Articles for the Month of Dezember 2012

Ansichten zu PR 2678

Das Windspiel der Oraccameo – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Wörgut Gooswart ist Kriegsminister der Oraccameo. Auf einer abgelegenen Welt hat er ein Geschöpf namens Maran Dana Fogga gefunden und es zu seinem Berater gemacht. Der analytische Verstand Foggas soll ihm beim Aufstieg an die Spitze der Oraccameo helfen. Fogga ist eine seltsame Kreatur, der die Welt aus kultureller Sicht betrachtet. Alles ist für ihn Schauspiel, Dichtung und Tanz. Eines Tages wird Gooswart von Tion Youlder, dem Obersten Herrn seines Volkes eingeladen, einer Hinrichtung beizuwohnen. Die Exekution der Delinquenten erfolgt mit einem neuen Gerät. Die drei Oraccameo werden entleibt. Das Gerät entzieht ihren Körpern jede Lebensenergie, die Bewusstseine können gespeichert werden.
Nach der Hinrichtung trifft der Kriegsminister auf Cofirazi Marturia, dem Ethik-Minister und einem seiner Widersacher beim Kampf um die Höchste Position im Reich der Oraccameo. Die beiden Minister werden zu Tion Youlder bestellt. Der Oberste Herr lebt streng abgeschirmt von Energiefeldern in einem Teil seines Raumschiffs, der Sicherheitstonne und bewacht von den Falciden. Youlder plant die Herstellung von Kollektoren, um ganze Planeten zu entvölkern. Mit den gefangenen Bewusstseinsinhalten soll experimentiert werden, ob sie sich verschmelzen lassen, um ein Geistwesen zu bilden. Der Oberste Herr möchte, auch für sich selbst, Unsterblichkeit für die Oraccameo erlangen.
Youlder ist von Fogga beeindruckt und lädt ihn mehrmals zu einem Treffen ein. Foggas Halter Gooswart sieht darin eine Chance mehr über den Obersten Herrn zu erfahren. Tion Youlder seinerseits ist nicht entgangen, dass sein Kriegsminister grenzenlosen Ehrgeiz entwickelt, um an die Spitze des Reiches zu gelangen. Auf der schwach besiedelten Welt Tairmino wird ein neues Experiment mit dem Entleibungsgerät gestartet. Maran Dana Fogga und sein Halter Wörgut Gooswart sind an Bord der ZACKENGUT Zeuge des neuerlichen Versuches. Mehr als 300.000 Wesen werden getötet. Die aufgenommene Energie sprengt die Kollektoren. Die Beobachter verspüren den Hauch einer Berührung, als sich die Geistesenergie schlagartig verflüchtigt. Cofirazi Marturia nutzt den Fehlschlag für eigene Propagandazwecke aus.
Kriegsminister Gooswart hat nicht nur die Macht im Blick. Seine Hauptaufgabe ist der Krieg gegen die Kuippri. Ihre Larvenschiffe bringen die Sporen diese Volks auf unzählige Welten, wo sie sich rasch vermehren. Die Kuippri sind kurzlebige Wesen, die sich in den wenigen Wochen ihrer Existenz einem Rausch der Vernichtung hingeben. Unterstützt werden die Kuippri von einer Roboterzivilisation, die dem Schwarmvolk Schiffe zur Verfügung stellt. Trotz vieler militärischer Erfolge gegen die Kuippri gerät Wörgut Gooswart unter Druck. Mit Hilfe Foggas gelingt es, Kuippri-Flotten ins Tairmino-System zu locken. Bei den Kämpfen werden auch die Spuren des fehlgeschlagenen Experiments vernichtet und der Ethik-Minister steht ohne Beweise da. Maran Dana Fogga spinnt immer weitere Intrigen, um seinen Halter und sich selbst voranzubringen.
Youlder ist von Gooswarts Vorgehen angetan, sagt ihm allerdings auf dem Kopf zu, dass sie nie Freunde werden. Gooswart schlägt Youlder vor, dass Fogga die Entwicklung der Kollektoren vorantreiben soll und der Oberste Herr geht darauf ein. Jahre später, Tion Youlder ist mittlerweile ein Greis, findet ein neuerliches Experiment statt. Eines der Erkenntnisse ist, dass erst ab einer bestimmten Masse ein Geistwesen entstehen kann. Tion Youlder scheint den neuerlichen Fehlschlag nur schwer zu verkraften. Und Fogga nutzt die Gunst der Stunde, um auf politischer Ebene weiter zu intrigieren. Die Kuippri sollen stärker geredet werden als sie sind und die Oraccameo sollen dazu getrieben werden, ein Geistwesen zu bilden, als einzige Möglichkeit den Feind zu besiegen. Auf einer Ratsversammlung kann Fogga einen Falciden des Obersten Herrn mit Nano-Maschinen infizieren.
Doch auch Tion Youlder ist verschlagen. Er hat den Kalten Raum schaffen lassen, um dort die Flotte der Oraccameo zu verstecken. Außerdem ist er körperlich und geistig reger, als es nach außen den Anschein hat. Er will selbst vergeistigt werden und im Kollektiv zum Vordenker werden. Er setzt Fogga und Gooswart unter Druck, dieses Ziel unbedingt zu erreichen. Beim Rückflug vom Kalten Raum werden die Schiffe der Oraccameo mit Youlder und Gooswart von den Kuippri angegriffen. Im allgemeinen Tumult hetzt Fogga mit dem Ruf „Sam qin shi! – Ich bin der Herr der Gesichter“ die manipulierten Falciden auf Tion Youlder und lässt ihn töten.
Auch Cofirazi Marturia wird bei einem neuerlichen Intrigenspiel Foggas getötet, so dass Wörgut Gooswart die Nachfolge als Oberster Herr des Reiches antreten kann. Wörgut Gooswart erzielt dank der überragenden Fähigkeiten der Zasa-Piloten große Erfolge beim Kampf gegen die Kuippri. Fogga lässt Gerüchte über das reine und gute Geistwesen QIN SHI verbreiten, dass es der Wunsch jedes Oraccameo sein musste mit ihm in Kontakt zu treten. Jahre später ist auch Gooswart stark gealtert und Fogga scheint mit seinen Plänen dem Ziel ganz nahe zu sein. Die Kollektoren, die nun als Weltengeißel bezeichnet werden, entvölkern vier Planeten. Während alle gebannt die Bildung der Geistwesen beobachten, sind unzählige Oraccameo dabei, ebenfalls vergeistigt zu werden. Auch der im Sterben liegende Gooswart will bis in alle Ewigkeit herrschen.
In diesen letzten Momenten offenbart sich Fogga seinem Halter. Die Roboterzivilisation hat Fogga ausgeschickt, um die Oraccameo zu manipulieren und in den Untergang zu treiben. Als die Weltengeißel über Ora die Arbeit aufnimmt, werden alle Oraccameo und auch Fogga vergeistigt. Auch Gooswart treibt als ein Bewusstsein von vielen durch den Bewusstseinspool QIN SHI. Etwas Großes steht noch bevor, die Verschmelzung mit den vier anderen Bewusstseinspoolen. Doch die vier anderen Geistwesen lehnen QIN SHI ab. Und Gooswart erinnert sich an die letzten Worte Foggas. QIN SHI wird dahintreiben, zu schwach, um etwas zu ändern, bis es verhungert und verdummt im Nichts stranden wird.

Rezension:
Letze Woche schrieb ich noch ein paar Zeilen zum Höhepunkt der Chanda-Ebene. Diese und vermutlich auch noch nächste Woche geht es aber noch einmal in die Vergangenheit dieser Galaxis. Wieder einmal wird die Lebensgeschichte einer SI aufgerollt. Übten diese Entwicklungen in ferner Serienvergangenheit noch eine Faszination auf mich aus, ich denke an die KAISERIN VON THERM und an BARDIOC, so hat sich dieser Reiz im Laufe der Jahre doch stark abgeschwächt. Ich hoffe für die jüngeren Leser, dass sie diesen Geschichten heute ähnlich anhängen, wie ich es vor 35 Jahren tat.
Die Erzählung von Michael Marcus Thurner begann vielversprechend. Die Verhältnisse in Chanda oder Chalkada bis zur Geburt der Superintelligenz QIN SHI sind uns bereits aus den Rückblicken der Figur Ramoz bekannt. Ein häufig gebrauchtes Stilelement der Serie findet daher auch in der aktuellen Geschichte Anwendung. Der Leser bekommt bereits in anderen Romanen erzählte Geschehen nochmals, diesmal aus anderer Perspektive, vorgesetzt. Der Autor schlägt sich, wie gesagt, anfangs wacker. Die Figur Maran Dana Fogga entwickelt sich schnell als treibende Kraft im Hintergrund. Ein wenig seltsam muten die Ideen des Autors an, wenn er die Motive dieser Kreatur beschreibt, die in allem was sie sieht und hört eine Verbindung zu Dichtung, Schauspiel und Tanz zieht. Auch die im Roman zahlreich geschilderten Tötungen von Lebewesen werden von Michael Marcus Thurner zumindest zu Beginn seines Romans mit Kunst in Verbindung gebracht. Der Protagonist Fogga sieht in der Hinrichtung mehrerer Gefangener ein Schauspiel, das ihn in seinen Bann zieht und er macht sich Gedanken zur Dramaturgie und zu Effekten. Der Autor hat damit durchaus ein brisantes Thema angegangen. Vergegenwärtigt man sich allerdings, dass in unserer realen Welt es immer noch zahlreiche Länder gibt, darunter die USA, die Hinrichtungen vor Publikum zelebrieren, dann sind die Beschreibungen des Autors gar nicht mehr so geschmacklos, wie es auf dem ersten Blick erscheinen mag.
Die Kunst hat sich schon länger mit dem Tod beschäftigt, das wissen wir nicht zuletzt aus Ausstellungen eines Gunther von Hagens, der in seinen Körperwelten Tote zur Schau stellt. In Thurners Roman wird dem Obersten Herrn übrigens ebenfalls die Haut abgezogen und sein Leichnam zur Schau gestellt.
Im weiteren Verlauf des Romans verliert die Geschichte etwas an Schwung. Die Verbindungen der Figur Fogga zur Kunst werden vom Autor kaum noch verfolgt und die Figur entwickelt sich mehr zu einer Intrigen schmiedenden Gestalt. Wie gut diese Ränke eingefädelt wurden, erfährt der Leser erst auf den letzten Seiten. Zum Ende hin gelingen dem Autor wieder ein paar überraschende Wendungen. Und erst ganz am Ende seiner Erzählung werden erste Ansätze zu einer Verbindung zur SI TANEDRAR angestellt.
Fazit: Die Geschichte hatte im Mittelteil ein paar Längen, wusste aber dennoch gut zu unterhalten.

 

Ansichten zu PR 2677

Rhodans Entscheidung – von Christian Montillon – Handlung:
Protektor Kaowen sammelt mehr als 50.000 Schiffe, um sie zum Standort der Sternraumer-Flotte zu führen. In ihrem Versteck an Bord der RADONJU überlegen Mondra und Gucky, wie sie Kaowen stoppen können. Sie platzieren Sprengsätze an neuralgischen Punkten im Schiff. Bei einem seiner Ausflüge in die Nähe der Zentrale wird Gucky entdeckt. Von nun an macht die ganze Besatzung Jagd auf die Eindringlinge. Kaowen verschanzt sich hinter einem undurchdringlichen Schutzschirm.
Unterdessen bleibt es Rhodan nicht verborgen, dass immer mehr Schiffe vom Sammelpunkt des Verzweifelten Widerstands abgezogen werden. Regius bringt die Schiffe der verschiedenen Völker an einen unbekannten Ort und auch Ramoz zieht Teile der Sternraumer an einem anderen Ort zusammen. Rhodans Versuche, die Parteien zu kontaktieren, werden weitgehend ignoriert. Auch Ennerhahl setzt sich mit seiner Lichtzelle ab. Rhodan erkennt, dies ist nicht sein Krieg. Er, der es gewohnt ist, im Mittelpunkt zu stehen, muss eine Entscheidung treffen. Sie fällt schnell. Er wird Chanda verlassen und QIN SHI in die Anomalie folgen. Zuvor will er die RADONJU anfliegen, um Gucky und Mondra zu retten.
Kaowens Versuche, die Feinde an Bord aufzuspüren, scheitern. Er beschließt die RADONJU zu opfern. Als einziger will er sich von Bord schleichen und sein Flaggschiff und damit die verhassten Widersacher töten. Doch zunächst steht die Schlacht gegen den Verzweifelten Widerstand an. Seine Flotte hat den Sammelpunkt der Sternraumer-Flotte erreicht. Ramoz hat den Angriff erwartet. Die Seele der Flotte greift die Xylthen umgehend an. Auch die noch nicht einsatzbereiten Sternraumer werden über Traktorstrahlen mitgezogen. Sie sind mit Sprengstoff präpariert und Ramoz lenkt die Schiffe gegen die Zapfenraumer von Kaowens Flotte. Ramoz nimmt keinerlei Rücksichten auf Schiffe des Widerstands. Während des Kampfes meldet sich Högborn Trumeri bei Ramoz und macht dem Zasa erneut klar, dass er ihn beherrscht.
Von Kaowens Flotte bleiben 20.000 Schiffe, die mit der RADONJU den Rückzug antreten. Rhodan an Bord der MIKRU-JON verliert vorerst die Spur zu Kaowen. Er beschließt erneut, nach der Weltengeißel zu suchen. Nemo Partijan hat einen Weg gefunden, die Weltengeißel aufzuspüren. Der ehemalige Handelsstern nimmt Kurs auf die Anomalie. Zuvor wird sie Halt im Obliga-System machen. Während Rhodan über Quistus die Koordinaten von Regius´ neuem Widerstandslager erhält, kann Nemo Partijan doch noch Ramoz überreden, sie zu begleiten. Auf dem Weg zum Obliga-System will die MIKRU-JON die Flotte von Regius abholen. Am Sammelpunkt finden Rhodan und seine Begleiter jedoch nur ein Trümmerfeld vor. Wer für die Zerstörung der Schiffe des Verzweifelten Widerstands verantwortlich ist, können sie nicht herausfinden.
R
amoz bittet die MIKRU-JON um Hilfe. Das Obeliskenschiff soll nach der ORA suchen. Gucky hatte auf dem Schiff Högborn Trumeris einen Peilsender zurückgelassen. Tatsächlich findet Mikru die ORA. Ramoz extrahiert mit Hilfe seines Augendorns die Daten aus Mikrus Speicher. Er entsendet einen Teil seiner Flotte und lässt die ORA vernichten. Högborn Trumeri ist tot.
Kaowen hat unterdessen seinen Plan zur Vernichtung seines Flaggschiffs in die Tat umgesetzt. Er besteigt ein Beiboot und setzt sich von der RADONJU ab. Doch Gucky und Mondra gehen mit an Bord. Mondra tötet den Protektor. Währenddessen entbrennt im Obliga-System eine weitere Raumschlacht. Ramoz lässt die Sternraumer gegen die Weltengeißel und die Xylthenschiffe antreten. Der Handelsstern kann jedoch entkommen. Ramoz erweist dem Terraner einen letzten Dienst. Mit seiner Flotte kämpft er den Weg zur Anomalie frei. Dort treffen der BASIS-Versorger, die restlichen BASIS-Schiffe und MIKRU-JON wieder auf Ennerhahls Lichtzelle. Zusammengekoppelt treten die Schiffe in die Anomalie ein, die sich wie ein Schlauch dehnt. Plötzlich entdeckt Ennerhahl das Multiversum-Okular. Rhodan und seine Begleiter spüren, dass QIN SHI ganz nah ist. Mit einem Mal erkennt der Unsterbliche, dass die SI die Anomalie ist. Ihre Gedanken verschmelzen miteinander.
Quistus und Regius bleiben in Chanda zurück und durchstreifen gemeinsam das All. Kaowen erwacht in seinem Originalkörper. Ramoz steht vor ihm und macht dem Xylthen ein Angebot. Kaowen soll mit ihm zusammen die Oracca vernichten. Die xylthischen Soldaten brauchen einen Anführer.

Rezension:
Das war er also, der Höhepunkt der Chanda-Ebene oder wie ich sie nenne, die-Perry-auf-dem-Abstellgleis-Ebene. Was hat der Erbe des Universums erreicht? Er bekam den Anzug der Universen. Eine echte Hilfe war das Teil nicht und noch nicht mal für ihn bestimmt. Die BASIS hat sich umgewandelt. Das hätte sie auch ohne Perry getan. QIN SHI ist nach Escalian aufgebrochen. Das hatte die SI sowieso vor. Mondra braucht ein neues Haustier. Mal sehen, was dem neuen Expo-Team Montillon/Vandemaan im nächsten Zyklus dazu einfällt. Und sonst? Ein erschreckend schwacher Abschluss dieses Zyklusteils.
Die Geschichte geriet in Teilbereichen arg holprig, z.B. Rhodans ständige dilettantische Versuche, mit irgendwelchen Mitgliedern des Widerstands in Kontakt zu treten. Er holt sich ein Dutzend Abfuhren ein aber der Autor lässt nicht locker und setzt jedes Mal erneut zum gleichen stupiden Thema an. Die Geschichte war wie schon letzte Woche auch, sehr vorhersehbar. Überraschend war lediglich der Zusammenschluss von Ramoz und Kaowen am Ende. Doch seien wir ehrlich, wen interessiert das jetzt noch?
Irgendwie gewann man den Eindruck, auch Expokrat und Autor hatten von der Chanda-Ebene so langsam die Nase voll und wollten sich so schnell wie möglich von dieser Ebene trennen. Der literarische Paukenschlag blieb aus und auch sonst geben sich Expokrat und Autor wenig Mühe mit den letzten Aktionen in Chanda. Das Ziel der Geschichte war schnell identifiziert und Christian Montillon gibt sich auch keine Mühe, das Ergebnis zu verschleiern. Die Koalition zerbricht, jeder geht seiner Wege. Ennerhahl darf mal wieder mitspielen. Zuletzt wurde er in 2662 erwähnt. Abschließend übernahm Rhodan die Lichtzelle und MIKRU-JON in gemeinsamer Steuerung. Ennerhahl war dadurch erst mal abgemeldet. Jetzt darf er sich an zwei Dialogen beteiligen. So kann man Figuren kaputtschreiben.
Der Widerstand hatte übrigens eine Abschirmung für Planeten entwickelt, um die mentale Ausstrahlung der Bewohner für die Weltengeißel zu verbergen. Diese Erkenntnis ist wohl im Zyklusverlauf beim Expokrat und beim Autor verloren gegangen. Verloren gegangen ist wohl auch Rhodans Urcontroller, mit dem er einen Neustart des Handelssterns hätte erreichen können. Mondra Diamond ist der verlängerte Arm von Montillons perfiden Mordphantasien. Auch hier war es wenig überraschend, dass Montillon wieder einmal zu seiner Lieblingslösung für derartige Probleme greift.
Wie schon zuletzt Gucky und Mondra bei ihrem sinnfreien Ausflug zur RADONJU stürzen sich am Ende alle Galaktiker samt Anhang wie die Lemminge in die Anomalie. Dort taucht der zweite BASIS-Teil auf, der ja eigentlich per Transition in Sicherheit gebracht werden sollte. Wieder einmal habe ich den Eindruck: Es geschieht weil es geschieht.

Ansichten zu PR 2676

Der Chalkada-Schrein – von Christian Montillon – Handlung:
Högborn Trumeri hat sich aufgemacht, um nach dem legendären Chalkada-Schrein zu suchen. Der Oracca, der gegenüber den anderen Mitgliedern des Verzweifelten Widerstand stets geleugnet hat, das es Verbindungen zwischen seinem Volk und den Oraccameo gäbe, ist sich seiner Abstammung von den Oraccameo allerdings sehr wohl bewusst. Er sucht nach einer Möglichkeit, die alte Macht wieder zu erlangen. Dabei ist im Ramoz im Weg. Auf einer entlegenen Welt findet Högborn Trumeri was er sucht. Ein Hologramm eines Oraccameo prüft ihn und überlässt dem Oracca eine unscheinbare Kugel, die dafür bestimmt ist, Ramoz erneut in ein Tier zurück zu verwandeln. Högborn Trumeri ahnt allerdings nicht, dass ihm Gucky an Bord der MIKRU-JON gefolgt ist. Der Ilt erfährt von Trumeris Vorhaben und fliegt zur Flotte zurück, um Ramoz zu warnen.
An anderer Stelle erwächst ebenfalls ein Anspruch, das Machtvakuum zu füllen. Protektor Kaowen hat nach seiner Niederlage bei Shikaqin den Rest seiner kümmerlichen Flotte um sein Flaggschiff RADONJU versammelt. Knapp 3000 Schiffe sind ihm geblieben. Er will die Einheiten mit den anderen Flotteneinheiten am ehemaligen Standort der Werft zusammenlegen. Während Kaowen seine Intrigen spinnt, bekommt er die Nachricht, dass es eine gewaltige hyperphysikalische Erschütterung im Bereich der Materiebrücke gegeben hat. Kaowen beordert ein Schiff an diese Koordinaten.
Auch am Standort der Sternraumer-Flotte stellen die Mitglieder des Verzweifelten Widerstands unterschiedliche Überlegungen an. Ramoz, die Seele der Flotte, sondert sich mehr und mehr von den Anderen ab. Dennoch kann sich der Widerstand schließlich darauf einigen, die Weltengeißel anzugreifen, um damit ein weiteres Standbein von QIN SHIS Macht zu beseitigen. Die Orter melden ein einzelnes Xylthenraumschiff, das sich der grünen Sonne und damit dem Standort der Flotte nähert. Ramoz nimmt einige Einheiten über seinen Augendorn in Synchronflug und will den feindlichen Zapfenraumer vernichten. Die Panikstrahlung der Dosanthi wird jedoch vom Augendorn verstärkt und macht die Aktion beinahe zu einem Fiasko. Die MIKRU-JON, die mittlerweile eingetroffen ist, kann den Zapfenraumer vernichten. Obwohl Ramoz sich scheut, bittet er Nemo Partijan um Hilfe, um einen Schutz gegen die Dosanthi-Strahlung zu entwickeln.
Kaowen erfährt indessen vom Aufmarsch der ihm unbekannten Flotte. Das Xylthenraumschiff konnte vor seiner Vernichtung noch eine Nachricht absenden. Der Protektor verstärkt seine Bemühungen, zur Anomalie zurückzukehren, seine Flotte zusammenzuführen, um dann gegen den Verzweifelten Widerstand loszuschlagen. In der Nähe der ehemaligen Werft ist zudem die Weltengeißel unterwegs.
Auch der Verzweifelte Widerstand hat von den Koordinaten erfahren, an dem die Weltengeißel zahllose Leben vernichtet. Rhodan, Diamond, Quistus und Gucky fliegen mit der MIKRU-JON voraus. Ramoz folgt mit 50.000 Schiffen. Während des Flugs erscheint dem Zasa die Gestalt eines Oraccameo. Ramoz ist unsicher, ob er nur träumt, eine Vision hat oder ob wirklich ein Oraccameo zu ihm spricht und ihn auffordert seiner Bestimmung nachzugehen oder schreckliche Konsequenzen zu tragen.
Am Zielort eingetroffen, muss die Besatzung der MIKRU-JON erkennen, dass sie zu spät gekommen sind. Die Weltengeißel hat das Leben einer ganzen Welt ausgelöscht und ist mit unbekanntem Ziel verschwunden. Protektor Kaowen ist ebenfalls in der Nähe eingetroffen. Als er die MIKRU-JON erkennt, lässt er das Feuer eröffnen. Rhodan kann den Obeliskenraumer in Sicherheit bringen. Allerdings sind Mondra Diamond und Gucky während des Gefechts auf die RADONJU gesprungen. Sie wollen dem Treiben Kaowens ein Ende bereiten.
Rhodan trifft sich mit Ramoz und warnt ihn vor Högborn Trumeri. Der Zasa ist enttäuscht, dass er die Warnung so spät erhalten hat. Er meint, niemanden mehr vertrauen zu können. Dennoch willigt er ein, mit Rhodan zur grünen Sonne zurückzukehren. Auf dem Flug zurück hat Ramoz erneut eine Vision. Sein Name wird gerufen und ihm erscheint erneut ein Oraccameo. Plötzlich schrumpft die Gestalt und Högborn Trumeri steht vor Ramoz. Der Oracca berührt eine kleine Kugel in seiner Hand. Ramoz erkennt mit Entsetzen, dass bei ihm eine Reduktions-Verwandlung einsetzt. Högborn Trumeri stoppt die Verwandlung. Er befiehlt dem Zasa, ihm die Flotte zu bringen. Er hat Ramoz in seiner Gewalt.
In ihrem Versteck an Bord der RADONJU überlegen Mondra und Gucky, wie sie Kaowen stoppen können. Der Protektor sammelt unterdessen mehr als 50.000 Schiffe, die zum Standort der Sternraumer-Flotte abflugbereit sind.

Rezension:
Den Prolog kann man als gelungen bezeichnen. Der Autor kommt ohne langes Federlesen zum eigentlichen Inhalt der Geschichte. Wir begleiten die Figur Högborn Trumeri auf der Suche nach dem Chalkada-Schrein. Der Oracca wird dabei von Gucky verfolgt. Bevor der Leser allerdings mehr über den besagten Schrein erfährt oder die Absichten des Oracca, wechselt der Autor in die Rhodan-Erzählebene und im weiteren Verlauf auch in die Kaowen-Erzählebene. Diese beiden Ebenen bestimmen dann die nächsten Seiten. Bis auf die winzige Episode mit dem Zapfenraumer, der sich der Flotte aus dem Kalten Raum nähert, passiert bis zur Seite 35 des Romans so gut wie nichts.
Ab besagter Seite entwickelt sich dann erst wieder die nächste Handlung. Die Hauptdarsteller machen sich auf, um die Weltengeißel anzugreifen. Gleichzeitig macht sich auch Kaowen auf, um Vergeltung für einen Anschlag auf die Xylthen zu üben. Weder die eine noch die andere Handlung war geeignet, um in Freudenstürme auszubrechen. Dafür waren diese Aktionen einfach zu vorhersehbar angelegt. Vorhersehbar war auch, dass sich die Wege der beiden Feinde kreuzen würden.
Die Figuren entwickelten sich ebenfalls nicht, es scheint sogar eher so, dass ein Rückschritt zu beobachten ist. Nur anfänglich schildert Christian Montillon die Charaktere in der Weise, wie sie zuletzt in dieser Handlungsebene beschrieben wurden. Ramoz zeigt sich einmal mehr als arroganter Darsteller, der auch den unschuldigen Opfern der Weltengeißel im Gegensatz zu Rhodan und Co keine Träne nachweint. Der Autor lässt allerdings an einigen Stellen im Roman bei manchen Figuren, z.B. bei Gucky und bei Mondra sogar Hass-Gefühle zu. Der Autor „begründet“ diese Emotionen mit dem zerstörerischen Einsatz der Weltengeißel. Dennoch wirkten die geschilderten Empfindungen eine Spur zu aufgesetzt und passten nicht so recht in die Geschichte. Warum der Autor die beiden Figuren so schildert, wurde dann allerdings schnell klar. Er benötigte eine Erklärung für die folgenden Ereignisse, die in einem völlig sinnfreien Einsatz von Gucky und Mondra gipfeln.
Ein beherrschendes Merkmal haben viele Figuren in Montillons Roman gemeinsam. Sie verachten das Leben, bzw. kümmert es sie nicht, wenn Unbeteiligte ihr Leben verlieren. Der Oracca schert sich nicht um seinen Begleiter, Ramoz schert sich nicht um die Bewohner der Sterneninsel, Kaowen pflegt ebenfalls nur seine eigenen Interessen und geht über Leichen. Tja, Mondra und Gucky scheinen auch drauf und dran zu sein, um über Leichen zu gehen. Da sind wir also wieder bei Montillons so häufig gewählten Problemlösungsmittel Nummer Eins, der Gewalt. Eine weitere große Schwäche dieses Romans waren zweifelsohne die ständigen Erläuterungen des Autors, die jede noch so kleine Szene begleiteten. Christian Montillon zeigt dabei keinerlei Selbstvertrauen in seine Geschichte. Statt Handlungen und Worte einfach mal wirken zu lassen, werden die entsprechenden Ausführungen ständig erläutert. Das war sehr nervig. Ein ums andere Mal greift der Autor zudem auf Satzkonstruktionen zurück, die trivialer nicht sein können, z.B. Seite 27: „Die Schwärze lebte, und der Hauch der Dimensionen durcheilte sie.“ Die wenigen Dialoge, z.B. über das Grauen, das die Weltengeißel anrichtet, sind oberflächlich und hätten mehr Tiefgang verdient gehabt.
Fazit: Hatte ich dem Autor zuletzt noch bescheinigt, wieder bessere Romane zu schreiben, fällt diese Geschichte wieder deutlich schlechter aus.