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Welt aus Hass – von Leo Lukas – Handlung:
Nach dem Ende Sholoubwas haben Alaska Saedelaere und Eroin Blitzer mit der SCHRAUBE-B, eingeschleust in einem Hangar des Weltenschiffs, den Planeten Nahroin verlassen. Der Flug geht über 320.000 Lichtjahre zum zweiten Planeten eines kleinen Sonnensystems, das in der Nähe der Kristallwelt Tolmar, der Bühnenwelt liegt. Auf der Zielwelt hat sich Samburi Yura aufgehalten, als der Konstrukteur über eine seiner Apparaturen per Nullkanal eine Verbindung dorthin hergestellt hatte.
Zwischen dem Androiden und dem Terraner bahnt sich ein Konflikt an. Blitzer ist der Ansicht, das Weltenschiff des Konstrukteurs müsse vernichtet werden. Nur die Kosmokraten dürften ihren Helfern Schiffe mit Kosmokratentechnologie zur Verfügung stellen. Sholoubwa war nicht mehr in Diensten der Hohen Mächte, als er sich die Technologie für sein Weltenschiff zusammengeklaut hat. Saedelaere beschwichtigt den Androiden. Er will das Schiff Sholoubwas nicht länger als nötig behalten.
Der zweite Planet des Zielsystems entpuppt sich als Sauerstoffwelt mit zahlreichen Ruinen. Die Verwüstungen liegen noch nicht lange zurück. Leben wird nicht festgestellt, nur einige Energieimpulse werden empfangen. Während der Maskenträger mit der SCHRAUBE-B den Planeten untersucht, gibt ihm Blitzer in der Zentrale des Weltenschiffs Rückendeckung. In der Atmosphäre des Planeten schweben 16 mattschwarze 2700 Meter lange Zylinder ohne erkennbare Funktion. Auch die Kosmokratentechnik muss vor den Gebilden kapitulieren. Die Hülle der Zylinder kann von den Ortungsstrahlen nicht durchdrungen werden. Alaska findet nach und nach heraus, dass der Planet wohl als Industriewelt für Sholoubwa diente.
Zunächst unbemerkt von Saedelaere und Blitzer wächst auf dem Planeten eine Bedrohung für die Besucher. Die Entität TAFALLA, präzise der mit Negapsiqs behaftete Teil dieser Entität, Tafalla, konnte sich in viele Teile zersplittert auf den Planeten Elicon retten, nachdem Saedelaere die Schauspielbühne im All vernichtet hatte. Nunmehr hat sich Tafalla rekonstruiert und ist voller Hass auf Saedelaere, die Frau Samburi Yura und die Hohen Mächte.
Der Terraner ist mittlerweile gelandet. Mit einem Energiemodul der Kosmokratenwalze versucht er einige der Anlagen zu reaktivieren. Der Planet Elicon entpuppt sich aus Saedelaeres Sicht als Netzwerk, in dem er Informationen zu Samburi Yura zu finden hofft. Das Netzwerk, bzw. Tafalla lockt den Terraner in ein bestimmtes Areal. Mit der Energie aus der SCHRAUBE-B und darin enthaltenen Kodes erwacht das Elicon-Netzwerk zum Leben. Tafalla ruft im Namen Saedelaeres Frau Samburi Yura. Die Enthonin erscheint über einen Zeitbrunnen und ist recht ungehalten. In diesem Augenblick schlägt Tafalla zu. Die Enthonin kann sich und Alaska in einen der Zylinder in der Planetenatmosphäre versetzen und eine Pararealität schaffen, die beide dem Einfluss Tafallas entzieht. Doch nicht für lange. Zwischen der Enthonin und Tafalla beginnt ein Para-Psychoduell. Tafalla erschafft eine Scheinwelt, in der Szenen vom mahnenden Schauspiel ablaufen. Mit Saedelaeres Unterstützung kann Samburi Yura dem Angriff Tafallas lang genug trotzen.
Schließlich entreißt Yura dem Gesicht Saedelaeres das Cappinfragment und schleudert es auf Tafalla. Die Entität wird durch den Einfluss des Fragments in einer Urne für alle Zeiten gefangen. Saedelaere bittet Yura, den Gefangenen von seinen Qualen zu erlösen, was die Enthonin ablehnt. Als sie ihn auffordert mit ihr zu kommen, sagt er sich von der Enthonin los. Yura verschwindet. Saedelaere, der noch immer Verbindung zum Cappinfragment hat, nutzt diese Verbindung und zerstört die Sphäre mit Tafalla, der endgültig vergeht. Der Terraner erhält sein Cappinfragment zurück. Frau Samburi Yura ist fort. Aber Alaska Saedelaere ist mit sich im Reinen.

Rezension:
Zum wiederholten Male in den letzten Wochen liegt ein Roman vor, der in einzelnen Kapiteln durchaus gut geschrieben ist, der aber im Ganzen betrachtet nicht fesseln konnte. Der vom Autor Leo Lukas angedachte Spannungsbogen hatte doch den einen oder anderen Durchhänger. Da nutzt auch die gewohnt gewandte Sprache des Autors wenig, um dieses Manko auszugleichen. Überhaupt hat es Leo Lukas mit seinem Stil an einigen Stellen übertrieben. Damit meine ich den umgangssprachlichen Tonfall des Autors in einigen Szenen. Der zunächst lockere beinahe humorvolle Stil, den Lukas der anfänglich nicht näher bezeichneten Entität anhängt, war überzeugend. Die Entwicklung zum Hass gelang ebenfalls. Allerdings fängt der Autor an, diesen speziellen Umgangston auch in den Dialogen zwischen Alaska und Eroin zu verwenden. Der Autor schildert einen sich anbahnenden Konflikt zwischen den beiden Figuren und verwendet dabei nicht immer den passenden Ton. Insbesondere die Figur des Androiden verliert dadurch an Authentizität. Später überträgt Leo Lukas seine Umgangssprache in ein, zwei Szenen auch noch auf die Enthonin. So sehr ich den Humor des Österreichers liebe, der flapsige Stil passte leider nicht überall.
Die Geschichte konnte nur zum Teil wirklich fesseln. Der Autor erschafft interessante Orte und Handlungen. Anfänglich stimmten auch die Dialoge, doch immer dann, wenn ein Geschehen einen Höhepunkt entgegenstrebte, schweift Leo Lukas ab. Der typische Stil der PR-Serie ist ja das ständige Erläutern, das ständige Zurückgreifen auf den immens großen Serienkosmos. Der Autor tut das auch, dabei übertreibt er es jedoch, so dass eine an sich interessante Szene plötzlich an Schwung verliert.
Mit zunehmendem Verlauf entschleiert der Autor die Entität auf dem Planeten Elicon. Der Autor greift die losen Fäden der Geschichte um die Entität TAFALLA, bzw. Tafalla auf und führt sie endlich zu einem Ende. Als Leser ist man kaum mehr in der Lage sich an diese über Monate und Jahre verteilten Bruchstücke dieses Handlungsstrangs noch zu erinnern, geschweige denn diese Ereignisse nachzuvollziehen. Leo Lukas knüpft an einige Bestandteile der Geschichte um den Maskenschöpfer aus dem Roman 2642 an. Kernelemente reichen jedoch bis in den Stardust-Zyklus zurück (Heft 2578).
Insofern war Leo Lukas gezwungen, die eine oder andere Wiederholung einzubauen, um das Wissen des Lesers aufzufrischen. Natürlich steckt hinter diesem Vorgehen eine kollektive Absicht des Autorenteams. Immerhin lassen sich so jede Woche etliche Romanseiten ohne großen Aufwand produzieren. Mehr noch als die Schwierigkeiten, sich an lange zurückliegende Ereignisse zu erinnern, sind jedoch die Probleme, sich die Motive der handelnden Figuren in Erinnerung zu holen. Was hat sie wann zu welchem Handeln bewogen und welche Ziele werden von den Figuren verfolgt? Die Beliebigkeit in der Ausgestaltung und im Umgang mit diesen Motiven hat mittlerweile ebenfalls jede Dimension gesprengt. Die Autoren haben doch gar nicht mehr die Absicht, die Intentionen ihrer Figuren zu erklären oder gar aufzulösen. Insofern überrascht es nicht, dass die Suche der Figur Saedelaere im vorliegenden Heft ebenfalls keinen Abschluss gefunden hat. Alaska Saedelaere sei mit sich im Reinen, schreibt Leo Lukas als letzten Satz. Wir wissen, dass das nicht stimmt! Weder der Maskenträger noch der Leser wurde durch die Ereignisse dieses Romans einem wie auch immer gearteten Ziel näher gebracht.

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