Archive für Juni 2011

Ansichten zu PR 2599

Der letzte Tag – von Marc A. Herren – Handlung:
Das Unfassbare war geschehen. Alle hatten den Todesschrei von ES vernommen. Die Kunstwelt Wanderer war zwar noch zu sehen, schien aber ihre Konsistenz zu verlieren. Mikru informiert Rhodan, dass das Konzept Lloyd/Tschubai an Bord zurückgekehrt sei. Aber die Mutanten bestätigen nur, dass auch sie ES nicht mehr wahrnehmen können.
Rhodan will wenigstens das Schlimmste abwenden und VATROX-VAMU an der Übernahme des PARALOX-ARSENALS hindern. Außerdem gilt es das Wunder von Anthuresta zu schützen, in dessen Hülle nach wie vor ein Loch klafft. Noch vor dem Tod von ES hatte der Planet Markanu, die ehemalige Heimat der Halbspur-Changeure, den Platz von Wanderer eingenommen. Tolot hatte, wie Rhodan nun im Nachhinein erfährt, die Jaranoc mit einem Trick aus dem Konflikt herausgehalten. Die Kegelstumpfraumer haben sich zurückgezogen. Auch im Stardust-System sind in der Halle der tausend Aufgaben die Ereignisse bei TALIN ANTHURESTA über die Kartuschen zu beobachten. Guckys Versuch, nach Wanderer zu springen, scheitert. Auch Atlan, den er dort zurücklassen musste, als er die Steuergeräte für die Feueraugen nach Terra brachte, kann er nicht wahrnehmen.
Von Mikru kommt die Nachricht, das VATROX-VAMUs Schlachtlicht-Avatar Kurs auf das PARALOX-ARSENAL nimmt. Rhodan setzt erneut die Fesselfelder des Handelssterns ein. Eritrea Kush bringt das letzte Krathvira zum Einsatz. VATROX-VAMU schickt mehrere Sinnafoch-Avatare in die Zentrale der Mikru-Jon, doch sie werden vom Krathvira vertrieben. Aber auch der Riesenrubin des Geistwesens weicht plötzlich vom Kurs ab. VATROX-VAMU scheint verwirrt. Rhodan bemerkt eine Verwandlung des Konzepts. Im Spiegelbild erscheinen 2 getrennte Personen, Fellmer Lloyd und Ras Tschubai. Das Konzept verwandelt sich zum Alten von Wanderer. Der Alte reicht Rhodan die Hand und führt ihn in einer Vision nach Gleam. Dort kommt es zum Zweikampf ES gegen VATROX-VAMU.
Bei TALIN ANTHURESTA erscheinen tausende von Netzwebern. Sie umringen das PARALOX-ARSENAL, Wanderer und VATROX-VAMU. Gucky nimmt Kontakt auf und erfährt, dass die Netzweber eine Stufe in der Entwicklung der Anthurianer darstellen. Die psimateriellen Artefakte der Anthurianer bildeten sich im psionischen Netz neue Körper, die Netzweber.
ES gewinnt den Kampf gegen VATROX-VAMU und fordert Rhodan auf, ihn in das PARALOX-ARSENAL zu bringen. Wieder zurück an Bord der Mikru-Jon bilden alle Silberkugeln zusammen mit der Sektorknospe einen Verbund, der von Rhodan, Wanderer im Schlepptau, in die Psi-Materie gesteuert wird. Die Silberkugeln lösen sich nach und nach vom Verbund, driften weg und lösen sich auf. Die Silberkugel, mit der Mikru-Jon verschmolzen ist, wird kleiner und löst sich ebenfalls auf, wobei einige Aggregate der Silberkugel an Bord des Obeliskraumers verbleiben und damit die Funktionen der Silberkugel. Rhodan hat eine Vision von Atlan, der im Zentrum von Ambur-Karbush steht, umringt von Goldfunken. Seine Ritteraura dient ES als Katalysator zur Aufnahme der Psi-Materie.
Das PARALOX-ARSENAL ist unterdessen weiter dabei, sich zu trennen. Schließlich ist die Teilung vollzogen. Die Nabelschnur, die beide Teile bis zuletzt verband, löst sich auf und ein goldener Schein hüllt Wanderer ein. Auch die Mikru-Jon wird von einer goldenen Blase umhüllt. Schließlich zieht sich die Blase zusammen und in der Zentrale erscheinen 2 Personen. Ras Tschubai stellt sich lächelnd als ES vor. Und auch die zweite Person, in der Gestalt von Fellmer Lloyd, stellt sich als ES vor. Die Mikru-Jon landet auf Wanderer. Die beiden ES, Perry und Mondra betreten die Kunstwelt. Die Eismassen beginnen zu verschwinden, das Wasser läuft ab, Vögel und Schmetterlinge zeigen sich. Auf den Wiesen erscheinen Menschen. Rhodan spricht einen von ihnen an. Es ist einer der Funkenleute. ES hat alle aufgenommenen Menschen vor die Wahl gestellt in ein körperliches Leben zurückzukehren oder in das Kollektivbewusstsein aufzugehen. Rhodan erfährt das etwa die Hälfte der 350 Millionen Menschen in ihr körperliches Leben zurückkehren wollen.
Am Himmel von Wanderer ist zu sehen, dass die beiden Teile des PARALOX-ARSENALS zusehends kleiner werden. Auch die Welt Gleam ist am Himmel von Wanderer zu beobachten. Sie verwandelt sich in eine zweite Scheibenwelt. Nun begreift Rhodan endlich. Fortan wird es zweimal ES geben.
Das zweite ES stellt sich als TALIN vor. ES wird zukünftig die Lokale Gruppe als Mächtigkeitsballung erhalten. TALIN die Fernen Stätten. Der Schritt war notwendig, da ES durch verschiedene Ereignisse der Vergangenheit vor dem Problem stand, von den weit entfernten Gebieten seiner MB förmlich zerrissen zu werden. Die Probleme begannen bereits beim Kosmischen Schachspiel mit Anti-ES und wie Rhodan vermutet, haben auch die Manipulationen durch Taurec eine Rolle gespielt. Als Alternative zum Tod stand die beschleunigte Kontraktion beider Bereiche der Mächtigkeitsballung zur Wahl. ES entschied sich jedoch für eine andere Rettungsmöglichkeit. Die bewusste Teilung in zwei Wesenheiten, zwei Superintelligenzen. Dafür wurde das PARALOX-ARSENAL gebraucht. Die ursprüngliche Initiative ging von ESTARTU aus. Die Schwester fühlte sich in den Fernen Stätten sehr wohl. Anthuresta steht für Anthurianer und ESTARTU. Nach der Trennung von ESTARTU übernahm ES die Fernen Stätten zusammen mit Anti-ES. Manche Entscheidungen des Widerparts, wie die Machtergreifung der Vatrox in Anthuresta oder der MDI in Andromeda musste ES mit Missbehagen akzeptieren.
Ras Tschubai und Fellmer Lloyd werden möglicherweise nie mehr freigegeben werden können. Betty Toufry ist tot. Die Prophezeiung, dass sich das Schicksal eines großen Volkes erfüllen würde, betraf die Vatrox. ES hat alle VAMU in sich aufgenommen, gibt sie jedoch als neue Entität VAMU wieder frei. Die Netzweber nehmen VAMU jede Erinnerung. VAMU zieht ab. Tolot begleitet die Jaranoc. Wanderer wird ab sofort wieder seine elliptische Bahn durch die Mächtigkeitsballungen ziehen, geschützt durch den Zeitschirm. Peregrinus, wie TALIN Gleam tauft, wird das Gleiche tun. Eine der Ellipsenbrennpunkte wird TALIN ANTHURESTA sein. Talanis bleibt als verbindendes Element zwischen den acht Himmeln bestehen, als da sind Zyx, Aveda, Trondgarden und Katarakt im Stardust-System, Terra im Solsystem, Markanu in TALIN ANTHURESTA, sowie Peregrinus und Wanderer.
Atlan bleibt vorerst auf Wanderer, da er der letzte Träger einer Ritteraura ist und wie TALIN bemerkt, ist der Mythos, dass die Sterne erlöschen, wenn der letzte Ritter geht, nicht vollständig aus der Luft gegriffen. Die Sektorknospe wird auf Peregrinus stationiert. Zuvor wird Piet Rawland den Handelsstern JERGALL als Geschenk in die Michstraße transportieren. Auf die Frage von Mondra, wo Delorian sei, fragt ES: „Wer ist Delorian?“ Damit ziehen sich die beiden SI zurück.
Akika Urismaki hat mittlerweile die Position Anthurestas ermittelt. Die Galaxis befindet sich unglaubliche 662,9 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Die beiden Polyport-Galaxien Zagadan und Alkagar, die 23 und 37 Millionen Lichtjahre von Anthuresta entfernt sind, können auch mit Rhodans Ur-Controller nicht angewählt werden. Die Schattenmaahks werden zukünftig das Polyport-Netz betreuen. Und Rhodan stellt die Überlegung an, nicht mehr zur Wahl zum Terranischen Residenten anzutreten, und stattdessen mit seinem Controller den Wundern der Polyport-Galaxien auf den Grund zu gehen.

Rezension:
Im nächsten Zyklus soll es ja unter anderem um das Reich der Harmonie gehen. Wie das aussehen könnte, hat uns Marc A. Herren im Abschlussband des Stardust-Zyklus schon mal gezeigt. Allerorts Friede, Freude, Eierkuchen. ES ist nicht tot, es gibt jetzt zwei von diesen Geheimniskrämern, VATROX-xxxx’e sind auch nicht tot, es gibt jetzt VAMU, die Globisten sind auch nicht tot, sie siedeln auf Talanis, und so fort. Wozu noch nach dem Reich der Harmonie suchen? Es ist bereits gefunden!
Am Ende hat den/die Autoren wieder der Mut verlassen. Oder eigentlich auch nicht. Denn am Ende ist es doch eigentlich so wie es immer ist. Die Serie folgt ihren Gesetzmäßigkeiten. Dazu gehört auch, dass sich niemand findet, der die Gesetze bricht. Also ist das Ergebnis mal wieder wie immer. Die Guten siegen, einige Fragen werden beantwortet, anderes bleibt offen. Die Figuren werden neu aufgestellt, denn nach dem Zyklus ist vor dem Zyklus.
Der zweite Teil des Doppelbands von Marc A. Herren ist auch der Abschluss des Stardust-Zyklus. Der Roman kommt ohne besonderen Ideenreichtum daher. Der Roman der Vorwoche war noch mit dem einen oder anderen Begriff aus dem Strategiespiel GO angereichert, die dazu dienten, die Phantasie des Lesers anzuregen. Auf solche Einblendungen verzichtet der Autor diesmal. Trotzdem hatte der Roman Atmosphäre und ein gutes Erzähltempo. Manches war allerdings überflüssig im letzten Heft. Der 1. Einschub mit Tolots Rückblende störte etwas den Erzählfluss. Der 2. Einschub gegen Ende diente dazu, die Figur Tolot für einige Zeit aufs Abstellgleis zu schieben. Die Jaranoc-Frage hätte in den Heften zuvor geklärt werden müssen. Auch einige der Gucky-Einschübe waren zu lang geraten. Der Ilt wälzt in einigen Kapiteln nur längst Bekanntes. Auch wirkte der Ich-muss-noch-unbedingt-einige-Fragen-beantworten-Stil des Autors doch an einigen Stellen arg gekünstelt. Ebenso gekünstelt wirkte der Ich-muss-noch-unbedingt-einige-Übertechnologien-abschaffen-Stil (Silberkugeln, Observatorium auf Katarakt etc.). Auch der Zweikampf Alter Mann gegen Babyblau-Strampelanzug-Vamu war albern. Gänzlich ungeeignet ist diese Episode übrigens für eine Verfilmung, obwohl als Parodie wär‘s nicht schlecht.
Konnte man letzte Woche noch einige kritische Bemerkungen der Protagonisten zum Tun und Handeln der SI lesen, spielte dieser Aspekt im letzten Heft des Zyklus kaum noch eine Rolle. Die von ES zwangsweise aufgenommenen Menschen werden einfach im Nachhinein um Erlaubnis gefragt. Der Autor vermeidet die Auseinandersetzung mit diesem Thema und geht den Weg des geringsten Widerstandes. Stattdessen wird als Erklärung für die Vorgehensweise der SI ihre ach so heroische Opferbereitschaft gegenüber der Menschheit ins rechte Licht gerückt. Und der Autor lässt seinen Protagonisten diese Erklärung schlucken. Gleichwohl präsentiert sich nur wenige Zeilen weiter die SI, vielmehr die beiden SI, wie immer, nämlich als Geheimniskrämer. Aber Rhodan war da schon überzeugt und mehr Unmut als nur ihre Haarpracht das eine oder andere Mal durch die Luft zu wirbeln brachte auch seine Begleiterin Mondra nicht zustande. Der Autor hat uns eingelullt.
Der Sofortumschalter Rhodan braucht erstaunlich lange, länger jedenfalls als der Leser, um zu begreifen, was mit ES geschehen ist. Die Schlussfolgerungen, die der Autor Rhodan ziehen lässt, nämlich das fortan die Geschichte der Menschheit eine andere sein würde, das alles anders sein würde, ist unbegründet. Jedenfalls wurde im Roman bis zu dieser Stelle nichts geschrieben, das diesen Schluss zugelassen hätte. Hier spielt wohl ein typisches Element der PR-Serie mit, nämlich schon mal zukünftige möglicherweise eintretende Ereignisse, die dem Autor aus den nächsten Exposés bekannt sind, den Protagonisten in den Mund zu legen.

Fazit: Die großen Überraschungen sind ausgeblieben. Kein schlechter Roman aber auch kein Glanzpunkt.

Ansichten zu PR 2598

Tod einer Superintelligenz – von Marc A. Herren – Handlung:
Das PARALOX-ARSENAL ist nach TALIN ANTHURESTA gebracht worden. Allerdings ist die gigantische Ansammlung von Psi-Materie noch nicht in das Innere der Sphäre transportiert worden. In dieser Situation betritt VATROX-VAMU die Bühne. Das Geistwesen hält sich vorerst in einem respektablen Abstand und scheint die Szenerie zu analysieren. An Bord der MIKRU-JON stellt Rhodan zahlreiche Überlegungen zum Schicksal von ES an. Das Konzept Lloyd/Tschubai nimmt inzwischen eine Veränderung seines Spiegelbilds wahr. Statt den Körper des Afrikaners Tschubai zu zeigen, wird in spiegelnden Flächen der Körper Fellmer Lloyds dargestellt.
Nach einiger Zeit geht VATROX-VAMU sogar auf eine größere Distanz zum Psi-Arsenal. Allerdings beobachtet Mikru zahlreiche Schiffe der Jaranoc, die sich am neuen Standort ihres Herrschers sammeln. Schon nach kurzer Zeit sind zwölftausend Kegelstumpfraumer eingetroffen und die Zahl nimmt beständig zu.
Am ehemaligen Forschungszentrum TZA’HANATH stoßen derweil die Altmutanten Kitai Ishibashi, Tako Kakuta, Ralf Marten, André Noir, Wuriu Sengu und Tama Yokida zur Schaltzentrale der Handelssterne vor. Sie leiten mit ihren Parakräften eine Versetzung der acht Handelssterne ein.
Rhodan lässt Gegenmaßnahmen einleiten. Fesselfelder von TALIN ANTHURESTA, die die VERNE festhielten, sollen gegen VATROX-VAMU eingesetzt werden. Mit seinem B-Controller kann Rhodan die Generatoren jederzeit hochfahren. Von Tifflor erhofft sich Rhodan nützliche Informationen zur aktuellen Lage, doch der langjährige Weggefährte rät Rhodan nur, auf seine Instinkte zu vertrauen.
Betty Toufry und Eritrea Kush kehren aus dem Solsystem zurück. Die Gefahr des Feuerauges ist zwar abgewendet aber die Nachricht von der Aufnahme von so vielen Menschen in das Kollektiv der Superintelligenz entsetzt die Besatzung der MIKRU-JON. Viel Zeit darüber nachzudenken bleibt Rhodan nicht. TZA’HANATH materialisiert in einem Abstand von 3 Milliarden Kilometer zum PARALOX-ARSENAL. Im Zentrum der Handelssterne ist nach wie vor eine Aufrisserscheinung aktiv. Gleichzeitig wird auch das Wunder von ANTHURESTA ins Standarduniversum versetzt. Fellmer Lloyd teilt Rhodan mit, dass die Anstrengung für die Altmutanten zu groß war. Sie sind bei diesem Einsatz ums Leben gekommen. Zeit für Trauer bleibt Rhodan nicht. Aus dem Loch in der Dyson-Sphäre triftet die in Eis erstarrte Scheibenwelt Wanderer auf das PARALOX-ARSENAL zu.
Betty Toufry und Eritrea Kush bekommen von Rhodan den Auftrag, drei Krathvira in TALIN ANTHURESTA abzuholen, die von ESHDIM geschickt werden. Rhodan möchte die Vamu-Kerker gegen VATROX-VAMU einsetzen. Toufry überlegt während des Einsatzes, ob sie den Blick auf die Wahrheit, die sie beim Kontakt zu ES erhielt, Eritrea mitteilen soll und entscheidet sich dagegen.
Das Geistwesen gibt angesichts der neuen Lage seine abwartende Haltung auf und erscheint in der Nähe der Psi-Materie. Schlagartig erhöht sich der mentale Druck auf die Besatzungen der Schiffe. VATROX-VAMU manifestiert sich mithilfe eines Avatars vom Aussehen Sinnafochs an Bord der MIKRU-JON. Alle Versuche des Schiffes und der Mutanten, den Avatar aufzuhalten, scheitern. VATROX-VAMU betritt die Zentrale und offeriert Rhodan ein Angebot. So wie die Jaranoc den Begriff der Ehre erst durch ihn erhielten, so bietet er nun den Menschen ein Geschenk an. Waffenstillstand, niemand kommt ums Leben und als Gegenleistung bringt Rhodan VATROX-VAMU zum ARSENAL. Das Geistwesen wird sich die Psi-Materie einverleiben und danach die Mächtigkeitsballung von ES für alle Zeiten verlassen.
Als Rhodan mit Verweis auf die schlechte Lage von ES das Angebot ausschlägt, versucht VATROX-VAMU ihn mit Psychotricks zu beeinflussen. Rhodan findet sich unversehens auf einer Brücke wieder. Auf der einen Seite steht Lotho Keraete, als Vertreter von ES, auf der anderen Seite Sinnafoch, der VATROX-VAMU vertritt. Rhodan in der Mitte muss sich entscheiden. Beide Seiten locken ihn mit Versprechungen. Zu seinem moralischen Dilemma kommt ein Zeitproblem hinzu. Die Brücke beginnt einzubrechen. Nach langem Zögern entscheidet sich Rhodan für den Boten von ES. Als er endlich den Fuß wieder auf festen Boden setzt, findet er sich in der Wirklichkeit wieder.
Lotho Keraete hatte sich teilweise vom mentalen Druck des Geistwesen befreien können und Kontakt zu Betty Toufry und Eritrea Kush aufgenommen. Mit aktivierten Krathvira haben sich die Silberkugeln VATROX-VAMU genähert. Das Geistwesen hat die Vamu-Kerker als Bedrohung erkannt, woraufhin sein Avatar sich auflöste. Rhodan aktiviert die Fesselfelder von TALIN ANTHURESTA, kann aber nicht verhindern, dass VATROX-VAMU sich weiter dem PARALOX-ARSENAL nähert. Betty Toufry nimmt Kurs auf die Psi-Materie. In einem Funkspruch an Eritrea Kush bittet sie die Freundin, dass Rhodan zu ihr kommen muss. Außerdem prophezeit sie Eritrea, dass sie eine der Wichtigen werden wird, mehr als Toufry selbst es je war.
Bully und Gucky treffen mit Teilen der Flotte ein. Weitere Schiffe sollen folgen. Plötzlich transitiert Wanderer in Richtung PARALOX-ARSENAL. Rhodan entdeckt die Silberkugel von Toufry, wegen der Störungen durch die Psi-Materie ist kein Kontakt möglich. Die MIKRU-JON versucht sich dem ARSENAL zu nähern, scheitert aber. Endlich gelingt der Kontakt zu Betty Toufry. Sie bittet Rhodan ihr nicht zu folgen. Ihr Ruf nach ihm, war ein Fehler. Sie hatte vergessen, dass er keine Ritteraura mehr besaß. Es ist ein endgültiger Abschied. Ihre Silberkugel beschleunigt und kollidiert mit der Psi-Materie. Eine Einschnürung entsteht und breitet sich aus. Es sieht so aus, als ob das ARSENAL sich teilt. Lloyd und Tschubai nehmen den Tod von Toufry wahr und finden sich anschließend in Ambur-Karbush auf Wanderer wieder. VATROX-VAMU erscheint als gigantischer AVATAR in Form eines Schlachtlichts. Der Riesenrubin zersplittert über Wanderer in tausende von Fragmenten, die als Kriegsordonnanzen der Frequenzfolger oder Nachbildungen davon über Wanderer herfallen und alles zerstören.
Die Besatzung der MIKRU-JON hört ein homerisches Gelächter, das in einen langgezogenen Schrei endet. Danach Stille. ES ist tot. Die geschwächte SI konnte VATROX-VAMU keinen Widerstand mehr leisten. Wanderer scheint sich aufzulösen. Das Konzept Lloyd/Tschubai findet sich in der MIKRU-JON wieder. In einer spiegelnden Fläche erkennen sie 2 Personen. Ras Tschubai und Fellmer Lloyd.

Rezension:
Ich habe den Roman zweimal gelesen. Einmal bereits am Freitag und eben nochmal im Schnelldurchlauf für die Zusammenfassung. Das mache ich sonst nie. Ich blättere zwar hin und wieder durch die Romane, wenn ich sie zusammenfasse aber nicht so intensiv wie heute. Freitag war ich zwar nicht enttäuscht von Marcs Roman aber ich war auch nicht gerade verzückt. Im Schnelldurchlauf bin ich natürlich an die relevanten Stellen gesprungen. Da wirkt der Roman wie aus einem Guss. Daraus schlussfolgere ich, dass die Geschichte aber auch einiges an Ballast mitschleppt, der unnötig gewesen wäre. Dazu weiter unten mehr.
Marc A. Herren reichert seinen Roman mit Einschüben an, die das Strategiespiel GO zum Inhalt haben. Das Ziel des Spiels ist es nicht, den Gegner zu vernichten sondern einen größeren Gebietsanteil zu erlangen. Eine großartige Idee, lässt sie doch genügend Spielraum für Spekulationen, wie der Abschluss des Zyklus aussehen wird. Im Ergebnis könnten die beiden Geistwesen sich das PARALOX-ARSENAL aufteilen, d.h. jeder bekommt einen Happen. Vielleicht geht es aber gar nicht um die Anteile an der Psi-Materie sondern um die Gebietsanteile an der Mächtigkeitsballung von ES. Oder der Autor narrt uns und es geht um was ganz anderes. Nun ja, egal wie es kommt, diesen Einfall fand ich sehr gut an diesem Roman. Die Strategie, die Spielzüge, die Taktiken und andere Elemente des Spiels finden sich dann auch in den einzelnen Kapiteln wieder. Das war sehr geschickt, da man auch hier als Leser viele Mutmaßungen in diesem variantenreichen Spiel, äh Roman anstellen konnte.
Die anderen Elemente der Geschichte fielen im Vergleich dazu etwas ab. Damit meine ich die Inhalte, die das triviale Heftserienleserherz höher schlagen lassen. Eine scheinbar ausweglose Situation, heroische Opfer, die gebracht werden, Figuren, von denen wir nicht wissen wie sie ins Spiel gebracht werden, wer, welche Züge als nächstes anstellen wird, langjährige Weggefährten, die im Augenblick höchster Not herbeieilen und und und …
Einiges davon, nicht alles, ist der eingangs erwähnte Ballast. Hier ist zu vermuten, dass der Autor versucht hat es jedem Leser recht zu machen. Jeder soll ein bisschen von dem, was ihn interessiert, in der Geschichte vorfinden. Ein bisschen weniger dieser Elemente und den GO-Gedanken noch mehr ausgebaut, dann wäre es (für mich) ein erstklassiger Roman geworden.
Den Zyklusaufbau und die Exposé-Grundlage habe ich bei meiner Bewertung ausgeklammert. Die Grundlagen, auf denen dieser Roman aufbaut, haben zahlreiche Schwächen aufzuweisen. Ich habe diese Mängel nun allerdings so oft wiederholt, dass ich mich nun selbst der Gefahr aussetze die Leser dieses Blogs mit meinen Wiederholungen anzuöden.
Eine Schwäche ist in diesem Roman allerdings hinzugekommen und ich weiß nicht, ob sie dem Exposé oder dem Autor anzulasten ist. Die womöglich einzige Person, die etwas Genaueres über den Zustand von ES in Erfahrung gebracht hat, nämlich Betty Toufry, stellt Überlegungen an, diese Erkenntnis mit einer Nebenfigur zu teilen. Nicht etwa mit Rhodan, wie man erwarten könnte, sondern mit einer Person, die sie erst seit wenigen Wochen kennt. Eine seltsame Überlegung und auch nicht schlüssig beschrieben. Zugunsten der Spannung ist sie natürlich nachvollziehbar. Denn wenn Rhodan, bzw. wir Leser das wüssten, was Toufry in Erfahrung gebracht hat, wäre wohl ein wesentliches Überraschungselement dahin.
Das Verhalten dieser Figur bleibt dennoch unlogisch. Der Autor hätte einen anderen Aufbau wählen müssen, z.B. dass der Figur keine Zeit blieb, ihre Erkenntnis weiterzugeben. Sei‘s drum. Nächste Woche erfahren wir es auch und in zwei Wochen kreisen unsere Gedanken um den hoffentlich fulminanten Zyklusauftakt von Uwe Anton.