Articles for the Month of Januar 2013

Ansichten zu PR 2684

Ein Pfand für die Spenta – von Marc A. Herren – Handlung:
Prester Jellicoe ist Kommandant der LAERTES, einem Raumschiff der APOLLO-Klasse. Jellicoe fühlt sich fehl am Platze. Zwar erfüllt er alle Anforderungen, die an einen Schiffskommandanten gestellt werden, leidet aber darunter, dass er sich darin schwertut wichtige und unwichtige Aufgaben des Bordbetriebs zu delegieren. Er rechtfertigt sein Dasein als Kommandant, indem er sich in alle Entscheidungen des Bordlebens einmischt. Er sehnt sich nach Ruhe. Die wird er vorerst nicht bekommen. Der Bereitschaftsgrad seines Schiffes wird erhöht. Eine wichtige Mission steht bevor.
Shanda Sarmotte und Toufec sind mit der PÄRSTAIR ins Solsystem zurückgekehrt. Reginald Bull, Delorian und Henrike Ybarri werden über die Zerstörung des Informationskabinetts und die Erlebnisse mit dem SI-Korpus PAUTHOFAMY in Kenntnis gesetzt. Wer das Gills-Ghaulinc-System mit der Ephemeren Pforte kontrolliert, hält das Schicksal der Anomalie in den Händen, resümiert der Resident. Reginald Bull will die momentane Phase der Ruhe nutzen, um Schlüsselpositionen einzunehmen. Die Solare Flotte soll Positionen im Brückensystem besetzen, um eine gute Ausgangsposition für ein mögliches Eingreifen im Weltenkranzsystem und an der Ephemeren Pforte zu haben. Paichander soll ein Ultimatum bekommen. In einer Woche soll er Pläne vorlegen, wie und wann das Solsystem an seinen angestammten Platz verlegt werden kann. Andernfalls würden militärische Mittel ergriffen.
Bull plant außerdem einen Flug zu den Spenta in deren Heimatsystem. Chourtaird und Shanda Sarmotte sollen ihn begleiten. Ybarri stellt dazu den 800-Meter-Raumer LAERTES zur Verfügung. Vor dem Abflug lässt sich Bull nach eigenen Angaben „Erinnerungen“ auffrischen.
Zur gleichen Zeit gehen auch die Planungen der Sayporaner im Weltenkranzsystem in eine entscheidende Phase. Der Dekan der Akademie für Logistik hat die Terraner unterschätzt, wie die Zerstörung des Informationskabinetts gezeigt hat. Der Ausfall hat das System empfindlich getroffen. Er will mit weiteren Aktionen den Terranern einen Schritt voraus sein. Paichander plant das Unternehmen Weltenkranz-Plus, die Aufnahme des Planeten Terra in das Weltenkranzsystem, um die Moral der Terraner zu brechen. QIN SHI würde sich den Rest der Menschen auf den anderen Planeten des Solsystems einverleiben. Paichander entsendet zunächst eine kleine Flotte unter dem Kommando der Sayporanerin Paiyoma zum Solsystem.
Der Flug mit der LAERTES verläuft ereignislos. Durch die Einspeisung des SI-Korpus in die Ephemere Pforte hat sich der Raum weitgehend beruhigt. Im Lichtwirtsystem, das aus drei Sonnen besteht, schweben zwar mehrere Dutzend fremder Schiffe, darunter auch Sternengaleonen, doch sie lassen die Terraner unbehelligt. Nach Aussage Chourtairds handeln die Spenta souverän in ihrem System. Militärische Aktionen wird es nicht geben. Von Chourtaird erfährt Bull mehr über die Spenta. Nicht alle Spenta wissen, dass die Sayporaner diese Wesen dazu benutzen, andere Sonnen auszukundschaften und zu löschen. Die Sayporaner greifen auf eine kleine Gruppe rassistischer Spenta zurück, die Lichtwirte, die Planetenbewohner verachten und als Schmarotzer der Sonnen betrachten. Chourtaird und Shanda nehmen telepathischen Kontakt zu den Spenta auf. Die Terraner erhalten eine Einladung in die Plasmastadt, einer Begegnungsstätte in einer der beiden kleinen Sonnen des Lichtwirtsystems.
Unterdessen hat die Sayporanerin Paiyoma mit ihren Schiffen das Solsystem erreicht. Obwohl sie weiß, dass sie den Sextadimschleier nicht durchbrechen kann, lässt sie auf den Schirm feuern. Ihr geht es darum, eine Resonanz zu erzeugen und mit dieser Botschaft einen Empfänger im Solsystem zu informieren. Henrike Ybarri wird über den Vorgang informiert. Auch die Terraner erkennen, dass hier eine Botschaft übermittelt wurde.
In den untersten Schichten des Planeten Neptun wird die Resonanz empfangen. Vierzigtausend Zapfenraumer, vollgepackt mit 2000 Dosanthi pro Schiff sind dort direkt nach dem Erscheinen des Solsystems in der Anomalie und als die Energieausbrüche alle verräterischen Signale überlagerten per Transitparkett versteckt worden. Die Flotte erwacht, um die Terraner im Solsystem mit Panikausdünstungen zu überfluten.
Bull, Shanda, Jellicoe und Chourtaird werden von einer Fähre abgeholt und in die Plasmastadt gebracht. Die Zofe Isgrun und ein Junker begleiten die Gäste zum Großen Sprachgitter, einem kugelförmigen Objekt aus Ephemerer Materie. Von der Decke des Käfigs hängen mit dem Kopf nach unten zwei Dutzend Sayporaner und andere Wesen mit verhüllten Köpfen. Chourtaird trägt den Wunsch der Terraner vor. ARCHTIM wird freigegeben und die Ephemere Folie um Sol entfernt. Der mentale Kontakt macht Bull zu schaffen. Jellicoe wird ohnmächtig. Die Spenta lehnen das Angebot ab. Bull lässt daraufhin die Spenta an seinen Erinnerungen zur Zeit der MDI teilhaben. Es geht um die Vernichtung eines Sonnensechsecks mit Hilfe des Hyperinmestron. Bull hat die Erinnerungen gefälscht, eigentlich sind es Rhodans Erinnerungen, die er sich per Hypno-Schulung angeeignet hat. Die Spenta, die nun Respekt zeigen, willigen ein. Als Pfand soll Prester Jellicoe bei ihnen bleiben. Jellicoe, der durch den Aufenthalt im Sprachgitter schwere Schädigungen des Gehirns davongetragen hat, bleibt bei den Spenta.
Beim Abflug von der Plasmastadt bekommen Chourtaird und die beiden Terraner mitgeteilt, dass ARCHETIM aus Sol extrahiert wird.

Rezension:
Betrachtet man die Abläufe der Geschehnisse innerhalb eines Zyklus dann haben unsere Helden gegenüber der Bedrohung zu Beginn das Nachsehen, erobern sich nach und nach verlorenes Terrain zurück, müssen dabei Rückschläge hinnehmen und behalten am Schluss dennoch die Oberhand. Innerhalb eines Romans sind die Fronten jedoch zumeist klar abgesteckt. In dem einen Roman wird der Gegner stark gemacht, in dem anderen Roman die Terraner. Selten jedoch ergreifen beide Parteien zugleich in einem Roman die Initiative. Und noch seltener werden die Kräfte so geschildert, dass der Ausgang der Konfrontation offen bleibt. Marc A. Herren hat seinem Roman insofern eine interessante Gliederung gegeben. Er bringt beide Parteien in seinem Roman unter. Auf der einen Seite das Weltenkranzsystem und die Planungen dort zur Aufnahme Terras in das sayporanische System und als Sperrspitze die Flotte, die sich auf Neptun verbirgt. Auf der anderen Seite die Terraner, deren Planungen auf einen Angriff gegen das Weltenkranzsystem abzielen und die mit Reginald Bull eine Sperrspitze zusätzlich zu den Spenta entsendet haben.
Der Autor baut einen weiteren nicht erwarteten Aspekt in seine Geschichte ein. Die heimlichen Invasoren auf Neptun erlauben sich einen Fehler. Ob dieser Fehler Auswirkungen hat, wissen wir noch nicht.
Soweit die besonders hervorzuhebenden Aspekte von Herrens Roman. Ach ja, die Charakterisierung von Prester Jellicoe, dem Kommandanten der LAERTES konnte ebenfalls überzeugen. Der Ausflug ins Lichtwirt-System, bzw. die Geschehnisse dort reizten allerdings nur anfänglich. Ähnlich wie es Jellicoe anfangs empfindet, ging es auch mir als Leser. Etwas neues Unbekanntes wurde vom Autor beschrieben. Leider hat der Autor diesen Part doch recht kurz gehalten. Statt die Spenta, bzw. deren Zivilisation selbst zu erleben oder zu erforschen, werden die Protagonisten und damit die Leser von Chourtaird, bzw. vom Autor durch Beschreibungen „vor“ der eigentlichen Begegnung mit den wichtigsten Informationen versorgt. Die eigentliche Begegnung mit den Spenta, sofern man von Begegnung sprechen kann, viel demgegenüber recht kurz aus. Etwas Mystik wurde vom Autor mit der Einbringung von Zofe und Junker noch zusätzlich in die Geschichte eingebaut. Dennoch hätte der Part mit den Spenta umfangreicher ausfallen können. Stattdessen wurde der Dosanthi-Part auf Neptun für meinen Geschmack zu sehr betont. In meiner Zusammenfassung habe ich dazu wenig geschrieben. Dieser Abschnitt war im Roman dann aber doch sehr lang, trotz der Eiskriecher-Episode. Dosanthi hatten wir nun wirklich genug im Zyklus, von den Spenta lasen wir im Vergleich dazu recht wenig. Schade!
Und eines darf auch nicht verschwiegen werden. Mit der erneuten Invasion des Solsystems will sich Uwe Anton wohl ein Denkmal setzen als Expokrat mit den meisten Invasionsplots. Zugegeben, als Leser will ich überrascht werden und diese Wendung habe ich nicht erwartet. Leider, leider, leider ist es aber nur der x-te Aufguss eines Szenarios, das wir zur Genüge kennen und das uns hier präsentiert wird. Diese Wendung war nun wahrlich keine Offenbarung! Ein an und für sich gut geschriebener Roman bekam am Ende einen schalen Beigeschmack.

Ansichten zu PR 2683

Galaxis im Chaos – von Uwe Anton – Handlung:
Perry Rhodan und seine Gefährten sitzen noch immer in der Anomalie fest. Sie beginnt sich aufzulösen aber offensichtlich gelingt es dem Universum-Okular eine stabile Zone zu schaffen. Plötzlich werden die Schiffe freigegeben. Sie materialisieren mitten in der Schlacht zwischen den Escalianern und der Invasionsflotte QIN SHIS. Rhodans Schiffe, sogar die Lichtzelle Ennerhahls, sind energetisch tot. Die ersten Zapfenraumer der Xylthen werden auf die Ankömmlinge aufmerksam und nähern sich.
Alaska Saedelaere und Eroin Blitzer erreichen mit dem Weltenschiff ebenfalls das Redondo-System. Saedelaere erkennt, dass die Schlacht verloren ist. Von Craton Yukks Flotte existieren nur noch 12500 Schiffe, die sich nun vom Kampfgeschehen absetzen. Der Fliegende Palast des Kanzlers ist verschwunden. Saedelaere beobachtet, wie die Weltengeißel auf ihrem Flug ganz Schiffsbesatzungen absorbiert. Und er beobachtet eine strahlende Kugel, wahrscheinlich QIN SHI, die erscheint und am Rande des Systems die Entität SIL einfach aufsaugt und danach verschwindet.
Das Weltenschiff ortet weitere Schiffe, die im Redondo-System materialisieren. Zu Saedelaeres Überraschung sind auch terranische Einheiten darunter. Er bringt das Weltenschiff zwischen die Ankömmlinge und den angreifenden Xylthen. Ein Funkkontakt wird hergestellt. Rhodans Schiffe haben mittlerweile wieder Energie. Die beiden BASIS-Teile setzen sich gegen Rhodans Willen per Transition ab. Die übrigen Schiffe können ebenfalls den angreifenden Zapfenraumern entkommen und sammeln sich an einem vorher vereinbarten Treffpunkt. Informationen werden ausgetauscht.
Alaska Saedelaere will über Craton Yukk die Position des Palasts von Kanzler Vedikk herausfinden. Über den Kanzler will man die SI TANEDRAR erreichen. Craton Yukk ist ein geschlagener Mann. Dennoch bekommt der Maskenträger einige Informationen. QIN SHIS Truppen scheinen es besonders auf die Kleingalaxis Dranat abgesehen zu haben. Es gibt verstärkte Aktivitäten um Sholoubwas Basisplaneten. Vedikks Palast ist nach Netbura geflogen. Craton Yukk bekommt von Saedelaere die Daten über eine Waffe gegen die Weltengeißel, die Rhodan aus Chanda mitgebracht hat. Yukk soll den Widerstand organisieren. Die terranischen Schiffe bleiben zurück und suchen sich einen sicheren Unterschlupf, während das Weltenschiff, die MIKRU-JON und Ennerhahls Lichtzelle nach Netbura fliegen.
Der Palast des Kanzlers wird von QIN SHIS Truppen geentert. Die Schutzflotte ist vernichtet. Ennerhahl greift mit seiner Lichtzelle ein und vernichtet die Xylthen. Anschließend gelingt es den Kanzler lebend zu retten, dessen Geist durch die Ereignisse allerdings zerrüttet ist. Er kann momentan keine Hinweise zu TANEDRAR geben. Ennerhahl setzt sich mit seiner Lichtzelle ab. Saedelaere und Rhodan fliegen zu den vereinbarten Koordinaten mit den BASIS-Teilen. Die beiden Kugelschiffe sind jedoch verschwunden. Die Unsterblichen fliegen nach Dranat. Im System mit Sholoubwas Planeten haben sich zahlreiche Xylthenschiffe versammelt. Auch die Kristallkugeln sind um den Steuerungsplaneten versammelt. Vom zentralen Turm im Zentrum von Sholoubwas Stadt gibt es energetische Verbindungen zu den Kristallkugeln im Orbit. Unterirdische Anlagen, die Alaska bei seinem letzten Besuch nicht entdeckt hatte, sind aktiv. Plötzlich erscheint QIN SHI. Dem mentalen Angriff kann nur Eroin Blitzer eine Zeit lang standhalten. Er bringt das Weltenschiff auf Hyperflug und sie können entkommen.

Rezension:
Der Einstieg in Uwe Antons Roman geriet wenig verheißungsvoll. Der Expokrat begann seinen Roman, als hätten seine Autorenkollegen in den vergangenen Wochen über etwas völlig anderes geschrieben. Ein furioser Beginn zum Abschluss des Viererblocks wäre nach der eher mageren Kost der letzten 3 Wochen angebracht gewesen. Doch Uwe Anton geht’s gemächlich an. Der Autor macht erst mal brav eine Bestandsaufnahme. Wer sitzt in der Anomalie fest, welche Raumschiffe stehen zur Verfügung, die Beschreibung der Lichtzelle (zum 47. Mal in diesem Zyklus) geriet wie immer etwas umfangreicher, nicht zu vergessen die Liste derjenigen, die aus der Anomalie aufgebrochen sind, dazu ein paar ebenfalls bekannte Hintergründe, welche SI wo und warum ihre Finger im Spiel hat usw. usw. Dazu mischten sich kleinere Fehler, wie z.B. die Nennung des Weltenschiffs in der Anomalie oder Wissenschaftler Nemo ortet Etwas und bezeichnet es als Nichts und andere Merkwürdigkeiten. Mondra pflegt Tagebucheinträge im Augenblick höchster Gefahr und die anderen Gefährten sind nicht erreichbar oder zucken unisono die Schultern.
Das einzige Element, dass (leider) stimmig in die Geschichte passte, war dann wieder die Auflösung, nämlich wie die Protagonisten aus der Anomalie entkommen konnten. Wieder mal ohne jedes Zutun des Helden wird – schnipp – die Galaxis Escalian erreicht. Das war schon eine kraftlose Kost und es konnte eigentlich nur besser werden.
Es wurde aber leider nicht besser. Mit dem nächsten Kapitel schwenkt der Autor zu Alaska Saedelaere um. Es folgt ein Kurzdurchlauf einiger Erlebnisse des Unsterblichen, wozu und warum TANEDRAR Escaran verteilt, bei Uwe Anton übrigens zu Beginn der Pubertät, während es bislang zur Geburt war, aber was soll‘s, sind ja nur Kleinigkeiten in der Wiederholungsschleife. Der Autor geht zum 1000. Mal auf Saedelaeres Transmitterunfall ein, wie er von Yura das Fragment zurückbekam usw. usw. Das war schon eine kraftlose Kost und es konnte eigentlich nur besser werden.
Es wurde aber leider nicht besser. Im nächsten Kapitel hätte der Autor mit dem Aufeinandertreffen Saedelaere und Rhodan Punkten können. Die Zutaten waren vorhanden. Die Schiffe Rhodans tauchen ohne Energie mitten im Schlachtgetümmel auf, Saedelaere ist just in diesem Augenblick ebenfalls eingetroffen und die Xylthen bedrängen Rhodan. Doch noch ehe der Maskenträger ernsthaft eingreifen muss, steht den geschundenen Schiffen – schnipp – wieder genügend Energie zur Verfügung und die Beteiligten ergreifen problemlos die Flucht. Der Autor verteilt in die kurzen Szenen des Aufeinandertreffens, der Flucht und der Wiederbegegnung zahlreiche Erinnerungsfragmente der Protagonisten. Die Geschichte, wenn man sie denn wohlwollend als solche bezeichnen möchte, kommt nur schleppend voran. Im Grunde genommen wird vom Autor lediglich Stückwerk betrieben. Hier mal ein Element aus der Gegenwart, dort mal ein Erinnerungsfetzen Rhodans, hier mal eine Umarmung der Weggefährten, dazwischen absolut nichtssagende Dialogfetzen zwischen Ennerhahl und Rhodan. Auf dem Tiefpunkt dieser Episode lässt der Autor seinen Protagonisten Rhodan, nachdem dieser Saedelaere erkannt hat, zuerst die Erinnerungen wiederholen, die er von Ennerhahl über seine Begegnung mit Alaska erhalten hatte, um anschließend auch nochmal auf die Erinnerungen Saedelaeres zur gleichen Begegnung zurückzugreifen. Das war schon eine kraftlose Kost und es konnte eigentlich nur besser werden.
Es wurde aber leider nicht besser. Zwar ergreift Saedelaere die Initiative und gibt als Ziel die Rettung des Kanzlers aus, doch am Palast angekommen geht die Demontage unseres Helden (zur Erinnerung, das ist immer noch Perry Rhodan) weiter. Angesichts des Gemetzels, das QIN SHIS Truppen im Palast anrichten, kommen sogar Ennerhahl moralische Bedenken. Unserem kleinen Barbaren vom dritten Planeten der Sonne Sol bleibt da nur der zweite Platz in der Moralapostelhierarchie. Auch der selbsternannte Retter des Universums kommt nicht zum Zug. Der ist bei Uwe Anton völlig abgemeldet, was aber vielleicht gar nicht so schlecht war, denn noch so ein sinnfreier Einsatz des Gespanns Gucky/Mondra wie ihn zuletzt Montillon fabriziert hat, blieb uns dadurch erspart. Nicht erspart hat uns der Autor in diesem Kapitel die 48. und 49. Beschreibung von Ennerhahls Lichtzelle, die Rhodan sich mal wieder in Erinnerung ruft. Das war schon eine kraftlose Kost und es konnte eigentlich nur besser werden.
Es wurde aber leider nicht besser. Ennerhahl ergreift nun die Initiative und Rhodan wird wieder einmal zum Beobachter reduziert. Dazu greift der Autor wieder auf die Serienhistorie zurück. Während Rhodan andächtig beobachtet wie Ennerhahl gegen die Xylthen vorgeht, werden die Ritter der Tiefe erwähnt, die Sieben Mächtigen angeführt, darunter zum wiederholten Mal Ganerc in diesem Roman, ein Name, den man gar nicht häufig genug erwähnen kann und nach Ansicht des Autors wohl so etwas wie einen kosmischen Hauch in die Geschichte blasen sollte. Es wurde aber nur ein laues Lüftchen. Das war schon eine kraftlose Kost und es konnte eigentlich nur besser werden.
Es wurde aber leider nicht besser. An Bord des Fliegenden Palasts des Kanzlers ergreifen zuerst Ennerhahl und anschließend Saedelaere die Initiative. Rhodan ist nur noch Zaungast der Geschehnisse. Er verabscheut Ennerhahls Einsatz, kann jedoch selbst keine Alternativen aufzeigen. Die paar wenigen Gedanken, die Uwe Anton dem Namensgeber der Serie einräumen lässt, drehen sich darum, wie man die Technik des Weltenschiffs und der SCHRAUBE-B für Terra analysieren und nachbauen könnte. Atlan hätte seine Freude gehabt, an diesen Gedanken seines Beute-Terraners. Das war schon eine kraftlose Kost und es konnte eigentlich nur besser werden.
Es wurde aber leider nicht besser. Ennerhahl verabschiedet sich mal wieder, Rhodan und Co, genauer gesagt Saedelaere und Co, fliegen los, um die beiden BASIS-Teile zu suchen. Finden sie aber nicht. Weiter geht’s zum Sholoubwa-Planeten in Dranat. Der Kenntnisgewinn dieses Ausflugs tendiert gegen Null. Wenn es wenigstens einen Cliffhanger gegeben hätte. Aber auch da Fehlanzeige.
Fazit: Zwei Handlungsebenen, die von Chanda (Perry) und die von Escalian (Alaska) wurden endlich zusammengeführt. Der Unterhaltungswert war unterirdisch. Der Roman hatte keine Geschichte, keine Gestaltung, keine Ideen, keinen roten Faden, keinen Spannungsbogen, keinen Nebencharakter, der sich wohlwollend von den Hauptpersonen hätte absetzen können. Das war einfach gar nichts. Wesenszüge und Charaktereigenschaften werden den Figuren nur mehr angedichtet ohne dass aus deren Handeln oder Äußerungen tatsächlich diese Eigenschaft zu Tage tritt. Rhodan ist laut Uwe Anton der Sofortumschalter und Saedelaere der Logiker. Doch weder von dem einen noch von dem anderen lesen wir etwas Konkretes. Das sind nur noch hohle Phrasen.
Uwe Anton, der für den nächsten Zyklus als Exposé-Autor vom Gespann Montillon/Vandemaan abgelöst wird, hat angekündigt wieder mehr Romane schreiben zu wollen. Es kann eigentlich nur besser werden …

 

Ansichten zu PR 2682

Schlacht an der Anomalie – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Perry Rhodan und seine Gefährten sitzen in der Anomalie fest. Die Ortungsdaten, die von MIKRU-JON und der Lichtzelle Ennerhahls geliefert werden, zeigen, dass die Schiffe der Invasionsflotte die Anomalie verlassen. Durch den Austritt der Schiffe in den Normalraum destabilisiert sich die Anomalie und droht die Galaktiker in den Untergang zu reißen. Über den Anzug der Universen bekommt Rhodan Kontakt zu Raphael. Das seltsame Geschöpf bezeichnet sich als Sprachrohr des Multiversums-Okulars und lehnt anfangs Hilfe ab. Rhodan setzt Raphael unter Druck. Wenn er stirbt, wird auch der Anzug der Universen vernichtet. Raphael willigt ein, an einer Lösung zur Rettung Rhodans und seiner Begleiter zu arbeiten. Seine Gefährten drängen Rhodan auf einen gewaltsamen Ausbruch aus der Anomalie. Doch Rhodan setzt auf Raphael. Mit der Weltengeißel verlässt die letzte Einheit der Invasionsflotte die Anomalie. Sie beginnt sich aufzulösen.
Vor der Anomalie führt Craton Yukk das Kommando über die Flotte der Escalianer, als sich die Anomalie auszudehnen beginnt. Er muss die Flotte weiter zurückziehen. Dann erscheinen die ersten fremden Raumschiffe aus der Anomalie. Der Kampf beginnt. Die Escalianer erzielen zunächst Erfolge. Doch immer mehr Zapfenraumer materialisieren im Normalraum und greifen an. Die Schiffsbesatzungen der escalianischen Flotte kämpfen zudem gegen starke mentale Beeinflussungen. Craton Yukk hat ebenfalls Probleme, seine Befehle zu formulieren. Immer häufiger müssen Positroniken für beeinflusste Besatzungen einspringen. Die Panikstrahlung der Dosanthi fordert ihren Tribut. Auch die mittlerweile eingetroffenen Kristallkugeln scheinen mit ihrer Strahlung die Escalianer zu beeinflussen. Das Blatt wendet sich. Die Flotte QIN SHIS gewinnt mehr und mehr an Raum. Das Chaos verstärkt sich noch, als für TANEDRAR erneut die Zeit des Aufbruchs beginnt. Eine ihrer vier Teilentitäten, TAFALLA, spaltet sich ab. Dieser Vorgang versetzt den Escalianern einen weiteren Schock.
Alaska Saedelaere und Eroin Blitzer sind nach dem Besuch beim Planeten Elicon wieder zum Planeten Nahroin zurückgekehrt, wo die SHEYAR nach wie vor repariert wird. Saedelaere überlegt zum Planeten Pean zu fliegen. Seiner Meinung nach haben die Bewohner ein Geheimnis. Es existiert eine Verbindung zwischen ihnen und TANEDRAR. Über seinen Escaran nimmt die SI Kontakt zum Terraner auf. Sie möchte, dass er zum Redondo-System mit der Anomalie kommt. Die Existenz der SI ist gefährdet. Saedelaere und der Android machen sich mit dem Weltenschiff und der SCHRAUBE-B auf den Weg.
Gardeleutnant Pridon befindet sich in Gefangenschaft von Carmydea Yukk. Die Unharmonische, die über die Geräte Sholoubwas unter dem Einfluss QIN SHIS geraten ist, möchte von Pridon strategische Informationen über die Flotte erhalten. Sie gibt ihm Bedenkzeit, allenfalls würde er gefoltert werden. Auf dem Rückweg in seine Zelle, kann Pridon seine Bewacher ausschalten und fliehen. Er befindet sich an Bord der KROURE. Auf seiner Flucht beschafft er sich Informationen über die Ziele der Unharmonischen. Ihre Flotte ist gewaltig. Sie planen den Angriff auf wichtige Ressourceplaneten des Reiches. Pridon kann nach einigen Schwierigkeiten mit einer Fluchtkapsel die KROURE verlassen. Da meldet sich über Funk Carmydea Yukk bei ihm. Seine Flucht war eine Farce. Carmydea Yukk hat mit ihm nur gespielt. Sein Sauerstoff geht zu Ende. Raumanzüge gibt es nicht. Pridon versucht ein letztes Mal über seinen Escaran TANEDRAR zu erreichen, doch die SI antwortet nicht.
An der Anomalie wird eine gewaltige Flotte von escalianischen Schiffen gesichtet. Craton Yukk ist für die Verstärkung dankbar. Doch die eintreffenden Schiffe stehen unter dem Kommando von Carmydea Yukk und greifen die Flotte der Escalianer an. Aus der Anomalie steigt eine strahlende Kugel. QIN SHI hat Escalian erreicht.

Rezension:
Michael Marcus Thurner wählt folgenden Einstieg in seinen Roman:

„Wie so oft in seinem Leben war Perry Rhodan mit einem Phänomen konfrontiert, für das es keine Erklärung gab. Das sich jeglicher – ihm bekannten – wissenschaftlichen Betrachtung entzog und einfach nur da war

Der Autor beschreibt in seiner Einleitung damit bewusst oder unbewusst ein symptomatisches Problem der Perry-Rhodan-Serie. Der Held unserer Science-Fiction-Serie stolpert nur noch in einer fiktionalen aber nur noch selten wissenschaftlich geprägten Serie von einem Ereignis ins Nächste und hat für seine Erlebnisse und Beobachtungen keine Erklärungen mehr. Schlimmer noch, er fordert auch keine Erklärungen mehr ein. Neben dem Verlust der wissenschaftlichen Ebene kämpft die Serie auch noch mit dem Verlust der Verantwortung des Helden. Der Held selbst nimmt sein Schicksal nicht mehr in die eigene Hand. Er vertraut vollständig auf Dritte, die ihm helfen sollen.
Ein paar Zeilen weiter verwendet der Autor für den in der Anomalie feststeckenden Rhodan den Begriff Tourist. Auch hier liegt der Autor bewusst oder unbewusst nicht falsch. Der Held hat wieder mal, wie so oft, eine Pauschalreise gebucht. All inclusive versteht sich. Ich warte sehnsüchtig auf einen Zyklus, in dem der Held seinen Urlaub persönlich plant, Ort und Zeit selber festlegt, Reiseroute und Hotels selber bestimmt und – vor allem – individuelle Entscheidungen trifft, die von keinem Reiseführer vorgekaut werden.
Der vorliegende Roman ist, ich wiederhole mich erneut, wie auch die letzten Romane nur in Teilbereichen einigermaßen gelungen. Die Geschehnisse um den Gardeleutnant Pridon konnten noch am ehesten gefallen. Das lag wahrscheinlich daran, dass er die einzige Person in Thurners Roman war, der selbständig agierte. Auch wenn seine Handlungen, so wie es aussieht, letztlich nicht erfolgreich waren, unterschieden sich diese Kapitel wohltuend von alle anderen, in denen ausnahmslos Marionetten den Befehlen von irgendwelchen Strippenziehern gehorchten.