Archive für Juli 2011

Ansichten zu PR 2603

Die instabile Welt – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Nachdem Notrufe zweier Korvetten, der HARL DEPHIN und der SENCO AHRAT, empfangen wurden, bricht Rhodan mit der MIKRU-JON zu einer Rettungsmission auf. Mit an Bord sind Mondra, Ramoz, Gucky und Nemo. Nach einer Flugzeit von ca. 10-15 Stunden erreicht der Obeliskenraumer das Zielgebiet. Die beiden Korvetten werden von zwei sich gegenseitig bekämpfenden Raumschiffsflotten bedroht. Auf der einen Seite stehen die Schwingenraumer der Quolnäer Keretzen, die als Piraten beschrieben werden und auf der anderen Seite die Tulpenschiffe der Sabyren, Pflanzenwesen, die ihre Planeten gegen die Piraten verteidigen. Beide Spezies agieren mit hoher Aggressivität, die sich z.T. auch gegen die LFT-Schiffe richtet. Den Korvetten gelingt es nicht, das Kampfgebiet zu verlassen. Kontaktaufnahmen sind nicht möglich, bzw. werden sie ignoriert.
Heatha Neroverde macht unterdessen Awkurow mit den Sitten und Gebräuchen der Galaktiker bekannt. Als sie den Todringer auf die Situation eines kranken Kindes an Bord der CHISHOLM aufmerksam macht, verspricht Awkurow, ihr zu helfen. Er kennt ein Mitglied seiner Gruppe, der das Paraflimmern in einem begrenzten Umfeld neutralisieren kann. Heatha Neroverde begibt sich mit Awkurow in die Unterwelt von Orontes und sie holen Retepko an Bord. Der Todringer dämpft das Paraflimmern, so dass die Medikamente des Bordarztes endlich Wirkung zeigen. Durch die Aktion in der Unterwelt von Orontes wird auch Awkurow rehabilitiert.
Rhodan möchte den Oberbefehlshaber der Quolnäer Keretzen isolieren. Dazu will er Gucky eine Gelegenheit verschaffen, an Bord eines der Schwingenraumer zu teleportieren. Er beobachtet einige Schiffe der Quolnäer Keretzen, die von einer Übermacht der Sabyren eingekreist werden. Die MIKRU-JON nähert sich dem Pulk. Die Raumschiffe der Quolnäer Keretzen stehen unmittelbar vor der Vernichtung. Zu Rhodans Überraschung wird im Funkverkehr dieser Wesen plötzlich eine freudige Stimmung verbreitet. Noch bevor die Schwingenraumer durch Feindfeuer vernichtet werden, sprengen die Quolnäer Keretzen ihre Schiffe selbst in die Luft. Eine hyperenergetische Welle breitet sich aus und zerstört die Schiffe der Sabyren und schwappt auch über die MIKRU-JON hinweg. Der Todesimpuls der Quolnäer Keretzen durchschlägt auch die Schutzschirme. Die Besatzung der MIKRU-JON wird vom Hass, vom Leid und vom Tod der Quolnäer Keretzen fast um den Verstand gebracht.
Bei einem anderen Schiff mit dem mutmaßlichen Oberbefehlshaber der Piraten gelingt es Gucky an Bord zu teleportieren. Er gerät in eine extrem fremdartige und aggressive Umgebung. Er kann jedoch keinen Anführer isolieren, weil es den nicht gibt. Er findet heraus, dass die Quolnäer Keretzen sich in Clans teilen. Die Stärkeren setzen sich durch. Die Wesen besitzen ein Organ, das Tantoram, mit dessen Hilfe der Todesimpuls, auch Blitzwelle genannt, ausgelöst wird. Die Wesen sind so voller Zorn, dass unter bestimmten Umständen das bewusste Denken abgeschaltet wird und das Tantoram die Herrschaft übernimmt. Andere Quolnäer Keretzen werden davon regelrecht infiziert und schließlich geht von allen Wesen ein hyperenergetischer Impuls aus, der alles zerstört. Die Quolnäer Keretzen laufen ständig Gefahr, sich selbst zu vernichten. Aus diesem Grund werden alle Bereiche innerhalb ihrer Schiffe durch Schutzschirme isoliert.
Rhodan sieht ein, dass er so nicht weiterkommt. Die Kämpfe gehen unvermindert weiter. Auch die Metamorphose von Ramoz schreitet voran. Die hyperenergetischen Auswirkungen scheinen den Prozess noch zu beschleunigen. Rhodan greift nun aktiv in die Kämpfe ein. Schließlich gerät auch die MIKRU-JON in Bedrängnis. Rechtzeitig tauchen zwei Trägerkreuzer der LUNA-Klasse auf und verschaffen den Bedrängten Luft. Die 5 LFT-Schiffe ziehen sich in den Ortungsschutz einer Sonne zurück. Nach Abschluss der Reparaturarbeiten wagen die Schiffe den Durchbruch. Ein Trägerkreuzer wird dabei vernichtet. Wieder geht eine Blitzwelle von den Quolnäer Keretzen aus. Als Mondra schon glaubt, das durch den Todesimpuls ihr Geist zerstört wird, bemerkt sie, dass mit Ramoz eine Veränderung vor sich geht. Das Tier scheint die Energie des Impulses in sich aufzunehmen. Es wächst und verwandelt sich in einen Humanoiden mit orangefarbener Körperbehaarung. Ramoz bedankt sich bei Mondra höflich und stellt fest, dass es schön ist, wieder zu Hause zu sein. Die LFT-Schiffe entkommen in den Linearraum.

Rezension:
Der zweite Teil des Doppelbands von Michael Marcus Thurner kann qualitätsmäßig nicht an den ersten Teil anknüpfen. Die Handlungsebenen haben sich zum Teil verschoben. Rhodan begibt sich mit der MIKRU-JON auf eine Rettungsmission und auf Orontes wird die Geschichte des Todringers Awkurow an Bord der CHISHOLM fortgesetzt. Dieser Part war nicht besonders gelungen. Im Grunde genommen war bereits im Heft zuvor das Thema Todringer zu einem Ende gebracht worden. Es wurde ein Status-Quo ausgehandelt. So richtig wusste der Autor mit diesem Part seiner Geschichte deshalb auch nichts anzufangen. Er lässt seine Protagonisten Heatha Neroverde und Awkurow eine Sightseeing-Tour durchs Schiff unternehmen. Sowohl die Dialoge der beiden Figuren, als auch deren Gefühlsleben gerieten etwas zu sprunghaft. In die Dialoge hat sich dabei der eine oder andere Fehler eingeschlichen. Die Gesprächsinhalte legt der Autor an mindestens zwei Stellen der falschen Person in den Mund oder das Maul.
Die Fremdartigkeit des Todringers, im Heft zuvor noch recht gut vom Autor in Szene gesetzt, geht hier verloren. Allzu schnell findet sich Awkurow mit der fremden Kultur zurecht und sorgt sogar für die Heilung einer Patientin. Das ging zu flott.
Der Part mit Rhodan geriet anfangs etwas besser. Guckys Einsatz an Bord des seltsamen Piratenschiffs und die Darstellungen der Quolnäer Keretzen gelangen richtig gut. Insgesamt betrachtet hatte der Handlungspart Rettungsmission jedoch unter zahlreichen Logikbrüchen zu leiden. Damit die Geschichte überhaupt funktionierte, hat der Autor die Faktoren, die das Geschehen beeinflussen, je nach Situation so abgeändert, dass die Zwischenziele erreicht werden konnten. Echte Spannung kam dabei nicht auf, eher kann man das als Pseudospannung bezeichnen.
Der Einsatz der zur Verfügung stehenden Technik wird vom Autor zuweilen recht unschicklich beschrieben. Beim Anflug auf die in Not geratenen Korvetten, die sich gegen einen Übermacht von 800 Schiffen über einen langen Zeitraum verteidigen, benötigt die mit überlegenem Antrieb ausgestattete MIKRU-JON 10-15 Stunden für ein paar Hundert Lichtjahre. Der Autor erläutert dies mit den schlechten Bedingungen. Und Rhodan legt zudem Orientierungsstopps ein. Wozu eigentlich? Erstaunlich, dass die Korvetten bei Ankunft Rhodans noch existieren. Am Zielort angelangt setzt der Autor die MIKRU-JON dann plötzlich mit allem Potpourri ein, über die das Schiff (wir erinnern uns, im letzten Zyklus mit Oldtimertechnologie verschmolzen) verfügt. Plötzlich geht also wieder alles? Unklar bleibt auch, wie sich ein Kampfgeschehen über mehrere Lichtjahre ausdehnen kann, ohne das Überlichtriebwerke zum Einsatz kommen. Sind die Schiffe aber erst im Linearraum, was erforderlich wäre, um mehrere LJ zu überwinden, dann wären sie auch in Sicherheit. Am Ende gelingt den LFT-Schiffen übrigens die Flucht, weil sie in den Linearraum gehen. Merkwürdig. Ein paar Rothemden hat der Autor auch noch geopfert. Auch hier Logikbrüche ohne Ende. Zuerst trumpfen die beiden LFT-Schiffe gegen eine Übermacht von 800 Schiffen groß auf und vernichten Dutzende Feindschiffe. Am Ende gelingt der Durchbruch gegen 100 Schiffe aber ein Kreuzer bleibt trotz überlegener Beschleunigungswerte zurück und lässt sich abschießen. Na ja, der Autor wollte eben dem Leser nochmals die „Gefährlichkeit“ dieser Galaxis vor Augen führen. Das hätte man anders schreiben müssen!
Zu guter Letzt noch ein Tipp an alle Autoren. Wenn ihr jemals wollt, dass Eure Romane verfilmt werden, dann müsst Ihr unbedingt einen Kursus in Farbenlehre besuchen. Es gibt ein paar absolute NoGos beim Film. Rosafarbene Ynkelonium-Terkonit-Hüllen und orangefarbene Körperbehaarung würden bei einer „ernsthaften“ Verfilmung die Chance auf einen Erfolg doch in erheblichen Maße trüben. Aber wie wär’s mit einer Sci-Fi-Komödie? Dann bitte mit Bully Herbig als Regisseur und Darsteller des Ramoz!

Ansichten zu PR 2602

Die Todringer von Orontes – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Die Besatzung der CHISHOLM ist nach wie vor mit den Reparaturen am Schiff beschäftigt, die vom Blue Bylyi Hüfenyr koordiniert werden. Perry und Mondra warten auf die Rückkehr des Einsatzteams. Die Ertruserin Sinaid Velderbilt, der Báalol Rynol Cog-Láar und Mausbiber Gucky erkunden die Unterwelt von Orontes. Die Gruppe kommt in dem Labyrinth nur langsam voran. Auf die Technik der SERUNS ist nur bedingt Verlass und der Kontakt zur CHISHOLM ist eingeschränkt, da das Gestein hyperisolierende Eigenschaften besitzt. Zudem wird das Team gezwungen, den zahlreichen Magmaströmen auszuweichen. In vielen Kavernen gibt es Reste einer ehemaligen Biosphäre. Auch verrottete Geräte und andere Utensilien der ehemaligen Bewohner werden entdeckt.
In der Unterwelt rüsten sich die Bewohner Orontes gegen die Eindringlinge. Die raupenartigen Wesen, die sich als Todringer bezeichnen und in vielen untereinander verfeindeten Klans unter der Oberfläche ihrer Welt leben, wollen die Eindringlinge angreifen und vernichten. Die Klans stellen 200 hochbegabte Todringer auf. Bis auf weiteres herrscht zwischen den Klans Waffenfrieden. Auch der junge hochbegabte Todringer Awkurow wird mit einer Gruppe von neun Todringern seines Klans gegen die Fremden geschickt. Wie viele andere Todringer auch, besitzt Awkurow eine verschmähte Gabe. Er kann seiner Umgebung Wärme entziehen und Gegenstände und Wesen zu Eis gefrieren lassen. Andere Mitglieder seiner Gruppe können Gedanken lesen oder Materie zusammenballen oder Telekinese einsetzen.
An der Oberfläche laufen derweil Bestrebungen, mehr über die kosmische Umgebung und über das Schicksal der BASIS herauszufinden. Dazu werden Sonden gestartet. Da die Sonden die Atmosphäre jedoch nicht durchdringen können, startet Rhodan mit der MIKRU-JON und schleust weitere der PERIAN-Sonden im freien Weltraum aus. Von den Sonden werden zahlreiche Informationen über eine bemerkenswert hohe Anzahl an raumfahrenden Völkern im Bereich der Materiebrücke gesammelt. Die Völker bekriegen einander. Die Dosanthi sind allen Zivilisationen der Region ein Begriff, sie werden von allen gehasst. Gleichwohl scheint niemand etwas genaues über dieses Volk zu wissen. Rhodan kehrt mit dem Schiff nach Orontes zurück, während die Sonden weiter Informationen sammeln.
Auch an Bord der CHISHOLM läuft nicht alles glatt. Der Springer Tongger Feszak hetzt Passagiere gegen die Schiffsführung und Rhodan auf. Die TLD-Agentin Heatha Neroverde kann jedoch die Situation beruhigen. Nach wie vor leiden Besatzungsmitglieder unter dem Paraflimmern und müssen medizinisch betreut werden. Nemo Partijan untersucht Ramoz. Das luchsartige Wesen ist fast vollständig von den Trieben, die aus seinen Manschetten wachsen, überzogen. Aus seinem trüben Auge wächst ein zwölf Zentimeter langer Dorn.
Unter der Oberfläche trifft die Gruppe der Todringer um Awkurow auf das Trio von der CHISHOLM. Es kommt zu einer Auseinandersetzung. Zur Verblüffung der Todringer verfügen die Fremden ebenfalls über verbotene Gaben. Gucky kann im Zusammenspiel mit Rynol Cog-Láar, der mit seinem Instrument und seinen Anti-Fähigkeiten die Todringer beeinflusst, den Angriff der Raupenartigen zurückschlagen. Anschließend gelingt ihm die Kontaktaufnahme zu den Höhlenbewohnern. Gucky wird zur Klanmutter gebracht und bittet diese um Asyl für die Galaktiker. Die Aggression der Todringer hat ihren Ursprung in deren Angst vor einem Ereignis, das als Weltengeißel bezeichnet wird, von dem aber niemand mehr sagen kann, was es eigentlich ist. Die Klanmutter Syb erwirkt, dass die anderen Gruppen von Todringern zurückgezogen werden und gewährt den Fremden vorläufig Asyl. Als Vermittler geht Awkurow an Bord des BASIS-Tenders.
Die Sonden, die sich auf dem Weg zum letzten Standort der BASIS gemacht haben, fallen nach und nach aus. Es werden aber Notrufe zweier Korvetten, der HARL DEPHIN und der SENCO AHRAT, aus einigen hundert Lichtjahren Entfernung empfangen.

Rezension:
Der Roman von Michael Marcus Thurner hat einen etwas holprigen Beginn. Viele Aktionen und Dialoge werden vom Autor mit unnötigen Erklärungen versehen. Ein Rhodan, der aus Standardvorschriften der LFT zitiert, ein Einsatzteam, das dem Pflichtbewusstsein der Flotte huldigt und so fort.
Mit dem Schwenk auf die Bewohner von Orontes wurde die Geschichte besser. Nach dem rasanten Zyklusauftakt folgt die Geschichte der Serien-Doktrin „Orientieren und sondieren“, soll heißen, es ist eine Episode, die gefällig geschrieben ist, die aber die Handlung nicht wesentlich voranbringt. Nichtsdestotrotz waren die Darstellungen der Bewohner des Planeten gelungen und auch einige der Schiffsgeflüster-Kapitel konnten gefallen.
Manche Fakten des Romans wollen nicht so recht zu Uwe Antons Zyklusauftakt passen. War in 2600 noch davon die Rede, dass Perry und Mondra in den vergangenen 6 Jahren viel zusammen unternommen haben und das Polyport-Netz bereist haben, wird das Verhältnis der beiden von Thurner nun anders dargestellt. Demnach erlaubt ihnen ihre Lebensweise keine engere Beziehung und auch ihre beruflichen Aktivitäten verhindern, dass sie viel Zeit miteinander verbringen. Nun ja, 6 Jahre für Unsterbliche sind vielleicht gar nicht so viel?