Sie geben sich mit ausweichenden, mythischen, verklärten Antworten zufrieden. Das ist nur zum Teil dem Diktat des Zyklusüberbaus geschuldet. Der Autor lässt auch in Szenen, die erkennbar nichts mit der Rahmenhandlung zu tun haben, Fragen offen oder legt falsche Spuren.

Toufecs Einsatz hatte ein paar Längen. Eine Spur zu häufig greift der Autor auf Erlebnisse und Erinnerungen aus Toufecs früheren Leben zurück. Die Begegnung mit dem Siegelforscher platziert wohl bereits Elemente für spätere Zyklen. Am Ende geht plötzlich alles schnell. Paichander wird besiegt, die Chour kehren zurück und übernehmen die Macht. Die anderen Pai scheint das nicht zu stören. Delorian darf die Menschheit mit suggestiven Bildern manipulieren. Erstaunlicherweise fällt nur ein geringer Prozentsatz darauf herein. Die Terraner zeigen sich gefestigter, als die Schilderungen im bisherigen Zyklusverlauf weismachen wollten. Da hatte man eher den Eindruck, die Menschheit wäre degeneriert.
Obwohl, Zweifel an den Entscheidungen, dem Verhalten der Formatierten, Fragen zu den Aussichten im Neuroversum etc. werden auch erst gar nicht laut. Da bleibt dieser Roman, wie auch seine Vorgänger, zu oberflächlich.

Ansichten zu PR 2686

Angriff der Nanokrieger – von Leo Lukas – Handlung:
Während sich von den 55 Mitgliedern des Bunds der Sternwürdigen 36 an Bord der TOLBA versammeln, stellt die Terranische Regierung 3 Flotten zusammen, die am 17.Dezember 1469 NGZ zu 3 Zielen abfliegen. 7501 Schiffe fliegen unter dem Kommando von Flottenadmiral Stariou Jalhay zum Weltenkranzsystem. Chourtaird fliegt an Bord des Flaggschiffs mit und auch die TOLBA begleitet diese Flotte. Die beiden anderen Flotten von je 3000 Schiffen fliegen zur Brückenwelt und zur Ephemeren Pforte.
Der Flug ins Weltenkranzsystem verfolgt weitgehend problemlos. Toufec stellt an Bord der TOLBA sechs Sechsergruppen zusammen. Schließlich erreicht die Flotte die Riesensonne Banteira. Im System wimmelt es von Zapfenraumern, 10.000 Einheiten riegeln den Planeten Druh ab, weitere 10.000 Schiffe sind über das System verteilt. Der Sayporaner Paigaross fordert die Terraner zum Abzug auf, die im Gegenzug vorgebrachte Kapitulationsaufforderung Chourtairds ignoriert er.

Reginald Bull wird über die Situation informiert. Auch an den anderen Fronten ergeben sich Patt-Situationen. An der Ephemeren Pforte stoßen die Terraner auf 80.000 Schiffe. Das Fa-System mit der Brückenwelt ist zwar unbewacht, die Störfelder lassen einen weitergehenden Einsatz jedoch nicht zu.
Im Weltenkranzsystem findet Delorian heraus, dass die Akademie für Logistik nicht mehr auf Druh ist. Die Akademie ist zusammen mit Paichander nach Pareezad umgezogen. Auf dem Flottenflaggschiff wird die neue Situation diskutiert. Chourtaird bezeichnet Pareezad als Plantagewelt. Auf die Frage, was dort geerntet würde, gibt er lakonisch die Auskunft: „Körper.“

Die Flotte soll Scheinangriffe auf Druh fliegen, während die TOLBA ihre Sechsergruppen auf dem Planeten Pareezad absetzt. Auf Pareezad ist unterdessen der Gaukler Ynirt aus dem Volk der Gyvie in eine lebensbedrohliche Situation geraten. Als er nach Hause zurückkehrt und seiner Frau die Beute seines letzten Spiels zeigt, eröffnet ihm seine Frau, dass sie erneut schwanger ist. Für Ynirt bedeutet diese Nachricht das Todesurteil. Für seinen Erstgeborenen Sohn musste er bereits zwei seiner 8 Beine opfern und trägt seitdem Prothesen. Nun aber soll er für seine Tochter sein Leben hingeben. Dazu muss er im Auftrag des allgegenwärtigen Antuu den Gang zur Zinne der Verklärung antreten. Ynirt macht sich auf den Weg.
Während die Flotte Scheinangriffe auf die Zapfenraumern um Druh fliegt und dabei Robotkreuzer über Fernverbindungen per SERT gesteuert zum Einsatz kommen, landen Toufecs Trupps unbemerkt als Meteoritenschauer getarnt auf Pareezad. Da die genaue Lage der Akademie für Logistik nicht ermittelt werden konnte, landen die Teams an verschiedenen Stellen.

Toufec und seine Leute nähern sich einer großen Pyramide. Unterwegs treffen sie auf ein spinnenartiges Wesen. Es ist Ynirt, der den Fremden neugierig begegnet. Da Ynirt seinen Weg zur Zinne der Verklärung unterbrochen hat, meldet sich die allgegenwärtige Präsenz Antuu. Die mentale Strahlung erfasst auch Toufec und seine Gefährten. Während Toufecs Nanogenten den Einfluss abschirmen, sind die Nanogenten seiner Gefährten nicht so stark mit ihren Besitzern verbunden und können den Einfluss nicht abwehren. Die Mitglieder durchleben noch einmal die Szenen, als sie dem Tode nahe von Toufec gerettet wurden. Der Einfluss durch Antuu ist so stark, dass zwei Mitglieder aus Toufecs Truppe sterben. Er kann schließlich mit seinem Dschinn die anderen retten und Pareezad verlassen. Auch die anderen Teams flüchten.
Toufec kehrt alleine nach Pareezad zurück. Er begräbt die Toten und macht Ynirt ausfindig. Er schützt mit Nanogenten Ynirt vor dem Einfluss der Sayporaner, denn um nichts anderes handelt es sich bei der Präsenz Antuu, die die Planetenbewohner anlockt, damit diese ihre Körper und Organe an die Sayporaner spenden. Toufec tarnt sich als Gyvie und macht sich gemeinsam mit Ynirt auf zur Pyramide, wo sich die Akademie für Logistik versteckt.

Auf Terra bekommt Reginald Bull die Information, dass sich weitere 20.000 Sternengaleonen der Ephemeren Pforte nähern. Bull reibt sich in Vorfreude die Hände. Er findet die Entwicklung gut.

Rezension:
Dieser Roman von Leo Lukas folgt, wie seine Vorgänger auch in dieser Erzählebene, mal wieder bestimmten stereotypischen Grundmustern, wie man sie leider viel zu häufig in der Serie antrifft. Natürlich kann man nicht erwarten, dass nach über 2600 Romanen und zahlreichen Sekundärprodukten stets neue und unverbrauchte Erzählweisen dargebracht werden. Bestimmte Grundschemata und Erzählstandards werden immer wieder bemüht werden. Dennoch wirken die Abläufe in diesem Zyklus und der Ablauf in den drei Erzählebenen besonders monoton.
Die aktuell angewandte Schablone ist, dass es Abseits der Bedrohungsszenarien und den beschriebenen Handlungen mal wieder Entwicklungen gibt, die der Leser erst auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung oder gar erst hinterher erfährt. Dadurch soll nach Meinung des Expokraten und der Autoren möglichst lange die Spannung gehalten werden und für die Leser tolle „Überraschungen“ am Ende aus dem Hut gezaubert werden. Diese Strukturen könnten dann besonders reizvoll wirken, wenn in den Romanen durch geschickt platzierte Andeutungen genügend Hinweise gegeben werden, die es dem aufmerksamen Leser ermöglichen einige Deutungen in die richtige Richtung anzustellen, die aber eben nicht alle Geheimnisse der künftigen Ereignisse aufdecken dürfen.

Das Stichwort dabei ist „geschickt.“ Die Helden dürfen in Gefahr geraten aber nicht darin untergehen. Der Held braucht also Hoffnung. Die Hoffnung für den Leser besteht darin, dass dem Helden noch was Kluges einfallen wird. Nun, Leo Lukas hat wie seine Vorgänger auch, diverse Hinweise dazu eingebaut. Als „geschickt“ kann man die nicht bezeichnen. Sie führen nämlich auf der Solsystem-Ebene momentan dazu, dass die Menschheit und ihre verantwortlichen Führer sich momentan wenig logisch verhalten. Das Solsystem wurde samt der Bewohner entführt, hunderttausende Jugendliche einer möglicherweise irreversiblen Gehirnwäsche unterzogen, die Sonne ausgeschaltet, zahlreiche Menschen getötet und ungezählte Schrecken mehr sind über die Helden hereingebrochen.
Doch außer ein paar Drohgebärden fällt den Helden scheinbar nichts ein. Wären da nicht die ungeschickten Hinweise des Autors. Chourtaird wird von Leo Lukas mit einer Bemerkung über weitere Verbündete im Roman eingesetzt. An der Ephemeren Pforte stehen den 3000 Schiffen der Terraner 80.000 Einheiten gegenüber, davon 50.000 Zapfenraumer und 30.000 Sternengaleonen. Dennoch spricht der Autor von einer Pattsituation. Patt bedeutet, dass die Gegner keinen (gültigen) Zug mehr machen können. Davon kann beim beschriebenen Szenario keine Rede sein. Als dann am Ende weitere 20.000 Sternengaleonen dazu stoßen, reibt sich Bull in freudiger Erwartung die Hände. 50.000 Sternengaleonen gegen 50.000 Zapfenraumer wäre in der Tat eine Pattsituation, sofern die Sternengaleonen (Utrofaren) auf terranischer Seite stünden.

Da erinnern wir uns an den geborgenen Utrofaren und dem unsterblichen Homer G. Adams, die seit geraumer Zeit nicht mehr erwähnt werden. Sehr wahrscheinlich werden die – schnipp – demnächst aus dem Hut gezaubert und haben eine passende Lösung für all die schrecklichen Bedrohungen parat. Die unlogischen Handlungen der Erzählebene werden dadurch allerdings nicht erklärt.
Letzte Woche schrieb ich noch, dass kurz vor Ende des Romans wieder etwas Hoffnung durch Expokrat und Autor gesät wurde, mit der Ankündigung, Flotten ins Weltenkranzsystem, Lichtwirt-System und ins Fa-System zu entsenden. Zudem hatte der Autor eine Flotte den Spenta zur Ephemeren Pforte hinterhergeschickt. Wie befürchtet – zumindest in diesem Roman – blieb es bei Muskelspielen. Die Kohlen holen Delorian und seine Nano-Krieger aus dem Feuer. Na ja, zumindest versuchen sie es, denn zuerst verbrennen sie sich mal selbst die Finger. Der Roman brachte kaum Zyklusfortschritt und mit der Verteilung der Flotten hat es sich der Expokrat wohl anders überlegt oder Haensel und Lukas haben es nicht verstanden. Letzte Woche war eine Flottille der Terraner den Spenta zur Ephemeren Pforte gefolgt und 3 weitere Ziele, nämlich Weltenkranz, Fa und Lichtwirt sollten mit weiteren Flotten angeflogen werden. Diese Woche werden Weltenkranz, Fa und statt Lichtwirt die Ephemere Pforte angeflogen. Beim letzteren Ziel hätte die Flotte ja dann dort auf terranische Schiffe stoßen müssen. Tat sie aber nicht, bzw. wurde es nicht geschrieben.

Während Sol noch durch die Ephemere Folie verhüllt ist und 40.000 Zapfenraumer im Solsystem jederzeit angriffsbereit sind, was bei Leo Lukas kaum erwähnt wird, entblößt also die Regierung die Streitkräfte durch Abzug. Wohlgemerkt die Streitkräfte, die laut früheren Romanen alle samt und sonders in der Aufrechterhaltung der Kunstsonnen gebunden sind. Diese Erzählebene, die ein außergewöhnliches Szenario mit der verhüllten Sonne und den absonderlichen Abenteuern im Weltenkranzsystem bot, ist auf „Alltagsebene“ dem Expokraten leider entglitten. Die Aktivitäten sind zum Teil unlogisch. Die Aktivitäten – schön, dass es welche gibt – werden auch nicht schlüssig hergeleitet. Das bei den Autoren vorhandene Wissen über die Vorgänge in den nächsten Heften wird entweder gar nicht, in falscher Weise oder zum falschen Zeitpunkt in die Romane eingebaut. In der Folge verhalten sich Figuren merkwürdig, Aktionen erscheinen wenig durchdacht und der Leser kann manchen Entwicklungen nicht mehr folgen.
Lässt man den großen Zyklusüberbau weg, dann kann der Autor einige Punkte einfahren. Die Kapitel über den Gaukler Ynirt waren gut gelungen. Auch hier kann man natürlich schnell schlussfolgern, dass sich die Wege Ynirts und Toufecs kreuzen werden. Aber die lebendige Sprache und eine liebenswerte Gestaltung dieser Passagen kann man als gelungen betrachten.